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Einführung in Kleinbildkameras
Von Agon S. Buchholz
für Kefk Network Fotografie.
Kameras : Kleinbild
: Einführung : Übersicht
22-Mar-1998/08-Jan-06
Übersicht
Kleinbildkameras (KB-Kameras) sind eine Kategorie, die
nach dem verwendeten
Filmformat unterscheidet; sie verwenden zur Bildaufzeichnung
Kleinbildfilm im Format 24 x 36 mm; einige wenige Modelle nutzen
auch das sog. Halbformat von 12 x 18 mm. Kleinbildfilm ist, wie
auch
Rollfilm, auf einer Spule aufgewickelt und ermöglicht das Belichten
von 24-36 oder mehr Aufnahmen auf einem Filmstreifen. Im Gegensatz zu
Mittelformatkameras verfügen
KB-Kameras i.d.R: nicht über Wechselmagazine; ein Wechsel des
Filmtyps ist zwar möglich (manuell unter geringem Materialverlust oder
mit einer sog. Mid-Reload-Funktion der Kamera), jedoch recht umständlich
und nicht immer risikolos.
KB-Kameras bieten prinzipbedingt die raschesten und längsten
Aufnahmefolgen sowie verglichen mit
Mittelformat- und
Grossformatkameras die
geringsten laufenden Kosten. Da KB-Filmpatronen relativ kompakt sind,
benötigen sie auch den geringsten Platzbedarf unter den verbreiteten
Systemen.
Kleinbildkameras werden in unterschiedlichen
Bauformen angeboten;
verbreitet sind vor allem die folgenden Bauformen:
Spiegelreflexkameras (SLR-Kameras; engl., Single
Lens Reflex).
KB-SLR-Kameras (einäugige Spiegelreflexkameras) basieren
auf einem Pentaprismensucher, der das Bild seitenrichtig darstellt;
moderne KB-SLR-Kameras sind mit einer TTL- (engl., Through-the
lens) Belichtungsmessung ausgestattet. Sie sind i.d.R. in ein
Kamerasystem
eingebettet und verfügen über eine mehr oder minder grosse Palette
an Wechselobjektiven aus
einem Bereich zwischen etwa 6mm und 2000mm; nur für KB-SLR-Kameras
sind hochlichtststarke Objektive mit einer Lichtstärke von 1:1,4 und
besser erhältlich. Das Systemzubehör umfasst i.d.R. auswechselbare
Einstellscheiben und Sucher, Winder und Motorantribe,
Hochformatgriffe, Daten- und Digitalrückwände, Sofortbildansätze,
IR-, Fern- und Funkauslöser, Blitzgeräte u.a. Kameras dieses Bautyps
ermöglichen die wohl flexibelste Fotografie und bieten ein optimales
Preis-Leistungsverhältnis bei hoher Bildqualität.
KB-SLR-Kameras tendieren allerdings aufgrund ihrer Komplexität
und ihres Gewichts dazu, nicht immer dann zur Hand zu sein, wenn man
sie benötigt; man hat die erforderliche Brennweite nicht dabei oder
besitzt ein bisher nicht benötigtes Zubehör gar nicht;
Custom-Funktionen moderner AF-Kameras können rätselhaft bleiben,
wenn man das Handbuch zu Hause vergessen hat.
Sucherkameras und Kompaktkameras.
Kompaktkameras für das KB-Format sind i.d.R. weniger
flexibel als KB-SLR-Kameras, verfügen nur über wenig oder gar kein
Systemzubehör, es können meist keine Wechselobjektive genutzt werden
und als Alternativen stehen günstigstenfalls ein weiter Zoombereich
oder ein Brennweitenkonverter zur Verfügung; spezielle fotografische
Anwendungen wie Studio-, Astro-, Mikro- und Makrofotografie sind
kaum sinnvoll mit Kompaktkameras zu bewältigen, und die erzielbare
(technische) Bildqualität ist i.d.R. deutlich geringer als bei
KB-SLR-Kameras. Der Sucherausschnitt entspricht nie exakt dem auf
dem Film aufgezeichneten Bild, und optische 100%-Sucher sind
technisch nicht realisierbar. Kompaktkameras weisen jedoch andere
(wichtige) Vorteile auf: Sie sind meist preiswert, relativ
unauffällig, einfach zu bedienen und wiegen wenig. Dieser Kameratyp
ist seit Jahrzehnten der wirtschaftlich erfolgreichste Typ von
Kameras.
Kompaktkameras tendieren dazu, eher zur Hand zu sein, wenn man
sie benötigt, ein Verlust (Diebstahl) oder eine Beschädigung
schmerzen ob des geringeren Preises meist weniger als der einer
SLR-Ausrüstung, daher nutzt man sie meist häufiger und
un-beschwerter.
Einen Sonderfall bilden Sucherkameras wie die "M-"Serie
von Leica oder einige Modelle von Voigtländer; sie sind in ein
Kamerasystem eingebettet
und verfügen über eine mehr oder minder grosse Palette an
Wechselobjektiven; sie
sind vor allem leise, da es beim Auslösen keinen Spiegelschlag gibt,
jedoch erheblich teurer, weniger komfortabel und wiegen meist
deutlich mehr als Kompaktkameras.
Für einen ambitionierten Fotografen wird sich meist keine
Entscheidung stellen zwischen KB-SLR- oder Kompaktkamera; die meisten
leidenschaftlichen Fotografen besitzen und nutzen beide Bauformen.
I.d.R. benötigt man eine SLR-Ausrüstung für anspruchsvolle Aufgaben
(Wechselbrennweiten für Portrait- und Reisefotografie),
Spezialanwendungen (Nahlinsen,
Adapter und Balgengeräte für die Astro-, Mikro- und Makrofotografie)
oder Studiofotografie (Blitzsynchronanschluss) und eine Kompaktkamera
("Knipse") zum Immer-dabei-haben. Eine Kombination aus KB-SLR- und
KB-Kompaktkamera ist auch grundsätzlich sinnvoll, da das Filmmaterial in
beiden Kameras eingesetzt werden und sich ergänzen kann
(niedrigempfindlicher Film in der SLR, hochempfindlicher Film in der
"Knipse").
Zu den Anbietern von
Kleinbildkameras zählen u.a. die Marktführer
Canon,
Nikon und
Minolta sowie
Pentax,
Sigma und
Leica. Spezielle Kmeramodelle
bieten u.a. Nikon
(Unterwasserkameras der Modellreihe
Nikonos),
Lomo (unkonventionelle Kameras,
die eine eigene Bildsprache provozieren) sowie
Hasselblad
(KB-Panoramakamamera
XPan).
Quellen und Literatur
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Andreas Feininger:
Andreas Feiningers große Fotolehre. Heyne, München: 2001
(Taschenbuch). Preis: ca. EUR 13,- Lesenswert: "Der Film",
S. 92 ff.; "Die Kamera", S. 30 ff.
Weitere
Informationen und Bestellmöglichkeit (zusammen mit
Feiningers
Die hohe Schule der Fotografie versandkostenfrei). |
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Andreas Feininger:
Die hohe Schule der Fotografie. Heyne, München: 1996
(Taschenbuch). Preis: ca. EUR 9,-
Weitere
Informationen und Bestellmöglichkeit (zusammen mit
Andreas Feiningers große Fotolehre versandkostenfrei). |
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Ernst A. Weber:
Fotopraktikum (3. überarb. u. erw. Aufl.). Birkhäuser
Verlag, 1997 (gebundene Ausgabe). Preis: ca. EUR 51,-
Lesenswert: "Kamerasysteme: Kleinbild", S. 81 ff.; "Kleinbild-SLR-Kamera",
S. 28 f.; "Messsucher-Kamera", S. 30.
Fotopraktikum
(versandkostenfrei). |
Netmarks
Foto-Net: Spiegelreflexkameras, von Franz-Manfred
Schüngel,
www.foto-net.de/net/kameras/slr.html.
Anmerkungen
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