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Entropie und Fotografie
Von Agon S. Buchholz
für Kefk Network
Fotografie.
Theorie : Themen
: Entropie : Übersicht
01-Jun-2004/06-Feb-06
Übersicht
Entropie bezeichnet im Kontext des
Informationsbegriffs von
Vilém Flusser
das Auftauchen von Unwahrscheinlichem; Flusser stützt sich in seinem
Entropiebegriff auf die Wärmelehre der nachklassischen Physik, dabei
insbesondere auf den Zweiten Hauptsatz der Thermodynakik, der von
Rudolf Clausius formuliert wurde.
- Niedrige Entropie kennzeichnet Ordnung, Bestand,
Verfügbarkeit, Unwahrscheinlichkeit und Information.
- Hohe Entropie kennzeichnet Unordnung, Zerfall,
Zerstreuung, Auflösung, Nichtverfügbarkeit, Wahrscheinlichkeit,
Redundanz und Desinformation; Beispiele hierfür sind Kitsch,
Rauschen, Begriffsmüll und Unsinn.
Nicht-redundante Fotografien halten unwahrscheinliche Zustände fest,
reduzieren Entropie und sind daher Information. Redundante Fotografien
halten dagegen wahrscheinliche Zustände fest, erhöhen Entropie und sind
daher Desinformation.
Der ambitionierte Fotograf, bei Flusser als Einbildner
bezeichnet, versucht mit dem Apparat, unwahrscheinliche Situationen im
technischen Bild festzuhalten; ein Beispiel dafür ist die Experimentelle
Fotografie. Im Gegensatz dazu (re-) produziert der Knipser
wahrscheinliche Situationen, er erzeugt eine Flut von redundanten
Bildern; letzterer handelt gemäßt dem Programm des Apparats und ist
berauscht von den Apparatemöglichkeiten, kann aber nur wollen, was der
Apparat kann.
Anmerkungen
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