Über iSCSI ist es möglich, jederzeit und überall dort, wo ein
Netzwerkanschluss und TCP/IP vorhanden sind, auf SCSI-Datenspeicher
zuzugreifen. iSCSI ist dabei das Protokoll, das die Übertragung von
SCSI-Befehlen über ein TCP/IP- Netzwerk regelt.
Dabei werden die SCSI-Kommandos in ganz normalen TCP- Paketen
verschickt. Bei iSCSI ersetzt eine TCP/IP-Verbindung das SCSI-Kabel.
iSCSI selbst ist ein Transport-Protokoll für SCSI, das oberhalb der
TCP-Schicht operiert. Unterhalb der TCP-Ebene bleibt alles beim Alten.
Dadurch lässt sich das allseits bekannte Ethernet für die Anbindung von
Massenspeichern wie Tape-Libraries, Disk-Subsystemen oder Jukeboxen an
Servern nutzen.
Vor- und Nachteile
Vorteile:
Man kann jederzeit und überall auf Daten zugreifen zu können, wo
ein Netzwerkanschluss vorhanden ist.
Nachteile:
Das Netzwerk muss sehr schnell sein, um akzeptable Datenraten
hinzubekommen, da die eigentlichen Daten mit drei Headern (IP, TCP,
SCSI) versehen über die Leitung gehen.
Produkte
Benötigt werden iSCSI-Host-Adapter und entsprechende Gerätetreiber,
um zum Beispiel das SCSI-Protokoll zu serialisieren und den iSCSI-Namen
aufzulösen. Allerdings ist das vorhandene Firmen-LAN nicht unbedingt als
Speichernetz geeignet. Die Implementierungen setzen aufgrund der
benötigten Bandbreite erst bei 1-GBit- beziehungsweise 10-GBit-Ethernet
an. Da dennoch Engpässe in der Bandbreite zu erwarten sind, setzen die
meisten Konzepte auf die physikalische Trennung des Speichernetzes vom
Netz für den täglichen Firmendatenverkehr.
Mitte November gaben 14 Hardwarehersteller ihre iSCSI-Produkte für
den Einsatz unter Windows frei. Zu diesen zertifizierten Herstellern
gehören unter anderem Cisco, Adaptec, Intel und Network Appliance. Die
Kennzichnung soll die vollständige Kompatibilität von iSCSI-Hardware für
Windows- Anwender garantieren.
Microsoft unterstützt die iSCSI- Schnittstelle seit Mitte 2003.
Treiber (Microsoft iSCSI Software Initiator) für Windows XP,
Windows 2000 und Windows Server 2003 stehen auf der Microsoft- Website
zur Verfügung:
Wegweisend
SAN, NAS und iSCSI im Vergleich
Ulf Troppens
report
iX 3/01, S. 94 (jok)
Speichernetzwerke
Grundlagen und Einsatz von Fibre Channel SAN, NAS, iSCSI und InfiniBand
Jürgen Gulbins
Buchkritik, Netze, Ulf Troppens, Rainer Erkens, dpunkt
c't 2/03, S. 194 (fm)
Ergänzungen, Fragen und
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