Kleine Geschichte der Fotografie
von Boris von Brauchitsch
Amazon-Preis: EUR 24,90
Gebundene Ausgabe - 320 Seiten - Reclam, Ditzingen
Erscheinungsdatum: Oktober 2002
ISBN: 3150105021
Aus der Amazon.de-Redaktion
Im Sommer 1839 präsentierte Louise Jacques Mandé Daguerre den
Mitgliedern der französischen Akademie der Wissenschaften Lichtbilder
bekannter Bauwerke aus Paris. Die detailgenauen Abbildungen des Louvres,
der Brücke Pont Neuf oder der Kathedrale Notre Dame beeindruckten die
Forscher und Politiker so sehr, dass der französische Staat das Patent
erwarb, um das erste fotografische Aufnahmeverfahren der kulturellen,
wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Verwertung zur Verfügung zu
stellen. Die folgende Weiterentwicklung der Fototechnik sowie die
Erfindung eines von jedermann zu bedienenden Fotoapparates im Jahre 1888
machte die Fotografie zum Massenmedium.
Die Kleine Geschichte der Fotografie schildert die Bedeutung und
Funktion des ersten technischen Bildmediums für die Gesellschaft und
deren Wahrnehmung von den Anfängen der Daguerreotypie bis zur digitalen
Fotografie. In 29 chronologisch geordneten Kapiteln setzt sich der
Kunsthistoriker Boris von Brauchitsch mit wesentlichen Themen der
Fotografiegeschichte auseinander. So beschreibt er den Streit um die
Urheberschaft des fotografischen Abbildungsprozesses, die visuelle
Besitzergreifung ferner Länder und Kulturen durch die Reisefotografie
Mitte des 19. Jahrhunderts oder die immerwährende Diskussion über das
künstlerische Wesen der Fotografie. Seine kenntnisreichen Ausführungen
werden durch Auszüge aus Essays unter anderem von Walter Benjamin, Ernst
Kallai oder Henri Cartier-Bresson ergänzt. Die rund 130 aussagekräftigen
Bildbeispiele bekannter Fotografen zeigen neben den Stadtansichten und
Porträtaufnahmen früher Dokumentaristen wie Charles Nègre oder Nadar
auch Bildexperimente von Man Ray oder Alexander Rodtschenko, sowie die
seriell konzipierten Arbeiten zeitgenössischer Fotokünstler wie Bernd
und Hilla Becher, Andreas Gursky oder Axel Hütte.
Der ansprechend gestaltete Band überzeugt durch die anschauliche und
verständliche Darstellung von 163 Jahren Fotografiegeschichte und ist
sowohl als Einstieg in das Thema als auch als Nachschlagewerk
gleichermaßen geeignet. --Stefan Meyer
200 Jahre liegen zwischen den ersten Experimenten mit lichtempfindlichen
Chemikalien und der digitalen Aufnahme – 200 Jahre, in denen die
Fotografie nahezu alle Bereiche des Lebens durchdrungen und verändert
hat. Boris von Brauchitsch rückt die gesellschaftliche Bedeutung der
Fotografie in den Mittelpunkt seiner Darstellung und vermittelt anhand
herausragender Bildbeispiele eine vielgestaltige Entwicklung im
Spannungsfeld zwischen Technik und Kunst, Individualität und
Nivellierung, Wahrheit, Wunsch und Lüge.
Autoreninformation
Boris von Brauchitsch, geb. 1963 in Aachen, studierte Kunstgeschichte,
Archäologie und Geschichte. Er arbeitet als Autor, Kurator und Fotograf
und publiziert zur zeitgenössischen Fotografie und Kunstgeschichte.
Pressestimmen
Boris von Brauchitsch tritt ehrgeizig an bei seiner Kleinen Geschichte
der Fotografie. Er will die Zusammenhänge zwischen Fotografie und
Gesellschaft und die Geschichte der Wahrnehmung aufzeigen.(...) Das
aufwändig und ästhetisch ansprechend gestaltete Buch ist ein
eigenwilliges Werk. Der Autor ist beschlagen und fleißig. In kleinen
Schritten arbeitet er sich durch die langwierige technische Entwicklung
des Mediums, verweilt hier und dort bei den zahllosen Pionieren. Wie das
Who's Who der Fotografie liest sich das Buch, liefert mit lexikalischem
Eifer knappe Erklärungen zu den zahllosen Protagonisten.(...)
Brauchitsch streift viele Schauplätze der Fotografie und behandelt
zentrale Aspekte wie Sozialdokumentation und Neue Sachlichkeit.
Stuttgarter Zeitung
Ein kompakter und verständlich formulierter Band.
Main-Echo
Boris von Brauchitsch beruft sich im Vorwort seiner Kleinen Geschichte
der Fotografie direkt auf Friedrich Nietzsche: "Es ist ein Wunder: der
Augenblick, im Husch da, im Husch vorüber, vorher ein Nichts, nachher
ein Nichts, kommt doch noch als Gespenst wieder und stört die Ruhe eines
späteren Augenblicks. Fortwährend löst sich ein Blatt aus der Rolle der
Zeit, fällt heraus, flattert fort – und flattert plötzlich wieder
zurück, dem Menschen in den Schoß." Das handliche Buch bietet einen gut
lesbaren historischen Abriss von der Erfindung der Camera obscura bis in
die Jetztzeit der digitalen Fotografie. Seiner eigenen
Fotografiegeschichte hat der Autor fünf Kurzessays aus fremder Feder
hinzugefügt. Zudem ist das Werk benutzerfreundlich aufgebaut: Die
einzelnen Kapitel sind nicht rein in Zeitabschnitte, sondern auch
thematisch gegliedert. Nicht zu vergessen die 300, zum Teil auch weniger
bekannten Abbildungen und der unverzichtbare Anhang mit Anmerkungen,
Literaturhinweisen sowie einem ausführlichen Personen- und Sachregister.
Tagesspiegel
Gerade zwei Jahrhunderte umfasst die Geschichte der Fotografie – eine
überschaubare Zeit, in der allerhand Experimente, Highlights und
Entwicklungen passierten. Boris von Brauchitsch greift die nennenswerten
Stichworte heraus und fügt sie zu eigenen Kapiteln zusammen. Damit
entschied er sich gegen eine chronologische Wanderung durch die
Geschichte und für inhaltlich zusammengehörende Aspekte. Beginnend mit
"Der dunkle Raum der Kunstgeschichte. Von der Camera obscura zur
Spiegelreflexkamera", "Das Festhalten des flüchtigen Lichts. Wedgewood,
Talbot, Niepce und Daguerre", kommt von Brauchitsch langsam zu Themen
wie "Frühe Sozialdokumentation", "Kunst und Fotografie", "Fotografie und
Propaganda", "Subjektive Fotografie" oder "Fotografie und
Digitalisierung" – um nur einige der insgesamt 29 Themen zu nennen.
Dazwischen sind einige Originaltexte eingefügt, u. a. Johann Peter
Hebel, Walter Benjamin, Ernst Kallai. So schafft es der Autor, trotz des
eher geringen Umfangs von gut 300 Seiten trotzdem alle notwendigen
Aspekte und Namen zu integrieren. Auch wenn es teils nur Stichworte oder
ein kurzes Anreißen ist, bietet diese Kleine Geschichte der Fotografie
reichlich Material für weitergehende Beschäftigung – und dies nicht
zuletzt dank der ausführlichen Liste mit Literaturhinweisen.
Kunst und Bücher
Mit der vorliegenden Publikation ... hat von Brauchitsch eine
gattungsübergreifende Geschichte geschrieben, die anregt, provoziert und
die Verbindung von Text und Abbild "auf den Punkt bringt". Eine
nüchterne Darstellung und eine feinsinnige Reflexion, zu der man dem
Autor und dem Verlag nur gratulieren kann!
Medienwissenschaft
Sehr überzeugend, wie der Autor auf 300 Seiten (und mit vielen
Abbildungen) die Entwicklung des Mediums in den gesellschaftlichen
Kontext eingebettet hat.
Kunstzeitung
Eine Geschichte der Fotografie von 1839 bis heute auf nur 300 Seiten
auszubreiten – das ist nun wirklich fast unmöglich. Zu viele bedeutende
Fotografen und zu viele bedeutende Fotos sind in 163 Jahren
zusammengekommen. Boris von Brauchitsch ist dies dennoch gelungen.
Freies Wort, Suhl
Die "Kleine Geschichte der Fotografie" von Boris von Brauchitsch ist
nicht so klein wie der Titel bescheiden verheißt. Es handelt sich um
eine ausgesprochen verdienstvolle Arbeit, die dem Leser auf nur etwas
mehr als 200 Seiten (rund 130 Abbildungen sind von den insgesamt 300
Seiten des schönen Werkes abzuziehen) die wesentlichen Stationen der
Geschichte des so populären wie ambivalenten Mediums vor Augen führt und
zugleich dessen Komplexität begreifbar macht. Das Hauptaugenmerk der
Darstellung liegt auf der gesellschaftlichen Bedeutung und der Funktion
der Fotografie sowie der durch sie bewirkten Veränderung der
menschlichen Wahrnehmung – Aspekte, die bisher umfassend so nicht
gewürdigt worden sind. Das Buch hat 29 Kapitel, die Darstellung ist
chronologisch. Die Fülle der Details, die der Autor verarbeitet hat,
beeindruckt und weckt Interesse. Mehr als 5000 Verbrechen fotografierte
beispielsweise der polnische Fotograf Arthur H. Fellig (1899 – 1968),
dessen die Sensationsgier des breiten Publikums bedienenden Aufnahmen –
unter dem Künstlernamen Weegee – heute auf Auktionen Spitzenpreise
erzielen. Bekannte Fotografen erscheinen plötzlich in ganz neuem Licht.
Und auf dem biografischen Hintergrund ihrer Fotografen werden
Fotografien differenziert lesbar. Sprache und Stil des kompakten Werkes
überzeugen durch Klarheit, Präzision und Verständlichkeit. ... Hier
schreibt ein Autor, der sowohl Theoretiker ist als auch selbst
fotografiert und dessen Liebe zur Fotografie in jeder Zeile
durchscheint. Dabei verliert Boris von Brauchitsch jedoch nie den
kritischen Blick. ... Die Geschichte der Fotografie wird auf diese Weise
für den Leser in ihren Aus- und Wechselwirkungen auf die und mit der
Gesellschaft erlebbar. Hinter den in dichter Folge präsentierten
Ereignissen einer fast 200jährigen Geschichte der Fotografie scheinen
weite Zusammenhänge der Geistesgeschichte auf. Darin liegt meines
Erachtens der besondere Wert der "Kleinen Geschichte der Fotografie"
Nicht zuletzt zeichnet Boris von Brauchitsch auch ein grandioses
kulturgeschichtliches Panorama der Fotografie, das der Leser von Seite
zu Seite mit wachsendem Staunen zur Kenntnis nimmt. Die kluge Auswahl
der 130 Abbildungen weckt zahlreiche Assoziationen und ist dem
Erkenntnisgewinn, den dieses Buch bietet, ausgesprochen förderlich. Ein
Buch, das im Leser die Liebe zur Fotografie auf nachhaltige Weise weckt.
Als Einstieg in das Thema und als Nachschlagewerk gleichermaßen
geeignet.
Die Drei, Zeitschrift für Anthroposophie in Wissenschaft, Kunst und
sozialem Leben
Das Buch vermittelt solide Informationen und ist besonders als Lektüre
für diejenigen geeignet, die sich zunächst ein umfassenderes Bild von
der Geschichte der Fotografie mit ihren Auswirkungen auf die Kunst und
das Alltagsleben machen möchten.
Südkurier
http://www.reclam.de/site/merkzettel/detail.phtml?idx=0&modus=Schnellsuche&backpage=/site/merkzettel/mask.phtml&isbn=3-15-010502-1000&session_id=6da97d93b5902f8a55245e43785d20e1