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Chronologie zur Geschichte der Fotografie: 19. Jahrhundert

Geschichte : Chronologie : 19. Jahrhundert : 1820-1839
13-Mar-1998/07-Feb-06


1820 bis 1839

Chronologische Darstellung von Meilensteinen aus der Geschichte der Fotografie im 19. Jahrhundert.

< 18. Jh. | 1800-19 | 1820-39 | 1840-59 | 1860-79 | 1880-99 | 20. Jh. >

1820 Kreidelicht ersetzt die Öllampen in der Laterna magica.
  Louis Jacques Mandé Daguerre erfindet als Variante des Panoramas das Diorama.
1822 Joseph Nicéphore Niépce fertigt die erste lichtbeständige heliografische Kopie eines grafischen Blattes (d.h. eines Kupferstiches) mit Hilfe von Asphalt auf Glas an; dabei handelt es sich um eine Kontaktkopie, da er nich keine Kamera verwendet.
  Louis Jacques Mandé Daguerre stellt in Paris der Öffentlichkeit das Diorama vor, ein monumentales Bühnenbild, belebt durch Beleuchtungseffekte mit Auf- und Durchsicht.
  Jean Francois Champollion: Entzifferung der ägyptischen Hieroglyphen.
1823 Louis Jacques Mandé Daguerre stellt in London der Öffentlichkeit das Diorama vor.
  Louis Jacques Mandé Daguerre entwickelt eine Kamera mit Jod-Silberplatten.
  Ludwig van Beethoven: »Neunte Sinfonie«.
1823 Voigtländer: Kaiserliches Privileg für Doppel-Theater-Perspektive (Operngläser).
1824 Joseph Nicéphore Niépce gelingt erstmals mit einer Camera obscura eine  haltbare Abbildung (point de vue) auf einer asphaltbeschichteten Zinkplatte; daneben verwendete er auch Stein-, Glas-, Silber-, Zinn- und Kupferplatten als Träger.
1825 Erfindung der Blindenschrift.
1826 Antoine Jerome Balard (1802-1876) entdeckt die Lichtempfindlichkeit des Silberbromids.
  Joseph Nicéphore Niépce lernt den Besitzer des spektakulären Dioramas in Paris, Louis Jaques Mande Daguerre (1787-1851) durch Vermittlung des Optikers Vincent Chevalier kennen.
1827 Joseph Nicéphore Niépce belichtet acht Stunden lang den Blick aus dem Fenster seines Arbeitszimmers in Les Gras im Darf Saiint Loup de Varenne auf einer mit Asphalt lichtempfindlichen gemachten Zinnplatte. Das Ergebnis ist ein seitenverkehrtes Direktpositiv und gleichzeitig die erste erhalten gebliebene lichtbeständige Fotografie.
1828 Joseph Nicéphore Niépce zeigt erstmals öffentlich Heliographien auf Asphalt.
  William Nicol erfindet das Nicolsche Polarisationsprisma.
1829 Niépce und Daguerre schließen einen Vertrag über die Vervollkommnung und Nutzung der auf lichtchemischem Weg gewonnenen Bilder. Niepce stirbt vier Jahre später.
  Drais von Sauerbronn: Tastenschreibmaschine – 25 Tasten, Papierstreifen.
1832 Entwicklung des Lebensrads durch Joseph Plateau in Gent und unabhängig davon durch Simon [Ritter von] Stampfer in Wien (auch Phenakistiskop, Stroboskop, Wundertrommel).
  Charles Babbage: Difference Engine – programmgesteuerte mechanische Rechenmaschine.
  Schilling von Canstatt: Elektrisch-magnetiscger Telegraf.
1833 William Henry Fox Talbot, der mit seiner zeichnerischen Begabung unzufrieden war, fertigt am Comer See Skizzen mit Hilfe von Wollastons Camera lucida von 1807 an.
  Charles Babbage: Analytical Engine – mechanische Rechenmaschine mit moderner Computerstruktur.
1834 William Henry Fox Talbot (1800-1877), ein englischer Privatgelehrter, beginnt auf seinem Landsitz Lacock Abbey mit fotografischen Versuchen auf lichtempfindlichem Papier; er bezeichnet das Verfahren als »photogenische Zeichnung«.
  William George Horner erfindet nach dem Stroboskop-Prinzip das Zootrop.
1835 William Henry Fox Talbot (1800-1877) fotografierte das Fenster seiner Bibliothek von innen und lässt verbreiten: »Und dies ist, wie ich glaube, der erste überlieferte Fall eines Hauses, das sein eingenes Portrait gemalt hat«. Dabei nutzte er eine acht Zentimeter kleine, mit einer Linse ausgestattete Kamera, von seiner Frau liebevoll »Mausefalle« genannt. Sein Papier tränkte er mit Silbernitrat und einer Salzlösung. Mit einer Kochsalzlösung wurde das Blatt fixiert. Erst als 1839 das Verfahren von Daguerre bekannt wurde, setzte Talbot seine Versuche fort.
1836 Ernst Heinrich Weber und Wilhelm Weber: »Die Mechanik der menschlichen Gehwerkzeuge« – nach Friedruch Kittler die ersten im strengen Sinn errechneten Bilder (»Schrift und Zahl. Die Geschichte der errechneten Bilder«, 2004)
  Carl August von Steinheil: Schreibender Telegraf.
1837 Louis Jacques Mandé Daguerre entdeckt die Kochsalzlösung als Fixiermittel. Dies geschah vermutlich ohne Kenntnisse von den Talbotschen Forschungsergebnissen.
  William Cooke und Charles Wheatstone: Telegraf (Patent).
  Samuel Morse: Erste öffentliche Experimente zur Entwicklung des Morsealphabets.
  Erlaß des ersten Urheberrechtsgesetzes in Preußen.
1837-1840 Samuel Morse erfindet den Schreibtelegrafen (Morseapparat) und das Telegrafenalphabet (Morse-Code).
1837-1901 Victoria, Königin von England – Viktorianische Epoche.
1838 Charles Wheatstone beschreibt das Prinzip des stereoskopischen Sehens.
1839 Am 6. Januar 1839 erscheint in der Gazette de France ein Bericht der Académie des Sciences, in der die Fotografie als »wichtige Entdeckung unseres berühmten Diorama-Malers M. Daguerre« angekündigt wird.
  Am 19. Januar 1839 erscheint ein englische Übersetzung, und bereits am 31. Januar reklamiert Talbot in einer Rede vor der Royal Society in London die Entdeckung der »Kunst der photographischen Zeichnung« (photogenic drawings) für sich und präsentierte auch 95 photogenische Zeichnungen in der British Association in Birmingham.
  Im Februar 1839 beansprucht die Malerin Friederike Wilhelmine von Wunsch die Erfindung eines Verfahrens, das selbst Menschen in Bewegung und in Farbe abbilden könne.
  Ebenfalls im Februar 1839 behauptet der Berner Professor Friedrich Gerber im Schweizer Beobachter, bereits längst ein Verfahren entwickelt zu haben zum Fixieren von Fotogrammen und den Bildern der Camera obscura.
  Am 1. Februar 1839 beginnt Hippolyte Bayard mit ersten fotografischen Versuchen. Bereits im März erhält er direkte positive Bilder (Direkt-Positiv-Verfahren); er erläutert sein Verfahren jedoch erst am 24. Februar 1840 vor der Akademie der Wissenschaften.
  Am 25. Februar wird erstmals der Begriff »Photographie« in der Berliner Vossischen Zeitung erwähnt.
  Am 28. Februar 1839 schlägt John Herschel in einem Brief an Talbot den Begriff »photography« vor.
  Am 15. Juni 1839 beantragt eine Fraktion im Parlament, die Erfindung der Fotografie durch den Staat ankaufen zu lassen und das Verfahren der Öffentlichkeit zu übergeben.
  Am 24. Juni 1839 präsentiert der Finanzbeamte Hippolyte Bayard 30 eigene Aufnahmen in einer ersten Fotoausstellung im Rahmen einer Wohltätigkeitsveranstaltung zugunsten der Opfer eines Erdbebens in Martinique.
  Am 19. August 1839 präsentiert die französische Akademie der Wissenschaften offiziell die Erfindung der Fotografie; sie verkündet, daß es Niépce und Daguerre gelungen sei, dauerhafte Bilder mit Hilfe der Camera Obscura aufzuzeichnen und gibt die Erfindung frei zur Nutzung in aller Welt. Daguerre wird als Erfinder der Fotografie gefeiert. Die Ergebnisse seiner Arbeit bezeichnet man als Daguerreotypien (Silberplatten-Technik).
  Am 28. August berichtet die Vossische Zeitung erneut über die Fotografie als »französische Windbeutelei«.
  Der Chemiker Franz von Kobell und der Physiker Carl August von Steinheil konstruieren eine handliche, nur 12,7x7,6 cm große Kamera mit achromatischer Linse und einem Bildformat von 3,8x5,1 cm.
  Mungo Ponton entdeckt die Lichtempfindlichkeit chromsaurer Salze in Gegenwart von Kolloiden.

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