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Technik der Unterwasserfotografie
Von Agon S. Buchholz
für
Kefk Network Fotografie.
Fotopraxis : Technik
:
Unterwasserfotografie : Übersicht
11-Mar-1998/04-Apr-06
Übersicht
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Technik der
Unterwasserfotografie.

Allgemeine Informationen zur
Praxis der Unterwasserfotografie
finden sich im entsprechenden Artikel in der Rubrik
Themenfotografie.
Kameratypen
Wegwerf-Unterwasserkameras
Der Einstieg in die Unterwasserfotografie ist für den schnorchelnden
Fotoamateur unproblematisch und preiswert; es gibt unterwassertaugliche
Wegwerfkameras, die bis etwa fünf Meter Tauchtiefe verwendet werden können.
Unterwasser-Gehäuse
Für viele gängige Fotoapparate werden von Zubehöranbietern wie
Ewa-Marine spezielle Unterwassergehäuse angeboten; die einfachen und
preiswerten Modelle (Kosten um 150,- Euro) sind geeignet für Tauchtiefen
bis etwa 10 Meter; das klingt zwar nicht nach besonders viel,
Gerätetaucher mit dem einfachen Scuba Diver-Zertifikat dürfen jedoch
ohnehin nur bis 12 Meter Tiefe tauchen, Inhaber des Open Water
Diver-Zertifikats allerdings bereits bis zu 18 Meter. Die einfachen
Unterwassergehäuse sind hier also schon nur noch eingeschränkt geeignet.
Für höherwertige Fotoausrüstungen (Spiegelreflexkameras mit
aufgesetztem Elektronenblitzgerät gibt es ausgefeiltere
Unterwassergehäuse, die jedoch bereits deutlich teurer sind
(Modellabhängig ab etwa 400 Euro). Mit solchen Ausrüstungen können
theoretisch Tauchtiefen zwischen 50 und 80 Metern erreicht werden,
allerdings sind diese Produkte nicht mehr im normalen Fotoeinzelhandel
erhältlich, sondern müssen meist über Spezialversender oder auf Messen
geordert werden; entsprechende Lieferzeiten von mindestens vier Wochen
sollten also berücksichtigt werden.
1988 führte die DSAT den RDP ein, der empfohlene maximale Tauchtiefen
für Sporttaucher definiert; als Maximalgrenze wird hier eine Tiefe von
42 Metern festgelegt, die niemals überschritten werden sollte; für
Wiederholungs-Tauchgänge sollte die Tauchtiefe auf maximal 30 Meter
begrenzt werden. Da jenseits von 40 Metern also ohnehin die Grenze des
Amateur-Gerätetauchens liegt, kann man sagen, das praktisch in allen
erreichbaren Unterwasser-Regionen fotografiert werden kann.
Exemplarische Orientierung für maximale Tauchtiefen mit einfachen
Unterwassergehäusen (bezogen auf die handelüblichen Produkte von
Ewa-Marine aus Spezialfolie; für die Produkte anderer Hersteller können
andere Maximalgrenzen gelten):
- Video-Gehäuse: bis max. 10 Meter
- Compact-Gehäuse: bis max. 10 Meter
- Gehäuse für manuelle Spiegelreflexkameras: max. 15 Meter
- Gehäuse für AF-Spiegelreflexkameras: max. 20-50 Meter
(modellabhängig)
Die Unterwassergehäuse werden bei Überschreitung der maximalen Tiefen
nicht unbedingt undicht, aufgrund des zunehmenden Wasserdrucks wird die
die Bedienung jedoch beeinträchtigt, da die Spezialfolie immer enger an
den Fotoapparat gepresst wird; auf 10 Meter Tauchtiefe verdoppelt sicht
der Druck auf 2 bar, bei 20 Metern verdreifacht er sich auf 3 bar usw.
Für Tauchtiefen über ca. 15 Meter sollte man also starre, d.h.
druckdichte Unterwassergehäuse bevorzugen.
Bei allen Unterwasserkameras entstehen dem Fotografen dieselben
Probleme, die fotografierende Brillenträger schon immer zu bewältigen
hatten: Der direkte Einblick in den Sucher wird durch die Tauchmaske
verhindert; daher empfiehlt sich eine Kamera mit Sportsucher (z.B. Nikon
F5) oder High-Eyepoint-Sucher (z.B. Minolta Dynax 9).
Spezielle Unterwasser-Kameras
Die Fotoindustrie bietet eine begrenzte, aber langjährig bewährte
Auswahl an speziellen Allwetter- oder Unterwasserkameras an, die i.d.R.
bis zu einer Tauchtiefe von 50 Metern genutzt werden können.
Die bekanntesten handelsüblichen Unterwaserkameras fertigt Nikon mit
der Nikonos-Modellreihe; dabei handelt es sich um speziell abgedichtete
Kleinbild-Sucherkameras. Das einzige wasserdichte Modell mit Autofokus,
die Nikonos RS, wurde bis 1998 hergestellt.
Nikon fertigt auch als einziger Hersteller amphibische Blitzgeräte
(Modelle SB-104 und SB-105).
Ein weiterer Anbieter von Unterwasserkameras ist SeaLife mit der
Reefmaster-Modellreihe, in der auch wasserdichte Digitalkameras wie die
SL 121 Reefmaster DC200 Digital mit einem umfangreichen Zubehörsortiment
angeboten werden; die Auflösung dieser Kamera von 1,3 Megapixeln ist
jedoch so gering, dass sie kaum als ernsthafte Alternative für den
engagierten Fotoamateur betrachtet werden kann.
Produkte
Siehe
Unterwasserkameras (Spezialkameras).
Künstliche Lichtquelle
Aufgrund der Absorption des Lichts und der langwelligen Anteile des
elektromagnetischen Wellenspektrums, d.h. der roten Farbanteile, tritt
ab etwa drei Meter Wassertiefe eine zunehmende Verblauung bei
gleichzeitiger Verringerung des Kontrastes ein. Theoretisch könnte man
dem mit Filtern entgegenwirken, da die Lichtstärke unter Wasser jedoch
auch zurückgeht, wird der zusätzliche Verlust etwa einer Blende durch
entsprechende starken Rotfilter wie KR3 i.d.R. unerwünscht sein.
Man sollte daher möglichst eine künstliche Lichtquelle zur Verfügung
haben; dies kann ein in die Kamera eingebautes Blitzgerät sein – wenn
dieses nicht durch das Unterwassergehäuse abgeschattet wird – oder
beispielsweise eine akkubetriebene Videoleuchte bzw. notfalls auch eine
Halogenlampen, die auch unabhängig vom Fotoapparat bewegt werden kann.
Unterwasserlampen gehören ohnehin zur Taucherausrüstung, sollten also
meistens verfügbar sein, haben jedoch eine schwer kalkulierbare
Farbtemperatur, können also zu den wildesten Farbstichen führen.
Eine Alternative bei Kleinbildkameras ist die Verwendung spezieller
Unterwasserfilme, die stärker für die Rotanteile sensibilisiert, also
nicht orthochromatisch bzw. panchromatisch eingestellt sind. Bei
höherwertigen, individuell konfigurierbaren Digitalkameras kann man auch
versuchen, durch Modifizieren des Weissabgleichs eine Verblauung zu
verhindern, beispielsweise ducrh Weissabgleich unter Wasser auf einen
weissen Bootskiel. Bei der Kombination eines benutzerdefinierten
Weissabgleichs mit einem Elektronenblitzgerät können dann allerdings
wieder Farbverschiebungen auftreten.
Objektiv und Brennweite
Für Anfänger in der Unterwasserfotografie wird meist zu einem
mittleren Weitwinkelobjektiv (etwa 35 mm Brennweite bei Kleinbild)
geraten, da dies über eine reltiv hohe Tiefenschärfe bei gleichzeitig
noch geringer Verzerrung verfügt. Die Aufnahmeentfernungen zum Motiv
sollten zwischen 0,5 und 2 Metern liegen.
Praktische Hinweise
Zum Trockenhalten des Inneren der Kamera vor Kondenswasser wird häufig
das Trockenmittel Silicagel (Kieselgel)
verwendet.
Siehe auch
Quelle und Lizenz
Eine ältere Fassung dieses Artikels wurde am 6. Juli 2004 in der
Wikipedia
veröffentlicht.
Zur
älteren
Artikelversion,
die zu den Bedingungen der GNU FDL lizenziert wurde.
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