Die Dynax 9 richtet sich hinsichtlich ihrer Ausstattung an anspruchsvolle
Fotografen, die eine hohe Funktionalität erwarten, und konkurriert in diesem
Segment nur mit wenigen anderen Kameras.
Ein genormter Blitzsynchronanschluss befindet sich an der linken, ein
Fernsteuerungsanschluss an der rechten Gehäuseseite und ein proprietärer
Minolta-Zubehör- beziehungsweise Blitzschuh ist auf der Gehäuseoberseite zu
finden. Hier können externe Blitzgeräte oder Zubehör wie Blitzkabel, die
drahtlose Fernbedienung oder Nahaufnahmediffusoren aufgesteckt werden.

Die
Kamera verfügt auch über einen Stativanschluss auf der Kameraunterseite und
beherrscht das Blitzen auf dem zweiten Verschlussvorhang sowie die
Möglichkeit der Spiegelvorauslösung.
Auf den Zubehörschuh werden nicht nur externe Blitzgeräte aufgesetzt,
sondern beispielsweise die als externes Zubehör erhältliche drahtlose
Fernsteuerung IR-1N, mit der die Kamera über eine Distanz von bis zu 60
Metern bedient werden kann. Genau genommen können sogar drei Kameras
beziehungsweise Kameragruppen ferngesteuert werden, da die
Infrarotfernbedienung über drei Kanäle verfügt. Allerdings ist die IR-1N
kein Funkauslöser, es muss also immer Sichtkontakt zwischen Empfangseinheit
und IR-Auslöser bestehen.
Auf der linken Gehäuseseite befindet sich neben dem Objektivbajonett ein
Schalter zum Wechsel zwischen automatischer und manueller Fokussierung sowie
direkt darüber die in dieser Kameraklasse obligatorische Abblendtaste; die
Logik hinter dieser Anordnung besteht wohl darin, dass sich die zu Optik und
Fokussierung gehörigen Bedienelemente auch tatsächlich in der Nähe des
Objektivs befinden.
Der Vollformatsucher – einer der wenigen 100%-Sucher bei AF-SLR-Kameras
überhaupt – bietet ein helles, klares und großes Sucherbild; er ist als
High-Eyepoint-Sucher ausgelegt, der sich auch für Brillenträger noch recht
gut überblicken lässt.
In den Sucher werden nur die notwendigen Informationen eingeblendet. Dies
schafft zwar Übersicht, die Kamera muss jedoch gelegentlich auch vom Auge
genommen werden, um spezielle Einstellungen im Display zu kontrollieren. Mit
einem Schalter an der rechten Seite der Rückwand lässt sich bei Bedarf eine
Sucherbeleuchtung zuschalten.
Einige Details finden sich nur bei der Dynax 9: So wird beispielsweise
der Blitzsynchronanschluss durch eine aufschraubbare Kappe geschützt, der
Sucher kann mit einer Daumenbewegung mit einem Okularverschluss abgedeckt
werden, selten benötigte Spezialfunktionen sind hinter einem aufklappbaren
und federverriegelten "Türchen" zugänglich, der Fernsteuerungsanschluss
verbirgt sich hinter einer verschiebbaren Klappe und auch die Rückwand ist
mit einem Dreh- und Klappverschluss vor dem versehentlichen Öffnen
zuverlässig geschützt.

Neben dem Sucher wird der Fotograf über einen LCD-Datenmonitor auf der
Gehäuseoberseite mit Statusinformationen versorgt; das Display zeigt in
sieben Feldern übersichtlich Verschlusszeit, Filmempfindlichkeit,
AF-Messfeldwahl, Filmtransportgeschwindigkeit, Auslöseverzögerung,
Bildnummer bei (Blitz-) Belichtungsreihen, Datenspeicherung und -abruf,
Custom-Funktionen, Blende, Belichtungskorrektur, Stufung bei
(Blitz-)Belichtungsreihen, Nummer der Custom-Funktion, Batteriezustand,
Bildzahl einer Belichtungsreihe oder Mehrfachbelichtungen,
Datenspeicherbereich, Optionsnummer der Custom-Funktion, Filmeinlegen,
-transport und -rückspulung und Auslöse-Priorität ("RP", Release Priority)
an.
In der Aufnahmepraxis gilt das Display als sehr aufgeräumt und
funktional, da es nur die jeweils relevanten Parameter, im Normalfall
Batteriestatus, Zeit und Blende anzeigt. Alle anderen Parameter können an
den analogen Kontrollelementen auf einen Blick abgelesen oder – zumindest
teilweise – auch ertastet werden.