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Aktfotografie
Von Agon S. Buchholz für Kefk Network Fotografie.
Fotopraxis :
Themenfotografie :
Aktfotografie : Übersicht
20-Jan-2002/06-Feb-06
Übersicht
Als Aktfotografie bezeichnet man ein fotografisches Genre der
künstlerischen Fotografie, dessen Thema die Darstellung des nackten
(Vollakt) oder teilweise nackten (Halbakt) menschlichen Körpers ist. Die
Bestimmung des ästhetischen Wertes einer Aktfotografie und die
Abgrenzung der Aktfotografie von der erotischen Fotografie ist
intersubjektiv nur schwer zu leisten, darüber hinaus gibt es zahlreiche
Überschneidungen mit der Pornografie; Aktfotografie und erotische
Fotografie stehen immer im Spannungsfeld zwischen künstlerischer
Freiheit, Ästhetik, Kitsch, Provokation und dem Verstoß gegen "die guten
Sitten" oder die Sexualmoral.
Ob es sich bei einem Bild um Kunst oder Kitsch handelt liegt immer im
Auge des Betrachters. Eine (ebenfalls subjektive) Definition von Günter
Rinnhofer: Ein Aktfoto ist dann gut wenn das Model es beim Geburtstag
der Großmutter am Kaffeetisch rumzeigt und die Anwesenden es gut finden
Andere Definitionen sind weitaus kontroverser, so ging es Horst Werner
immer um die Provokation, um das Hervorrufen von Emotionen. Ihm war
Abscheu oder Verstörung (z.B. Akt auf einem Friedhof, Akte von
Behinderten) lieber als Gleichgültigkeit. Auch das Zeigen primärer
Geschlechtsmerkmale ist mittlerweile nicht mehr völlig tabu. Im
Gegensatz zur Pornographie verfolgt die Aktfotografie nicht das Ziel den
Betrachter zu erregen. Das schließt natürlich nicht aus, dass sie
dennoch in dieser Absicht konsumiert wird.
Die Aktfotografie gilt, neben der Porträtfotografie, als hohe Schule
der Fotografie; neben technischen Fertigkeiten und einem gekonnten
Umgang mit dem Licht als Gestaltungsmittel muss der Aktfotograf auch
kommunikative Fähigkeiten mitbringen und eine positive Beziehung zu
seinem Modell aufbauen können. Üblicherweise wird zwischen Fotograf und
Model ein Modelvertrag abgeschlossen, in dem neben Honorar
Veröffentlichungsrechte und Anderes geregelt werden.
Subgenres und Sujets
Aktfotografie bietet drei grundlegende Darstellungsformen des Aktes:
Den "klassischen" Vollakt (einfacher Hintergrund, Vollakt, Modell ist
vollständig nackt), die Darstellung von Detailansichten (Details des
Körpers, abstrahierend und anonymisierend, Betonung auf Formen und
Strukturen, Nahaufnahme), sowie den Halbakt (Modell ist teilweise
bekleidet oder teilweise durch Accessoires verhüllt).
Neben diesen drei Grundformen hat sich die Aktfotografie in
zahlreiche Sub-Genres oder Sujets mit verschiedenen, teilweise
spezifischen, Techniken aufgefächert. Dazu gehören beispielsweise:
- Colorierungen,
- Fetischfotografie,
- High-Key- und Low-Key-Aufnahmen,
- Knaben- und Männeraktfotografie,
- Mädchenfotografie,
- Körperbemalung und -projektion,
- Lesbische Aktfotografie,
- Outdoor-Akt – Aktfotografie im Freien,
- Selbstbildnis,
- Situationsfotografie,
- Studioakt,
- Schwule Aktfotografie,
- Unterwasseraktfotografie,
- Verfremdungseffekte und Weichzeichner.
Geschichte und Entwicklung
Der Akt ist ein klassisches Motiv in der bildenden Kunst; bereits die
frühen Hochkulturen (Sumer, Ägypten, Kreta, Indien u.a.) kennen
Aktdarstellungen. Die Entwicklung lässt sich weiter verfolgen über die
griechische Plastik, mit Einschränkungen auch durch die Kunst des
Mittelalters bis in die europäische Kunst der Neuzeit. Seit der
Renaissance gehört das Studum des menschlichen Körpers zur Ausbildung an
Kunstakademien.
Seit etwa 1847 ist die Aktdarstellung auch Gegenstand der Fotografie;
die damaligen Daguerreotypien wurden häufig entsprechend dem
Zeitgeschmack handkoloriert. Zu den ersten Aktfotografen zählen
beispielsweise Philippe Derussy, E. Delacroix, Eugène Durieu und B.
Braquehais. Zu den Modellen zählten neben Professionellen auch
Prostituierte; neben künstlerischen Aktfotografien wurden auch "pikante"
Aktbilder angefertigt, die den Widerwillen von Moral- und Gesetzeshütern
erregten.
Aktfotografie und Recht
Die Grenzen zwischen Aktfotografie, erotischer Fotografie und
Pornografie sind fließend, den subjektiven Moralvorstellungen des
Einzelnen und den jeweils allgemein gültigen kulturellen Vorstellungen
von "guten Sitten" unterworfen. Eine Darstellung wird heute nach
deutschem Recht als pornographisch bezeichnet, wenn sie unter
Hintenansetzen sonstiger menschlicher Bezüge sexuelle Vorgänge in grob
aufdringlicher, anreißerischer Weise in den Vordergrund rückt, und wenn
ihre objektive Gesamttendenz ausschließlich oder überwiegend zur
Aufreizung des Sexualtriebs abzielt (Stefen, 1989). Das deutsche
Strafgesetzbuch (StGB) beinhaltet ein Totalverbot bestimmter
pornographischer Schriften, die als sozialschädlich eingestuft werden (§
184 Abs. 3).
Andererseits schützt das deutsche Grundgesetz explizit die Kunst: Die
Kunst ist frei; die Freiheit der Kunst ist in Art. 5 Abs. 3 GG ohne
Vorbehalt gewährleistet. Der Kunstbegriff ist nach der Rechtsprechung
des Bundesverfassungsgerichts nicht auf ein bestimmtes Niveau und daher
auch nicht auf "wertvolle" oder gar klassische Kunst beschränkt
(Beschluss vom 3. Juni 1987, Az: 1 BvR 313/85, BVerfGE 75, 369). Die
Abwägung zwischen Kunstschutz und anderen durch die Verfassung
geschützten Rechtsgütern, beispielsweise Jugendschutz, beschäftigt
regelmäßig die Gerichte, so beispielsweise im Juni 1990 im Fall Opus
Pistorum.
Der Jugendschutz bildet ein besonderes Problemfeld, da das Verbot
einer Vorzensur ein komplexes Indizierungsverfahren so genannter
jugendgefährdender Medien notwendig macht.
Objektive und Brennweiten
Am
besten geeignet für konventionelle Aktfotograf sind leichte
Teleobjektive im Bereich zwischen etwa 85 und 135 mm.
Softfokusobjektive, die mit einem einstellbaren Softeffekt
arbeiten, können als qualitativ höherwertige Alternative zu
Weichzeichner-Filtern oder der berühmten Vaseline auf dem UV-Filter
eingesetzt werden.
Auch Makroobjektive sind geeignet, um Details hervorzuheben
oder Formen und Strukturen zu betonen
Weitwinkelobjektive verzerren die perspektivische Darstellung,
ermöglichen jedoch interessante Experimente. Im klassischen Sinne
"schön" sind solche Bilder selten, spannend jedoch meistens.
Locations
Geeignete Locations sind beispielsweise:
-
Hotelzimmer,
- Balkon,
- Swimmingpool,
- Terrasse,
- Wald,
- Kiesgrube,
- Wiese,
- Berglandschaft,
- See,
- Meeresstrand,
- Große, lichtdurchflutete Räume.
Wichtig ist nach meiner Erfahrung eigentlich nur, dass sich zum einen
das Modell wohl fühlt und Anwohner oder Passanten die Fotosession nicht
als Belästigung empfinden. Grundsätzlich sehr vorsichtig sollte man
natürlich bei Friedhöfen, Kirchen und (verlassenen) Klöstern und in
fremden Ländern sein; einerseits bieten sich solche Locations geradezu
für provokative Bilder an, andererseits sollte man immer im Hinterkopf
behalten, dass niemand alleine lebt auf der Erde. Ich will hier
allerdings weder eine Empfehlung abgeben noch den moralischen
Zeigefinger heben.
Requisitenvorschläge
Requisitenvorschläge:
-
Dessous,
- Stiefel,
- Bikini,
- Strümpfe,
- T-Shirts,
- Schals,
- Handschuhe,
- Schmuck,
- Herrenoutfit,
- Tücher und Stoffe.
Ein seriöser Versandhändler für erotische Requisiten ist
Adultshop.de:
Checkliste
Checkliste für eine gelungene Session:
- Aufheller (Pappen, weißes Handtuch, Laken),
- Handspiegel zur Aufhellung einzelner Punkte,
- Blitz zur Kontrastreduzierung,
- Klebeband, Klammern zum Fixieren,
- Kleine Leiter für höheren Standpunkt,
- Schminke,
- Modellvertrag (vgl. Müster für einen
Modellvertrag),
- Requisiten,
- Getränke, Musik - alles, was zur Entspannung von Fotograf und
Modell beitragen kann.
Beispiele

Abbildung: Aktfotografie. Fotograf: Marcela; Lizenz: GNU FDL.

Abbildung: Aktomodell beim Shooting. Fotograf: Marcela; Lizenz: GNU FDL.
Modelle
Siehe Modelle.
Körperprojektionen
tbd.>
Siehe auch
Aktfotografie
(Agons Galerie)
Ausgewählte Bücher mit Aktfotografien namhafter Fotografen.
Literatur
- David Daye: Aktfotografie (2001). ISBN 3874677745.
- Roger Hicks, Frances Schultz: Aktfotografie (1997). ISBN
3874676986.
- Martin Sigrist, Matthias Stolt: Die neue Akt Fotoschule (2000).
ISBN 3933131006.
- Achim Sommer, Nils Ohlsen (Hrsg.): Der Akt in der Kunst des 20.
Jahrhunderts (2002). ISBN 3-87909-795-X.
- Michael Köhler, Gisela Barcher; Ansichten vom Körper - Das
Aktfoto 1840-1986. Ed. Stemmle, Schaffhausen, ISBN 3-7231-6900-7
- William F. Ewing (Herg.): Das Jahrhundert des Körpers -
Figürliches Fotografieren. Seemann, Berlin 2000, ISBN 3-363-00747-7
Netmarks
AGFAnet: Lektion 10: Aktfotografie,
www.agfanet.com/.../photocourse.
Aktgalerie.de: Erotische Aktfotografien, zahlreiche
Aussteller verschiedenster Stilrichtungen,
www.aktgalerie.de.
Arbeitskreis künstlerische Aktfotografie e. V.,
www.akakt.de.
Beispiele für Aktfotografie,
members.aol.com/ahrwein/beispiele.htm.
Quelle und Lizenz
Dieser Artikel wurde am 20. Dezember 2003 in der
Wikipedia
veröffentlicht und in der hier vorliegenden Fassung teilweise aus
Wikipedia-Beiträgen ergänzt; vgl
Versionen. Zum
Artikel.
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