Microsoft leitete mit den Ende der 90er Jahre vorgestellten Mäusen
der IntelliMouse- Modellreihe mit
der Einführung des Mausrads eine kleine Revolusion ein. Zwar hatte
Microsoft dieses nützliche Detail nicht erfunden, wie so oft war das
Monopolunternehmen aber als erstes in der Lage, dieses Feature am Markt
zu etablieren.
Einen
nächsten Schritt in der Maus-Evolution bildet die
IntelliMouse Optical, die
erstmals einen optischen Sensor statt einer mechanischen Kugel
verwendete. Auch hier war Microsoft nicht das erste Unternehmen am
Markt, aber auch in diesem Fall konnte man es einfach besser.
Umstrittener
waren die Mäuse der
IntelliMouse Explorer- Modellreihe; sie heben sich vor allem durch
ihr martialisches, anthrazitfarbenes Äusseres von dem bisherigen
Mausgrau ab, weisen jedoch auch funktional eine Neuerung auf: Sie
besitzen zwei zusätzliche Tasten, es gibt also insgesamt fünf mehr oder
minder frei belegbare Mouse Buttons. Manch einer mag die klobig
wirkenden Mäuse nicht, andere lieben sie -- so auch ich. Noch 2001 fand
ich diese neuartigen Mäuse ziemlich abartig, aber irgendwann nahm ich
sie dann doch längere Zeit in die Hand; seitdem will ich nichts anderes
mehr haben, die Explorer- Mäuse liegen einfach unverschämt gut in der
Hand.
Zum
Sucht-Effekt der Explorer- Mäuse gehören jedoch auch die zusätzlichen
Maustasten, die die Arbeit mit vielen Anwendungen enorm beschleunigen.
Im Web zu surfen mit Opera oder Mozilla wird mit den "Vorwärts" und
"Rückwärts"- Tasten geradezu rauschartig. Die mittlere Maustaste habe
ich übrigens seit ewigen Zeiten mit "Alle Fenster ausblenden" belegt --
ein Klick auf die mittlere Maustaste, und des Desktop ist frei; ein
zweiter Klick stellt alle Fenster in der vorherigen Anordnung wieder
her. Alles in allem ist Microsoft mit den Explorer- Mäusen ein ganz
grosser Wurf gelungen. Schon allein die Tatsache, dass GNU/Linux-
Desktops unter X11 bisher bestenfalls die mittlere Maustaste sinnvoll
unterstützen, verschlechtert deren Usability gegenüber einem
Windows-Desktop geradezu dramatisch.
Weniger gelungen waren die ersten drahtlosen Mäuse wie die
Wireless IntelliMouse
Explorer; durch die integrierten zwei Mignon- Batterien sind sie
noch etwas klobiger und schwerer, was an sich ja nicht schlecht wäre;
allerdings halten die Batterien im normalen Bürobetrieb nur wenige
Wochen und die Mäuse ruckeln auf dem Desktop wie ein störrischer Esel
herum. Bildbearbeitung oder Audioschnitt macht mit diesen Mäusen richtig
schlechte Laune.