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Plattenkameras: Anfänge des Kamerabaus
Geschichte :
Technologie : Kamera
: Plattenkameras : Übersicht
29-Jun-2004/07-Feb-06
Übersicht
Um 1839 basierten alle Kameras auf den Bauplänen der Camera
obscura, die ab etwa 1825 um eine Prismenlinse ergänzt worden
war.
Schiebekastenkameras
Ein solches Modell konstruierte der Chemiker Franz Ritter von Kobell
(* München 1803, † ebd. 1882)
und der Physiker Carl August von Steinheil (*
Rappoltsweiler [Elsaß] 1801, † München 1870) bereits 1839 aus
verschiebbaren Pappröhren; ihre Variante
war handlich (12,7x7,6 cm), verfügte über eine achromatische
Linse und ein Bildformat von 3,8x5,1 cm mit runden Negativen.
Sie fotografierten verschiedene Gebäude in München, darunter die
Glyptothek und die Türme der Frauenkirche. Diese ersten in Deutschland
aufgenommenen Fotografien waren allerdings keine
Daguerreotypien,
sondern auf Chlorsilberpapier
festgehaltene Negative. Um ein Positiv zu erhalten, nahm Steinheil sie
mit seiner Kamera nochmals auf.
Noch im selben Jahr baute von Steinheil die erste (ebenfalls tubusförmige) Metallkamera,
mit welcher
Daguerreotypien im Bildformat von 8,5x11 mm für
Schmuckstücke und Medaillons hergestellt wurden. Sie war die erste
Kleinstbildkamera der Welt, von der in Deutschland mindestens zehn
Exemplare produziert wurden.

Abbildung: Schema einer Daguerreotypie-Kamera.
Die ersten für den Verkauf bestimmten und damit die ersten serienmäßig
hergestellten fotografischen Kameras wurden von dem Pariser
Kamerafabrikanten Alphonse Giroux im Auftrag von Louis Jacques Mandé
Daguerre nach den von ihm entwickelten Apparaten gebaut und ab September
1839 angeboten.
Die erste (hölzerne) Daguerreotypie-Kamera aus dem Jahr 1839 hatte im
geschlossenen Zustand die Maße 26,7x31,1x36,8 cm. Giroux
betrieb auch das erste Fotogeschäft der Welt, in dem er alles anbot,
was fu die Daguerreotypie notwendig war.
Balgenkameras
Die erste mit Balgen ausgerüstete fotografische Kamera
(für
Daguerreotypien) (Balgenkamera) stellte der Franzose
Armand Pierre
de Séguier 1839 in Paris vor. Doch gab es diesen Kameratyp, der teils aus
Holz, teils aus Metall gefertigt war, für den allgemeinen Gebrauch erst ab 1851.
Die Balgenkameras, die sich zusammenklappen ließen, waren im Vergleich
zu den Schiebekastenkameras ein großer Fortschritt und blieben auch noch
nach Einführung der Glasplatte als Träger des fotografischen Negativs
aktuell.
Klapp- und Faltkameras
Bei diesem Kameratyp handelte es sich um Apparate mit ausklappbaren
oder herausziehbaren Balgen; im geschlossenen Zustand hatten sie die
Gestalt eines handgroßen Etuis.
Das erste Modell einer Klappkamera stellte die Eastman Kodak Company
1897 in London erstmals öffentlich vor. Es setzte sich unter der
Bezeichnung Folding Pocket Kodak durch und kostete anfangs acht
Dollar.
In der Folgezeit gaben fast alle Kamerahersteller Klappkameras
heraus. Nach dem Zweiten Weltkrieg ließ das Interesse an diesem
Kameratyp nach; ab den sechziger Jahren wurde er nicht mehr produziert.
Magazin- und Multiplikatorkameras
Alle Plattenkameras hatten den Nachteil, daß jeweils nur eine Platte
eingeschoben und belichtet werden konnte. Um den lästigen Plattenwechsel
zu vermeiden, wurden verschiedenen Möglichkeiten:
- Magazinkameras: fotografische Kameras mit Mehrplattenmagazinen;
- Multiplikatorkameras: fotografieren mehrerer Aufnahmen
auf einer Platte.
Das vermutlich erste Patent auf eine Magazinkamera erhielt 1854 der
Engländer Thomas E. Merrit.
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