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Geschichte von Sinar

Kamerasysteme : Sinar : Geschichte : Übersicht
05-Feb-2002/14-Jul-05


Übersicht

Sinar feierte im September 1998 ihr 50jähriges Bestehen; genau 50 Jahre zuvor, am 10. September 1948, verkaufte der Schweizer Fotograf Carl Koch das erste Exemplar einer völlig neuartigen Fachkamera. Die Geschichte der Sinar ist jedoch zugleich eine recht spannende Familiengeschichte, die rund weitere hundert Jahre früher begann.

Als Carl August Koch 1845 in Zürich geboren wurde, war die in Paris erfundene Fotografie gerade seit sechs Jahren bekannt. Koch verliess als Zwanzigjähriger die Schweiz, um in der französischen Hauptstadt diese neue Kunst des Bildermachens zu erlernen. 1879 eröffnete er in Schaffhausen sein erstes fotografisches Atelier und legte damit den Grundstein für die Fotografendynastie Koch. In jeder der nachfolgenden Generationen fand sich seit damals ein Nachkomme, der das väterliche Geschäft übernahm.

Der spätere Erfinder der Sinar, Carl Koch (geboren 1916), störte sich daran, dass noch immer vorwiegend mit der Holzkamera und dem schwarzen Tuch fotografiert wurde. Es fehlte seiner Meinung nach an einem professionellen Gerät, das sich mit einem Baukastensystem aufgabenspezifisch kombinieren und so optimal einsetzen liess. Die neuartige professionelle Kamera nahm nach Ideen und Zeichnungen als Prototyp immer konkretere Formen an. Erste Patente wurden erteilt. Dann, 1947, konnte Carl Koch die welterste, verstellbare Systemkamera auf optischer Bank seinen erstaunten Fotografenkollegen vorstellen. Ein Jahr danach wurden die ersten acht in Serie gefertigten Sinar Norma-Kameras ausgeliefert.

Die Sinar p setzte 1970 einen weiteren Meilenstein in der Geschichte der Firma Sinar. Sie war die erste Fachkamera mit asymmetrischen Schwenkachsen – eine technische Raffinesse, welche sich auf die Arbeit der Berufsfotografen vereinfachend und zeitsparend auswirkt.
Gleichzeitig trat Hans-Carl Koch (geboren 1941) in den neuen Fabrikationsbetrieb in Feuerthalen ein. Von seinen in den USA gesammelten Erfahrungen profitiert bis heute ein sorgfältig ausgewähltes Team von Kadermitarbeitern in Entwicklung, Fabrikation und Controlling.

1978 verwendete Sinar als welterster Kamerahersteller Mikroprozessoren im damals revolutionären Digitalverschluss und dem Belichtungsmodul, welches mit selektiver Belichtungsmessung in der Filmebene höchsten Bedienungskomfort und Automatik nach Mass brachte.
In den frühen achtziger Jahren rüstete das Unternehmen in Feuerthalen auch fertigungstechnisch auf, indem neue, CNC- gesteuerte Maschinen mit einer wesentlich höheren Präzision und gesteigerter Produktivität einen Qualitätssprung möglich machten, der sich schon bald als wichtige Voraussetzung für künftige Produkte erweisen sollte.

Die technologische Entwicklung im Bereich der Elektronik stellte für Hans-Carl Koch und sein Entwicklungsteam eine völlig neue Herausforderung dar. Unter seiner Geschäftsleitung wurde 1990 die Sinar e als welterste, voll elektronische Fachkamera präsentiert.

Wie in anderen Bereichen zeichneten die Fortschritte der Elektronik auch für die Fotografie der Zukunft völlig neue Wege auf: Eine neue, digitale Welt offenbarte sich den Fotografen, zwar noch umstritten und fragwürdig, aber doch als Trend nicht zu übersehen. Sinar erkannte diesen Trend frühzeitig und setzte 1993 mit einem ansetzbaren Digitalrückteil ein klares Zeichen für die digitale Zukunft.

1992 trat Carl J. Koch (geboren 1966) nach einem Studium in den USA als Marketingleiter in das Familienunternehmen ein. Als leidenschaftlicher Fotograf war er massgeblich an der Einführung der Digitalkamera Sinarcam beteiligt. Auch die jüngste Entwicklung, der Digitalrückteil Sinarback, der im eigenen Betrieb gefertigt wird, geht massgeblich auf Anregungen von Carl J. Koch zurück, und mit dem Trend zur digitalen Fotografie dürfte ein weiterer Generationenwechsel im Hause Sinar bevorstehen.

Quelle: FOTOintern, www.fotoline.ch/FOTOintern/98-15/sinar.htm (modifiziert).

Netmarks

FOTOintern: "50 Jahre Sinar: In einer Marktnische gross geworden" (Geschichte), Ausgabe 15/98,
www.fotoline.ch/FOTOintern/98-15/sinar.htm.


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