Im Alter von sechs Jahren verlor Baudelaire seinen Vater. Die strenge
Erziehung seines Stiefvaters, eines Generals, den seine Mutter 1828
heiratete, führte schließlich zu Rebellion. 1838 taucht er in der
Pariser Bohème unter anstatt das begonnene Jurastudium konsequent zu
betreiben. Er wird darauf hin von seinem Stiefvater auf eine Reise nach
Kalkutta geschickt. Bei Mauritius verließ er jedoch das Schiff, kehrte
nach Paris zurück und forderte die Auszahlung seines väterlichen Erbes.
Für Alkohol, Drogen und Frauen hat er dies bis 1842 ausgegeben, 1844
stellt ihn ein Pariser Gericht auf Betreiben seines Stiefvaters unter
Vormundschaft.
Baudelaire wird nun journalistisch und schriftstellerisch tätig.
Nebenbei übersetzt er als erster Edgar Allan Poe ins Französische.
Er schloss u.a. Bekanntschaft mit Honoré de Balzac und Eugène Delacroix,
und war Verehrer Richard Wagners.
Baudelaire prägte für sein Schaffen den Ausdruck der literarischen
Moderne. Dabei suchte er dem Ineinander des Faszinierenden der Großstadt
und Industrie mit der Dekadenz, dem Bösen, Hässlichen und Kranken einen
Ausdruck zu verleihen.
Seinen Depressionen suchte Baudelaire den Konsum von Drogen, wie Opium,
Haschisch und Alkohol entgegenzustellen.
Als seine Les Fleurs du Mal (Die Blumen des Bösen) 1857 (deutsch 1901)
erschienen, wurden Autor, Verleger und Drucker der Obszönität und
Blasphemie angeklagt und der "Beleidigung der öffentlichen Moral und der
guten Sitten" für schuldig befunden. Sie werden zu Geldstrafen
verurteilt.
Beispielhaft seien aus zwei Texten der Fleurs wenige Zeilen zitiert, die
die Anklagegründe beleuchten:
Du Vater aller der, die Gottes eitles Prahlen
Mit der Vertreibung aus dem Paradies bezahlen,
Erbarme, Satan, dich auch meiner tiefen Qualen!
aus: Satanslitaneien
Geschlechter Abels, eure Leichen
Sind einmal fetter Erden Dung!
Geschlechter Kains, in euren Reichen
Ist, was ihr tatet, nicht genug!
Geschlechter Abels, feig Gewimmel;
Das Eisen ward des Schaftes Spott!
Geschlechter Kains, erstürmt den Himmel
Und stürzt zur Erde nieder Gott!
Aus: Kain und Abel, vgl. zur abweichenden biblischen Wertung der
Geschichte 1. Mose (Genesis) 4,1-16 .
Sechs Gedichte seines Werkes wurden gestrichen. In einer zweiten Aufkage
ergänzte er allerdings 32 neue Texte.
Viele seiner Gedichte wurden auch durch sein Interesse an der
Synästhesie beeinflusst, der Fähigkeit sensorischer Kopplung z.B von
Gesichts-, Gehör-, und Geruchssinn. So verfasste er die Correspondances,
und verwendete Bilder die aus der Synästhesie gewonnen sybolischen
Erfahrungen. Baudelaire war Sensualist, verliebt in Empfindungen, er
suchte sie zu erfahren und in einem wilden Überfluss auszudrücken.
Sein Werk ist erst im 20. Jahrhundertin seiner Bedeutung allgemein
anerkannt worden. Im 19. Jahrhundertwar Baudelaire als drogensüchtiger
und vulgärer Autor teilweise umstritten, wurde jedoch von der
europäischen Intelligenz durchaus rezipiert.
Krankheit, eine fortschreitende Lähmung und Sprachstörungen hinderten
ihn dann an seiner weiteren Arbeit. Baudelaire starb, völlig ausgezehrt,
am 31. August 1867 in einer Pariser Anstalt und wurde auf dem Friedhof
von Montparnasse in Paris begraben.
Viele seiner Werke sind erst nach seinem Tod veröffentlicht worden.
Baudelaire gilt als Begründer des Symbolismus beeinflusste u.a.
Verlaine, Mallarmé und Stefan George.