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Literatur zur Theorie der Fotografie
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20-May-2004/06-Feb-06
Übersicht
Iconic Turn
von Hubert Burda, Christa Maar
Amazon-Preis: EUR 24,90
Broschiert - Dumont Literatur und Kunst Verlag
Erscheinungsdatum: März 2004
ISBN: 3832178732
Kurzbeschreibung
Bilder waren nie zuvor so präsent wie heute. Neben die
künstlerischen Bilder sind gleichrangig technische,
naturwissenschaftliche und mediale Bilder getreten. Die Allgegenwart
der Bilder im Fernsehen, die zunehmenden Visualisierungen in den
Naturwissenschaften und die Bild gebenden Verfahren in der Medizin
haben Bildern eine nie gekannte Präsenz und Bedeutung gegeben, der
sich niemand entziehen kann. Iconic Turn antwortet auf die Forderung
nach einem interdisziplinären Blick auf die neue vielfältige
Bilderwelt. Noch gibt es sie nicht, die fächerübergreifende
Bildwissenschaft, die die spezifischen Blickwinkel von Geistes- und
Naturwissenschaften zusammenführt. Doch ist innerhalb der
Geisteswissenschaften, insbesondere unter Kunst- und
Medienhistorikern, eine rege Debatte darüber entstanden, wie sie
aussehen könnte und welche Themen sie vorrangig behandeln sollte.
Iconic Turn ist der erste Versuch, das komplexe Thema Bild in seiner
Vielfalt zu erfassen. Prominente Vertreter aus Geistes- und
Naturwissenschaften, aber auch bekannte Bilder-Macher kommen zu
Wort. Das thematisch breit gefächerte Spektrum berührt
philosophische, kunst- und kulturwissenschaftliche Fragen ebenso wie
Fragen der Naturwissenschaften nach dem Erkenntnisgewinn von
Computervisualisierungen.
Iconic Turn. Die neue Macht des Bildes versammelt eigens für
dieses Buch verfasste Originaltexte. Autoren: Jan Assmann, Hans
Belting, Gottfried Boehm, Reinhard Brandt, Stephan Braunfels, Horst
Bredekamp, Bazon Brock, Norman Foster, Wolfgang Heckl, Stefan
Heidenreich, Martin Kemp, Friedrich Kittler, Heinz-Otto Peitgen,
Rolf Pfeifer, Willibald Sauerländer, Wolf Singer, Peter Sloterdijk,
Barbara Stafford, Bill Viola, Peter Weibel, Wim Wenders, Anton
Zeilinger und Semir Zeki.
Die Herausgeber: Christa Maar ist Präsidentin der Burda-Akademie
zum Dritten Jahrtausend und Vorstand der Hubert Burda Stiftung. Die
promovierte Kunsthistorikerin arbeitete zunächst als Drehbuchautorin
und Regisseurin von Fernsehfilmen. Von 1988 bis 1992 war sie
Chefredakteurin der Kunstzeitschrift PAN. Zuletzt erschienen die von
ihr herausgegebenen Bücher Die Technik auf dem Weg zur Seele (1996),
Virtual Cities (1997), Internet & Politik (1998), Gesundheit aus dem
Darm (2003) und bei DuMont Weltwissen Wissenswelt (2000). Hubert
Burda ist Verleger und Vorstandsvorsitzender der Hubert Burda Media.
Der promovierte Kunsthistoriker initiierte zusammen mit Christa Maar
die Vorlesungsreihe ICONIC TURN an der
Ludwig-Maximilians-Universität München. Als Leiter eines modernen
Medienunternehmens und als Vorsitzender des Hochschulrates der LMU
setzt sich Hubert Burda für die verstärkte Vernetzung von Wirtschaft
und Wissenschaft ein.
Aus dem Einleitungstext von Hubert Burda:
»Als Verleger und Mann der Praxis bin ich in hohem Maße
daran interessiert, dass junge Menschen etwas lernen, was sie in
ihrem späteren Berufsleben umsetzen können. In meinem Geschäft,
den Medien, aber auch in vielen anderen Branchen, besetzen
Bilder (Images) und ihre Herstellung, Verwendung und Funktion
(Imaging) einen zunehmend wichtigeren Bereich. Nicht nur aus
diesem Grund, sondern auch aus Gründen einer kompetenten
Medienkritik sowie einer gut ausgebildeten Medien- und
Bildkompetenz ist es notwendig, dass eine neue Generation von
Bild-Experten entsteht. Es muss Menschen geben, die wissen, wie
Bilder entstehen, sowohl ganz praktisch wie auch in der
Imagination, und die sagen können, aufweIche Weise Bilder
gelesen werden müssen und warum es so wichtig ist, den Kontext,
in dem sie stehen, mit einzubeziehen. Es ist außerdem von großer
Wichtigkeit, dass man erklären lernt, auf welche Weise welche
Bilder wirken und sich mit der Macht verbinden«. (S.12)
Klar geht es um die zunehmende Bedeutung von „Bildkompetenzen" in
einem weiten Verständnis („Das Bild der Welt in der Welt der
Bilder"), es geht um das Ende der „Gutenberg-Galaxis" (McLuhan) des
linearen Textes und der Wortkommunikation zugunsten der
Ein-dringlichkeit und Präzision, Komplexität und Mehrdeutigkeit der
alltäglichen, der künstleri-schen und der
technisch-wissenschaftlichen Bilder, real und digital, sense & cyber
vernetzt, und im Verbund mit Sprache, Klang, Dramaturgien und
entsprechend weltweiter Verbreitung in Zeit und Raum: Die
Globalisierung des Visuellen, der Bedarf des Interdisziplinären und
der Dekodierung, der Navigation entsprechend Aufmerksamkeit und
Inte-resse in den zunehmend Bild dominierten und
neurophysiologischen funktionalen Medienwelten und visuellen
Wirklichkeiten vielerlei Arten und Sorten.
Der Sammelband mit 24 meist prominenten Einzelbeiträgen ist dem
Bedeutungszuwachs der Bilder, ihrer neuen Macht interdisziplinär auf
der Spur:
- Im Klärungsversuch, was ein „Bild" denn überhaupt sei
(Gottfried Boehm u.a.)
- Im Kontext „Neuro": wie Bildwahrnehmung funktioniert und wie
die inneren Bilder äußere Bilder werden (Wolf Singer u.a.)
- Wie durch (technische) Bilder Unsichtbares sichtbar wird,
gerade für exakte Wissenschaften von Physik bis Medizin eine
ungeahnte empirische Expansion, zudem voller „Ästhetik" und
„Gestalt"
- Wie neue visuelle Techniken Bildwahrnehmung und das Sehen
verändern auf dem Weg zur „Telegesellschaft" (Friedrich Kittler,
Peter Weibel u.a.)
- Wie die Künstler Bildwelten entwerfen und bearbeiten (Norman
Foster, Bill Viola, Wim Wenders u.a.)
- Zur Historie der Bilder und ihrer Wahrnehmung (Bazon Brock,
Peter Sloterdijk u.a.)
- Und ob, wie, warum sich die Kunstgeschichte zur
Bildwissenschaft mausert bzw. erweitern sollte (Hans Belting,
Martin Kemp u.a.)
Gottfried Boehm, Protagonist einer zur Bildwissenschaft
erweiterten Kunstgeschichte, beschreibt, was kulturpädagogisch
schulisch wie außerschulisch im Rahmen kultureller Bildung angesagt
ist:
»Die Bilder repräsentieren kein abgeschlossenes Reich.
Aber ihre Kultur lebt davon, dass sie die ihr innewohnende
Fremdheit, ihr dichtes Schweigen und ihre anschauliche Fülle
gegenüber dem fortwährenden Gemurmel der Diskurse und dem Lärm
der Debatten behaupten. Jenseits der Sprache existieren
gewaltige Räume von Sinn, un-geahnte Räume der Visualität, des
Klanges, der Geste, der Mimik und der Bewegung. Sie benötigen
keine Nachbesserung oder nachträgliche Rechtfertigung durch das
Wort. Der Logos ist eben nicht nur die Prädikation, die
Verbalität und die Sprache. Sein Umkreis ist bedeutend weiter.
Es gilt ihn zu kultivieren« (S. 43).
Für eine Philosophie der Fotografie.
von
Vilem Flusser
Amazon-Preis: EUR 14,00
Broschiert - 77 Seiten - Vice Versa
Erscheinungsdatum: Dezember 1999
ISBN: 3923283482
Vilem Flusser, geboren 1920 in Prag, gestorben 1991, emigrierte
1939 über London nach Sao Paulo. 1959 wurde er Dozent für
Wissenschaftsphilosphie, 1963 Professor für
Kommunikationsphilosophie an der Universität Sao Paulo.
Standpunkte.
von Vilem Flusser
Amazon-Preis: EUR 26,00
Broschiert - 255 Seiten - Vice Versa
Erscheinungsdatum: Dezember 1998
ISBN: 3923283490
Andere Ausgaben: Taschenbuch
Kurzbeschreibung
Vilém Flussers Essay 'Für eine Philosophie der Fotografie'. 1983
erschienen, löste im deutschen Sprachraum eine lebhafte Debatte über
das Kulturphänomen Fotografie aus, an der sich Fluser auf
mannigfache Weise beteiligte. In der Folge entstanden zahlreiche
Exposées, Skizzen und Werkanalysen sowie vertiefende und
weiterführende Essays und Vorträge, die der vorliegende Band nahezu
vollständig dokumentiert. Er zeigt Flussers zentrales Interesse am
Medium der Fotografie seit Ende der 70er Jahre und bestätigt ihn als
einen der maßgebenden Kritiker und Philosophen diese Jahrhunderts.
Autorenportrait
Vilem Flusser, geboren 1920 in Prag, gestorben 1991, emigrierte
1939 über London nach Sao Paulo. 1959 wurde er Dozent für
Wissenschaftsphilosphie, 1963 Professor für
Kommunikationsphilosophie an der Universität Sao Paulo.
Theorie der Fotografie
(vier Bände).
von
Wolfgang Kemp (Herausgeber), Hubertus von Amelunxen (Herausgeber)
Amazon-Preis: EUR 78,00
Gebundene Ausgabe - Schirmer/Mosel
Erscheinungsdatum: 2000
ISBN: 3888142024
Seit der Erfindung der Fotografie setzte eine bis heute
anhaltende Debatte ein, die sich in den Fotografien selbst
niedergeschlagen hat. Um nur wenige Fragen dieser Debatte zu
skizzieren: Ist Fotografie Kunst? Oder ist die Fotografie eine
eigene Gattung, die ihre eigenen Begriffe braucht? Wie ist diese
Gestaltung zu bewerten, wo doch die Objektivität der Maschinerie das
Endergebnis determiniert? Während es unzählbar viele Anthologien und
Zusammenfassungen von Theorien der Ästhetik und kusnthistorischen
Methodologien gibt, ist in dieser Hinsicht über das Themengebiet der
Fotografie nicht viel zu finden.
In den vier Bänden von Wolfgang sind alle wichtigen Aufsätze oder
Ausschnitte zu finden. Die Aufsätze sind zum einen von einschlägig
bekannten Theoretikern wie Roland Barthes, Walter Benjamin, André
Bazin oder malreux, zum anderen von Fotografen selbst, z.B. von Otto
Steinert, Minor White oder Amsel Adams.
Jeder der Bände beginnt mit einer summarischen Zusammenfassung
und Einordnung von dem Herausgeber selbst. Vor jedem Text der
Anthologie ist eine kleine Einführung zu finden zu dem jeweiligen
theoretiker und dem Text selbst. Es handelt sich um ein Standardwerk
für alle, die sich theoretische mit der Gattung Fotografie
auseinandersetzen wollen.
Walter Benjamin und der neue Blick auf die Photographie.
von
Rolf H. Krauss
Amazon-Preis: EUR 14,80
Broschiert - 127 Seiten - Hatje Cantz Verlag
Erscheinungsdatum: Juli 1998
ISBN: 3893224297
Noch 125 Jahre nach ihrer Erfindung war die Photographie im
allgemeinen Bewußtsein lediglich als technisches Medium mit einiger
wirtschaftlicher Bedeutung, als kulturelles und künstlerisches
Phänomen hingegen wurde sie erst seit Mitte der sechziger Jahre
erfaßt. Warum setzte der Erkenntnisprozeß eben zu dem bezeichneten
Zeitpunkt ein? Welche Rolle kam hierbei Benjamins Schriften zur
Photographie der dreißiger Jahre zu?
In fünf seiner Texte setzte sich der Essayist, Literatur- und
Zeitkritiker Walter Benjamin mit der Fotografie auseinander. Die
Aufsätze "Kleine Geschichte der Photographie" und "Das Kunstwerk im
Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit" beschäftigten sich
ausdrücklich mit dem ersten technischen Bildmedium. Im Exposé zum
Passagen-Werk, im zweiten "Pariser Brief" und in der Rezension zu
Gisèle Freunds Schrift Photographie und Gesellschaft findet das
Thema bemerkenswerte Erwähnungen.
Der Kunsthistoriker Rolf H. Krauss stellt in seiner Untersuchung
zunächst die Inhalte dieser Texte in chronologischer Reihenfolge
vor. Er beschreibt das zunehmende Interesse der Kunstgeschichte an
der Fotografie ab Mitte der 60er-Jahre und sieht in dieser
Entwicklung einen Paradigmenwechsel im Denken über das Medium.
Abschließend erörtert er die Rezeption der Texte Walter Benjamins
zwischen 1970 und 1990 sowie deren Einfluss auf die zu dieser Zeit
geführte Fototheoriediskussion.
Die Veröffentlichung ist als kenntnisreiche Schrift für all
diejenigen interessant, die sich mit der Fotografie oder dem Denken
Walter Benjamins zu diesem Medium auseinandersetzten.
Rolf H. Krauss, der sich seit mehr als drei Jahrzehnten
wissenschaftlich mit der Geschichte und Theorie der Photographie
auseinandersetzt, erörtert diese brisanten Fragestellungen.
Malerei, Fotografie, Film.
von Laszlo Moholy-Nagy, Laszlo Moholy- Nagy
Amazon-Preis: EUR 29,90
Gebundene Ausgabe - Mann (Gebr.), Berlin
Erscheinungsdatum: April 1997
ISBN: 378611465X
Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit
(Edition Suhrkamp, Nr.28)
von
Walter Benjamin
Amazon-Preis: EUR 7,50
Broschiert - 107 Seiten - Suhrkamp
Erscheinungsdatum: 1963
ISBN: 3518100289
In seinem Kunstwerk- Aufsatz beschreibt Walter Benjamin die
geschichtlichen, sozialen und ästhetischen Prozesse, die mit der
technischen Reproduzierbarkeit des Kunstwerks einhergehen. Dabei
entwickelt er eine Begrifflichkeit, die, so sein Programm, "für die
Zwecke des Faschismus völlig unbrauchbar", dagegen "zur Formulierung
revolutionärer Forderungen in der Kunstpolitik brauchbar" ist.
Benjamins Einsicht in das "auratische" Wesen der Kunst etwa ist
gerade deshalb ein Meilenstein der philosophischen Ästhetik, weil
sie der Betrachtung der Kunst in ihrem jeweiligen Kontext erwächst.
Dies ist im Einzelfall anhand der beiden weiteren Studien dieses
Bandes nachzuvollziehen.
Schon der Titel sagt einiges über den Inhalt. Das Kunstwerk im
Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit. Was verändert sich,
wenn ein Kunstwerk plötzlich technisch reproduzierbar wird? Was
bedeutet es, wenn durch die technische Reproduktion die Frage nach
dem "echten" und "einzigartigen" Original hinfällig wird, wie es
beispielsweise bei der Fotografie oder dem Film der Fall ist. Was
bedeutet die technische Reproduktion für die Kunstwerke, die im
Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit dennoch den Anspruch
auf Originalität erheben?
Auf Fragen wie diese geht Walter Benjamin in seinem Buch ein.
Denn durch die technische Reproduzierbarkeit würde die "Aura" des
orginalen Kunstwerkes fallen. Dazu ist vielleicht kritisch
anzumerken, daß sich in der Kunst des 20. Jahrhunderts die "Aura" in
der Reproduktion konstituieren kann, so wie es beispielsweise in den
fabrizierten Kunstwerken von Andy Warhol der Fall ist. Trotzdem
handelt es sich um ein Standardwerk, unverzichtbar für das
Verständnis der Kunst im 20. Jahrhundert.
Wer sich mit Kunsttheorie beschäftigt, kommt an Benjamin nicht
vorbei. Doch dieses "nicht vorbei kommen" ist alles andere als eine
Qual. Aufgrund der vielen Aphorismen liest sich Benjamin gut und
wird auch entsprechend oft zitiert. Benjamin selbst ist beim
zitieren ungenau: als Student an einer heutigen Uni würde er wohl an
Formfehlern scheitern. Mit seinem eingängigen Zitat aus einem nicht
existenten Leipziger Anzeiger (kl. G. der Photographie) hat er noch
vielen Kunsttheoretikern nach ihm ein Kuckucksei ins Nest gelegt.
Dafür ist seine Schreibweise anschaulich und bildhaft. Nur
gelegentlich ist es schwer seinen Gedankengängen zu folgen. Für eine
kritische Würdigung Benajmins (nur Foto- und Kunsttheorie, nicht
Filmtheorie) empfiehlt sich: Kraus, Rolf (1998): Walter Benjamin und
der neue Blick auf die Photographie. Ostfildern: Cantz
Enthält ebenfalls die „Kleine Geschichte der Photographie", die
es vor dem „Kunstwerk" zu lesen sich empfiehlt. Zum einen, weil sie
fünf Jahre vorher veröffentlicht wurde (1931), zum anderen, weil der
Film technisch im Grunde auf die Photographie aufbaut. Er spricht
auch dort bereits von der „Aura" des Kunstwerkes, worauf er im
„Kunstwerk" genauer eingeht. Inhalt: Seine Überlegung ist, daß die
Reproduktion von Kunstwerken eine eigene Kunstform ist, die sich mit
der Entstehung von Photographie und Film ausprägen und eine Wirkung
auf die herkömmliche Kunst ausstrahlen. Nicht reproduzierbare
Kunstwerke seien einmalig und dauerhaft, damit auratisch, und dienen
der Kontemplation. Reproduzierbare Kunstwerke seien hingegen
wiederholbar und flüchtig, somit nicht auratisch, und dienen der
Zerstreuung. In dieser filmwissenschaftlichen Schrift versucht
Benjamin die Veränderung der Kunst durch die neue Kunstform Film
einzukreisen und deren eigenen Status zu beschreiben. Er greift
dabei auf andere Autoren wie Brecht zurück und schlägt schließlich
gar den Bogen zwischen Bedeutung des Films und dessen Verwendung im
Nationalsozialismus und im Kommunismus. Geltung: Die Frage nach dem
Status der Kunst war nicht nur 1936 aktuell - und auch schon zuvor,
als Expressionismus (als künstlerische Gestaltung), Realismus (als
naturgetreue Wiedergabe) und Hollywood (als reiner Kommerz) sich
gegenüber standen -, sondern war es in den Jahren danach und ist es
auch heute noch. Noch immer stehen sich Kunst und Kommerz gegenüber
oder fließen untrennbar ineinander. Benjamins Überlegungen zur Kunst
sind sehr abstrakt, aber heute so zutreffend wie zur Zeit ihrer
Entstehung, obwohl über 60 Jahre Entwicklung dazwischen liegen, was
die Lektüre mitunter vergessen läßt, weil bei dem weitsichtigen und
sehr sorgfältig arbeitenden Benjamin bereits Begriffe wie
„Virtualität" auftauchen.
Walter Benjamin, geboren am 15. Juli 1892 in Berlin, nahm sich am
27. September 1940 auf der Flucht vor der Gestapo an der
französisch- spanischen Grenze das Leben.
Paradigma Fotografie.
von
Herta Wolf
Amazon-Preis: EUR 15,00
Broschiert - 466 Seiten - Suhrkamp
Erscheinungsdatum: Oktober 2002
ISBN: 351829198X
In ihrer Sammelbesprechung von Anthologien zur Mediengeschichte
bemerkt Rezensentin Julia Encke, dass die inzwischen kanonisierten
Texte zur Mediengeschichte -Baudelaire, Benjamin, Barthes - in
vielen Aufsätzen zwar als Beleg verwendet, aber selten kritisch
gelesen werden.
Diese Lücke nun schließe dankenswerterweise Herta Wolf, die in
ihrem Band "Paradigma Fotografie" Beiträge versammelt, die die
"Leittexte" der Mediengeschichte verhandeln. Dass die Herausgeberin
dabei diese Aufsätze selbst in die Höhe von Leittexten erhebe, geht
für die Rezensentin durchaus in Ordnung. Besonders positiv hebt sie
dabei Sarah Kofmans Aufsatz "Freud - Der Fotoapparat" sowie John
Taggs und Allan Sekulas kritische Schriften zur Instrumentalisierung
des Bildes hervor.
Unverständlich bleibt Encke allein, warum Herausgeberin Wolf
bereits das Ende der Fotografie annonciert (Buchnotiz zu:
Süddeutsche Zeitung, 06.03.2003 bei Perlentaucher.de).
»Die Fotografie und der Film sind reine Produkte der
industriellen Revolution. Sie sind nicht ein einem Erbe, einer
Tradition befangen. Deshalb ist die Analyse außerstg schwierig: Man
müsste eine neue Ästhetik erfinden, die sich zugleich mit dem Film
und der Fotografie befasst und sie voneinander differenziert,
während es in Wirklichkeit eine Filmästhetik gibt, die mit
stilistischen Werten literarischen Typs arbeitet. Die Fotografie
hingegen hat nicht von diesem Transfer profitiert. Sie ist gleichsam
das Stiefkind der Kultur. Niemand kümmert sich um sie« (Roland
Barthes).
Ordnungen der Sichtbarkeit.
von
Peter Geimer
Amazon-Preis: EUR 15,00
Broschiert - 443 Seiten - Suhrkamp
Erscheinungsdatum: August 2001
ISBN: 3518291386
In den letzten Jahren zeigt sich in den Geistes- und
Kulturwissenschaften ein zunehmendes Interesse an Fragen der
Bildlichkeit, der Repräsentation und der Visualisierung. Die
einzelnen Beiträge des Bandes diskutieren die Debatten um die
fotografische Eroberung der Sichtbarkeit an Beispielen aus Medizin,
Physik, Anthropologie, Spiritismus, Rechtsprechung, Literatur und
bildender Kunst. Indem die künstlerischen, wissenschaftlichen und
sozialen Aspekte der Fotografie hier erstmals in einer
vergleichenden Zusammenschau diskutiert werden, eröffnet der Band
Perspektiven auf eine neue Wissenschaft vom Bild.
Die Frage nach Praktiken der Visualisierung ist in den letzten
Jahren ein wichtiges gemeinsames Arbeitsfeld von
Wissenschaftsgeschichte, Kunstgeschichte und Literaturwissenschaft
geworden. Im technischen Zeitalter ist die Sichtbarkeit von Dingen
durchaus nicht selbstverständlich und «evident», sondern muss in
vielen Bereichen jeweils erst ermittelt und hergestellt werden.
Der von Peter Geimer herausgegebene Sammelband führt das anhand
der Photographie beispielhaft vor. Am Ende des 19. Jahrhundert war
die junge Technik utopisches Versprechen darauf, dass die Dinge sich
selbst unverstellt abbilden könnten: Der Romanautor Emile Zola
träumte sich ebenso als photographischer Erfasser sozialer
Wirklichkeiten wie der Berliner Physiologe Fritsch, der anhand der
mikrophotographischen Abbildung menschlicher Haare endlich eine
exakte Wissenschaft von den menschlichen Rassenunterschieden
begründen wollte. Je mehr den forschenden Männern hinter dem
Objektiv mit Bildern aus dem Körperinnern und Fotos extrem schnell
bewegter Objekte die Visualisierung vorher unsichtbarer Phänomene
gelang, desto stärker gerieten ihnen allerdings auch die Grenzen
zwischen wissenschaftlicher und künstlerischer Darstellung ins
Schwimmen. Die Suche nach der exakten und objektiven Selbstabbildung
der Natur produzierte bildmächtige Pannen, Manipulation und das
opake Rauschen der Bilder.
Fazit: Es ist der Wunsch nach Exaktheit, der den Patzer erzeugt.
Evidenz ist, wenn es schief geht. «Der Staub zeigt uns, dass es das
Licht gibt», resümiert Georges Didi-Hubermann schliesslich elegant
und etwas melancholisch (»Photographische Genauigkeit als Falle« in:
Neue Zürcher Zeitung).
Die helle Kammer.
von
Roland Barthes
Amazon-Preis: EUR 9,00
Broschiert - 137 Seiten - Suhrkamp
Erscheinungsdatum: 1989
ISBN: 3518381423
Das Buch versucht Licht zu bringen in die Geheimnisse der
Dunkelkammer, in das Geheimnis der Betrachtung fotografischer
Bilder. Dabei ist signifikant, daß von der wichtigsten Fotografie in
diesem Buch nur die Rede ist, daß diese Fotografie in diesem Buch
nicht abgebildet ist: das Wintergartenfoto mit der verstorbenen
Mutter von Barthes als kleines Mädchen. Warum ist dieses Foto nicht
abgebildet, warum wird trotzdem so viel über dieses Foto geredet?
Weil es dem Leser nichts brächte, würde er das Foto vor Augen haben.
Vor Augen hat er jedoch die Erläuterungen von Barthes, seinen
subjektiven Eindruck. Damit statuiert Barthes ein Exemplum: Jeder
muß in Fotos seine eigene Lektüre lesen, sich zu seiner
Subjektivität bekennen in der Betrachtung fotografischer Bilder.
Roland Barthes (1915-1980), einer der bedeutendsten Kritiker der
zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, ist als einer der Initiatoren
und Vorkämpfer der semiologischen Revolution bekannt geworden - und
für ein Werk, in dem sich biographisches Material und
wissenschaftlicher Ansatz miteinander verflechten. Einen heute
relativ unbekannten Teil seines Werkes verfaßte er in den fünfziger
Jahren. Zu dieser Zeit war Roland Barthes aktiv beteiligt an der
Gründung und dem Erscheinen der Zeitschrift "Teatre populaire",
eines ebenso ästhetischen wie politischen Phänomens. Anfang der
sechziger Jahre gibt Barthes das Theater auf, er besucht es nicht
mehr, er schreibt so gut wie keinen Artikel mehr über Aufführungen.
Aber er ist langfristig von seiner Erfahrung geprägt: "Im Herzen
meines Werks, das Theater".
Über Fotografie.
von
Susan Sontag
Amazon-Preis: EUR 9,90
Broschiert - 201 Seiten - Fischer (Tb.), Frankfurt
Erscheinungsdatum: 2002
ISBN: 3596230225
Susan Sontag ist eine herausragende Autorin mit viel Gespür für
Fotografie, was schon aus ihrem Beitrag zu Leibovitz' "Women"
bekannt ist. Susan Sontag hat in diesem Band scharfsinnige und
kritische Analysen zum sozio-kulturellen Hintergrund der Fotografie
vorgelegt. Das Buch beschäftigt sich mit der Frage, warum wir
fotografieren, warum Fotografie ein Massenphänomen geworden ist, und
was Fotografie eigentlich ist. Ich habe die Essays gerne gelesen,
weil ich diese Hinterfragung meiner eigenen Arbeiten als inspiriend
verstanden habe. Es ist eine Herausforderung, Sontag's Fragen in
meinen Fotografien zu beantworten.
Was ist ein Bild?
von
Gottfried Boehm
Amazon-Preis: EUR 29,00
Broschiert - 458 Seiten - Fink (Wilhelm)
Erscheinungsdatum: August 2001
ISBN: 3770529200
Wer nach dem Bild fragt, fragt nach Bildern, einer unübersehbaren
Vielzahl. Sie läßt es fast aussichtslos erscheinen, einen gangbaren
Weg der Debatte zu finden. Welche Bilder sind gemeint? Gemalte,
gedachte, geträumte? Gemälde, Metaphern, Gesten? Spiegel, Mimikry,
Echo? Verbinden diese Bilder Gemeinsamkeiten? Worin könnten sie
bestehen? Welche wissenschaftlichen Disziplinen scheinen geeignet,
an diesem Diskurs teilzunehmen? Dieser Band will einen Überblick
geben, der die Klärung von Grundlagen mit Gesichtspunkten der
Nutzanwendung verbindet.
Trotz einer weit zurückreichenden kunsthistorischen Tradition
steht die "Wissenschaft vom Bild" noch am Anfang. Sie ist befindet
sich quasi noch in den Startlöchern. Um über Bilder und deren
Bidlichkeit zu reden, sind Gesichtspunkte, Fragen und Begriffe
notwendig. In diesem Buch sind Aufsätze verschiedener Autoren wie
Lacan, Boehm oder Merlau-Ponty versammelt, die sich zur Frage des
Bildes und der Bildlichkeit äußern. Viele der Aufsätze wurden nicht
in dem Bewußtsein geschrieben, das für diese Publikation konstitutiv
ist: Das Bewußtsein der "Bildwissenschaft". Diese steht noch am
Anfang. Vielleicht dient ihr diese Publikation als Katalysator.
Ästhetik des Verschwindens.
von Paul Virilio
Amazon-Preis: EUR 8,50
Broschiert - 135 Seiten - Merve
Erscheinungsdatum: 1986
ISBN: 3883960527
Kurzbeschreibung
"Virilios ‚Ästhetik des Verschwindens‚ stellt keine leichte
Lektüre dar, doch das Buch dürfte dank seinem spekulativen und
allgemeinen Raster bald zu den Standardwerken der modernen Kunst-
und Kulturtheorie zählen." (Conradin Wolf, Kunst-Bulletin)
Autorenporträt
Paul Virilio, geboren 1932, hat die Ecole d'Architecture Speciale
in Paris begründet. Dort arbeitet er als Architekt und Essayist.
Bildwissenschaft
Liste der Buchtitel in der Reihe "Bildwissenschaft"
Bild, Bildwahrnehmung, Bildverarbeitung. Interdisziplinäre Beiträge
zur Bildwissenschaft
Sachs-Hombach & Rehkämper (Herausgeber)
Wiesbaden: Deutscher Universitätsverlag 1998
(Neuausgabe 2000)
BAND 1: Bildgrammatik. Interdisziplinäre Forschungen zur Syntax
bildhafter Darstellungsformen
Sachs-Hombach & Rehkämper (Herausgeber)
Magdeburg: Scriptum Verlag 1999
(programmatisch/interdisziplinär)
BAND 2: Vom Realismus der Bilder. Interdisziplinäre Forschungen zur
Semantik bildhafter Darstellungsformen
Sachs-Hombach & Rehkämper (Herausgeber)
Magdeburg: Scriptum Verlag 2000
(programmatisch/interdisziplinär)
BAND 3: Bildhandeln. Interdisziplinäre Forschungen zur Pragmatik
bildhafter Darstellungsformen
Sachs-Hombach (Herausgeber)
Magdeburg: Scriptum Verlag 2001
(programmatisch/interdisziplinär)
BAND 4: Vom Bild zum Sinn. Das ikonische Zeichen zwischen Semiotik
und analytischer Philosophie
Blanke, Börries
Wiesbaden: Deutscher Universitätsverlag 2003
(Semiotik)
BAND 5: Raumzeitliche Prozesse der visuellen Informationsverarbeitung
Höger, Rainer
Nicht erhältlich, Neudruck wird erwogen
(Psychologie)
BAND 6: Zukunft im Film. Sozialwissenschaftliche Studien zu Star Trek
und anderer Science Fiction
Hörnlein & Heinecke (Herausgeber)
Magdeburg: Scriptum Verlag 2000
(Politik- / Filmwissenschaft)
BAND 7: Malerei als Écriture. Semiotische Zugänge zur Abstraktion
Elize Bisanz
Deutscher Universitätsverlag 2002
(Semiotik / Ästhetik)
BAND 8: Her-vor-bringungen. Ästhetische Erfahrungen zwischen bense
und Heidegger
Nunold, Beatrice
Wiesbaden: Deutscher Universitätsverlag 2003
(Philosophie / Ästhetik)
BAND 9: Bilder, Ähnlichkeit und Perspektive. Auf dem Weg zur einer
neuen Theorie der bildhaften Repräsentation
Rehkämper, Klaus
Wiesbaden: Deutscher Universitätsverlag 2002
(Philosophie)
BAND 10: Was ist Bildkompetenz? Interdisziplinäre Studien zur
Bildwissenschaft
Sachs-Hombach (Herausgeber)
Wiesbaden: Deutscher Universitätsverlag 2003
(programmatisch / interdisziplinär)
BAND 11: Computational Visualistics, Media Informatics and Virtual
Communities
Jochen Schneider, Thomas Strothotte und Winfried Marotzki (Herausgeber)
Wiesbaden: Deutscher Universitätsverlag 2003
(interdisziplinär / Schwerpunkt Informatik)
Paradigma Fotografie
von Herta Wolf
Amazon-Preis: EUR 15,00
Broschiert - 466 Seiten - Suhrkamp
Erscheinungsdatum: Oktober 2002
ISBN: 351829198X
Kurzbeschreibung
"Die Fotografie und der Film sind reine Produkte der industriellen
Revolution. Sie sind nicht ein einem Erbe, einer Tradition befangen.
Deshalb ist die Analyse außerstg schwierig: Man müsste eine neue
Ästhetik erfinden, die sich zugleich mit dem Film und der Fotografie
befasst und sie voneinander differenziert, während es in Wirklichkeit
eine Filmästhetik gibt, die mit stilistischen Werten literarischen Typs
arbeitet. Die Fotografie hingegen hat nicht von diesem Transfer
profitiert. Sie ist gleichsam das Stiefkind der Kultur. Niemand kümmert
sich um sie." (Roland Barthes)
In ihrer Sammelbesprechung von Anthologien zur Mediengeschichte
bemerkt Rezensentin Julia Encke, dass die inzwischen kanonisierten Texte
zur Mediengeschichte -Baudelaire, Benjamin, Barthes - in vielen
Aufsätzen zwar als Beleg verwendet, aber selten kritisch gelesen werden.
Diese Lücke nun schließe dankenswerterweise Herta Wolf, die in ihrem
Band "Paradigma Fotografie" Beiträge versammelt, die die "Leittexte" der
Mediengeschichte verhandeln. Dass die Herausgeberin dabei diese Aufsätze
selbst in die Höhe von Leittexten erhebe, geht für die Rezensentin
durchaus in Ordnung. Besonders positiv hebt sie dabei Sarah Kofmans
Aufsatz "Freud - Der Fotoapparat" sowie John Taggs und Allan Sekulas
kritische Schriften zur Instrumentalisierung des Bildes hervor.
Unverständlich bleibt Encke allein, warum Herausgeberin Wolf bereits das
Ende der Fotografie annonciert (Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung,
06.03.2003 bei Perlentaucher.de).
Diskurse der Fotografie
von Herta Wolf
Amazon-Preis: EUR 16,00
Broschiert - 491 Seiten - Suhrkamp
Erscheinungsdatum: August 2003
ISBN: 3518291998
Andere Ausgaben: Broschiert
Kurzbeschreibung
"Die Fotografie und der Film sind reine Produkte der industriellen
Revolution. Sie sind nicht ein einem Erbe, einer Tradition befangen.
Deshalb ist die Analyse außerstg schwierig: Man müsste eine neue
Ästhetik erfinden, die sich zugleich mit dem Film und der Fotografie
befasst und sie voneinander differenziert, während es in Wirklichkeit
eine Filmästhetik gibt, die mit stilistischen Werten literarischen Typs
arbeitet. Die Fotografie hingegen hat nicht von diesem Transfer
profitiert. Sie ist gleichsam das Stiefkind der Kultur. Niemand kümmert
sich um sie." (Roland Barthes)
In ihrer Sammelbesprechung von Anthologien zur Mediengeschichte
bemerkt Rezensentin Julia Encke, dass die inzwischen kanonisierten Texte
zur Mediengeschichte -Baudelaire, Benjamin, Barthes - in vielen
Aufsätzen zwar als Beleg verwendet, aber selten kritisch gelesen werden.
Diese Lücke nun schließe dankenswerterweise Herta Wolf, die in ihrem
Band "Paradigma Fotografie" Beiträge versammelt, die die "Leittexte" der
Mediengeschichte verhandeln. Dass die Herausgeberin dabei diese Aufsätze
selbst in die Höhe von Leittexten erhebe, geht für die Rezensentin
durchaus in Ordnung. Besonders positiv hebt sie dabei Sarah Kofmans
Aufsatz "Freud - Der Fotoapparat" sowie John Taggs und Allan Sekulas
kritische Schriften zur Instrumentalisierung des Bildes hervor.
Unverständlich bleibt Encke allein, warum Herausgeberin Wolf bereits das
Ende der Fotografie annonciert (Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung,
06.03.2003 bei Perlentaucher.de).
Die Seele in der Silberschicht
von Rudolf Arnheim
Amazon-Preis: EUR 15,00
Broschiert - 450 Seiten - Suhrkamp
Erscheinungsdatum: Mai 2004
ISBN: 3518292544
Kurzbeschreibung
Rudolf Arnheim, der am 15. Juli 2004 seinen 100. Geburtstag feiert und
heute in Ann Arbor lebt, hat sich zeit seines Lebens intensiv mit den
Medien künstlerischer Produktion auseinandergesetzt. Seine wichtigsten
medientheoretischen Aufsätze, entstanden über einen Zeitraum von 74
Jahren, stellen eine maßgebliche Ergänzung seiner Hauptwerke Film als
Kunst und Rundfunk als Hörkunst dar und sind hier erstmals vollständig
versammelt. Arnheims medientheoretische Überlegungen nehmen dabei in der
Regel ihren Ausgang beim einzelnen Medium – bei der Photographie, dem
Rundfunk und insbesondere beim Film – und belegen in eindrucksvoller
Weise seine produktive Auseinandersetzung mit konstruktiven
formästhetischen Fragen.
Ordnungen der Sichtbarkeit
von Peter Geimer
Amazon-Preis: EUR 15,00
Broschiert - 443 Seiten - Suhrkamp
Erscheinungsdatum: August 2001
ISBN: 3518291386
Kurzbeschreibung
In den letzten Jahren zeigt sich in den Geistes- und
Kulturwissenschaften ein zunehmendes Interesse an Fragen der
Bildlichkeit, der Repräsentation und der Visualisierung. Die einzelnen
Beiträge des Bandes diskutieren die Debatten um die fotografische
Eroberung der Sichtbarkeit an Beispielen aus Medizin, Physik,
Anthropologie, Spiritismus, Rechtsprechung, Literatur und bildender
Kunst. Indem die künstlerischen, wissenschaftlichen und sozialen Aspekte
der Fotografie hier erstmals in einer vergleichenden Zusammenschau
diskutiert werden, eröffnet der Band Perspektiven auf eine neue
Wissenschaft vom Bild.
Photographische Genauigkeit als Falle
vg. Die Frage nach Praktiken der Visualisierung ist in den letzten
Jahren ein wichtiges gemeinsames Arbeitsfeld von
Wissenschaftsgeschichte, Kunstgeschichte und Literaturwissenschaft
geworden. Im technischen Zeitalter ist die Sichtbarkeit von Dingen
durchaus nicht selbstverständlich und «evident», sondern muss in vielen
Bereichen jeweils erst ermittelt und hergestellt werden. Der von Peter
Geimer herausgegebene Sammelband führt das anhand der Photographie
beispielhaft vor. Am Ende des 19. Jahrhundert war die junge Technik
utopisches Versprechen darauf, dass die Dinge sich selbst unverstellt
abbilden könnten: Der Romanautor Emile Zola träumte sich ebenso als
photographischer Erfasser sozialer Wirklichkeiten wie der Berliner
Physiologe Fritsch, der anhand der mikrophotographischen Abbildung
menschlicher Haare endlich eine exakte Wissenschaft von den menschlichen
Rassenunterschieden begründen wollte. Je mehr den forschenden Männern
hinter dem Objektiv mit Bildern aus dem Körperinnern und Fotos extrem
schnell bewegter Objekte die Visualisierung vorher unsichtbarer
Phänomene gelang, desto stärker gerieten ihnen allerdings auch die
Grenzen zwischen wissenschaftlicher und künstlerischer Darstellung ins
Schwimmen. Die Suche nach der exakten und objektiven Selbstabbildung der
Natur produzierte bildmächtige Pannen, Manipulation und das opake
Rauschen der Bilder. Fazit: Es ist der Wunsch nach Exaktheit, der den
Patzer erzeugt. Evidenz ist, wenn es schief geht. «Der Staub zeigt uns,
dass es das Licht gibt», resümiert Georges Didi-Hubermann schliesslich
elegant und etwas melancholisch (Rezension in Neue Zürcher Zeitung).
Anmerkungen
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