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Astigmatismus
Objektive :
Grundlagen : Astigmatismus : Übersicht
07-Jul-2004/11-Jan-07
Übersicht
Als Astigmatismus (altgr. "Punktlosigkeit") bezeichnet man
- in der Optik eine Art der Abbildungsfehler; schräg eintretende
Lichtbündel, die auf dem Bild als Punkt erscheinen sollten, werden
dabei zu (elliptischen) Lichtflächen verzerrt;
- in der der Medizin wird als Astigmatismus eine Erkrankung des
Auges bezeichnet.
Astigmatismus ist eine Brennpunktlosigkeit bzw. Stabsichtigkeit
infolge nicht rotationssymmetrischer Brechkraft von Hornhaut oder Linse.
Dies bedeutet, dass die Linse auf ihrer Oberfläche unterschiedliche
Radien (Krümmungen) aufweist.
Im Brennpunkt treffen sich alle Strahlen, die durch die Linse
gegangen sind. Hinter dem Brennpunkt gehen die Strahlen wieder
auseinander und bilden ein seitenverkehrtes und kopfstehendes Bild auf
der Netzhaut an der inneren Rückseite des Augapfels.
Beim Auftreten von Astigmatismus treffen sich die Strahlen nicht in
einem, sondern in mehreren Brennpunkten, bedingt durch die
unterschiedliche Krümmung der Linsenoberfläche.

Abbildung: Modelldarstellung Astigmatismus - lizenziert unter der GNU FDL
Es kann nur immer in einem Brennpunkt "scharf gestellt" werden -
dadurch erscheint das Bild insgesamt unscharf. Durch Zusammenkneifen der
Augen bzw. Abblenden bei einer Fotokamera kann die
Schärfentiefe und damit der
Schärfebereich vergrößert
werden. Gleichzeitig nimmt die Menge des durchgelassenen Lichtes ab, das
Bild wird dunkler.
Die billigeren Linsen (mit kugelförmiger Oberfläche) erzeugen ein
scharfes Kernbild, das durch ein unscharfes Bild überlagert wird. Diese
Unschärfe wird bei Weichzeichnerobjektiven absichtlich verwendet.
Astigmatismus in der Medizin
Astigmatismus (Zylinder, Zyl) ist in der
Bevölkerung auch als Hornhautverkrümmung bekannt, die meist bei
Kurzsichtigkeit (Myopie) auftritt.
Man unterscheidet zwischen dem regulären Astigmatismus, dabei
ist die Hornhaut des Auges entweder stärker gekrümmt oder schwächer als
bei einer "normalen" Hornhaut, und dem irregulären Astigmatismus. Beim
irregulären Astigmatismus ist die Oberfläche der Hornhaut an
mehreren Stellen erhöht und vertieft (wie eine Berglandschaft). Ursachen
sind zum Beispiel eine Operation oder ein Unfall, die Narben entstehen
lassen. Eine besondere Form des irregulären Astigmatismus ist der
Keratokonus.
Die unterschiedlichen Brennweiten der Linse werden mit einer Brille
mit "Zylindergläsern" ausgeglichen. Eine Korrektur der Fehlsichtigkeit
ist durch die Verwendung von Sehhilfen (Brille, Kontaktlinsen) oder
operativ möglich (LASIK).
Geschichte
Die astigmatische Wirkung von Linsen war bereits in der
Maya-Kultur und bei den Griechen bekannt und wurde von geistlichen
Gelehrten zur Verwirrung der einfachen Bevölkerung benutzt. Beim
Orakel
von Delphi sollen die Priester bereits Lochkameras benutzt haben,
die durch das Zwischenschalten von Wasser Zerrbilder erzeugten.
Die ersten anastigmatischen Linsen, d.h. Linsen mit wirklich
exakter Brennpunktgleichheit, wurden 1888 durch ein von Schott
erfundenes Glas mit Metallbeigaben von der Firma Leica produziert. Diese
Linsen mit parabelförmigem Querschnitt vermeiden den Fehler, sind aber
in hoher optischer Qualität auch heute noch nur sehr teuer zu fertigen.
Quelle
Wikipedia:
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Version:
12:34, 5. Apr 2004.
Lizenz: GNU Free
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