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Frühgeschichte der fotografischen Spezialkameras
Geschichte :
Technologie : Kamera
: Spezialkameras : Übersicht
29-Jun-2004/07-Feb-06
Übersicht
Bereits in der Frühzeit der Fotografie wurden eine Reihe von
Spezialkameras entwickelt.
Chronofotografie
Reihenbildkamera (»photographisches Gewehr«)
Der französische Physiologe Étienne Jules Marey (* Beaune
1830, † Paris 1904) entwickelte zur Erforschung tierischer
Bewegungsabläufe mit Hilfe der Fotografie zahlreiche Verfahren, wobei
er im Gegensatz zu seinen Vorgängern stets mit einer Kamera statt mit
mehreren in Reihe nebeneinander aufgestellten Apparaten arbeitete.
Am
bekanntesten wurde seine 1882 konstruierte und 1890 patentierte gewehrähnliche und deshalb
als photographisches Gewehr bezeichnete Kamera zur Aufnahme von
Reihenbildern; diese Erfindung war gleichzeitig auch die erste
funktionsfähige Filmkamera der Welt.
Für sie verwendete er die von George Eastman entwickelten Rollfilme
(1884, 1889), zunächst den
Papierfilm, später den
Zelluloidfilm. 1893 erhielt er ein Patent auf einen Projektor zur
Vorführung der mit der chronophotographischen Kamera produzierten
Filmstreifen. Kamera und Projektor waren die unmittelbaren Vorläufer der
modernen Filmkameras und Kinoprojektoren.
Durch schnelle Folgen von 50-60 Bildern pro Sekunde bei der Aufnahme
und einer Wiedergabegeschwindigkeit von etwa 10 Bildern pro Sekunde
konnte Marey erstmals einen Zeitlupeneffekt erzielen.
Eine Weiterentwicklung der Chronofotografie ist die heutige
Hochgeschwindigkeitsfotografie, eine andere der
Kinofilm.
Stereofotografie
Die Stereofotografie ist seit etwa 1851 verbreitet; in diesem Jahr
brachte J. Dubosq ein Stereoskop auf den Markt; ein zweiäugiges
Stereoskop entwickelte D. Brewster 1847, das in einer von O. W. Holmes
verbesserten Fassung um 1860 auf den Markt kam.
Eine Weiterentwicklung der raum-wiedergebenden Stereofotografie ist
die Holografie.
Mikrofotografie
Die von dem amerikanischen Erfinder George Eastman (* Waterville [N.
Y.] 1854, † Rochester [N. Y.] 1932) in Rochester (N. Y.) 1880 gegründete
Eastman Kodak Co. entwickelte 1928 unter der Bezeichnung "Recordak"
ein industrielles Verfahren zur Mikroverfilmung, mit dem Dokumente
photographisch stark verkleinert werden können.
Da bei der Archivierung
von mikroverfilmtem Schriftgut eine Raumeinsparung bis zu 98% möglich
ist, werden Mikroformen zunehmend in Archiven, Bibliotheken u.ä.
verwendet.
So stellte die 1835 gegründete amerikanische Tageszeitung
The New York Herald Tribune als eine der ersten Zeitungen 1935 ihr
Archiv mit den 100 ersten Jahrgängen des Blattes, das einen Raum von
über 5000 Kubikmetern beansprucht hatte, auf Mikrofilm (Rollfilm) um und
kam nun mit einem normalen Bücherschrank aus.
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