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Objektivgewinde
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Home : Fotografie : Objektive : Grundlagen : Objektivgewinde
Erstellt/bearbeitet: 01-Apr-2005/11-Jan-07
Systemzeit: 24.07.2008 06:49:07;
Übersicht
Als Schraub- oder Objektivgewinde bezeichnet man in der
Fotografie eine standardisierte und herstellerunabhängige
Anschlussvorrichtung für Wechselobjektive. Schraubgewinde bilden den
Vorläufer der heute den Markt dominierenden Bajonettanschlüsse und
wurden hauptsächlich bis in die 70er Jahre genutzt. Vor allem das
M42-Gewinde bietet aber auch heute noch einen günstigen Zugang zur
analogen Spiegelreflex-Fotografie mit qualitativ hochwertigen Optiken,
die für andere Anschlüsse (neu wie gebraucht) meist teurer ausfallen.
M39-Schraubgewinde
Das M39-Schraubgewinde oder auch Leica L-Mount wurde ab
den 30er Jahren in Kleinbildkameras genutzt; zu den Anbietern von
Kameras mit M39-Gewinde gehören beispielsweise Leica (die so genannten
"Schraub-Leicas" bis zur Leica IIIg), Voigtländer (z.B. Bessa R1, Bessa
L und die heute von Cosina gefertige Bessa R), Canon
(Rangefinder-Kameras, bis in die 60er Jahre gefertigt) sowie seit 1938
der japanische Hersteller Ricoh. Voigtländer tauschte ab der Bessa R2
den Objektivanschluss gegen Leicas M-Bajonett.
Auch die so genannten Russenleicas wie die FED 5 (FED = Felix
Edmundowitsch Dserschinski) und die KMZ Zorki 4K aus den 70er Jahren,
die FED 5B (ab 1980), die KMZ Zorki 4 und die KMZ Zorki 6 (60er Jahre,
die KMZ Zorki Typ 1c und die KMZ Zorki C, KMZ Zorki 3, KMZ Zorki 3M, KMZ
Zorki 3C (50er Jahre), KMZ Zorki Typ 1e (40er Jahre) nutzen das
M39-Schraubgewinde.
Für das M39-Gewinde sind auch heute noch vereinzelt hochwertige
Objektive erhältlich wie beispielsweise das hochlichstarke Zunow 1.1/50
aus Japan (Preis um 5000 Euro).
M40-Schraubgewinde
Eher exotisch ist das M40-Schraubgewinde, das vor allem in den
30er Jahren in Gebrauch war; beispielsweise die bis Ende der 40er Jahre
gefertigten Kameras Praktiflex sowie die Praktiflex II von Praktia bzw.
Pentacon verfügten über diesen Objektivanschluss.
Einige CCD-Zeilenkameras verwenden auch heute noch das
M40-Anschraubgewinde.
M42-Schraubgewinde
M42 ist die Bezeichnung für ein genormtes Schraubgewinde, das
beispielsweise in Kameras von Praktica, Voigtländer, Ricoh und Pentax
(Pentax Spotmatic), Pentax ES, ES II verwendet wurde; M42 ist der
Nachfolger des älteren M39-Schraubgewindes und stammt aus einer Zeit,
als die Kamerahersteller noch nicht versuchten, die Kunden an das eigene
System durch proprietäre Objektivbajonette zu binden.
Das früher weit verbreitete M42-Schraubgewinde spielt am heutigen Markt
nur noch eine untergeordnete Rolle. Zahlreiche Kameragehäuse für dieses
Gewinde sind jedoch auf dem Gebrauchtmarkt günstig erhältlich. Die Firma
Zenit in Russland fertigt weiterhin zu günstigen Preisen neue
M42-Kameragehäuse; die aktuellen Modelle verbinden ein modernes Design
mit einfacher aber robuster Technik (mechanischer Verschluss mit Zeiten
von 1/500 s bis 1/30 s und B; Batteriestrom wird nur für die
TTL-Belichtungsmessung benötigt). Einige Firmen (z.B. Tokina, Soligor,
Sigma) bieten auch neue Objektive an, die für die "alten" und neuen
Kameragehäuse passen.
Objektive mit M42-Gewinde lassen sich an allen Kameras verwenden, für
die es mechanische Adapter gibt (z.B. Canon FD und EOS, Contax/Yashica,
Minolta MD und AF, Nikon, Pentax K, Praktica).
Für einen ambitionierten Fotografen stellt auch heute noch das
M42-Gewinde eine gute Möglichkeit dar, an einen preiswerten Vorrat
unterschiedlicher Brennweiten und an Objektive von hoher
Abbildungsqualität zu kommen.
M42-Objektive sind jedoch bzgl. Anschluß durchaus nicht alle gleich:
neben der normalen Befestigung, bei der das Objektiv durch das
Festdrehen des Gewindes fixiert wird, gibt es auch Objektive mit
mechanischem Anschlag (Voigtländer, Pentax letzte Serien M42, jedoch in
der Ausführung verschieden und zur Blendenwert-Übertragung nicht
untereinander kompatibel). Diese Objektive ermöglichen eine Übertragung
des voreingestellten Blendenwertes an das Kamera-Gehäuse und eine
Belichtungsmessung bei offen bleibender Blende.
Der normale Belichtungs-Meßvorgang an einer M42-Kamera schließt die
Blende während der Messung auf den vorgewählten Wert, das Sucherbild
dunkelt hierbei ab (soweit die Blende nicht ganz geöffnet vorgewählt
wird).
Weiters ist auch eine elektrische Übertragung des Blendenwertes
realisiert worden (Practica LLE). Der einzige Standard, auf den für
M42-Objektive halbwegs Verlaß ist, besteht in der Blendenschließfunktion
mit einem axial betätigten Stift. Dieser Stift gelangt beim Festdrehen
ungefähr nach unten, in die Sechs-Uhr-Position. Dieser Stift ist an fast
allen M42-Objektiven zu finden, die keine langen Tele-Brennweiten haben.
Diesen Stift also sollte man haben, jedoch alle anderen
"Blenden-Features" beim Kauf von M42-Objektiven meiden. (Es sei denn,
man besäße eines der höher spezialisierten Kamera-Gehäuse mit
Offenblend-Messung; selten, zu Sammlungszwecken sehr teuer.)
Siehe auch
- Bajonett und Objektivanschluss
- Fototechnik
- Geschichte der Fotografie
Netmarks
www.meteoros.de/halo_so/foto.htm.
www.astronomie.de/sonnensystem/sonne/w-foto/kamera.htm.
www.fotolaborinfo.de/foto/ricohkamera.htm.
www.sternwarte-peterberg.de/projekte/photo/kamera.html.
www.praktica-collector.de.
www.zenit-foto.ru/english.
anusf.anu.edu.au/~aab900/photography/cameras/zenit.htm.
Quelle und Lizenz
Wikipedia:
de.wikipedia.org/wiki/Objektivgewinde.
Stand: 08:10, 28. Mär 2005.
Lizenz:
GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
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