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Literatur zur Theorie der Fotografie
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20-May-2004/06-Feb-06
Übersicht
Literatur zur Bildwissenschaft
Was
ist ein Bild?
von Gottfried Boehm
Amazon-Preis: EUR 29,00
Broschiert - 458 Seiten - Fink (Wilhelm)
Erscheinungsdatum: August 2001
ISBN: 3770529200
3. Auflage 2001, 460 S., 54 Abb., Fbr., EUR 29,00, BN: 2920 0,
Kurzbeschreibung
Wer nach dem Bild fragt, fragt nach Bildern, einer unübersehbaren
Vielzahl. Sie läßt es fast aussichtslos erscheinen, einen gangbaren Weg
der Debatte zu finden. Welche Bilder sind gemeint? Gemalte, gedachte,
geträumte? Gemälde, Metaphern, Gesten? Spiegel, Mimikry, Echo? Verbinden
diese Bilder Gemeinsamkeiten? Worin könnten sie bestehen? Welche
wissenschaftlichen Disziplinen scheinen geeignet, an diesem Diskurs
teilzunehmen? Dieser Band will einen Überblick geben, der die Klärung
von Grundlagen mit Gesichtspunkten der Nutzanwendung verbindet.
Trotz einer weit zurückreichenden kunsthistorischen Tradition steht
die "Wissenschaft vom Bild" noch am Anfang. Sie ist befindet sich quasi
noch in den Startlöchern. Um über Bilder und deren Bidlichkeit zu reden,
sind Gesichtspunkte, Fragen und Begriffe notwendig. In diesem Buch sind
Aufsätze verschiedener Autoren wie Lacan, Boehm oder Merlau-Ponty
versammelt, die sich zur Frage des Bildes und der Bildlichkeit äußern.
Viele der Aufsätze wurden nicht in dem Bewußtsein geschrieben, das für
diese Publikation konstitutiv ist: Das Bewußtsein der
"Bildwissenschaft". Diese steht noch am Anfang. Vielleicht dient ihr
diese Publikation als Katalysator (aus einer Amazon.de-Kundenrezension).
Zitat:
"Sporadisches Bewusstsein"
"Von der Aktualität der Bilder war in den vergangenen Jahren viel die
Rede. Eine steigende Medienflut machte Bilder allgegenwärtig. Unser
Bewusstsein der Fragen, die sie aufwerfen, blieb dagegen seltsam
sporadisch und unterentwickelt. [...] Die Kunstgeschichte, die sich,
ihrer Fachbestimmung nach, am ehesten als 'Bildwissenschaft' verstehen
könnte, besinnt sich nur selten auf die systematische Seite ihrer
Aufgabe. Ein der Sprachwissenschaft vergleichbarer Diskurs hat sich für
das Bild nie ausbilden können. Dabei ist die Bilderfrage fast so alt wie
die europäisch-mittelmeerische Kultur selbst. Im alttestamentarischen
Bilderverbot bezeugt sie sich eindrucksvoll. Mit ihm beginnt nicht nur
eine lange Geschichte theologisch-politischer Bilderkämpfe und
ikonoklastischer Bewegungen, es repräsentiert auch eine Quelle
sachlicher Einsichten über Macht, Rang und Rolle der Bilder. Später
formte platonisch-plotinisches Bilddenken untergründige Wurzeln aus, die
bis heute fruchtbar geblieben sind."
[aus: Gottfried Böhm, Was ist ein Bild, S. 7.]
Prof. Dr. Gottfried Boehm
Ordinarius für Neuere Kunstgeschichte
Universität Basel
Homepage:
www.unibas.ch/kunsthist/boehm.html.
Curriculum vitae
Prof. Gottfried Boehm wurde 1942 in Braunau (Böhmen). Studium der
Kunstgeschichte, Philosophie, Germanistik in Köln, Wien und Heidelberg.
Promotion 1968 in Philosophie, Habilitation 1974 in Kunstgeschichte in
Heidelberg. Von 1975-1979 Dozent und apl.Prof. für Kunstgeschichte an
der Ruhr-Universität Bochum, 1979-1986 Lehrstuhl für Kunstgeschichte an
der Justus-Liebig-Universität Giessen. Seit 1986 Ordinarius für Neuere
Kunstgeschichte Universität Basel.
Arbeitsschwerpunkte:
Kunst der Renaissance, des 19. und 20. Jahrhunderts, zeitgenössische
Kunst, Probleme der Gattungen (insbesondere Porträt, Landschaft,
Stilleben), Bildgeschichte, Methodologie und Hermeneutik, Kunsttheorie.
Laufende Projekte:
Zur Entwicklungsgeschichte der Abstraktion um 1900; Geschichte der
Wahrnehmung; Bild/ Bildlichkeit (mit Teilprojekten); Homo Pictor. Bild
und Anthropologie.
Weltmarkt der Bilder
von Uwe Pörksen
Amazon-Preis: EUR 22,00
Gebundene Ausgabe - 329 Seiten - Klett-Cotta
Erscheinungsdatum: März 1997
ISBN: 3608934073
Bild-Anthropologie
von Hans Belting
Amazon-Preis: EUR 25,20
Broschiert - 278 Seiten - Fink (Wilhelm)
Erscheinungsdatum: 2002
ISBN: 3770534492
Bildkommunikation
von Georg Jongmanns
Amazon-Preis: EUR 26,80
Broschiert - 268 Seiten - Transcript
Erscheinungsdatum: Oktober 2003
ISBN: 3899421620
Kurzbeschreibung
Kommunikation ist eine Sache, das Sehen eine andere. In der Bildlichkeit
finden beide zwar zusammen, ihren Unterschied verlieren sie indes nicht.
Bildkommunikation bleibt Kommunikation und Bildersehen bleibt Sehen. Wie
hängen sie also zusammen und wie realisiert sich der Zusammenhang im
Sehen und in der Kommunikation? Diese Frage steht im Mittelpunkt der
Untersuchung. Unter Zuhilfenahme systemtheoretischer (Luhmann),
beobachtungstheoretischer (Glanville) und symboltheoretischer (Goodman)
Mittel entwirft die Studie einen Ansatz, der die Schnittstelle des
Bildersehens und der Bildkommunikation beschreibbar macht. Die Form des
Bildersehens und die Operationsweise der Bildkommunikation werden
eingehend analysiert.
Neuerscheinung:
Georg Jongmanns "Bildkommunikation. Ansichten der Systemtheorie",
Bielefeld (transcript) 2003
Klappentext: http://www.transcript-verlag.de/ts162.htm
aus der Vorbemerkung:
" ... Man kann zwei aufeinander abgestimmte Prozesse unterscheiden, die
ihre Relevanz ausspielen, wenn es um Bilder geht: Auf der eine Seite
sorgt der Diskurs, sorgen die sozialen Praktiken, sorgt die
Kommunikation dafür, dass sich Muster herausbilden, Darstellungsweisen
etablieren, Stile geschaffen werden, auf die man immer wieder
zurückkommen kann. Allein schon wegen ihrer weiten Verbreitung und wegen
der Variationen, die sie erfahren, ist es unmöglich, diese
Errungenschaften auf die Handlungen. Tätigkeiten oder Kreationen
einzelner Personen zu reduzieren. Auf der anderen Seite steht das
Sehen, das seinen Blick in den Bildern schweifen lässt, den Figuren
folgt, den Linien entlanggleitet und sich von den Farben affizieren
lässt.
Man macht es sich jedoch zu einfach, wenn man annimmt, dass das Sehen
und die Kommunikation immer schon aneinander angepasst sind.
Normierungen müssen sich erst durchsetzen, Darstellungsweisen müssen
geschaffen und Plausibilitäten müssen ermittelt werden, um sowohl auf
der Seite der Kommunikation als auch auf der Seite des Sehens zu
nachhaltigen Formen der Bildlichkeit zu gelangen. Die vielfältigen
Anstrengungen, die unternommen werden, um die technischen
Visualisierungsverfahren so weit zu entwickeln, bis sie sowohl visuelle
Aufschlüsse als auch kommunikative Wirksamkeit zeitigen, belegen die
Notwendigkeit von Passungsaktivitäten. Zu ihrem Leidwesen glücken sie
nicht immer. Die Geschichte der Bildlichkeit ist voll von Experimenten
und Abbrüchen, Gewöhnungen und Moden, von plötzlichen Zäsuren und
paradigmatischen Entwürfen.
Somit können zwei Aspekte der Bildlichkeit festgehalten werden.
Erstens besteht zwischen der Bildkommunikation und dem Sehen von Bildern
eine grundlegende Differenz, über die hinweg beide miteinander verbunden
sind. Man muss das Sehen und die Kommunikation sowohl in ihrer
Eigenständigkeit als auch in ihrer gegenseitigen Abhängigkeit begreifen.
Eigenständig sind sie, insofern sie eigenen Prozessen folgen, die mal
bildlich bestimmt sind und mal nicht; abhängig sind sie, insofern sie
die Ressourcen des jeweils anderen voraussetzen, um
Bildlichkeit prozessieren zu können. Da es bei den Abstimmungen nicht
nur zu gegenseitigen Passungen, sondern auch zu Friktionen kommt, mit
denen Reibungsverluste und Irritationen einhergehen, ist die
Schnittstelle zwischen dem Sehen und der Kommunikation zweitens eine
Problemstelle. Trotz der gegenwärtigen Konjunktur der Bilder in den
Kultur- und Sozialwissenschaften findet diese Stelle nur wenig
Beachtung. Als Problem wird sie schon gar nicht erkannt. [...]"
www.transcript-verlag.de/ts162.htm.
Literatur zur Ästhetik
Geschichte der Ästhetik von der Aufklärung bis zur Postmoderne
von Norbert Schneider
Amazon-Preis: EUR 8,10
Broschiert - 352 Seiten - Reclam, Ditzingen
Erscheinungsdatum: Februar 1996
ISBN: 3150094577
Ästhetisches Denken
von Wolfgang Welsch
Amazon-Preis: EUR 5,80
Broschiert - 223 Seiten - Reclam, Ditzingen
Erscheinungsdatum: Oktober 1990
ISBN: 3150086817
Urbild und fotografischer Blick. Diderot, Chardin und die
Vorgeschichte der Fotografie in der Malerei des 18. Jahrhunderts
Annette Geiger
2004. ca. 192 Seiten, Kart.
ca. € 32,90
ISBN 3-7705-3974-5
Betrachtet man den Beginn der Fotografie einmal nicht als den
Zeitpunkt
ihrer technischen Erfindung, sondern als einen Paradigmenwechsel
in der Geschichte der Ästhetik, so wird der epistemologische Umbruch
schon um die Mitte des 18. Jahrhunderts deutlich.
Die Idee eines fotografischen Effekts gelang bereits der Malerei mit
ihren
ureigensten Mitteln, noch gänzlich ohne die entsprechende
Aufnahmetechnik.
Das Sehen selbst wurde als neuartiges Aufnahmeverfahren begriffen
und wiedergegeben.
Das Buch untersucht einerseits in ahistorischer Perspektive, was ein
fotografisches Bild eigentlich auszeichnet und andererseits im Sinne
der Mediengeschichte, wie sich die neue Bildauffassung im Kontext von
Wahrheits- und Naturbegriff sowie der spezifischen Platonlektüre im 18.
Jahrhundert herausbilden konnte.
In einem weit gefassten Bogen von der Ästhetik Diderots und den
Stillleben
J. B. S. Chardins bis zur zeitgenössischen Fotografie unserer Tage
arbeitet die Studie die zentralen Topoi des fotografischen Bildes
heraus.
Literatur zur Geschichte der Fotografie
Geschichte der Photographie.
von
Beaumont Newhall
Amazon-Preis: EUR 24,80
Broschiert - 327 Seiten - Schirmer/Mosel
Erscheinungsdatum: April 1998
ISBN: 3888143195
Das große Standardwerk von Beaumont Newhall zur Geschichte der
Photographie - bis heute unentbehrlich für alle, die sich dem
Studium der Photographie widmen wollen -, war seinerzeit, 1937, ein
Meilenstein in der Fachliteratur. Denn Newhall präsentierte nicht
nur die Geschichte des Fortschritts photographisch-technischer
Verfahren, sondern stellte vor allem auch die ästhetische
Entwicklung und die kulturelle Bedeutung des Mediums Photographie in
den Mittelpunkt seines Interesses.
Die Geschichte ihres Beitrages zur bildenden Kunst ist Gegenstand
dieses Buches-, schrieb er in das Vorwort der fünften, erweiterten
Ausgabe von 1982, in der er die Geschichte der Photographie von 1839
bis zur Gegenwart Anfang der achtziger Jahre fortführte. Anschaulich
geschrieben, zeigte er die Emanzipation der Photographie vom
Hilfsmittel der Kunst zu einer eigenständigen Kunstform.
Bei mir steht dieses Buch schon seit zehn Jahren im Regal; und
ich entdecke immer noch etwas Neues oder wieder-lesenswertes. Aber
Achtung: Newhall gehoerte in den Dreissigern zum engeren
"Dunstkreis" der Group f/64. Trotzdem ist dieses Buch sehr objektiv
und umfassend. Oder was denken Sie woher ich weiss, dass Heinrich
Zille nicht nur ein Maler war... (Amazon.de-Kundenrezension).
Geschichte der Fotografie.
von
Willfried Baatz
Amazon-Preis: EUR 14,90
Broschiert - 192 Seiten - Dumont Literatur und Kunst Verlag
Erscheinungsdatum: Mai 2002
ISBN: 3832136169
Baatz' Büchlein Geschichte der Fotografie schließt die Lücke in
der Fotografieliteratur, die zwischen wissenschaftlichen
Spezialuntersuchungen, Ausstellungskatalogen, Bildbänden und
vielbändigen Lexika klafft. Es ist so umfassend, daß man sich fragt,
wie der Autor so viele Informationen auf so wenige Seiten bannen
konnte.
Von den frühen Anfängen der Lochkamera (Camera obscura) bis zur
digitalen Fotografie beschreibt Baatz die Veränderungen der
technischen und der künstlerischen Seiten der Fotografie. Das
Wechselspiel und der gegenseitige Einfluß von Fotografie und Malerei
ziehen sich wie ein roter Faden durch die Geschichte.
Die Veränderung des Stellenwertes der Fotografie wird deutlich.
War in den frühen Jahren die Technik noch der limitierende Faktor
und somit das Medium Fotografie nur wenigen zugänglich (und mit
großem Aufwand verbunden), entwickelte sich bald ein breites
Interesse und die Entwicklung zur Massenware und Unkompliziertheit
vollzog sich schnell. Damit wurde ein anderer Anspruch an das Medium
möglich: künstlerischer Ausdruck. Der erste verbreitete
künstlerische Stil (Neuer Realismus) setzte sich um 1910 durch.
Jedes der acht Kapitel beginnt mit einer Geschichtsleiste, die
die fotografischen Strömungen und Veränderungen mit den wichtigsten
Ereignissen in Politik, Wissenschaft und Gesellschaftsgeschichte in
Zusammenhang bringt:
- Vorgeschichte
- Die frühen Verfahren
- Neue Verfahren -- andere Wege
- Vorläufer der modernen Fotografie
- Die neue Sicht
- Entdeckung des Alltags
- Fotografie der Nachkriegszeit
- Ungeschönte Welt
Viele Abbildungen, Zitate bekannter Fotograf/-innen,
Zusammenfassungen und Blöcke mit Erläuterungen zu den wichtigsten
Begriffen im Kapitel machen das Lesen zu einem Vergnügen. Ein sehr
umfangreicher Anhang mit Glossar, einer Chronologie der Fotografie,
nationalen und internationalen Galerien, Museen und Sammlungen,
Zeitschriften, Sachregister und Personenregister machen es darüber
hinaus zu einem idealen Nachschlagewerk.
Wilfried Baatz hat mit diesem anschaulichen, genau
recherchierten, gut lesbaren, leicht verständlichen Überblick der
Geschichte der Fotografie ein Werk geschaffen, das in keinem Regal
fehlen sollte. Ob Amateur, Kunststudent/-in oder Profi –- dieses
Büchlein, das ebensogut "Großes Lexikon der Fotografiegeschichte"
heißen könnte, wird für jeden Fotointeressierten eine Bereicherung
der Hausbibliothek sein.
Wer unter den Studierenden der Medien- oder
Kommunikationswissenschaft, den Publizistik- und Kunst-Studierenden,
den frisch für die Fotografie und ihre Hintergründe und Geschichte
Begeisterten hat nicht geflucht, als er/sie merkte, an die
Fotogeschichte war nur auf Umwegen und häppchenweise ranzukommen?
Blättern in dicken, oft sogar mehrbändigen "Wälzern", Suchen in
Fachzeitschriften und für Anfänger viel zu präzisen und
detailbezogenen Fachaufsätzen. Außerdem: Wer kann es sich schon
leisten, sich sowas anzuschaffen?!
Willfried Baatz liefert eine Alternative: den Schnellkurs zur
Geschichte der Fotografie. Darin findet sich keine systematische,
wissenschaftliche oder enzyklopädische Auseinandersetzung, sondern
ein wunderbar griffiger Zugang zu Phasen in der stilgeschichtlichen
und technischen Entwicklung dieses Mediums. Hilfreich sind die
Hintergrundinformationen wie zum Beispiel "Präraffaeliten" zum
Kapitel über Wechselwirkungen zwischen Kunst und Fotografie um
1850-1880. Berühmte Bilder, herausragende Fotografeinnen und
Fotografen werden so vorgestellt, daß diejenigen, die's genau wissen
wollen, nun wissen, wo sie anfangen und weitersuchen können. Das
Fundament haben sie nach der Lektüre dieses Taschenbuchs. Nachteil:
Die Abbildungen sind für viele Zwecke einfach viel zu klein!
(Amazon.de-Kundenrezension).
Kleine Geschichte der Fotografie.
von
Boris von Brauchitsch
Amazon-Preis: EUR 24,90
Gebundene Ausgabe - 320 Seiten - Reclam, Ditzingen
Erscheinungsdatum: Oktober 2002
ISBN: 3150105021
Im Sommer 1839 präsentierte Louise Jacques Mandé Daguerre den
Mitgliedern der französischen Akademie der Wissenschaften
Lichtbilder bekannter Bauwerke aus Paris. Die detailgenauen
Abbildungen des Louvres, der Brücke Pont Neuf oder der Kathedrale
Notre Dame beeindruckten die Forscher und Politiker so sehr, dass
der französische Staat das Patent erwarb, um das erste fotografische
Aufnahmeverfahren der kulturellen, wissenschaftlichen und
wirtschaftlichen Verwertung zur Verfügung zu stellen. Die folgende
Weiterentwicklung der Fototechnik sowie die Erfindung eines von
jedermann zu bedienenden Fotoapparates im Jahre 1888 machte die
Fotografie zum Massenmedium.
Die Kleine Geschichte der Fotografie schildert die Bedeutung und
Funktion des ersten technischen Bildmediums für die Gesellschaft und
deren Wahrnehmung von den Anfängen der Daguerreotypie bis zur
digitalen Fotografie. In 29 chronologisch geordneten Kapiteln setzt
sich der Kunsthistoriker Boris von Brauchitsch mit wesentlichen
Themen der Fotografiegeschichte auseinander. So beschreibt er den
Streit um die Urheberschaft des fotografischen Abbildungsprozesses,
die visuelle Besitzergreifung ferner Länder und Kulturen durch die
Reisefotografie Mitte des 19. Jahrhunderts oder die immerwährende
Diskussion über das künstlerische Wesen der Fotografie. Seine
kenntnisreichen Ausführungen werden durch Auszüge aus Essays unter
anderem von Walter Benjamin, Ernst Kallai oder Henri Cartier-Bresson
ergänzt. Die rund 130 aussagekräftigen Bildbeispiele bekannter
Fotografen zeigen neben den Stadtansichten und Porträtaufnahmen
früher Dokumentaristen wie Charles Nègre oder Nadar auch
Bildexperimente von Man Ray oder Alexander Rodtschenko, sowie die
seriell konzipierten Arbeiten zeitgenössischer Fotokünstler wie
Bernd und Hilla Becher, Andreas Gursky oder Axel Hütte.
Der ansprechend gestaltete Band überzeugt durch die anschauliche
und verständliche Darstellung von 163 Jahren Fotografiegeschichte
und ist sowohl als Einstieg in das Thema als auch als
Nachschlagewerk gleichermaßen geeignet.
Optische Medien.
von
Friedrich Kittler
Amazon-Preis: EUR 16,70
Broschiert - 336 Seiten - Merve
Erscheinungsdatum: September 2002
ISBN: 3883961833
Friedrich Kittler, Professor für Ästhetik und Mediengeschichte an
der Humboldt-Universität Berlin, widmet der Geschichte der optischen
Medien eine Vorlesung. Es geht um Künste und Techniken als zwei sehr
unterschiedliche Weisen, die Grenzen der Sichtbarkeit zu
verschieben; aber auch um die Effekte, die vor allem die Entwicklung
des Films auf das uralte Schriftmonopol gehabt hat, also um den
neuen Status von Büchern unter audiovisuellen Bedingungen.
Kittler behandelt die Camera obscura, Albertis Linearperspektive,
McLuhans Medien- und Shannons Informationstheorie, den jesuitischen
Bilderkrieg gegen das Schriftprinzip der Reformation,
absolutistische Blendeffekte, E.T.A. Hoffmanns teuflische Elixiere,
Schillers Geisterseher, Herschels Infrarot und Ritters Ultraviolett,
Nièpce und Daguerre, Jodsilberplatten und Quecksilberdämpfe, Talbots
öpencil of natureö, Eastmanns Zelluloid, Erich von Sternheims
Monokel, Bertillons Verbrecherphotos, serienproduzierte Colts,
Plateaus Lebensrad, Mareys chronophotographische Flinte, Muybridges
kalifornische Pferde, die Brüder Skladanowsky und Lumière, Mélièsü
Filmtricks, Bayreuths Finsternisse, Münsterbergs psychotechnische
Filmästhetik, die Doppelgänger des Autorenfilms, das Pin up Henny
Porten, die Experimentalfilme der Luftaufklärung, Virilios Krieg und
Kino, den Ton- und Farbfilm, die Braunsche Röhre und die
Nipkowscheibe, SECAM, PAL und die V2, Apocalypse Now und HDTV.
Kittlers Vorlesung hat einen durchweg programmatischen Charakter
für die Geschichte und Neuorientierung einer ganzen Disziplin. Sie
ist in Gegenstand wie theoretischer Programmatik der Koexistenz der
Fachbereiche Medien- und Kunstgeschichte, Musik- und
Theaterwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin
verpflichtet und leistet dies in exemplarischer Weise. Kittlers
Geschichte der optischen Medien brilliert weniger durch eine
Neuerschließung von bisher unbekannten Quellen und Materialien als
vielmehr durch eine konzise und in ihrer Zuspitzung zwar durchaus
angreifbare, aber immer pointierte Rekombination und zugleich durch
eine mitunter polemische Neubewertung von Forschungsergebnissen
unterschiedlicher Disziplinen (Bernd Stiegler in: Frankfurter
Rundschau, 9.10.2002).
Allez-hop. Ein Parcours quer durch die Geschichte, von den
Techniken bildender Künste in der Renaissance hoch zu den optischen
Medien und dem digitalen Fernsehen. Im Kittlerschen Sound. Heißt,
Kittler steckt seine Nase unterhaltsam, eloquent und extrem gut
informiert in die üblichen Dinge, die ihn was angehen. … Die
überblickende Einleitung der Vorlesung ist im übrigen eine gute
Einführung für Kittlereinsteiger. Sie macht klar mit welcher
Perspektive, nach welchen Kriterien er seinen historischen Zugriff
strukturiert, der einen mit einer immensen Fülle an Anekdoten und
Diskursen versorgt. Und das soll ihm erstmal jemand nachmachen
(MERCEDES BUNZ in DE:BUG, Dezember 2002).
Schön edierte und in Buchform publizierte Vorlesungsmanuskripte
haben einiges für sich, wie in diesem Fall die Vorlesung des
Kulturwissenschaftlers Friedrich Kittler über Geschichte und Theorie
optischer Medien. [Kittlers Buch bietet] eine erzählende und
ausgesprochen unterhaltsame Darstellung eines unvermindert
anspruchsvollen Themas. Das Ergebnis ist einerseits Lichtjahre von
fernsehkompatibler Populärwissenschaft entfernt und liest sich
andererseits, die Phrase sei verziehen, spannend wie ein Krimi (AXEL
WERNER in: die tageszeitung, 9. November 2002).
Kittler tut alles, um sich im Scheinwerferlicht zu bewähren. …
Die Vorlesung selbst, die, wie er sagt, "altmodisch offene Ohren"
braucht, wird als Buch zu einem optischen Medium, zu einem Ereignis,
bei dem das Schriftbild nachinszeniert, was Kittler im Hörsaal
erzählt hat - potenzierte Präsentation (ANDREAS PLATTHAUS in: FAZ,
3. Dezember 2002).
Über den Autor
FRIEDRICH KITTLER, Prof. Dr. phil., Studium der Germanistik,
Romanistik und Philosophie an der Universität Freiburg/Breisgau,
seit 1993 Inhaber des Lehrstuhls für Ästhetik und Geschichte der
Medien am Seminar für Ästhetik, Humboldt Universität zu Berlin.
Mitglied des Hermann von Helmholtz Zentrums für Kulturtechnik und
der Forschergruppe "Bild Schrift Zahl" (DFG) Veröffentlichungen u.
a.: Aufschreibesysteme 1800/1900, München 1985, 3. Aufl. 1995;
Grammophon Film Typewriter, Berlin 1986; Dichter Mutter Kind,
München 1991; Draculas Vermächtnis. Technische Schriften, Leipzig
1993; Eine Kulturgeschichte der Kulturwissenschaft, München 2000.
Anmerkungen
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