| 1840 |
William Henry Fox Talbot
entwickelt die Grundlagen des Negativ-Positiv-Verfahrens, das er als
Kalotypie
bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine
positive Salzpapierkopie vom Papiernegativ, mit der beliebig
viele Kopien hergestellt werden können. |
| |
Hippolyte Bayard erläutert
am 24. Februar 1840 das von ihm bereits ein Jahr zuvor
entwickelte Verfahren vor der Akademie der Wissenschaften;
Bayards Direktpositiv-Verfahren auf Papier erforderte Belichtungszeiten von etwa 20
Minuten. |
| |
Zur
Herstellung von Daguerrotypen werden Schiebekastenkameras
und Balgenkameras mit Stativ
verwendet. |
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Voigtländer: Vorstellung der
Metall-Portraitkamera, der ersten Ganzmetallkamera der
Welt; die Kamera verfügt über ein vierlinsiges
Petzval-Objektiv mit einer Lichtstärke von 1:3,7; im Vergleich
zu Daguerres Objektiv von 1839 war Petzvals Konstruktion 22-mal
lichtstärker, was unter günstigen Bedingungen erstmals Porträts
mit Belichtungszeiten von weniger als einer Minute ermöglichte. |
| |
Joseph Max Petzval errechnet
analytisch das erste
lichtstarke Objektiv mit einer Anfangsblende von 1:3,7 und einer Brennweite von 100 mm
für Porträtaufnahmen; das Objektiv ist 22-mal lichtstärker als
das von Daguerre verwandte; das Petzvalobjektiv ermöglicht erstmals
Portraitaufnahmen mit einer Belichtungszeit von weniger als
einer Minute. Es wird von Peter Friedrich Voigtländer
weltweit vertrieben. |
| |
John Frederick Goddard
erhöht die Lichtempfindlichkeit der fotografischen
Platten durch Überziehen der jodierten Fläche mit Brom- oder
Bromchlordampf. |
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Hippolyte Louis Fizeau
verbessert die Tonwertwiedergabe und das Kontastverhalten der
Daguerreotypien durch ein Bad in einer Goldchlorlösung. |
| |
Robert Hunt entdeckt
Eisenvitriol als Entwicklersubstanz. |
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Alexander S. Walcott
konstruiert eine Hohlspiegelkamera und
eröffnet in den USA das erste Porträt-Atelier. Ebenfalls
in New York eröffnet John Johnson ein Daguerreotypisches
Atelier sowie in Philadelphia Robert Cornelius. |
| |
Galvanoplastik. |
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Charles Wheatstone
(1802-1875) und William Fothergill Cooke (1806-1879):
Elektrisch-magnetischer Zeigertelegraf. |
| |
Samuel Morse:
Elektrisch-magnetischer Telegraf – Morse-Taste,
Morse-Alphabet. |
| nach 1840 |
Internationale Normierung der
Plattengrößen:
| Ganzplatte |
165x216 mm |
6 1/2x8 1/2 Inch |
| Halbplatte |
114x140 mm |
4 1/2x5 1/2 Inch |
| Viertelplatte |
83x108 mm |
3 1/4x4 1/4 Inch |
| Sechstelplatte |
70x83 mm |
2 3/4x3 1/4 Inch |
| Neuntelplatte |
51x64 mm |
2x 2 1/2 Inch |
|
| 1841 |
Richard Beard eröffnet das erste europäische
Porträt-Atelier in London. |
| |
Noel-Marie Paymal Lerebours
stellt im ersten kommerziellen Porträt-Atelier
Frankreichs bereits 1.500 Porträts aus. Die Belichtungszeit
liegt bei durchschnittlich acht Minuten. |
| |
William Henry Fox Talbot läßt sich das
erste Negativ-Positiv-Verfahren patentrechtlich unter der
Bezeichnung »Calotype Photographic Process« (Kylotypie) schützen
(08.02.1841). Zur
Aufnahme verwendet er Jodsilberpapier, das in Gallussäure und
Silbernitrat entwickelt und in Natriumthiosulfat fixiert wird.
Durch Baden in Wachs wird es transparent gemacht und wiederum
auf ein Jodsilberpapier zu einem Positiv umkopiert. |
| |
F. Kratochwila und J. F.
Goddard entdecken die höhere Lichtempfindlichkeit der
Daguerrootypie durch Einwirkung von Brom-Jod auf die
Silberplatte. |
| |
Isidore Niepce, der Sohn
Nicéphores, veröffentlicht eine erste Geschichte über die
Entdeckung der Daguerrotypie. |
| |
Peter
Friedrich Voigtländer stellt in Wien eine Tubuskamera
vor; dabei handelt es sich um die erste
Ganzmetallkamera vor. Die Metall-Portraitkamera verfügt über
ein vierlinsiges Petzvalobjektiv mit einer Lichtstärke von
1:3,7. |
| 1842 |
Hermann Biow (1810-1850) und
Ferdinand
Stelzner (1805-1894) fotografieren den großen Brand in Hamburg;
die Bildserie gilt als erste fotografische Reportage. |
| |
Carl Dauthendey gelingen
die ersten Daguerreotypien; sein Sohn Max Dauthendey
berichtet später darüber in dem Buch »Der Geist meines Vaters«
(1912). |
| |
Claude Felix Seytre:
Lochkarten bei mechanischen Musikinstrumenten – runde
Kartonplatten als Toninformationsträge. |
| 1842-1880 |
Vollendung des Kölner Doms. |
| 1843 |
David Octavius Hill und Robert
Adamson schaffen in Edinburgh ca. 1.800 Kalotypien. |
| |
Alexander Bain erfindet den
automatischen Kopiertelegraphen – Erster
Bildtelegraf mit punkt- und zeilenweiser Abtastung und
Umwandlung in elektrische Ströme. |
| |
William Henry Fox Talbot
lässt ein Vergrösserungsgerät patentieren und richtet in
Reading ein Atelier und Entwicklungslabor ein, in dem Kalotypien
hergestellt werden. |
| 1844 |
William Henry Fox Talbot
veröffentlicht das erste mit seinen fotogenischen Zeichnungen
illustrierte Buch: »Pencil of Nature« (Brown,
Green & Longman's). Talbot klebte
24 seiner Kalotypien als Originalabzüge auf die Buchseiten. |
| 1845 |
Friedrich Mertens
konstruiert die erste Panoramakamera mit einen Bildwinkel
von rund 150°, die zylindrisch gebogene Daguerreplatten
verwendet. |
| |
Léon Foucault und Alfred Donné: »Atlas
du cours de microscopie« – naturwissenschaftliche
Fotografien auf Silberplatten. |
| |
N. P. Lerebours benutzt
erstmals Drehblenden mit drei unterschiedlichen
Öffnungen, die vor das Objektiv gesetzt werden. |
| 1846 |
Robert Hoe: Rotationspresse
(Patent). |
| 1847 |
David Brewster (1781-1868) erfindet die
zweiäugige Stereokamera, also eine Stereokamera mit zwei
Objektiven. |
| |
Christian Friedrich Schönbein,
Chemieprofessor in Basel, gelingt es, »Baumwolle in den
explosiven Zustand zu versetzen«; diese
Schießbaumwolle bildet die Grundlage für Kollodium
(vgl. Wolfgang Baier, Leipzig 1980: 157) |
| |
Abel Niépce de St. Victor
stellt Negative auf albumisierten Glasplatten her; er
verwendet dazu silberjodiertes Eiweiss als Kolloid und erzeugt
so Albuminplatten (Nièpcetypie). Der Nachteil des
Verfahrens liegt in der geringen Lichtempfindlichkeit, die
Belichtungszeiten von ein bis zwei Stunden erfordert. |
| |
Collodion: Erste Berichte
über »Collodion, eine neue Kleb- und Haftflüssigkeit«;
dabei handelt es sich um Schiessbaumwolle, die in Alkohol-Äther
gelöst ist. |
| 1848 |
Gaudin entdeckt »Collodion«
(= Kollodium) als weniger stark nitrierte Variante der
Schießbaumwolle, die er als Kleb- und Heftflüssigkeit
verwendet. |
| |
Frederick C. Bakewell konstruiert
einen »elektrischen Telegraphen« – ein Bildtelegraf zur Übertragung von Schriftstücken, Zeichnungen und Bildern aller Art;
Verbesserung von Bains Kopiertelegraph von 1843. |
| 1849 |
Voigtländer: Gründung der
Zweigstelle in Braunschweig, damals der zentrale Knotenpunkt im
neuen europäischen Eisenbahnnetz. |
| |
Edmond Becquerel führt mit
galvanisierten Platten Experimente zur Farbfotografie
durch; er erhält photochromatische Spektren, die er jedoch nicht
fixieren kann. |
| 1850 |
Daguerrian Journal: In New
York erscheint die erste fotografische Zeitschrift der Welt. |
| |
Gründung der Sociéte
Héliographique, u.a. durch den Maler Eugène Delacroix. |
| |
Louis Désiré Blanquard-Evrard
beschichtet Papier mit Albumin und erfindet so das
Albuminpapier, das auf Grund seiner glatten Oberfläche bald
zum gebräuchlichsten Kopierpapier für Fotografien wird. |
| |
Wachspapier: Der Franzose Gustave Le Gray
beschreibt ein fotografisches Verfahren, bei dem eine
Kombination aus Bienenwachs und Silbersalzen auf Papier
aufgetragen wird. |
| |
Marcus Sparling konstruiert eine Reise-Magazin-Kamera
für zehn Aufnahmen; es handelt sich dabei um die erste Kamera
mit einer Wechselvorrichtung für das Aufnahmematerial
(Verbesserung 1854 durch Wechselkassettenvorrichtung von T.
Otterwill). |
| |
Levi L. Hill gelingen durch Zufall farbige
Daguerreotypien, er kann den Prozess jedoch nicht
reproduzieren. |
| |
Die ersten Balgenkameras werden konstruiert (die erste
Balgenkamera überhaupt hatte Baron Séguir bereits 1839
vorgestellt); es tauchen die ersten »flexible bellows cameras«
(»folding bellows cameras«) auf. |
| |
Durchsetzung reproduktiver fotografischer Verfahren. |
| |
Kaleidotrop. |
| |
Weltausstellung in London. |
| 1851 |
Frederick Scott Archer
(1813-1857) veröffentlicht eine Beschreibung des nassen Kollodiumverfahrens
(wet plate process). Dabei wird jodiertes Kollodium in
Aether gelöst und auf eine Glasplatte gegossen, die nach
Verdunsten des Aethers mit
einer Silbernitratlösung sensibilisiert wird. Die Platte wird im
nassen Zustand belichtet. Anschliessend entwickelt man in
Eisensulfat (FeSO4) und fixiert in Zyankali (KCN). Die
Empfindlichkeit des Verfahrens liegt um den Faktor hundert höher
als jene der Daguerreotypie. Wie die Daguerreotypie ist die
Kollodiumplatte ein Unikat. Normalerweise wurden von
Kollodiumaufnahmen Kontaktkopien hergestellt. Um aber die
Negativ-Platte selbst als ein Positiv sehen zu können, wird ein
schwarzer Hintergrund (schwarzer Lack) auf die Schichtseite
aufgetragen; die Betrachtung erfolgt von der Glasseite. Ähnliche
Verfahren stellen Gustave Le Gray und Robert J.
Bingham vor. Bis 1880 bleibt die
Kollodium-Nassplatte das
wichtigste fotografisches Verfahren. |
| |
Blitzlichtfotografie:
William Henry Fox Talbot nimmt das erste Foto mit Blitzlicht
auf; dazu verwendet er »Leydener Flaschen«. |
| |
Jules
Dubosq stellt die erste Stereokamera vor. |
| |
Gründung der »New York Times«. |
| |
Ignazio Porro konstruiert
ein Teleobjektiv (andere Quellen datieren die erste
Verwendung eines Teleobjektivs auf das Jahr 1891) und ein
Objektiv mit veränderlicher Brennweite. |
| |
Abel Nièpce de Saint Victor
gelingt erstmals die Anfertigung farbiger Daguerreotypien,
indem er die Silberplatten mit Chloriden behandelt; auch diese
Aufnahmen lassen sich jedoch nicht fixieren. |
| |
Blanquart-Evrard entwickelt
in Lille ein hochempfindliches Kopierpapier mit Albumin,
das Belichtungszeiten von 6 Sekunden in der Sonne und 40
Sekunden im Schatten ermöglicht. |
| |
Berkowsky fotografiert in
Königsberg erstmals eine Sonnenfinsternis auf
Daguerrotypien. |
| 1852 |
Der Engländer Roger Fenton
bereist Kiew, St. Petersburg und Moskau; er fertigt dabei die
ersten Reisefotografien an. |
| |
Elektrolytische Herstellung von
reinem Magnesium durch Robert Bunsen und Sir
Henry Roscoe. |
| |
Blanquart-Evrard kann in
Lille mit dem Schnellkopierverfahren 200 bis 300 Kopien
pro Tag anfertigen. |
| |
William Henry Fox Talbot
entwickelt das Bichromatgelatine-Verfahren (Patent). |
| |
Charles Wheatstone
veröffentlicht einen Aufsatz über die Stereoskopie, in dem er
auch »stereoskopische Photogramme« erörtert. |
| 1852-1870 |
Charles Louis Napoléon Bonaparte
proklamiert sich als Napoleon III. zum Kaiser –
Zweites Kaiserreich in Frankreich. |
| 1853 |
Andre Adolphe Eugene Disdéri
(1819-1890) beantragt ein Patent für ein Verfahren, bei dem
mehrere Negative auf einer Kollodiumplatte aufgenommen werden
konnten (Carte de visite, Visitenkartenporträt). |
| |
Abel Nièpce de Saint Victor
präsentiert in Paris erstmals fotografisch mit Stahlplatten
hergestellte Drucke – Grundlage für die Heliogravüre. |
| |
Franz Freiherr von Uchatius
(1811-1890) kombiniert
Laterna magica und Stampfers bzw. Plateaus Phenakistiskop
von 1832 zur Projektion von Laufbildern für militärische
Schulungen. |
| |
In New York gibt es bereits 86
Daguerreotypie-Ateliers; die Anfertigung und Verarbeitung
einer Porträtaufnahme dauert rund 15 Minuten. |
| |
Samuel Morse: Telegrafie
mit Duplexbetrieb. |
| |
J. M. Levy konstruiert
einen Momentverschluss. |
| |
Thomas Ottewil konstruiert
eine Klappkamera. |
| 1854 |
Visitenkartenporträts: Andre Adolphe Eugene Disdéri
(1819-1890) beantragt ein Patent auf sein Verfahren des
Porträtbildes im Format der carte-de-visite. |
| |
T. Otterwill erfindet die
Wechselkassette (Verbesserung von Sparlings Kamera mit
Wechselvorrichtung von 1850). |
| |
August Moll gründet in Wien
eins der ersten Fotogeschäfte. |
| 1855 |
Roger Fenton macht im
Krim-Krieg die erste Kriegs-Bildreportage und fertigt
dafür 360 Aufnahmen an. |
| |
James Clerk Maxwell
(1831-1879)
beschreibt das Prinzip der additiven Farbfotografie durch
Kombination von drei Aufnahmen mit Rot-, Grün- und Blaufilter in
einem Schwarzweiß-Diapositiv, die mit entsprechenden Filtern
übereinander projiziert werden sollen – Theorie der
Dreifarbenfotografie (Weiterentwicklung 1861). |
| |
Relandin konstruiert eine
Rollkassette für Film, die aus zwei drehbaren Zylindern
besteht. |
| |
Romain Talbot beginnt in
Berlin mit »photographischen Bedarfsartikeln« zu handeln. |
| |
Ersetzung der Gleitkameras durch
Faltbalgenkameras. |
| |
J. M. Taupenot stellt sein
trockenes Kollodiumverfahren vor. |
| |
Edouard Léon Scott de
Martinville (1817-1879): Phonautograph – indirekte
Aufzeichnung von Schwingungen eines Körpers. |
| 1856 |
Entwicklung verschiedener
Trockenplatten (dry plates), die mit Tannin, Albumin
oder Gelatine beschichtet waren. |
| |
Lanet de Limenci stellt
einen optischen Belichtungsmesser in Form einer Kamera
vor. |
| |
J. B. Dancer konstruiert
eine zweiäugige Stereokamera, deren Bilder durch
ein Stereoskop betrachtet werden. |
| |
C. G. Kinnear konstruiert
eine flach zusammenlegbare Kamera mit konischem Balgen. |
| 1857 |
Fotografien unterliegen in
Großbritannien, u.a. auf Initiative von Roger Fenton, dem
Copyright. |
| 1858 |
Nadar (eigtl. Gaspard Félix
Tournachon) fertigt aus einem Ballon die ersten Luftaufnahmen
an; in den Ballonkorb ist eine Dunkelkammer eingebaut. |
| |
Georg Böttger fertigt aus
elf Einzelaufnahmen eine sechs Meter lange Panoramaaufnahme
vom Münchner Petersturm. |
| |
Transatlantiktelegrafie. |
| 1859 |
Aimé Lausedat konstruiert
eine topografische Kamera. |
| |
Erfindung des
Weitwinkelobjektivs mit 120° Bildwinkel (Quellendiverganz;
vgl. 1860). |
| |
Charles Darwin: Ȇber die
Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl« –
Begründung der Evolutionstheorie. |
| |
George W. Wilson
(Edinburgh) und Edward Anthony (New York) fertigen die
ersten Fotografien an, auf denen bewegte Objekte wie
spazierende Fußgänger deutlich erkennbar sind; diese neuen
Aufnahmemotive werden durch verbesserte Kameraverschlüsse und
empfindlichere Platten ermöglicht. |