Das Digital Imaging Magazin PixelGui.de (PixelGuide)
erscheint vierteljährlich im
GFW-Verlag; es wird ergänzt durch eine reichhaltige Website. Beide
Publikationen sind konsequent untergliedert in die etwas
gewöhnungsbedürftigen Rubriken "Input", "Processing", "Output"
und "Online"; im Heft gibt es daneben noch Rubriken wir "Portfolio"
und "Marktübersicht".
Pixelgui.de bringt ausführliche Besprechungen von Free- und
Shareware zur Bildbe- und Bildverarbeitung sowie zahlreiche
Website-Rezensionen ("Fotosites im Internet"). Der Untertitel "Alles
über digitale Fotografie" suggeriert eine kompetente und umfassende
Berichterstattung; tatsächlich klammert das Blatt jedoch
alles jenseits von kompakten Digitalkameras nahezu systematisch aus; aus
einer Antwort auf einen Leserbrief: "In unserer Marktübersicht
beschränken wir uns bewusst auf Kameras der Consumerklasse" (Ausgabe
02/2002, S. 66).
Die redaktionelle Leistung der Zeitschrift ist äusserst begrenzt; die
Beiträge orientieren sich eng an Pressemitteilungen und der durch
Produktvorstellungen bestimmten Agenda der Foto-Industrie; eigenständige
Themenschschwerpunkte verfolgt das Blatt nicht. Schlimmer noch, auch die
journalistische Qualität von PixelGuide ist nur sehr
unbefriedigend; die seitenlang widergegebenen Pressemitteilungen werden
weder kritisch hinterfragt noch mit eigenen Recherchen unterfüttert; ein
Beispiel: die Berichterstattung über die dritte Generation des
SuperCCD-Chips von Fuji, der Anfang 2002 eingeführt wurde. PixelGuide
reproduziert unkommentiert die Marketingaussagen aus Fujis
Presseabteilung: "Mit dem Sensor wurden auch die interne
Signalverarbeitung sowie die Bildverarbeitungsalgorithmen
weiterentwickelt" (Ausgabe 2/2002, S. 8). Über die
Unzulänglichkeiten der Vorgängerchips schweigt sich der auf
Digitalfotografie spezialisierte PixelGuide ahnungslos aus,
vermutlich weil es nicht in der Pressemitteilung stand. Ganz anders der
entsprechende Bericht in der auch sonst unbedingt zu empfehlenden
Zeitschrift Photographie
(Ausgabe 04/2002), der hier ins Detail geht; wohlgemerkt: Die
Zeitschrift Photographie ist nicht auf Digitalfotografie
spezialisiert und zeigt sich dennoch kompetenter.
Da wundert es dann auch nicht mehr, wenn PixelGuide vor
sachlichen Fehlern und sprachlichen Unzulänglichkeiten nur so strotzt.
Bei Sanyos VPC-AZ1 EX sei, so PixelGuide, "die Auflösung [...] von
4 auf 8 Megabyte erhöht" worden; acht Megabyte interner
Speicher, oder vielleicht acht Megapixel Auflösung? Das macht für
PixelGuide wohl keinen Unterschied.
Das inhaltliche und journalistsiche Niveau von PixelGuide muss
man daher wohl deutlich unterhalb von Zeitschriften wie
Foto populär oder
Fotoheft ansiedeln; im Gegensatz zu
diesen professionell produzierten Zeitschriften für den Fotoamateur
kostet PixelGuide allerdings wesentlich mehr: EUR 5,- pro Ausgabe --
dafür gibt eine Menge wesentlich besserer Fotozeitschriften, z.B.
digifoto (ebenfalls EUR 5,-) oder
ComputerFoto (EUR 7,60); die
sind, jenseits von allem inhaltlichen Anspruch, zumindest dicker und auf
besserem Papier gedruckt.
Ergänzt wird die Printausgabe durch eine
Website.
Copy-Preis:
EUR 5,00 (ab 01/2002); zuvor: DM 9,80.
Chefredaktion:
Thomas Gerwers
Redaktion:
Horster Str. 6
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