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Abzüge vom fotografischen Bild
Geschichte :
Technologie : Rezeption :
Abzug : Übersicht
28-Jun-2004/07-Feb-06
Übersicht
Fotopapiere
Sowohl das Verfahren der Kollodium-Nassplatte als auch das Verfahren
der Trockenplatte sind Negativverfahren und auch im Verfahren der
Kalotypie erhält man vorerst ein Negativ. Von Negativen lassen sich
jedoch leicht Positive herstellen.
Einige im 19.Jahrhundert sehr bedeutende auf Fotopapiere möchte ich
nun anführen. Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten von Papieren:
- Auskopierpapiere und
- Entwicklungspapiere.
Generell muss gesagt werden, dass die meisten Bilder nach dem Prinzip
der Kontaktkopien hergestellt wurden. Das bedeutet, dass Negativ und
Fotopapier direkt aufeinander liegen und das Positiv daher die gleiche
Größe wie das Negativ hat.
Auskopierpapiere
Als Auskopierpapier bezeichnet man diejenigen Papiere, bei denen das
Bild schon während der Belichtung sichtbar wird.
Salzpapier
Salzpapier war das erste Auskopierpapier26. Zur Herstellung wird sehr
dünnes Schreibpapier längere Zeit in einer Kochsalzlösung gebadet. Nach
dem Bad wird das Papier getrocknet und auf eine Silbernitratlösung
gelegt. Das Chlor der auf dem Papier befindlichen eingetrockneten
Kochsalzlösung verbindet sich nun mit dem Silber des Silbernitrats.
Dadurch entsteht lichtempfindliches Silberchlorid. Da sich die
lichtempfindliche Substanz im Papier befindet, erhält man weiche, matte
Bilder. Salzpapier wurde von 1839 bis 1860 häufig verwendet.
Albuminpapier
Das Albuminpapier erhielt seinen Namen von der Trägersubstanz der
lichtempfindlichen Schicht, dem Albumin, das aus dem Eiweiß von
Hühnereiern gewonnen wurde. Das Albuminpapier wurde 1850 eingeführt und
verdrängte bis 1865 alle bis dahin üblichen Verfahren der Herstellung
von Positiven. Die Herstellung erfolgt, indem man Papier mit Albumin, in
dem Kaliumbromid (KBr) und Essigsäure gelöst sind, bestreicht. Danach
wird es zur Sensibilisierung auf eine Silbernitratlösung gelegt. Das
Brom des Kaliumbromids verbindet sich nun mit dem Silber der
Silbernitratlösung zur lichtempfindlichen Substanz Silberbromid (AgBr).
Die Trägersubstanz Albumin verhindert ein Eindringen des Silberbromid in
das Papier und verleiht dem Bild stärkere Kontraste.
Albuminpapier wurde schon bald in Fabriken hergestellt, jedoch musste
das Papier vor der Belichtung erst „gesilbert“, das heißt auf eine
Silbernitratlösung gelegt werden. In der damals größten
Albuminpapierfabrik in Dresden wurden täglich circa 60.000 Eier zur
Albumingewinnung verbraucht. Albuminpapiere wurden bis nach dem Ersten
Weltkrieg sehr häufig verwendet.
Aristopapier
Aristopapier war der Name eines bestimmten Fabrikates von
Auskopierpapieren, hergestellt von Liesegang in Düsseldorf ab 1886,
jedoch wurde der Name sehr schnell für alle
Chlorsilber-Gelatine-Auskopierpapiere verwendet. Wie schon der Name
sagt, handelt es sich bei der lichtempfindlichen Substanz um
Silberchlorid (AgCl). Eine andere Art der Aristopapiere benutzte nicht
Gelatine, sondern Kollodium als Trägersubstanz. Zuweilen wurde
auch eine Zwischenschicht aus Bariumsulfat (BaSO4) zwischen
Trägersubstanz und lichtempfindlicher Substanz
eingefügt, um die Brillanz des Bildes zu erhöhen.
Entwicklungspapier
Als Entwicklungspapiere werden diejenigen Papiere bezeichnet, die
nach der Belichtung in ein Entwicklungsbad gelegt werden müssen, in dem
das Bild erst sichtbar wird.
Bromsilberpapier
Nach der Erfindung der Trockenplatte mit Silberbromid als
lichtempfindlicher Substanz folgerte Mr. Peter Mawsdley, dass diese
Substanz auch für Fotopapiere verwendet werden könnte. Es gelang ihm
auch Bromsilberpapier, das ursprünglich
Bromsilber-Gelatine-Entwicklungspapier genannt wurde, herzustellen.
Bromsilberpapier besteht aus Papier als Trägersubstanz, darauf befindet
sich die lichtempfindliche Substanz, die vom Papier durch eine
Bariumsulfatschicht getrennt wird, was die Brillanz erhöht. Die frühen
Bromsilberpapiere lieferten qualitativ wenig zufriedenstellende
Resultate, doch verbesserte sich die Qualität sehr rasch, sodass
Bromsilberpapier bald schon für
Vergrößerungen benutzt wurde. Dies wurde durch die höhere
Lichtempfindlichkeit von Silberbromid ermöglicht.
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