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Autofokus

Von Agon S. Buchholz für Kefk Network Fotografie.

Fototechnik : Fokussierung : Autofokus : Übersicht
23-Aug-2001/04-Apr-06


Übersicht

Als Autofokus (Abk. AF, engl. autofocus) wird die Technik einer Kamera oder allgemein eines jeden optischen Apparates bezeichnet, selbstständig den Schärfepunkt auf das Motiv zu setzen.

Die automatische Fokussierung wird beispielsweise in vielen Fotoapparaten, aber beispielsweise auch in Diaprojektoren sowie Flachbett- oder Diascannern eingesetzt; vorhanden sind AF-Systeme auch in Videokameras, in professionellen Fernseh- oder Filmproduktionen wird jedoch i.d.R. noch immer manuell fokussiert. Auch bei anderen optischen Technologien wie CD- oder DVD-Playern wird Autofokus-Technologie eingesetzt.

Der normalsichtige Mensch ist es gewöhnt, Objekte scharf zu sehen; in der optischen Sinneswahrnehmung wird dazu ein passives Triangulationsverfahren, das so genannte Stereoverfahren, eingesetzt; ein anderes Verfahren ist das Halbbildverfahren, das einen Stereovorsatz voraussetzt.

In Autofokus-Spiegelreflexkameras werden stereoskopische Bilder durch das normale monokulare Objektiv der Kamera (through the lens, TTL) aufgenommen.

Differenzierungsbereiche

Grundsätzlich wird zwischen kontrastbasierten und triangulationsbasierten Verfahren bzw. aktivem (mit Infrarothilfslicht oder Ultraschallhilfe) und passivem (rein optischen) Autofokus unterschieden:

  • Kameras mit aktivem Autofokus senden Infrarot- oder Ultraschallwellen bzw. (selten) Laserstrahlen aus und bestimmen die Entfernung des Objektes aus der Reflexionsdauer der ausgestrahlten Wellen; sie basieren also auf der Auswertung einer Zeitdifferenz.

Mit diesem System können AF-Kameras auch bei völliger Dunkelheit das Objektiv scharf stellen, haben allerdings den Nachteil, dass sie bei Aufnahmen durch eine Glasscheibe nur auf dieses "Hindernis" scharfstellen. Voraussetzung für die einwandfreie Funktionsweise eines aktiven Autofokus ist natürlich, dass das Motiv die Infrarot- oder Ultraschallwellen gut reflektiert.

Ein Nachteil von aktiven Autofokussystemen ist, dass sie nur auf kurze Entfernungen von wenigen Metern sicher funktionieren; die meisten Kameras kompensieren dies, indem sie das Objektiv einfach auf "Unendlich" fokussieren.

  • Kameras mit passivem Autofokus zählen zu den kontrastbasierten Verfahren analysieren den sichtbaren Bildausschnitt auf Kontrastunterschiede, daher sind für eine präzise Scharfeinstellung Kontrastunterschiede notwendig; sie basieren also auf einer Kontrastdifferenz.

Prinzipbedingte Schwierigkeiten bekommt dieses System bei diffusem Restlicht, monochromen Flächen und geringen Kontrastunterschieden wie bei einem Motiv, das aus blauem Meer und blauem Himmel besteht. Bei Dunkelheit können passive Autofokus-Systeme daher nicht funktionieren, es sei denn, sie werden durch ein aktives Autofokus-Hilfslicht unterstützt, das aber wiederum nur eine begrenzte Reichweite hat.

Große Entfernungen stellen für ein passives Autofokussystem jedoch kein Problem dar, da es nicht auf die Reflexion eines Signals angewiesen ist, sondern nur einen hinreichenden Motivkontrast benötigt.

Diese mit dem Objektiv verknüpfte Technik ist unabhängig von der verwendeten Aufnahmetechnik und wird also sowohl bei konventionellen Kameras als auch bei Digitalkameras eingesetzt.

Weiterhin wird unterschieden zwischen verschiedenen Funktionsprinzipien des Autofokus; die wichtigsten sind der Phasendetektions-AF und der Video-AF:

  • Der Phasendetektions-AF basiert auf dem Prinzip, dass ein kleiner Teil des vom Objektiv projizierten Bildes über eine Teileroptik auf zwei CCD-Bildsensoren geworfen wird; der kamerainterne Mikroprozessor vergleicht diese Informationen mit einem Referenzsignal und berechnet daraus die Steueranweisungen für den AF-Motor.

Bei Minolta- und Nikon-Kameras werden diese Informationen von einem AF-Getriebemotor im Kameragehäuse umgesetzt, der die Linsengruppen im Objektiv über ein Kupplungselement am Bajonett bewegt; bei Canon sowie einigen Spezialobjektiven von Minolta und Nikon befindet sich der Motor auch direkt im Objektiv.

Derartige Fokussier-Verfahren werden auch als Visiotronic, Correfot, Kontrastvergleich, Phasenvergleich, Phasendifferenz-Detektion oder Phasenkorrelation bezeichnet; bei den beiden letztgenannten Verfahren werden durch ein bewegliches Prisma oder Gitter zwei Wechselstrome erzeugt, deren Phase miteinander verglichen wird.

Der Phasendetektions-AF wird überwiegend bei Kleinbildspiegelreflexkameras eingesetzt und ist – nach anderthalb Jahrzenten der Entwicklung – mittlerweile recht zuverlässig und für die meisten Situationen praxistauglich.

Passive AF-Systeme sind von der Lichtstärke des Objektivs abhängig, da sie ja die Schärfe durch das Objektiv (through the lens, TTL) bestimmen. Moderne Systeme arbeiten recht zuverlässig bis zu Lichtstärken von 1:5,6. Spezialkonstruktionen wie Minoltas Spiegelobjektiv 1:8/500 mm funktionieren nur dann mit Autofokus, wenn die Objektivkonstruktion gezielt auf die jeweiligen Kamerasensoren abgestimmt wurde. Das klappt i.d.R. bei Originalherstellern, bei Objektiven von Fremherstellern jedoch nur fallweise, unzuverlässig oder überhaupt nicht.

Abbildung: Typischer Stereo-Aufbau in kommerziell erhältlichen AF-Kameras (Quelle: Rollei).

Übrigens scheint es auch aus Ingenieurssicht noch immer Optimierungsspielraum für AF-Systeme zu geben; Minolta gibt beispielsweise an, die Fokussiergeschwindigkeit bei der Dynax 9 (1998 ff., eine Kamera der fünften AF-Generation) gegenüber der Dynax 9xi (1992 ff., ein Kamera der dritten AF-Generation) ungefährt verdoppelt zu haben. Ein weiterer Vordopplungssprung wird zwischen dere AF-Geschwindigkeit der Dynax 7 (1999 ff., eine Kamera der fünften AF-Generation) gegenüber der Dynax 800si (1997 ff., eine Kamera der vierten AF-Generation) angegeben. Glaubt man diesen Angaben, gibt es also offensichtlich noch deutlichen Spielraum für signifikante  Verbesserungen der Fokussiergeschwindigkeit.

Meine eigenen Erfahrungen aus der fotografischen Praxis mit der Entwicklungslinie von Minolta 9000 (1985, erste Generation), Dynax 9xi (1992, dritte Generation) und Dynax 9 (1998, fünfte Generation) bestätigen diese qualitativen Sprünge des grundlegenden AF-Systems ohne Einschränkung. Die AF-Systeme bei den Prosumer-Digitalkameras – dem so genannten Video-AF – ab Mitte der 1990er Jahre halte ich dagegen für einen brachialen Rückschritt in jeder Beziehung.

  • Der Video-AF wird überwiegend im Bereich der Film- und Videokameras sowie bei Consumer- und Prosumer-Digitalkameras eingesetzt.

Beim Video-AF wird die Schärfe mehrmals pro Sekunde auf dem CCD-Sensor überprüft, bei der Minolta Dimage Z1 beispielsweise mit 60 Hz; diese häufigen Messungen belasten den kamerainternen Prozessor und können daher die gesamte Arbeitsgeschwindigkeit – also beispielsweise auch die Speichergeschwindigkeit – der Kamera ausbremsen.

Dieses System ist bisher für fotografische Bedürfnisse nur eingeschränkt paxistauglich, weil es für dynamische und quirlige Motive einfach viel zu langsam und unsicher ist.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal der Ort, an dem die elektronisch bestimmte Schärfemessung in Bewegung von Linsengruppen umgesetzt wird. Dabei kann unterschiedenen werden zwischen:

  • Systemen, bei denen die Linsen eines Objektivs bewegt werden. Dies setzt spezielle AF-Objektive voraus; die Bewegung der Linsen erfolgt entweder über einen Motor im Kameragehäuse und eine mechanische Übertragung (Normalfall bei Minolta und Nikon), oder über einen Motor im Objektiv selbst, zu dem nur die Steuersignale elektrisch vom Kameragehäuse übertragen werden (Canon).
  • Systemen, bei denen die Filmebene bewegt wird. Hier können beliebige, manuell zu fokussierende Objektive genutzt werden; dieses AF-Prinzip hat bishe rausschließlich Contax (bzw. Kyocera) realisiert.

Autofokus-Messfeld

Als Autofokus-Messfeld bezeichnet man einen definierten Bereich im Sucher, der an das AF-System zur Schärfemessung gekoppelt ist.

Einfache AF-Kameras sowie KB-SLR-Kameras der ersten Generation (1985 ff.) verfügen über genau ein solches Feld in der Bildmitte. Höherwertige Kameras haben mehrere Autofokus-Messfelder, die über den ganzen Bildbereich verteilt sind; einzelne Messfelder oder Messfeld-Kombinationen lassen sich dann teilweise über die Kamerakonfiguration zu- oder abschalten.

Abbildung: Ein zentraler Sensor kann problemlos fokussieren. Abbildung: Ein zentraler Sensor kann nicht fokussieren, die Kamera muss daher um 45 bis 90 Grad gedreht und anschließend der Bildauschnitt neu bestimmt werden. Ein Kreuzsensor hätte bei diesem Motiv keine Probleme.

Der Nutzen zusätzlicher Messfelder ist umstritten, da weder die Fokussiergeschwindigkeit noch die effektive Zuverlässigkeit der automatischen Scharfstellung notwendig verbessert werden; vielmehr sind AF-Kameras mit zahlreichen Sensoren sogar langsamer, da die Kameraelektronig erheblich mehr Daten auswerten muss. Auch der Nutzen einer autmatischen Auswahl des Schärfepunktes durch die Kameraelektronik ist zumindest fraglich, da sich die Motivanalyse der Kamera-"Intelligenz" keineswegs mit der Intention des Fotografen übereinstimmen muss; Resultat sind dann knackscharfe Bilder, deren Schärfepunkt leider nicht auf dem gewünschten Motiv, sondern irgendwo anders (kontratreiches Detail im Hintergrund, Zweig im Vordergrund etc.) liegt.

Sinnvoll ist dagegen ein zentraler Kreuzsensor, dessen Schärfepunkt man speichern kann (sog. Spotfokussierung), sowie evl. noch zusätzliche Sensoren an den rechten und linken Seiten des Sucherbildes, die liegen nämlich häufig in dem Bereich, in dem man bei hochformatigen Porträtaufnahmen auf die Augen fokussieren möchte; einige Minolta-Kameras verfügen beispielsweise über einen so genannten Flexiblen Fokuspunkt, den man beliebig im Sucher platzieren kann.

Insbesondere bei modernen Mehrfeld-AF-Systemen ist es sinnvoll, wenn nicht sogar unumgänglich, wenn die Kamera signalisiert, wenn und worauf sie fokussiert hat. Bei der Minolta Dynax 9 erfolgt diese Signalisierung durch ein im Sucher kurz aufleuchtendes rotes Rähmchen. Arbeitet die Kamera jedoch im kontinuierlichen AF-Nachführmodus, ist diese Signalisierung abgeschaltet, der Fotograf sieht also erst auf den entwickelten Bildern, welchen Bildbereich sich die Kameraelektronik zum Fokussieren ausgesucht hat.

Kreuzsensor

Als Kreuzsensor bezeichnet man einen AF-Sensor, der aus zwei um 90 Grad versetzten Sensoren zusammengesetzt ist. Dadurch wird der Autofokus bei Motiven mit bestimmten gleichförmigen Strukturen sicherer.

Eine Weiterentwicklung ist der Dual-Kreuzsensor (Center Dual Cross-hair Sensor) von Minolta, der aus zwei sich überlagernden Einzelsensoren, einem Kreuzsensor und einem X-förmiger Sensor, besteht. Diese Konstruktion ermöglicht ein besonders großes AF-Meßfeld und soll die Leistungfähigkeit besonders lichtstarker Objektive besser  auszunutzen können; dieser Typ ist bisher allerdings nur in der Minolta Dynax 7 aus dem Jahr 2000 realisiert worden.

Dynamische Schärfenachführung

Eine prinzipiell interessante, in der Praxis jedoch eher zweifelhsfte Weiterentwicklung ist die dynamische Schärfenachführung bzw. der Allrichtungs-Prädikationsautofokus; Minolta führte diese Fokussieroption in den Kameras der Dynax i-Serie (1988 ff.) ein. Dabei erfolgt die Scharfstellung auf der Entfernungseben, in der sich das bewegte Motiv zum Zeitpunkt der effektiven Belichtung voraussichtlich befinden wird. Berücksichgt wird dabei auch die Auslöseverzögerung, also bei Spiegelreflexkameras das Abblenden des Objektivs und das Hochklappen des Spiegels.

Wie bei jedem Orakel kann diese Vorhersage mit einer berechenbaren Wahrscheinlichkeit eintreffen – oder auch nicht. Permutiert die Kamerealektronik die Motivbewegung anders als sich das Objekt tatsächlich bewegt (man stelle sich dazu beispielsweise einen fliehenden, hakenschlagenden Hasen vor), stimmt der Schärfepunkt eben nicht und die Aufnahme wird vermutlich unbrauchbar.

Theoretisch sollte es keine Probleme geben: nach Angaben von Minolta kann die Minolta Dynax 9 mit dem Objektiv 1:2,8/300 mm ein bewegtes Objekt verfolgen und scharfstellen, das sich in einer Entfernung von nur acht Metern befindet und sich mit 40 km/h bewegt. In der Praxis zeigen sich dann aber doch gelegentlich gerade im Nahbereich die Grenzen moderner Prädikations-AF-Systeme, die halt immer von einer mehr oder minder vorhersehbaren Objektbewegung ausgehen.

Da sich dieser Modus bei neueren AF-Kamera allerdings meist nicht mehr abschalten läßt, muss der Fotograf mit diesem Automatismus zu leben lernen.

AF-Modi

Die meisten höherwertigen AF-Kameras können in verschiedenen Autofokus-Modi betrieben werden.

Schärfepriorität und Auslösepriorität

Die grundlegenden Modi jedes besseren AF-Systems sind Schärfe- und Auslösepriorität.

Arbeitet die Kamera mit Schärfepriorität, kann die Kamera nur ausgelöst werden, wenn die Elektronik eine ihrer Meinung nach korrekte Schärfe eingestellt hat; viele einfachere AF-Kameras arbeiten in der Standardeinstellung mit Schärfepriorität oder unterstützen gar keine alternativen Fokussiermodi.

Bei der Auslösepriorität entscheidet dagegen der Fotograf über dem Moment, in dem die Kamera auslösen soll; in komplizierten Aufnahmesituationen ist dieser Modus möglicherweise der einzige Weg, um überhaupt zu einem Bild zu kommen. Das Bild ist dann vielleicht nicht optimal scharf, aber auch die AF-Automatiken der Kamera garantieren ja nicht unbedingt eine Schärfe in genau dem Motivbereich, den der Fotograf scharfgestellt haben möchte.

Warum sich die Kameraingenieure die Funktion der Schärfepriorität auch ausgedacht haben mögen, selbst benutzt haben sie sie wohl nie; es mag ja beruhigend wirken, sich einzureden, die Kamera würde mit Schärfeprirität nur noch scharfe Bilder liefern, nichtsdestotrotz ist dies eine (Selbst-) Täuschung: Über irgendwo im Bildbereich scharfgestellte Bilder wird sich niemand freuen, von durch die Schärfepriorität blockierten Aufnahmen hat der Fotograf auch nichts.

Ich deaktiviere derartige "Eigenintelligenzen" der Kamera daher immer, soweit dies irgendwie möglich ist. Die Auslösepriorität ist m.E. in allen Situationen die bessere Wahl – niemand zwingt mich ja zum Auslösen, aber es hindert mich auch leine Kameraelektronik daran, ein Bild genau dann auszulösen, wenn ich es möchte.

Kontinuierlicher Autofokus mit Schärfenachführung

Beim Betrieb mit kontinuierlichen Autofokus wird die Schärfe und meist auch die Belichtung fortlaufend angepasst; die Kamera geht dabei grundsätzlich von einem bewegten Objekt aus, muss diese Bildanalyse also nicht in jedem Einzelfall durchführen, was den einen oder anderen Sekundenbruchteil sparen kann.

Naturgemäß sollte sich dieser Modus besser für Sport- und Tierfotografie eignen als der statische Autofokus; bei diesem wird ein einmal gefundener Schärfepunkt gespeichert, bis die Auslösung erfolgt oder der Auslöser freigegeben wird. Die Hauptvorteile dieses Modus sich die präzisere Fokussierung und die höhere Kontrolle über den Schärfepunkt durch den Fotografen.

Überraschenderweise kann die Praxis ganz anders aussehen: Viele moderne AF-Systeme sind auch mit statischem AF schnell genug für die "Action"-Fotografie und liefern mit statischem AF zuverlässig scharfe Aufnahmen von bewegten Objekten, während der kontinuierliche AF unsicher zwischen (bewegtem) Hintergrund und (ebenfalls bewegtem) Motiv hin- und herspringt und schwer vorhersehbar auf irgendetwas fokussiert.

Noch verschärft wird diese Fotolotterie durch den automatischen Autofokusmodus, wie ihn beispielsweise die Minolta Dynax 9 bietet: Hier entscheidet die Kamera selbständig darüber, ob sie lieber den statischen oder den dynamischen Autofokus einsetzen möchte. Zum einen kostet die Bildanalyse durch die Kamera wieder kostbare Sekundenbruchteile, zum anderen verliert der Fotograf jegliche Kontrolle über die Fokussierung seines Bildes.

Welcher Fokussiermodus für eine konkrete Aufnahmesituation gewählt werden sollte, muss also auch und gerade bei hochgradig automatisierten Kameras letztlich der Fotograf fällen. Bei dieser Entscheidung hilft nur Erfahrung, im Idealfall also eine Testreihe vor der konkreten Aufnahme unter kontrollierten Bedingungen, die der Fotograf bewusst analysiert, um die Funktionsweise seines Werkzeuges unter realistischen Bedingungen besser kennenzulernen.

Geschichte und Entwicklung

Mehr oder minder marktreife Autofokus-Systeme wurden in der Fotografie Mitte der 1970er Jahre eingeführt; die erste Kompaktkamera mit einem passiven Autofokus-System war die Konica C35-AF von Konishiroku Kogyo aus dem Jahr 1977; die erste Kompaktkamera mit einem aktiven Autofokus-System stellte Canon 1979 mit der AF35M (Autoboy) vor.

Die erste Kleinbild-Spiegelreflexkamera mit Wechselobjektiven und Autofokus präsentierte Minolta 1985 mit der Minolta 7000 und der Minolta 9000.

Heute gilt die Ausstattung mit Autofokus im Consumer- und Prosumer-Bereich als Standard; auch bei professionellen Kleinbild-Spiegelreflexkameras werden nur noch wenige Kameras ohne AF-System angeboten. In der Großformat- und Mittelformatfotografie sind AF-Systeme jedoch noch immer eine Seltenheit.

Siehe auch

  • Schärfentiefe
  • Schärfepunkt

Literatur

  • O. W. Hübsch und Thomas Maschke: Das neue Lexikon der Fotopraxis (Information
    Foto). München: Laterna Magica 1989.
  • Bingzi Liao: Ein Beitrag zur Kamerafokussierung bei verschiedenen Anwendungen der Bildverarbeitung (Dissertation). Hamburg: Universität der Bundeswehr Hamburg, Juli 1993.
  • Hugo Schöttle: DuMont’s Lexikon der Fotografie (DuMont-Kunst-Taschenbucher; Band 58). Köln: DuMont Buchverlag 1978.
  • Gerhard Teicher (Hrsg.): Handbuch der Fototechnik (8. Ausgabe). Leipzig: VEB Fotokinoverlag,  1983.

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