Bei der Einführung des Autofokus änderte Canon, wie auch
Minolta, sein Bajonett; alte
Objektive können an neuen Kameras entweder gar nicht oder nur mit
Adapter verwendet werden.
Der Autofokusmotor sitzt bei den 1987 vorgestellten Canon
EF-Objektiven allerdings nicht im Gehäuse, sondern im Objektiv; da jedes
Objektiv über einen eigenen Motor verfügt, sind Canon EF-Objektive ("EF"
steht für "electro focus") grundsätzlich teurer als die
vergleichbaren AF-Modelle von Nikon
oder Minolta; ein Vorteil dieses
Ansatzes besteht darin, dass zum einen weniger Masse bewegt werden muss,
zum anderen können die Motoren für das jeweilige Objektiv optimiert
werden. Ein Beispiel hierfür sind die faszinierenden USM-Objektive mit
nahezu geräuschlosem Ultraschall-Motor, die seit September 1989 am Markt
erhältlich sind.
Das EOS-Kamerasystem ist sehr heterogen. Einerseits gibt es
zahlreiche nicht nur preiswerte, sondern wirklich billige Kameras von "zweifelhafter
Qualität" (vgl.
www.f-ms.de/net/kameras/slr.html); andererseits produziert Canon
auch hochwertige und hochpreisige Objektive und Gehäuse. Wie man auch
immer zu den Produkten von Cnon stehen will, sie sind in jedem Falle
sehr erfolgreich; beispielsweise fertigte bis März 2001 über 20
Millionen EF-Objektive (vgl.
Pressemitteilung.
Das
Objektivprogramm von Canon umfasst z.Zt. (Mitte 2002) 54
EF-Objektive und -Extender; es ist damit das zur Zeit umfangreichste
Programm der Branche und umfasst den Bereich vom Superweitwinkel mit 14
mm bis zum Supertele mit 1200 mm. Das Objektivprogramm enthält auch
diverse Spezialitäten wie beispielsweise:
- AF-Objektive mit Ultraschall-Motoren (USM),
- AF-Objektive mit Tilt-/ Shift-Funktion,
- AF-Objektive mit elektronischem Bildstabilisator (Image
Stabilizer) zur Neutralisierung von Verwacklungsunschärfe (ab
September 1995),
- AF-Objektive mit hoher Lichtstärke (z.B. EF 50 mm 1:1,0 L USM)
u.a.
Die EF-Objektive können sowohl an Canon EOS-Kameras als auch an den
Modellen der D-Serie genutzt werden.
Aufgrund des Umfangs und der Qualität des Objektivprogramms sowie
durch das konsequent ausgebaute Zubehörpogramm ist Canon der schärfste
Konkurrent für Nikon im Segment der professionellen Fotografen geworden;
Canon bemüht sich, insbesondere auch den Servicebereich in diesem Sinne
auszurichten.
Die Wertbeständigkeit ist bei hochwertigen Systemkomponenten recht
hoch, die billigen Objektive und Kameras werden jedoch in so hohen
Stückzahlen verkauft, dass sie einen sehr geringen Wiederverkaufswert
haben.
Abbildung: Canon EOS-1 System, ca. 1989; Quelle: Canon.