|
| |
Publikationen von Peter Geimer
Theorie :
Ressourcen
: Autoren : Peter Geimer : Übersicht
03-Jun-2004/06-Feb-06
Übersicht
Ordnungen der Sichtbarkeit
von Peter Geimer
Amazon-Preis: EUR 15,00
Broschiert - 443 Seiten - Suhrkamp
Erscheinungsdatum: August 2001
ISBN: 3518291386
Neue Zürcher Zeitung
Photographische Genauigkeit als Falle
vg. Die Frage nach Praktiken der Visualisierung ist in den letzten
Jahren ein wichtiges gemeinsames Arbeitsfeld von
Wissenschaftsgeschichte, Kunstgeschichte und Literaturwissenschaft
geworden. Im technischen Zeitalter ist die Sichtbarkeit von Dingen
durchaus nicht selbstverständlich und «evident», sondern muss in vielen
Bereichen jeweils erst ermittelt und hergestellt werden. Der von Peter
Geimer herausgegebene Sammelband führt das anhand der Photographie
beispielhaft vor. Am Ende des 19. Jahrhundert war die junge Technik
utopisches Versprechen darauf, dass die Dinge sich selbst unverstellt
abbilden könnten: Der Romanautor Emile Zola träumte sich ebenso als
photographischer Erfasser sozialer Wirklichkeiten wie der Berliner
Physiologe Fritsch, der anhand der mikrophotographischen Abbildung
menschlicher Haare endlich eine exakte Wissenschaft von den menschlichen
Rassenunterschieden begründen wollte. Je mehr den forschenden Männern
hinter dem Objektiv mit Bildern aus dem Körperinnern und Fotos extrem
schnell bewegter Objekte die Visualisierung vorher unsichtbarer
Phänomene gelang, desto stärker gerieten ihnen allerdings auch die
Grenzen zwischen wissenschaftlicher und künstlerischer Darstellung ins
Schwimmen. Die Suche nach der exakten und objektiven Selbstabbildung der
Natur produzierte bildmächtige Pannen, Manipulation und das opake
Rauschen der Bilder. Fazit: Es ist der Wunsch nach Exaktheit, der den
Patzer erzeugt. Evidenz ist, wenn es schief geht. «Der Staub zeigt uns,
dass es das Licht gibt», resümiert Georges Didi-Hubermann schliesslich
elegant und etwas melancholisch.
Kurzbeschreibung
In den letzten Jahren zeigt sich in den Geistes- und
Kulturwissenschaften ein zunehmendes Interesse an Fragen der
Bildlichkeit, der Repräsentation und der Visualisierung. Die einzelnen
Beiträge des Bandes diskutieren die Debatten um die fotografische
Eroberung der Sichtbarkeit an Beispielen aus Medizin, Physik,
Anthropologie, Spiritismus, Rechtsprechung, Literatur und bildender
Kunst. Indem die künstlerischen, wissenschaftlichen und sozialen Aspekte
der Fotografie hier erstmals in einer vergleichenden Zusammenschau
diskutiert werden, eröffnet der Band Perspektiven auf eine neue
Wissenschaft vom Bild.
Anmerkungen
| |
Fotopoint.de: |
| Produktsuche:
|
|
|
|