Diese Subsite wird derzeit nicht mehr aktiv weiterentwickelt. Inhalte können daher veraltet sein oder nicht den aktuellen Wissens- und Forschungsstand widerspiegeln.
Aktualisierte Informationen zu den Themengebieten dieser Subsite finden sie im Nexus Fotografie (kurz: Fotonexus). Neben der umfangreichen Wissensdatenbank und der Bildergalerie gibt es im Fotonexus auch Diskussionsforen, aktuelle Meldungen sowie thematisch relevante Buchrezensionen.
  Kefk Network : home.gif (15x16 -- 888 bytes) Fotografie |  Theorie news.gif (13x11 -- 102 bytes) About |  Wiki. Suchen | Index | Inhalt | Site Map | What's new?
 理論    Akteure | Bild | Ansätze | Ressourcen | Themen | Thesen.

 

Literatur zur Theorie der Fotografie

Theorie : Ressourcen : Literatur : Übersicht
20-May-2004/06-Feb-06


Übersicht

 

Literatur zur Bildwissenschaft

Was ist ein Bild?
von Gottfried Boehm
Amazon-Preis: EUR 29,00
Broschiert - 458 Seiten - Fink (Wilhelm)
Erscheinungsdatum: August 2001
ISBN: 3770529200
3. Auflage 2001, 460 S., 54 Abb., Fbr., EUR 29,00, BN: 2920 0,

Kurzbeschreibung
Wer nach dem Bild fragt, fragt nach Bildern, einer unübersehbaren Vielzahl. Sie läßt es fast aussichtslos erscheinen, einen gangbaren Weg der Debatte zu finden. Welche Bilder sind gemeint? Gemalte, gedachte, geträumte? Gemälde, Metaphern, Gesten? Spiegel, Mimikry, Echo? Verbinden diese Bilder Gemeinsamkeiten? Worin könnten sie bestehen? Welche wissenschaftlichen Disziplinen scheinen geeignet, an diesem Diskurs teilzunehmen? Dieser Band will einen Überblick geben, der die Klärung von Grundlagen mit Gesichtspunkten der Nutzanwendung verbindet.

Trotz einer weit zurückreichenden kunsthistorischen Tradition steht die "Wissenschaft vom Bild" noch am Anfang. Sie ist befindet sich quasi noch in den Startlöchern. Um über Bilder und deren Bidlichkeit zu reden, sind Gesichtspunkte, Fragen und Begriffe notwendig. In diesem Buch sind Aufsätze verschiedener Autoren wie Lacan, Boehm oder Merlau-Ponty versammelt, die sich zur Frage des Bildes und der Bildlichkeit äußern. Viele der Aufsätze wurden nicht in dem Bewußtsein geschrieben, das für diese Publikation konstitutiv ist: Das Bewußtsein der "Bildwissenschaft". Diese steht noch am Anfang. Vielleicht dient ihr diese Publikation als Katalysator (aus einer Amazon.de-Kundenrezension).

Zitat:
"Sporadisches Bewusstsein"
"Von der Aktualität der Bilder war in den vergangenen Jahren viel die Rede. Eine steigende Medienflut machte Bilder allgegenwärtig. Unser Bewusstsein der Fragen, die sie aufwerfen, blieb dagegen seltsam sporadisch und unterentwickelt. [...] Die Kunstgeschichte, die sich, ihrer Fachbestimmung nach, am ehesten als 'Bildwissenschaft' verstehen könnte, besinnt sich nur selten auf die systematische Seite ihrer Aufgabe. Ein der Sprachwissenschaft vergleichbarer Diskurs hat sich für das Bild nie ausbilden können. Dabei ist die Bilderfrage fast so alt wie die europäisch-mittelmeerische Kultur selbst. Im alttestamentarischen Bilderverbot bezeugt sie sich eindrucksvoll. Mit ihm beginnt nicht nur eine lange Geschichte theologisch-politischer Bilderkämpfe und ikonoklastischer Bewegungen, es repräsentiert auch eine Quelle sachlicher Einsichten über Macht, Rang und Rolle der Bilder. Später formte platonisch-plotinisches Bilddenken untergründige Wurzeln aus, die bis heute fruchtbar geblieben sind."
[aus: Gottfried Böhm, Was ist ein Bild, S. 7.]

Prof. Dr. Gottfried Boehm
Ordinarius für Neuere Kunstgeschichte
Universität Basel
Homepage: www.unibas.ch/kunsthist/boehm.html.

Curriculum vitae

Prof. Gottfried Boehm wurde 1942 in Braunau (Böhmen). Studium der Kunstgeschichte, Philosophie, Germanistik in Köln, Wien und Heidelberg. Promotion 1968 in Philosophie, Habilitation 1974 in Kunstgeschichte in Heidelberg. Von 1975-1979 Dozent und apl.Prof. für Kunstgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum, 1979-1986 Lehrstuhl für Kunstgeschichte an der Justus-Liebig-Universität Giessen. Seit 1986 Ordinarius für Neuere Kunstgeschichte Universität Basel.

Arbeitsschwerpunkte:
Kunst der Renaissance, des 19. und 20. Jahrhunderts, zeitgenössische Kunst, Probleme der Gattungen (insbesondere Porträt, Landschaft, Stilleben), Bildgeschichte, Methodologie und Hermeneutik, Kunsttheorie.

Laufende Projekte:
Zur Entwicklungsgeschichte der Abstraktion um 1900; Geschichte der Wahrnehmung; Bild/ Bildlichkeit (mit Teilprojekten); Homo Pictor. Bild und Anthropologie.

 

Weltmarkt der Bilder
von Uwe Pörksen
Amazon-Preis: EUR 22,00
Gebundene Ausgabe - 329 Seiten - Klett-Cotta
Erscheinungsdatum: März 1997
ISBN: 3608934073

 

Bild-Anthropologie
von Hans Belting
Amazon-Preis: EUR 25,20
Broschiert - 278 Seiten - Fink (Wilhelm)
Erscheinungsdatum: 2002
ISBN: 3770534492

 

Bildkommunikation
von Georg Jongmanns
Amazon-Preis: EUR 26,80
Broschiert - 268 Seiten - Transcript
Erscheinungsdatum: Oktober 2003
ISBN: 3899421620

Kurzbeschreibung
Kommunikation ist eine Sache, das Sehen eine andere. In der Bildlichkeit finden beide zwar zusammen, ihren Unterschied verlieren sie indes nicht. Bildkommunikation bleibt Kommunikation und Bildersehen bleibt Sehen. Wie hängen sie also zusammen und wie realisiert sich der Zusammenhang im Sehen und in der Kommunikation? Diese Frage steht im Mittelpunkt der Untersuchung. Unter Zuhilfenahme systemtheoretischer (Luhmann), beobachtungstheoretischer (Glanville) und symboltheoretischer (Goodman) Mittel entwirft die Studie einen Ansatz, der die Schnittstelle des Bildersehens und der Bildkommunikation beschreibbar macht. Die Form des Bildersehens und die Operationsweise der Bildkommunikation werden eingehend analysiert.

Neuerscheinung:
Georg Jongmanns "Bildkommunikation. Ansichten der Systemtheorie",
Bielefeld (transcript) 2003
Klappentext: http://www.transcript-verlag.de/ts162.htm

aus der Vorbemerkung:
" ... Man kann zwei aufeinander abgestimmte Prozesse unterscheiden, die ihre Relevanz ausspielen, wenn es um Bilder geht: Auf der eine Seite sorgt der Diskurs, sorgen die sozialen Praktiken, sorgt die Kommunikation dafür, dass sich Muster herausbilden, Darstellungsweisen
etablieren, Stile geschaffen werden, auf die man immer wieder zurückkommen kann. Allein schon wegen ihrer weiten Verbreitung und wegen der Variationen, die sie erfahren, ist es unmöglich, diese Errungenschaften auf die Handlungen. Tätigkeiten oder Kreationen einzelner Personen zu reduzieren. Auf der anderen Seite steht das
Sehen, das seinen Blick in den Bildern schweifen lässt, den Figuren folgt, den Linien entlanggleitet und sich von den Farben affizieren lässt.

Man macht es sich jedoch zu einfach, wenn man annimmt, dass das Sehen und die Kommunikation immer schon aneinander angepasst sind. Normierungen müssen sich erst durchsetzen, Darstellungsweisen müssen
geschaffen und Plausibilitäten müssen ermittelt werden, um sowohl auf der Seite der Kommunikation als auch auf der Seite des Sehens zu nachhaltigen Formen der Bildlichkeit zu gelangen. Die vielfältigen Anstrengungen, die unternommen werden, um die technischen Visualisierungsverfahren so weit zu entwickeln, bis sie sowohl visuelle Aufschlüsse als auch kommunikative Wirksamkeit zeitigen, belegen die Notwendigkeit von Passungsaktivitäten. Zu ihrem Leidwesen glücken sie nicht immer. Die Geschichte der Bildlichkeit ist voll von Experimenten und Abbrüchen, Gewöhnungen und Moden, von plötzlichen Zäsuren und paradigmatischen Entwürfen.

Somit können zwei Aspekte der Bildlichkeit festgehalten werden. Erstens besteht zwischen der Bildkommunikation und dem Sehen von Bildern eine grundlegende Differenz, über die hinweg beide miteinander verbunden
sind. Man muss das Sehen und die Kommunikation sowohl in ihrer Eigenständigkeit als auch in ihrer gegenseitigen Abhängigkeit begreifen. Eigenständig sind sie, insofern sie eigenen Prozessen folgen, die mal bildlich bestimmt sind und mal nicht; abhängig sind sie, insofern sie die Ressourcen des jeweils anderen voraussetzen, um
Bildlichkeit prozessieren zu können. Da es bei den Abstimmungen nicht nur zu gegenseitigen Passungen, sondern auch zu Friktionen kommt, mit denen Reibungsverluste und Irritationen einhergehen, ist die
Schnittstelle zwischen dem Sehen und der Kommunikation zweitens eine Problemstelle. Trotz der gegenwärtigen Konjunktur der Bilder in den Kultur- und Sozialwissenschaften findet diese Stelle nur wenig Beachtung. Als Problem wird sie schon gar nicht erkannt. [...]"

www.transcript-verlag.de/ts162.htm.

Literatur zur Ästhetik

Geschichte der Ästhetik von der Aufklärung bis zur Postmoderne
von Norbert Schneider
Amazon-Preis: EUR 8,10
Broschiert - 352 Seiten - Reclam, Ditzingen
Erscheinungsdatum: Februar 1996
ISBN: 3150094577

Ästhetisches Denken
von Wolfgang Welsch
Amazon-Preis: EUR 5,80
Broschiert - 223 Seiten - Reclam, Ditzingen
Erscheinungsdatum: Oktober 1990
ISBN: 3150086817

Urbild und fotografischer Blick. Diderot, Chardin und die Vorgeschichte der Fotografie in der Malerei des 18. Jahrhunderts
Annette Geiger
2004. ca. 192 Seiten, Kart.
ca. € 32,90
ISBN 3-7705-3974-5

Betrachtet man den Beginn der Fotografie einmal nicht als den Zeitpunkt
ihrer technischen Erfindung, sondern als einen Paradigmenwechsel
in der Geschichte der Ästhetik, so wird der epistemologische Umbruch
schon um die Mitte des 18. Jahrhunderts deutlich.
Die Idee eines fotografischen Effekts gelang bereits der Malerei mit ihren
ureigensten Mitteln, noch gänzlich ohne die entsprechende Aufnahmetechnik.
Das Sehen selbst wurde als neuartiges Aufnahmeverfahren begriffen
und wiedergegeben.

Das Buch untersucht einerseits in ahistorischer Perspektive, was ein fotografisches Bild eigentlich auszeichnet und andererseits im Sinne
der Mediengeschichte, wie sich die neue Bildauffassung im Kontext von
Wahrheits- und Naturbegriff sowie der spezifischen Platonlektüre im 18. Jahrhundert herausbilden konnte.

In einem weit gefassten Bogen von der Ästhetik Diderots und den Stillleben
J. B. S. Chardins bis zur zeitgenössischen Fotografie unserer Tage
arbeitet die Studie die zentralen Topoi des fotografischen Bildes heraus.

Literatur zur Geschichte der Fotografie

Geschichte der Photographie.

von Beaumont Newhall
Amazon-Preis: EUR 24,80
Broschiert - 327 Seiten - Schirmer/Mosel
Erscheinungsdatum: April 1998
ISBN: 3888143195

Das große Standardwerk von Beaumont Newhall zur Geschichte der Photographie - bis heute unentbehrlich für alle, die sich dem Studium der Photographie widmen wollen -, war seinerzeit, 1937, ein Meilenstein in der Fachliteratur. Denn Newhall präsentierte nicht nur die Geschichte des Fortschritts photographisch-technischer Verfahren, sondern stellte vor allem auch die ästhetische Entwicklung und die kulturelle Bedeutung des Mediums Photographie in den Mittelpunkt seines Interesses.

Die Geschichte ihres Beitrages zur bildenden Kunst ist Gegenstand dieses Buches-, schrieb er in das Vorwort der fünften, erweiterten Ausgabe von 1982, in der er die Geschichte der Photographie von 1839 bis zur Gegenwart Anfang der achtziger Jahre fortführte. Anschaulich geschrieben, zeigte er die Emanzipation der Photographie vom Hilfsmittel der Kunst zu einer eigenständigen Kunstform.

Bei mir steht dieses Buch schon seit zehn Jahren im Regal; und ich entdecke immer noch etwas Neues oder wieder-lesenswertes. Aber Achtung: Newhall gehoerte in den Dreissigern zum engeren "Dunstkreis" der Group f/64. Trotzdem ist dieses Buch sehr objektiv und umfassend. Oder was denken Sie woher ich weiss, dass Heinrich Zille nicht nur ein Maler war... (Amazon.de-Kundenrezension).

Geschichte der Fotografie.

von Willfried Baatz
Amazon-Preis: EUR 14,90
Broschiert - 192 Seiten - Dumont Literatur und Kunst Verlag
Erscheinungsdatum: Mai 2002
ISBN: 3832136169

Baatz' Büchlein Geschichte der Fotografie schließt die Lücke in der Fotografieliteratur, die zwischen wissenschaftlichen Spezialuntersuchungen, Ausstellungskatalogen, Bildbänden und vielbändigen Lexika klafft. Es ist so umfassend, daß man sich fragt, wie der Autor so viele Informationen auf so wenige Seiten bannen konnte.

Von den frühen Anfängen der Lochkamera (Camera obscura) bis zur digitalen Fotografie beschreibt Baatz die Veränderungen der technischen und der künstlerischen Seiten der Fotografie. Das Wechselspiel und der gegenseitige Einfluß von Fotografie und Malerei ziehen sich wie ein roter Faden durch die Geschichte.

Die Veränderung des Stellenwertes der Fotografie wird deutlich. War in den frühen Jahren die Technik noch der limitierende Faktor und somit das Medium Fotografie nur wenigen zugänglich (und mit großem Aufwand verbunden), entwickelte sich bald ein breites Interesse und die Entwicklung zur Massenware und Unkompliziertheit vollzog sich schnell. Damit wurde ein anderer Anspruch an das Medium möglich: künstlerischer Ausdruck. Der erste verbreitete künstlerische Stil (Neuer Realismus) setzte sich um 1910 durch.

Jedes der acht Kapitel beginnt mit einer Geschichtsleiste, die die fotografischen Strömungen und Veränderungen mit den wichtigsten Ereignissen in Politik, Wissenschaft und Gesellschaftsgeschichte in Zusammenhang bringt:

  • Vorgeschichte
  • Die frühen Verfahren
  • Neue Verfahren -- andere Wege
  • Vorläufer der modernen Fotografie
  • Die neue Sicht
  • Entdeckung des Alltags
  • Fotografie der Nachkriegszeit
  • Ungeschönte Welt

Viele Abbildungen, Zitate bekannter Fotograf/-innen, Zusammenfassungen und Blöcke mit Erläuterungen zu den wichtigsten Begriffen im Kapitel machen das Lesen zu einem Vergnügen. Ein sehr umfangreicher Anhang mit Glossar, einer Chronologie der Fotografie, nationalen und internationalen Galerien, Museen und Sammlungen, Zeitschriften, Sachregister und Personenregister machen es darüber hinaus zu einem idealen Nachschlagewerk.

Wilfried Baatz hat mit diesem anschaulichen, genau recherchierten, gut lesbaren, leicht verständlichen Überblick der Geschichte der Fotografie ein Werk geschaffen, das in keinem Regal fehlen sollte. Ob Amateur, Kunststudent/-in oder Profi –- dieses Büchlein, das ebensogut "Großes Lexikon der Fotografiegeschichte" heißen könnte, wird für jeden Fotointeressierten eine Bereicherung der Hausbibliothek sein.

Wer unter den Studierenden der Medien- oder Kommunikationswissenschaft, den Publizistik- und Kunst-Studierenden, den frisch für die Fotografie und ihre Hintergründe und Geschichte Begeisterten hat nicht geflucht, als er/sie merkte, an die Fotogeschichte war nur auf Umwegen und häppchenweise ranzukommen? Blättern in dicken, oft sogar mehrbändigen "Wälzern", Suchen in Fachzeitschriften und für Anfänger viel zu präzisen und detailbezogenen Fachaufsätzen. Außerdem: Wer kann es sich schon leisten, sich sowas anzuschaffen?!

Willfried Baatz liefert eine Alternative: den Schnellkurs zur Geschichte der Fotografie. Darin findet sich keine systematische, wissenschaftliche oder enzyklopädische Auseinandersetzung, sondern ein wunderbar griffiger Zugang zu Phasen in der stilgeschichtlichen und technischen Entwicklung dieses Mediums. Hilfreich sind die Hintergrundinformationen wie zum Beispiel "Präraffaeliten" zum Kapitel über Wechselwirkungen zwischen Kunst und Fotografie um 1850-1880. Berühmte Bilder, herausragende Fotografeinnen und Fotografen werden so vorgestellt, daß diejenigen, die's genau wissen wollen, nun wissen, wo sie anfangen und weitersuchen können. Das Fundament haben sie nach der Lektüre dieses Taschenbuchs. Nachteil: Die Abbildungen sind für viele Zwecke einfach viel zu klein! (Amazon.de-Kundenrezension).

Kleine Geschichte der Fotografie.

von Boris von Brauchitsch
Amazon-Preis: EUR 24,90
Gebundene Ausgabe - 320 Seiten - Reclam, Ditzingen
Erscheinungsdatum: Oktober 2002
ISBN: 3150105021

Im Sommer 1839 präsentierte Louise Jacques Mandé Daguerre den Mitgliedern der französischen Akademie der Wissenschaften Lichtbilder bekannter Bauwerke aus Paris. Die detailgenauen Abbildungen des Louvres, der Brücke Pont Neuf oder der Kathedrale Notre Dame beeindruckten die Forscher und Politiker so sehr, dass der französische Staat das Patent erwarb, um das erste fotografische Aufnahmeverfahren der kulturellen, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Verwertung zur Verfügung zu stellen. Die folgende Weiterentwicklung der Fototechnik sowie die Erfindung eines von jedermann zu bedienenden Fotoapparates im Jahre 1888 machte die Fotografie zum Massenmedium.

Die Kleine Geschichte der Fotografie schildert die Bedeutung und Funktion des ersten technischen Bildmediums für die Gesellschaft und deren Wahrnehmung von den Anfängen der Daguerreotypie bis zur digitalen Fotografie. In 29 chronologisch geordneten Kapiteln setzt sich der Kunsthistoriker Boris von Brauchitsch mit wesentlichen Themen der Fotografiegeschichte auseinander. So beschreibt er den Streit um die Urheberschaft des fotografischen Abbildungsprozesses, die visuelle Besitzergreifung ferner Länder und Kulturen durch die Reisefotografie Mitte des 19. Jahrhunderts oder die immerwährende Diskussion über das künstlerische Wesen der Fotografie. Seine kenntnisreichen Ausführungen werden durch Auszüge aus Essays unter anderem von Walter Benjamin, Ernst Kallai oder Henri Cartier-Bresson ergänzt. Die rund 130 aussagekräftigen Bildbeispiele bekannter Fotografen zeigen neben den Stadtansichten und Porträtaufnahmen früher Dokumentaristen wie Charles Nègre oder Nadar auch Bildexperimente von Man Ray oder Alexander Rodtschenko, sowie die seriell konzipierten Arbeiten zeitgenössischer Fotokünstler wie Bernd und Hilla Becher, Andreas Gursky oder Axel Hütte.

Der ansprechend gestaltete Band überzeugt durch die anschauliche und verständliche Darstellung von 163 Jahren Fotografiegeschichte und ist sowohl als Einstieg in das Thema als auch als Nachschlagewerk gleichermaßen geeignet.

Optische Medien.

von Friedrich Kittler
Amazon-Preis: EUR 16,70
Broschiert - 336 Seiten - Merve
Erscheinungsdatum: September 2002
ISBN: 3883961833

Friedrich Kittler, Professor für Ästhetik und Mediengeschichte an der Humboldt-Universität Berlin, widmet der Geschichte der optischen Medien eine Vorlesung. Es geht um Künste und Techniken als zwei sehr unterschiedliche Weisen, die Grenzen der Sichtbarkeit zu verschieben; aber auch um die Effekte, die vor allem die Entwicklung des Films auf das uralte Schriftmonopol gehabt hat, also um den neuen Status von Büchern unter audiovisuellen Bedingungen.

Kittler behandelt die Camera obscura, Albertis Linearperspektive, McLuhans Medien- und Shannons Informationstheorie, den jesuitischen Bilderkrieg gegen das Schriftprinzip der Reformation, absolutistische Blendeffekte, E.T.A. Hoffmanns teuflische Elixiere, Schillers Geisterseher, Herschels Infrarot und Ritters Ultraviolett, Nièpce und Daguerre, Jodsilberplatten und Quecksilberdämpfe, Talbots öpencil of natureö, Eastmanns Zelluloid, Erich von Sternheims Monokel, Bertillons Verbrecherphotos, serienproduzierte Colts, Plateaus Lebensrad, Mareys chronophotographische Flinte, Muybridges kalifornische Pferde, die Brüder Skladanowsky und Lumière, Mélièsü Filmtricks, Bayreuths Finsternisse, Münsterbergs psychotechnische Filmästhetik, die Doppelgänger des Autorenfilms, das Pin up Henny Porten, die Experimentalfilme der Luftaufklärung, Virilios Krieg und Kino, den Ton- und Farbfilm, die Braunsche Röhre und die Nipkowscheibe, SECAM, PAL und die V2, Apocalypse Now und HDTV.

Kittlers Vorlesung hat einen durchweg programmatischen Charakter für die Geschichte und Neuorientierung einer ganzen Disziplin. Sie ist in Gegenstand wie theoretischer Programmatik der Koexistenz der Fachbereiche Medien- und Kunstgeschichte, Musik- und Theaterwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin verpflichtet und leistet dies in exemplarischer Weise. Kittlers Geschichte der optischen Medien brilliert weniger durch eine Neuerschließung von bisher unbekannten Quellen und Materialien als vielmehr durch eine konzise und in ihrer Zuspitzung zwar durchaus angreifbare, aber immer pointierte Rekombination und zugleich durch eine mitunter polemische Neubewertung von Forschungsergebnissen unterschiedlicher Disziplinen (Bernd Stiegler in: Frankfurter Rundschau, 9.10.2002).

Allez-hop. Ein Parcours quer durch die Geschichte, von den Techniken bildender Künste in der Renaissance hoch zu den optischen Medien und dem digitalen Fernsehen. Im Kittlerschen Sound. Heißt, Kittler steckt seine Nase unterhaltsam, eloquent und extrem gut informiert in die üblichen Dinge, die ihn was angehen. … Die überblickende Einleitung der Vorlesung ist im übrigen eine gute Einführung für Kittlereinsteiger. Sie macht klar mit welcher Perspektive, nach welchen Kriterien er seinen historischen Zugriff strukturiert, der einen mit einer immensen Fülle an Anekdoten und Diskursen versorgt. Und das soll ihm erstmal jemand nachmachen (MERCEDES BUNZ in DE:BUG, Dezember 2002).

Schön edierte und in Buchform publizierte Vorlesungsmanuskripte haben einiges für sich, wie in diesem Fall die Vorlesung des Kulturwissenschaftlers Friedrich Kittler über Geschichte und Theorie optischer Medien. [Kittlers Buch bietet] eine erzählende und ausgesprochen unterhaltsame Darstellung eines unvermindert anspruchsvollen Themas. Das Ergebnis ist einerseits Lichtjahre von fernsehkompatibler Populärwissenschaft entfernt und liest sich andererseits, die Phrase sei verziehen, spannend wie ein Krimi (AXEL WERNER in: die tageszeitung, 9. November 2002).

Kittler tut alles, um sich im Scheinwerferlicht zu bewähren. … Die Vorlesung selbst, die, wie er sagt, "altmodisch offene Ohren" braucht, wird als Buch zu einem optischen Medium, zu einem Ereignis, bei dem das Schriftbild nachinszeniert, was Kittler im Hörsaal erzählt hat - potenzierte Präsentation (ANDREAS PLATTHAUS in: FAZ, 3. Dezember 2002).

Über den Autor

FRIEDRICH KITTLER, Prof. Dr. phil., Studium der Germanistik, Romanistik und Philosophie an der Universität Freiburg/Breisgau, seit 1993 Inhaber des Lehrstuhls für Ästhetik und Geschichte der Medien am Seminar für Ästhetik, Humboldt Universität zu Berlin. Mitglied des Hermann von Helmholtz Zentrums für Kulturtechnik und der Forschergruppe "Bild Schrift Zahl" (DFG) Veröffentlichungen u. a.: Aufschreibesysteme 1800/1900, München 1985, 3. Aufl. 1995; Grammophon Film Typewriter, Berlin 1986; Dichter Mutter Kind, München 1991; Draculas Vermächtnis. Technische Schriften, Leipzig 1993; Eine Kulturgeschichte der Kulturwissenschaft, München 2000.

Anmerkungen

Forum: Fotografie : Grossformatkameras allgemein (Anmerkungen in diesem Forum: 0)

Neue Anmerkung verfassen
Darstellungsmodus : Alle | Voransicht | Nur Titel | Aktualisieren
Besuchen Sie 2eNetWorX und Open Source & Free Software für weitere freie Software-Projekte unter Win32.


Themen

Nach oben
Wer ist online?
Name: Besucher
Online: 2 aktive User.
Login | Logout
Monitoring:
Benachrichtigen bei Änderungen:


Amazon.de:
Theorie der Fotografie (4 Bände)
von Wolfgang Kemp und Hubertus von Amelunxen (Hrsg.)

EUR 78,00
(versandkostenfrei!)

Für eine Philosophie der Fotografie
von Vilem Flusser

EUR 14,00

Die helle Kammer
von Roland Barthes

EUR 9,00

Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit
von Walter Benjamin

EUR 7,50

Über Amazon.de
Fotopoint.de:
Produktsuche:

Fotopoint.de:
Produkte der Woche:


Über Fotopoint.de.
Kefk Network:
Thematisch verwandte Subsites:
Digital Imaging, Erfahrung, Galerie, Kameras, Kleinanzeigen, Meinung, Licht, Literatur, Webtravel.

Kefk Network Home

 

 Theorie ] Nach oben ]

 URL: http://www.kefk.net/Fotografie/Theorie/Ressourcen/Literatur/Themen/index.asp.
Translate this page with Google to 
 Website | About | Suchen | Index | Inhalt | Site Map | What's new? | Statistik | Wer ist online?.
Thematisch verwandte Websites: Digital Imaging | Erfahrung | Galerie | Kameras | Literatur | Webtravel | Film.
 Ergänzungen, Fragen und Kommentare:  Kontakt | Foren | Wiki.
Copyright | Danksagung | Haftungsausschluß | Impressum | Rechtliche Hinweise | Unterstützung.