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Panoramafotografie
Von Agon S. Buchholz für Kefk Network Fotografie.
Fotopraxis :
Motivdarstellung : Panorama : Übersicht
17-Mar-1998/06-Feb-06
Übersicht
Von Panoramaaufnahmen spricht man, wenn ein Bild einen Bildwinkel von
mindestens 120 Grad abdeckt und das Seitenverhältnis deutlich breiter
als hoch ist, beispielsweise 1:3. Im Panoramaformat werden weite
Landschaften sowie langgestreckte Objekte besonders gut zur Geltung
gebracht.

Abbildung: Panoramafoto des Hafens von Kavala, Griechenland.
Beispiele:
- Das Panorama- Format (P) von APS-Kameras bietet
das superbreite bzw. -hohe Seitenverhältnis 1 : 3.
- Das vom Kino bekannte Cinemascope-Format bietet
ein Seitenverhältnis von 1 : 2.35.
Das High Definition Format (H) von APS-Kameras (auch als
"Hollywood-Format" bezeichnet) von APS-Kameras bietet das
Seitenverhältnis 16 : 9 und gilt daher eher nicht als Panorama-Format.
Im professionellen Bereich kommen spezielle Panoramakameras zum
Einsatz. Diese haben nicht wie herkömmliche Fotoapparate ein
feststehendes Objektiv, sondern besitzen einen schwenkbaren Verschluss
oder ein drehbares Kameragehäuse, welches den Film in einem kleinen
Streifen über den gesamten Drehwinkel belichtet. Andere Panoramakameras
haben ein feststehendes Objektiv mit einem großem Bildkreis, aus dem ein
schmales horizontales Rechteck ausgeschnitten wird.
Eine auch im Hobbybereich praktikable Alternative dazu ist es,
mehrere Einzelaufnahmen zu erstellen und dabei die Fotokamera jeweils
zwischen diesen ein Stück weiter zu schwenken. Diese Teilbilder könnne
dann in einer als Stitching bezeichneten Technik, welche sowohl analog
als auch digital möglich ist, zu einem großen Panorama zusammengesetzt
werden.
Das Panoramafoto ist älter als digitale Bildbearbeitung, sogar älter
als die klassische Silberfotografie selber. Schon Daguerre beeindruckte
das Pariser Publikum um 1800 mit seinem Diarama – 30 Jahre, bevor er die
Daguerreotypie als Vorläufer der klassischen Silberfotografie
entwickelte.
Waren die breiten Bilder früher vor allem eine Spielwiese für
Spezialisten und Edel-Hobbyisten, erfahren die Rundum-Bilder heute dank
interaktiver Multimedia-Technologie eine Renaissance. Vor allem für
kommerzielle Zwecke kommen immer häufiger 360-Grad-Bilder zum Einsatz.
Panoramapraxis
Zum Erstellen von Panoramaaufnahmen gibt es vier Möglichkeiten:
Ausschnitt.
Ausschneiden eines extrem breiten Teils aus einem Foto bzw.
Maskieren eines Diapositivs.
Montage.
Zusammenfügen mehrerer Fotos zu einem Panorama; dazu muss die
Kamera bei der Aufnahme schrittweise oder kontinuierlich rotieren.
Die Einzelaufnahmen werden dann passgenau zusammengefügt ("stitchen").
Die eigentliche Montagearbeit verlangt weniger Geschicklichkeit als
die Aufnahme selbst. Mit Hilfe der digitalen Bildbearbeitung und
entsprechender Software wird dieser Vorgang automatisch erledigt.
Einige
Canon PowerShot-Kameras verfügen über einen einen speziellen
Aufnahmemodus, den sog. Stitch Assistant, für die Erstellung
horizontaler und vertikaler Panoramen sowie Bildertableaus.
Panoramakamera.
Spezielle
Panoramakamera, z.B. die
Hasselblad XPan, teilweise mit aufwändiger Mechanik, oder
anamorphotische Objektivvorsätze machen es möglich, die gesamte
360-Grad-Aufnahme in einem Rutsch auf einen langen Filmstreifen oder
ein horizontal gestauchtes Negativ zu belichten. Auch digitale
Panorama-Kameras sind heute verfügbar. Vgl. hierzu
Panoramakameras (Rubrik
Spezialkameras).
Objektivvorsatz.
Die vom breitwandigen Kinofilmformaten her bekannten
anamorphotischen Vorsatzlinsen stauchen das Bild horizontal bei der
Aufnahme und entzerren es ebenfalls anamorphotisch bei der
Projektion; derartige Objektivvorsätze gibt es auch für die
Fotografie.
Ausrüstung
Für Panoramafotos oder Rundblickaufnahmen benötigt man ein stabiles
Dreibein-Stativ, das
mit einem Panoramakopf versehen ist.
Das Stativ muss genau senkrecht aufgestellt werden, so daß bei
horizontalen Drehungen stets die gleiche Bildebene erfaßt wird. Ein
sicheres Hilfsmittel zur Kontrolle des Standes ist eine mit dem
Stativkopf oder dem Kugelgelenk verbundeng Libelle. Ebenso hilft
eine Gradeinteilung.
Im Motivbetrachter (Sucher, LC-Display, Lichtschacht, Mattscheibe
usw.) wird die genaue Anpassung von Aufnahme zu Aufnahme vorgenommen und
kontrolliert. Das gilt sowohl für die Bildhöhe (gleiche
horizontale Bildlage) wie auch für die Randanpassungen der
einzelnen Aufnahmen. Diese seitlichen »Passer« lässt man
sicherheitshalber etwas überlappen, um dadurch später beim
Aneinanderkleben bzw. -montieren genügend Spielraum zu haben.
tbd.>
Beispiele

Abbildung: 360°-Panorama im Yosemite National Park. Fotografiert von Gerd
Müller (Twam), www.twam.info, am 26.08.2003,
lizenziert unter GNU FDL (Quelle).

Abbildung: 180 Grad-Panorama eines Sonnenuntergangs bei Königswalde. Die
sechs Einzelfotos wurden am 03. April 2004 um 18:29 aufgenommen und mittels
Stitching zu einem Panorama zusammengefügt. Fotograf: Aka, Lizenziert unter GNU
FDL (Quelle).
Software
Canon PhotoStich,
Apple Quicktime VR.
Siehe auch
Panorama
(Agons Galerie)
Panoramakameras (Kameras)
Spezialkameras für Panoramaaufnahmen.
Literatur
Dreizner, Walter: "Das Panoramabild", in:
Fotokino Magazin 6 (1966).
Weber, Ernst A. Fotopraktikum: "Panorama", S. 100.
Netmarks
360-berlin: Tausende Panoramaansichten (Bilder und Quicktime VR) ,
www.360-berlin.de.
StadtPanoramen Interaktive 360 Grad Panoramen deutscher Städte - auch
in großen Bildformaten,
www.stadtpanoramen.de.
Webgalerie von Panoramen im journalistischen Bereich,
www.panoflex.de.
Multimedia-Panorama-Reportagen,
www.live-reisen.com
Weblog für Panoramafotografien,
allerh.antville.org.
Kamerawerk Dresden - Hersteller Panoramakamera Noblex,
www.kamera-werk-dresden.de
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