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Frühgeschichte der fotografischen Kamera
Geschichte :
Technologie : Kamera : Übersicht
28-Jun-2004/07-Feb-06
Übersicht
Die Kamera (lat. camera, "die Kammer") bildet den Kern der
fotografischen Apparatur; im einfachsten Falle besteht sie nur aus einer
dunklen Kammer mit einem Loch; das ist das Prinzip der
Camera obscura und der
Lochkamera. Auf alle anderen
Komponenten kann diese einfachste
Form verzichten.
Die frühste Form einer Kamera ist die
Camera obscura; dieses Gerät ist
nicht photo-graphisch, da sie kein Bild schreibt: Sie verfügt noch nicht
über einen Speicher für das Bild.
Die wichtigsten Komponenten einer
Kamera sind neben dem Gehäuse selbst das
Objektiv mit der
Blende und einer bestimmten
Brennweite sowie der
Verschluss. Im oder am
Gehäuse befindet sich der Speicher
für das Bild; dabei können grundsätzlich drei Formen unterschieden
werden, der Plattenspeicher,
der Filmspeicher sowie der
Elektronische Speicher;
letzterer kann nur diskrete Daten aufzeichnen, setzt also eine Zerlegung
des Bildes voraus.
Plattenkameras: Anfänge des Kamerabaus
Um 1839 basierten alle Kameras auf den Bauplänen der Camera
obscura, die ab etwa 1825 um eine Prismenlinse ergänzt worden
war.
Siehe Plattenkameras: Anfänge des
Kamerabaus - Übersicht zu Schiebekastenkameras, Balgenkameras sowie
Klapp- und Schiebekameras.
Weitere frühe Bauformen
1840 wurde die
Voigtländer-Kamera vorgestellt; im selben Jahr konstruierte
Alexander S. Walcott
eine Hohlspiegelkamera.
Weitere Meilensteine des frühen Kamerabaus:
- ab 1840: Schiebekastenkameras
- ab 1841: Ganzmetallkameras (z.B. von P. W. F. Voigtländer)
- ab 1850: Magazinkameras (z.B. von Marcus Sparling) und
Balgenkameras (z.B. Voigtländer Reisekamera Typ A)
- ab 1851: Stereokameras (z.B. von Jules Dubosq)
- ab 1853: Klappkameras (z.B. von Thomas Ottewil)
- ab 1959: Topografische Kameras (z.B. von Aimé Lausedat)
- ab 1961: Einäugige Spiegelreflexkameras (z.B. von Thomas Sutton)
- ab 1873: Kameras für Farbfotografie (z.B. von L. Ducos du
Hauron)
- ab 1880: Detektivkameras (z.B. »Detective« von Thomas Bolas) und
Handkameras (z.B. »Simplex Kamera« von Dr. Krügener)
- ab 1881: Zweiäugige Spiegelreflexkameras (z.B. »Academy« von
Marion & Co.)
- ab 1882: Miniaturkameras (z.B. »Chambre automatique« von Adolphe
Bertsch oder »Kombi« von Alfred Kemper)
- ab 1885: Geheimkameras (z.B. »Stirns« von R. D. Gray oder »Ben
Akiba« von E. Kronke und A. Lehmann) und Spreizenkameras (z.B.
»Eclipse« von J. Shew oder »Ango« von C. P. Goerz) sowie
Klappkameras in Serienproduktion (z.B. »The Instantograph« von
Lancaster & Son)
- ab 1887: Buchkameras (z.B. von George Lowdon oder »Vega« von
Vega SA)
- ab 1888: Rollfilm-Kameras (»Kodak No. 1« von Eastman)
- ab 1890: Panoramakameras (»No. 1 Panorama Kodak« von Eastman)
und Opernglaskameras (z.B. »Photo-Jumelle« von Jules Carpentier)
- ab 1895: Standartenkameras (z.B. von George Houghton)
- ab 1897: Rollfilm-Klappkameras (»Folding Pocket Kodak« von
Eastman) und kombinierte Rollfilm- und Plattenkameras (»No. 4
Cartridge Kodak« von Eastman)
- ab 1900: Volks- und Schnappschusskameras (»Brownie« von Eastman)
und Briefmarkenkameras (ICA) sowie Reporterkameras (z.B.
»Tropenkamera« von Ernemann)
- ab 1903: Westentaschenkameras (z.B. »Block notes« von Gaumont &
Cie)
Handkameras: Industrialisierung des Kamerabaus
Mit der Einführung der Gelatine-Trockenplatten (1871) wurden die
Belichtungszeiten kürzer, so daß nun leichtere und handlichere
Plattenkameras hergestellt wurden, mit denen man aus der Hand, d.h. ohne
Stativ, fotografieren konnte.
Siehe Handkameras: Industrialisierung
des Kamerabaus - Übersicht zu Detektivkamera (1881) und Kodak Nr. 1
(1888).
Weitere Meilensteine des industriellen Kamerabaus:
- ab 1913: Kleinbildkameras für 35 mm-Film (Prototyp der Ur-Leica;
Serienfertigung ab 1925)
- ab 1929: Zweiäugige Rollfilm-Spiegelreflexkameras (»Rolleiflex«
von Franke & Heidecke)
- ab 1933: Spiegelreflexkameras für 35 mm-Film (z.B. »Kine-Exakta«
von Ihagee)
- ab 1934: Federwerk-Kameras (»Robot« von Berning)
- ab 1936: Kleinstbildkameras für 8x11 mm-Film (»Minox«)
- ab 1948: Sofortbild- bzw. Schnellentwicklungskameras (»Polaroid
Land Camera 95« von Polaroid Corp.)
- ab 1956: Wechselmagazkameras (z.B. »Adox 300« von Adox)
- ab 1960: Motorkameras (»Iloca Electric« von Iloca Camerawerke)
- ab 1977: Autofokus-Kompaktkameras (Konica C35AF von Konishiroku)
- ab 1985: Autofokus-Kleinbildspiegelreflexkameras (»Minolta
7000«)
- ab 1981: Digitalkameras (»Mavica« von Sony).
Erste Kleinbildkameras
In der langen Entwicklungszeit der fotografischen Kamera wurden aus
den mehrere Kilogramm schweren, unförmigen Fotokästen der fotografischen
Frühzeit immer kleinere, leichtere und komfortablere Kameras.
Siehe Entstehung der
Kleinbildkameras: Übersicht zu den ersten Kleinbildkameras - Leica
(1913/1925).
Frühe Spezialkameras
Siehe Frühgeschichte der
fotografischen Spezialkameras: Übersicht zu frühen Entwicklungen in
der Chronofotografie, Stereofotografie und Mikrofotografie.
Weitere Meilensteine des Spezialkamerabaus:
- ab 1851: Stereokameras (z.B. von Jules Dubosq)
- ab 1959: Topografische Kameras (z.B. von Aimé Lausedat)
- ab 1880: Detektivkameras (z.B. »Detective« von Thomas Bolas) und
Handkameras (z.B. »Simplex Kamera« von Dr. Krügener)
- ab 1882: Miniaturkameras (z.B. »Chambre automatique« von Adolphe
Bertsch oder »Kombi« von Alfred Kemper)
- ab 1885: Geheimkameras (z.B. »Stirns« von R. D. Gray oder »Ben
Akiba« von E. Kronke und A. Lehmann)
- ab 1887: Buchkameras (z.B. von George Lowdon oder »Vega« von
Vega SA)
- ab 1890: Panoramakameras (»No. 1 Panorama Kodak« von Eastman)
und Opernglaskameras (z.B. »Photo-Jumelle« von Jules Carpentier)
Weitere Entwicklungen
Nach 1960 hielt die Elektronik auch in der Photographie Einzug. Die
photographische Kamera entwickelte sich zu einer vollautomatischen
Kamera, da durch elektronische Ausstattungen die wesentlichen
Kamerafunktionen (Belichtungszeit, Blendenöffnung, Scharfeinstellung
u.a.) automatisiert wurden.
Die kompakten Kasten- oder Boxkameras hatten zur Popularisierung der
Amateurphotographie beigetragen. Aber nicht jedem Amateur gelang es
reibungslos, den Rollfilm in die Boxkamera einzulegen und nach
Belichtung wieder herauszunehmen, ohne daß es zum Lichteinfall kam.
Diesem Umstand trug die Eastman Kodak Company durch Entwicklung eines
neuen Filmladesystems Rechnung: 1963 ersetzte sie den Rollfilm durch die
Kodapak-Kassette und lieferte für sie eine Serie von
"Instamatic"Kameras. Die Instamatic wurde innerhalb von fünfzehn Jahren
zur erfolgreichsten Kamera der Photogeschichte.
Solarkamera

Abbildung: Solarkamera »Jupiter«, Nashville, Tennessee, Gelatine
-Silberdruck ca. 1866.
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