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Lewis Carroll (1832-1898)
Bürgerlicher Namer: Charles Lutwidge Dodgson.
Fotografen : C : Lewis
Carroll : Übersicht
27-Dec-2003/10-Feb-07
Übersicht
Charles Lutwidge Dodgson (* 27. Januar 1832 in Daresbury - † 14.
Januar 1898 in Guildford), besser bekannt unter seinem Künstlernamen
Lewis Carroll, war ein britischer Schriftsteller.
Er war der Autor von Alice im Wunderland und Alice hinter den
Spiegeln. Mit seiner Befähigung für Wortspiel, Logik und Fantasie
schaffte er es, weite Leserkreise – von den naivsten zu den gebildetsten
- zu fesseln. Seine Werke blieben bis heute populär und haben nicht nur
die Kinderliteratur, sondern auch Schriftsteller wie James Joyce oder
Douglas R. Hofstadter beeinflusst.
Familie
Er stammte aus einer nordenglischen Familie mit irischen Verbindungen
– konservativ, anglikanisch, obere Mittelklasse – deren Mitglieder die
für die englische obere Mittelklasse typischen Berufe in Armee und
Kirche wählten. Sein Urgroßvater, der wie sein Großvater und sein Vater
ebenfalls Charles hieß, war in der anglikanischen Kirche bis zum Bischof
aufgestiegen, sein Großvater starb 1803 als Hauptmann der britischen
Armee im Einsatz, als seine beiden Söhne noch Kleinkinder waren.
Der ältere von diesen beiden wandte sich der anderen
Familientradition zu und schlug die geistliche Laufbahn ein. Er ging zur
Westminster School, danach auf die Universität Oxford. Er war ein
hervorragender Mathematiker und graduierte summa cum laude, was der
Auftakt zu einer herausragenden Karriere hätte sein können, aber leider
nicht war. Anstelle derer heiratete er 1827 eine Cousine und zog sich in
die Unauffälligkeit einer Landpfarrstelle zurück.
Kindheit
Charles Lutwidge Dodgson wurde in dem kleinen Pfarrhaus von Daresbury
in Cheshire geboren, der älteste Sohn, aber schon das dritte Kind in
einer erst viereinhalb Jahre andauernden Ehe. Weitere acht Kinder
sollten folgen, und sie alle (7 Mädchen und 4 Jungen) sollten bis zum
Erwachsenenalter überleben, was für die damalige Zeit sehr ungewöhnlich
war. Als Charles 11 Jahre alt war, bekam sein Vater die Pfarrstelle in
Croft-on-Tees in North Yorkshire und die ganze Familie zog in das
geräumige Pfarrhaus ein, das für die nächsten 25 Jahre ihr Zuhause sein
sollte.
Dodgson Senior machte unterdessen eine gewisse Karriere innerhalb der
Kirche: Er publizierte einige Predigten, übersetzte Tertullian, wurde
Erzdiakon der Kathedrale in Ripon und mischte sich, manchmal
einflussreich, in die intensiven religiösen Streitigkeiten ein, die die
anglikanische Kirche spalteten. Er gehörte der anglikanischen High
Church an, mit Anklängen an den Anglo-Katholizismus, ein Bewunderer von
Newman und der Traktarischen Bewegung, und er tat sein bestes, diese
seine Ansichten auch seinen Kindern zu vermitteln.
Charles Junior wuchs zu einem fröhlichen, redegewandten Jungen heran.
Die ersten Jahre ging er nicht zur Schule, sondern wurde zu Hause
unterrichtet. Seine Leseliste wurde in der Familie überliefert und ist
Beweis für seinen herausragenden Intellekt: Mit sieben Jahren las er
beispielsweise "The Pilgrims Progress" von John Bunyan. Es wurde
verschiedentlich behauptet, dass er ursprünglich Linkshänder war und
schwere Traumata durch die Umerziehung zur Rechtshändigkeit erlitt, es
gibt allerdings keine Dokumente, die dies beweisen würden.
Mit zwölf Jahren wurde er auf eine kleine Privatschule im
nahegelegenen Richmond geschickt, wo er anscheinend glücklich und
gelassen am Unterricht teilnahm. 1845 jedoch wechselte er zur Schule in
Rugby, wo er offensichtlich weitaus weniger glücklich war, denn er
schrieb einige Jahre, nachdem er die Schule verlassen hatte:
I cannot say ... that any earthly considerations would
induce me to go through my three years again ... I can honestly say
that if I could have been ... secure from annoyance at night, the
hardships of the daily life would have been comparative trifles to
bear.
(Ich kann nicht sagen …, dass irgendwelche irdischen
Überlegungen mich dazu bringen könnten, noch einmal diese drei Jahre
durchzumachen... Ich kann ehrlich sagen, dass die Entbehrungen des
täglichen Lebens als vergleichsweise Kleinigkeiten zu ertragen
gewesen wären, wäre ich nur ... sicher vor den Ärgernissen der Nacht
gewesen.)
Die genaue Natur dieser "nächtlichen Ärgernisse" werden wir wohl nie
erfahren, aber es kann durchaus sein, dass er damit diskret auf eine
gewisse Art von sexuellem Missbrauch verweist. Was seine Schulkarriere
angeht, war er mit offensichtlicher Leichtigkeit hervorragend. "Ich
hatte keinen vielversprechenderen Jungen in seinem Alter gesehen, seit
ich nach Rugby kam" beobachtete R. B. Mayor, sein Mathematiklehrer.
Oxford
Er verließ Rugby Ende 1849 und ging nach einer Zwischenzeit, die
unerklärt verbleibt, im Januar 1851 nach Oxford, auf das alte College
seines Vaters, Christ Church. Er war gerade zwei Tage in Oxford, als er
nach Hause zurückgerufen wurde. Seine Mutter war an "Hirnentzündung"
(vermutlich einer Meningitis oder auch einem Schlaganfall) gestorben –
im Alter von 47 Jahren.
Wie immer auch Dodgsons Gefühle beim Tod seiner Mutter waren, er
erlaubte ihnen nicht, ihn all zu sehr von seinem Zweck in Oxford
abzuhalten. Er wird wohl nicht immer hart gearbeitet haben, aber er war
hervorragend begabt und das Studium fiel ihm leicht. Im folgenden Jahr
schloss er das Grundstudium mit Bestnote ab und wurde kurz danach von
einem alten Freund seines Vaters, dem Kanonikus Edward Pusey, für ein
Stipendium für das Hauptstudium vorgeschlagen.
Seine frühe akademische Laufbahn schwankte zwischen hohen Ambitionen
und mangelnder Konzentration. Durch seine eigene Faulheit verfehlte er
ein wichtiges Stipendium, aber trotzdem gelang es ihm durch seine
Brillianz als Mathematiker, den Lehrstuhl für Mathematik in Christ
Church zu gewinnen, den er die nächsten 26 Jahre inne hatte. Er erzielte
damit ein gutes Einkommen, aber die Arbeit selbst langweilte ihn. Viele
seiner Schüler waren dumm, älter als er, reicher als er, und vor allem
waren sie völlig uninteressiert. Sie wollten von ihm nichts lernen, er
wollte ihnen nichts lehren, beidseitige Apathie bestimmte den täglichen
Umgang.
1856 begann er mit der damals neuen Kunst der Fotografie. Er wurde
ein hervorragender Fotograf und die Fotografie wurde zum Ausdruck seiner
sehr persönlichen inneren Philosophie, ein Glaube an die Göttlichkeit
dessen, was er "Schönheit" nannte, womit er wohl einen Zustand der Moral
und der ästhetischen und physischen Perfektion meinte. Er fand seine
göttliche Schönheit nicht nur in der Magie des Theaters, sondern in der
Poesie, in einer mathematischen Formel, und vermutlich vor allem in der
menschlichen Form, in den Körperbildern, die ihn bewegten.
Als er mit der Fotografie begann, wollte er seine eigenen
Vorstellungen mit den Idealen von Freiheit und Schönheit zu der Unschuld
des Paradieses kombinieren, in dem der menschliche Körper und der
menschliche Kontakt ohne falsche Scham genossen werden konnten. In
seinen späteren Jahren versuchte er, diese Philosophie in die des
Erstrebens der Schönheit als Zustand der Gnade umzuwandeln, also in ein
Mittel zum Wiedererlangen verlorener Unschuld. Dies zusammen mit seiner
lebenslangen Neigung zum Theater brachte ihn in Konfrontation mit der
damaligen Moral der Mehrheit und mit der Glaubensrichtung seiner
Familie. Seine Lieblingsmotive für die Fotografie waren berühmte
Personen und kleine Mädchen.
Der junge Erwachsene Charles Dodgson war etwa 1,80 m groß, schlank
und auf eine verträumte Weise hübsch, mit lockigem braunem Haar und
blauen Augen. Im für diese Krankheit ungewöhnlich hohen Alter von 17
Jahren erlitt er eine ernste Infektion mit Keuchhusten, aufgrund der er
auf dem rechten Ohr schwerhörig wurde und die für Probleme mit den
Atmungsorganen im späteren Leben verantwortlich war. Die einzige
ernsthafte Behinderung jedoch war das, was er als seine "Unsicherheit"
bezeichnete, ein Stottern, das er sich in seiner frühen Kindheit
zugezogen hatte, und das ihn sein ganzes restliches Leben plagen sollte.
Das Stottern war immer ein bedeutender Teil der Mythen, die sich um
Lewis Carroll gebildet haben. In diesem Zusammenhang wurde
beispielsweise behauptet, dass er nur in der Gesellschaft von
Erwachsenen stotterte, in der Gegenwart von Kindern jedoch frei und
flüssig sprach. Es gibt keinen Beweis für diese Behauptung, viele Kinder
aus seinem Bekanntenkreis erinnerten sich an sein Stottern, vielen
Erwachsenen ist es nicht aufgefallen. Es kam und ging aus seinen eigenen
Gründen, aber nicht als eine klischeehafte Manifestation einer "Angst
vor der Erwachsenenwelt". Dodgson selbst war sich dieser Behinderung
weitaus mehr bewusst als die meisten Leute, mit denen er zusammenkam.
Obwohl ihn das Stottern störte, er manchmal schier von ihm besessen war,
war es nie so schlimm, dass er seine Fähigkeit zum Umgang mit seinen
Mitmenschen verloren hätte.
Anmerkungen
Quelle
Dieser Artikel stammt aus
Wikipedia, der freien Enzyklopädie.
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Stand: 25. Okt 2003 11:29.
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