Neue Wege beschritt Minolta bei der Konstruktion der eigentlichen
Aufnahmeeinheit, dem Bildsensor. Das Herzstück der RD 175 bestand aus
einem Strahlenteilerprisma und drei einzelnen CCD-Sensoren.
Diese so genannte 3-CCD-Technik, bei der drei CCDs über Farbfilter
getrennte Farbanteile aufzeichnen (rot, grün und blau), wird
hauptsächlich in der professionellen Videotechnik angewandt, doch
Minolta konnte diese aufwändige Präzisionstechnik erstmals erfolgreich
in einer DSLR integrieren:

Abbildung: Schematische Darstellung der 3 CCD Aufnaheeinheit der RD 175.
Die eigentlichen lichtempfindlichen Zellen eines CCD sind sozusagen
farbblind. Erst dadurch, dass vor sie eine Matrix aus winzigen
Farbfiltern in den Grundfarben aufgebracht wird, können sie Farben
unterscheiden.
Dabei erfasst jedes lichtempfindliche Element des CCD das Licht von
nur einer der drei Grundfarben. Da das menschliche Auge im Grünbereich
weitaus empfindlicher ist als im übrigen Farbspektrum, benutzt man
doppelt so viele grüne wie blaue und rote Filter. Weil jeder einzelne
Sensor nur jeweils eine Farbe aufzeichnet, müssen die anderen
Farbanteile aus den benachbarten Pixeln rekonstruiert werden, der
Fachbegriff hierfür heißt "Farbinterpolation".

Abbildung: Herkömmliche Farbentstehung bei einem CCD mit
Farbfiltermatrix.
Die Schwierigkeit dieses Verfahrens liegt darin, dass zwischen den
einzelnen lichtempfindlichen Zellen jeder Grundfarbe "Lücken" vorhanden
sind und bei der Interpolation der letztendlichen Farbwerte eines jeden
Bildpunktes Schärfeverluste und auch "Farbartefakte" auftreten können.
Beim 3-CCD Verfahren hingegen werden die Farbanteile nicht auf der
CCD-Ebene, sondern davor getrennt. Dazu verwendet man einen sogenannten
Strahlenteiler, der jeweils eine Farbe reflektiert und die beiden
anderen hindurchlässt.
Für jede Grundfarbe steht dabei also ein eigener Sensor zur Verfügung,
so dass bei dieser Technik meist eine reinere Farbwiedergabe, frei von
Schärfeverlusten oder Farbfehlern, erzielt werden kann.
Bei der Minolta RD 175 wurde dieses 3-CCD Prinzip noch etwas
verfeinert und abgewandelt: Da das Auge für den Grünbereich besonders
empfindlich ist und sozusagen für diese Farbe die höchste "Auflösung"
hat, wurden zwei CCDs für den Grünanteil und einer für den Rot- und
Blauanteil verwendet.

Die RD175 war die weltweit einzige auf einer KB-Kamera basierende
DSLR mit 3-CCD Technik, und dies war sicherlich einer der Gründe für
ihren damaligen Erfolg. Da die 3-CCD-Technik aufgrund ihrer aufwändigen
Konstruktion vornehmlich für kleinformatige CCDs geeignet wird und
außerdem die CCD-Fertigungstechnik immense Fortschritte zu verzeichnen
at, wird bei aktuellen DSLR-Entwicklungen auf CCDs mit größerem Format
zurückgegriffen.