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Film als fotografisches Speichermedium
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Film : Übersicht
29-Jun-2004/07-Feb-06
Übersicht
George Eastman experimentierte bei seinen Versuchen zur
Industrialisierung der Fotografie um 1848 zunächst mit
Papier als Trägermedium, was sich
jedoch als zu körnig erwies. Daher beschichtete er das Papier mit einer
Gelatineschicht, die nach der Belichtung abgezogen werden konnte.
Eastmans »Stripping Film«
Dieser »Stripping Film« konnte aufgerollt werden, es handelt
sich dabei also um den ersten Rollfilm auf Papierbasis; gemeinsam
mit George Walker entwickelte Eastman einen Rollenhalter für den
Film, der die Grundlage für die erste im industriellen Maßstab
erfolgreiche Amateurkamera Kodak Nr. 1 bildete. Diese Kamera
verfügt über einen Aufsicht-Sucher, lieferte runde Bilder und konnte auf
einem Stripping Film hundert Bilder speichern. Der Preis lag bei
verhältnismäßig kostspieligen 25 Dollar.
Der Fotograf musste bei diesem Konzept nichts weiter tun als Motive
zu suchen, auf den Auslöser zu drücken und später dann die feritgen
Papierbilder zu betrachten: Eastman bot einen Entwicklungsdienst
für 10 Dollar, bei dem man die Kamera samt abgeknipsten Film
einschickte; nach Verarbeitung im Labor erhielt man dann die
entwickelten Papierabzüge mit Abzügen zurück, in die Kamera war dann
bereits vom Labor ein neuer Film eingelegt worden. Der einprägsame
Werbeslogan dazu lautete: »You press the button, we do the rest«.
Die Papierbilder wurden nicht vergrössert, sondern entsprachen in ihren
Abmessungen der Negativgröße (siehe hierzu
Kamera).

Abbildung: Eastman-Werbeslogan »You press the button, we do the
rest«.
Zelluluid als Bildträger
Papier als Träger erwies sich jedoch in der Weiterverarbeitung als
nicht besonders praktisch, daher ersetzte Eastman und seine Firma »Eastman
Dry Plate and Film Company« das Trägermaterial
1888 durch das von John Wesley Hyatt entwickelte Celluluid.
Die auf diesen transparenten Träger aufgetragene Emulsion brauchte zum
Kopieren der Negative nicht mehr abgelöst zu werden. 1889 fertigte
George Eastman die ersten Rollfilme aus Zelluloid und brachte sie auf
den Markt.
Rollfilm auf Zelluluid-Basis hatte jedoch bereits ein Jahr zuvor der
Geistliche
Hannibal Goodwin (* 1822, † 1900) für Edison erfunden und
patentiert. Es folgte ein Rechtsstreit,
der sich bis 1898 hinzug; in der Zwischenzeit baute Eastman sein
fotografisches Imperium auf.
Nach einem langjährigen Prioritätsstreit wurde Goodwin das US-Patent
am 13.9.1898 als zu Recht bestehend zuerkannt; Eastman mußte an Goodwin
eine Entschädigung in Millionenhöhe zahlen, hatte in der Zwischenzeit
jedoch die Fotoindustrie etabliert.
Einkapselung des Films
Nachdem die Weiterverarbeitung durch den Stripping Film die
Handhabung der Fotografie gegenüber den nassen und trockenen
Plattenverfahren bereits stark vereinfacht hatte, etablierte Eastman
1891 einen weiteren Meilenstein in der Entwicklung zum Massenprodukt: Er
kapselte den Rollfilm und ermöglichte so eine Tageslichtwechslung.
Planfilme
Ab 1896 wurden auch Planfilme auf Zelluloidbasis hergestellt;
im Vergleich zum Rollfilm boten sie eine höhere Bildqualität, da sie ein
größeres Negativformat boten.
Normung des Filmformats
Der erste kommerziell entwickelte Filmprozeß zur Filmaufnahme und
-wiedergabe stammte aus dem von dem amerikanischen Erfinder Thomas Alva
Edison (* Milan [Oh.] 1847, † West Orange[ N. J.] 1931) 1887 in West
Orange (N. J.) eingerichteten Laboratorium.
Zwei Geräte gingen aus ihm
hervor, die sich Edison 1891 patentieren ließ:
- Kinetograph - ein mit perforiertem, 35 mm breitem
Film arbeitendes Filmaufnahmegerät, also eine Filmkamera; die
Abmessungen des Films gelten seitdem als internationale Norm.
- Kinetoskop - ein Filmbetrachter, der allerdings nur von
jeweils einer Person benutzt werden konnte; Edison entwickelte das
Kinetoskop allerdings nicht zu einem Projektionsapparat weiter, das
taten erst die Brüder
Lumière in Paris (1895).
Weitere Entwicklungsschritte
Bis in die 1930er Jahre konkurrierten noch
Platten und Filme. Wichtige
Entwicklungsschritte waren:
- 1903: Einführung des Non Curl Films, der sich beim
Trocknen nach Entwicklung und Fixierung nicht mehr einrollt;
- 1928 Einführung des panchromatischen Rollfilms;
panchromatische Platten gab es bereits seit 1906.
Daneben wurde die Empfindlichkeit und der Belichtungsspielraum der
fotografischen Filme kontinuierlich verbessert.
Nachdem das Problem des Speicherns der
Fotografien weitgehend gelöst worden war, konzentrierte sich die weitere
Entwicklung auf die Verbesserung der
Aufnahmeobjektive
und der Kameras.
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