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Systematik

Filme : Systematik : Übersicht
11-Mar-1998/08-Jan-06


Übersicht

Die internationale Photoindustrie bietet ein umfangreiches Filmsortiment, das nur wenige Wünsche offenlässt. Die Qualität der Filme ist i.d.R. ausgesprochen hoch. Dennoch ist es wichtig, Filmmaterial und Aufnahme-Situation aufeinander abzustimmen. Nur dann können alle Möglichkeiten, die im Material und in der Ausrüstung stecken, optimal genutzt werden.

In der Fotografie versteht man unter einem Film (von engl. film "Häutchen") das lichtempfindliche Aufnahmemedium eines Fotoapparates.

Ursprünglich meinte man mit Film nur die dünne Schicht einer Fotoemulsion, mit der die Oberfläche einer Fotoplatte überzogen wurde. Mit der Erfindung des Zelluloids fand ein Bedeutungswandel statt. Heute versteht man unter Film auch eine, mit einer Fotoemulsion beschichtete, transparente Folie aus Polyester. Meistens wird ein an beiden Seiten perforierter Filmstreifen, der in einer Filmpatrone aufgewickelt ist, verwendet.

Differenzierungsbereiche

Farbwiedergabe

Man unterscheidet

Farbfilm
Schwarz-Weiß-Film
Spezialfilme: z.B. für Infrarot-Aufnahmen

Positiv- und Negativfilme

Bei Schwarz-Weiß gibt es (fast) nur Negativ-Filme, bei Farbfilmen sind außerdem auch Dia-Positiv-Filme im Handel.

Beim Dia-Positiv-Film werden auf dem Film die Farben nach dem Entwicklungsprozess so wie in der Natur dargestellt.
Bei einem Negativfilm sind alle Farben umgekehrt, beispielsweise ist bei Schwarz-Weiß-Negativfilmen Weiß Schwarz und Schwarz Weiß, die entsprechenden Grauwerte werden entsprechend umgesetzt.

Diese Umkehrung wird erst durch Kopieren des Films auf das lichtempfindliche Fotopapier rückgängig gemacht.

Schwarz-Weiß-Filme können durch ein spezielles Entwicklungsverfahren zu einem Dia "umkehrentwickelt" werden. Der einzige Film, für den dies kommerziell angeboten wird, ist der Agfa Scala.
Schwarz-Weiß-Filme können für unterschiedliche Farben unterschiedlich sensibilisiert (empfindlich) sein. Davon - sowie von Filtern - hängt die Umsetzung der Farben in Graustufen ab.

Konfektionierung (»Größe«)

Filme gibt es in unterschiedlichen Größen des Aufnahmeformats und gegebenenfalls in unterschiedlichen Längen; dabei werden eine Reihe von Konfektionierungen von fotografischen Filmen unterschieden. Gängige Formate sind der 35-mm-Film (Kleinbildfilm) mit einem Negativ/Diaformat von 24x36 mm für meist 12, 24 oder 36 Aufnahmen und Mittelformat mit Negativ/Diaformaten von typischer weise 4,5x6 cm, 6x6 cm oder 6x9 cm und der APS-Film. Über dem Mittelformat liegen Großformatkameras, die aber nicht mit gerolltem Film, sondern mit einzelnen Filmplatten beschickt werden.

Empfindlichkeit

Die Filme sind in verschiedenen Lichtempfindlichkeiten (sog. Filmempfindlichkeit) erhältlich. Mit steigender Empfindlichkeit geht dabei die Auflösung des Films zurück, da die lichtempfindlichen Kristalle immer größer werden und am Ende als so genanntes Korn auch auf dem Foto sichtbar werden können.

Höher empfindliche Filme haben eine schlechtere Farbtreue und Einbußen beim Kontrastumfang. Außerdem steigt mit der Empfindlichkeit auch der Preis. Die Empfindlichkeit wird im allgemeinen in DIN und ASA angegeben. Bei den DIN Angaben wird eine logarithmische Skala zu Grunde gelegt. Eine um 3 höhere Zahl bedeutet eine Verdopplung der Empfindlichkeit. Bei ASA wird eine lineare Skala zu Grunde gelegt. Standard ist heute (2004) bei Farbfilmen eine Empfindlichkeit von 24 DIN / 200 ASA. Diafilme liegen üblicherweise bei 21 DIN / 100 ASA. Die meisten 200 ASA Diafilme sind überschichtete 400 ASA Filme, so dass sich ihr Kauf optisch und finanziell nicht lohnt.

Schwarzweiss-Filme

Niedrigempfindliche Filme IISO 25/ 15° bis ISO 50/18°):Diese Materialien sind ausgesprochen feinkörnig und hochauflösend. Sie werden dann eingesetzt, wenn es auf ein Maximum an Schärfe und Detailreichtum ankommt (z.B. bei Reproduktionen). Filme dieser Gruppe haben eine verhältnismäßig steile Gradation und einen engen Belichtungsspielraum.

AGFA APX 25, ILFORD Pan F Plus IISO 50/1 B°)

Mittelempfindliche Filme {ISO 50/18° bis ISO 125/22°): Filme dieser Gruppe sind das Standard-Material des Photographen und fast allen Aufgaben gewachsen. Körnigkeit und Schärfe sind auch bei KB-Filmen ausgezeichnet und erlauben entsprechende Vergrößerungsmaßstäbe. Der reichliche Belichtungsspielraum wird auch mal mit einer Fehlbelichtung fertig.

AGFA APX 100, KODAK Tmax 100, PHOTOTEC SW 100 Plus, ILFORD Delta 100 prof.lalle ISO 100/21 °), ILFORD FP 4 Plus IISO 125/22°)

Hochempfindliche Filme (ISO 200/24° bis ISO 400/27°): Immer wenn ungünstige Lichtverhältnisse herrschen oder wenn kurze Verschlußzeiten notwendig werden, setzt man Filme dieser Gruppe ein. Sie sind ideal für die Presse-, Sport- und Action-Photographie. Das Korn ist gegenüber der weniger emfindlichen Gruppe nur wenig gröber, das Auflösungsvermögen nur geringfügig schlechter. Die hochempfindlichen Materialien besitzen einen großen Belichtungsspielraum und vertragen dadurch große Beleuchtungskontraste.

AGFA APX 400 ILFORD HP 5 Plus, ILFORD Delta 400 prof. KODAK T-max 400, KODAK Tri-X, FUJI Neopan 400, PHOTOTEC SW 400, |alle ISO 400/27°)

Ti3iiiiii~findliche Filme tüber ISO 400/27°): Spezialmaterialien für extrem ungünstige Lichtverhältnisse. Das Korn triH etwas deutlicher hervor, was durchaus auch ganz bewußt als Gestaltungsmittel eingesetzt werden kann.

FUJI Neopan 1600 llSO 1600/33°), KODAK Tmax P 3200 1ISO 3200/36°)

Alle erwähnten Filme können durch entsprechende Entwicklung in der Empfindlichkeit beeinflußt werden. Durch empfindlichkeitssteigernde Entwicklung (pushen) können 2 bis 3 Blenden gewonnen werden. FeinkornEntwickler verringern dagegen die Nennemplindlichkeit um etwa 1 Blende.

Schwarz/Weiß-Film auf Color-Basis:

ILFORD XP 2-400: ILFORD hat bei der Entwicklung des XP 2-400 auf Technologien aus dem Colorbereich zurückgegriffen. So gelang es, einen Film herzustellen, bei dem es nahezu keine Belichtungsprobleme mehr gibt. Er kann praktisch ohne Qualitätsunterschiede im Bereich zwischen ISO 50/ 18° und ISO 800/30° belichtet werden. Der XP 2-400 ist für alle Motive geeignet und ergibt feinkörnige Negative mit sehr ausgewogener Grauwertabstufung.

Im Gegensatz zu allen anderen s/w-Filmen muß dieser Film im Prozeß C41 entwickelt werden. Gute Ergebnisse erzielen Sie mit DILUCOLOR. Falls Sie keine Möglichkeit zur Selbstverarbeitung haben, können Sie den XP 2 in jedem Labor entwickeln lassen.

Schwarz/Weiß-Spezialfilme:

Die hier vorgestellten Filme sind für besondere Aufgaben vorgesehen. Wenn sie für die bildmäßige Photographie eingesetzt werden, erzielen Sie mit ihnen ganz außergewöhnliche Resultate.

KODAK Kodalith Ortho, KODAK Ektagraphic HC Ica. ISO 25/15°)

Hart arbeitender Dokumentenfilm für Reprozwecke. Er ist orthochromanisch, das bedeutet, daß er für rotes Licht unempfindlich ist und bei schwach-roter Beleuchtung z.B. in der Schale nach Sicht entwickelt werden kann.

Verarbeitung in graphischem Entwickler wie z.B. AMALOCO AM 30G oder TETENAL Dokumol bzw. Dokulith.

KODAK Technical Pan {ca. ISO 50/ 18°1: Dieser höchstauflösende Spezialfilm, eigentlich fürAnwendungen in Wissenschah und Technik gedacht, kann auch in der bildmäßigen Photographie zeigen, was in ibm steckt. Nahezu kornlose Bilder von einer solchen Schärfe, daß ein Kg-Negativ an die Qualität einer 9x 1 2-Planfilm-Aufnahme herankommt.

Für die Entwicklung muß entweder Technidol LC oder Neofin doku verwendet werden.

KODAK High Speed Infrarot Ica. ISO 50/18°): Ein Spezialfilm mit hoher Empfindlichkeit, für die sichtbaren Anteile und die infraroten Anteile p70-840nm) des Lichtes sensibilisiert.

Für den IR-Film gibt es eine Reihe von wis

senschaftlichen und technischen Einsatzmöglichkeiten. Der Amateur kann mit ihm Aufnahmen von ganz eigenem Reiz herstellen, z.B. im Bereich der Landschahs- oder Portraitphotographie.

Wenn eine Infrarot-Lichtquelle zur Verfügung steht, muß der Film zusammen mit einem Infrarot-Filter verwendet werden.

Color-Negativ-Filme:

Aus dem vielfältigen Angebot der Industrie haben wir nur einige wenige CN-Materialien ausgewählt. Die Qualität der modernen CN-Filme ist ausgezeichnet. Die Farbwiedergabe ist nahezu neutral, dennoch gibt es kleine Unterschiede. Sie sollten Ihre Wahl nach eigenem Geschmack treffen und dann dieser Marke treu bleiben.

CN-Filme werden im Bereich zwischen ISO 25/15° und ISO 1600/33° angeboten. Zwischen den einzelnen Empfindlichkeitsstufen bestehen nur noch geringe Unterschiede in Korn und Schärfe. Selbst bei den höchstempfindlichen Filmen ist das Korn noch akzeptabel. Der Belichtungsspielraum hängt von der Empfindlichkeit ab und kann bei den mittelempfindlichen Filmen bis zu +2 Blenden ausmachen.

Obwohl die CN-Filme für Tageslicht sensibilisiert sind, eignen sie sich auch für Kunstlicht-Zwecke. Der dabei entstehende Farbstich kann weitgehend ausgefiltertwerden. Besser ist es allerdings, das passende Konversionsfilter IKB 12 oder KB 15, siehe unter Filter) zu verwenden.

Alle Color-Negativ-Filme in unserem Lieferprogramm können von Ihnen selbst entwikkelt werden. Entwicklungssätze für den Prozeß C41 finden Sie unter »Film-Entwickler Color«.

Sie finden in unserer Beilage Filme von KODAK und AGFA. Die Empfindlichkeit in ISO ist immer der Bezeichnung nachgestellt: AGFA Optima 100 = ISO 100/21°.

Color-Dia-Filme:

Alle modernen Color-Dia-Filme sind von ausgezeichneter Qualität. Korn, Schärfe und Auflösungsvermögen sind gut aufeinander abgestimmt, das trifh selbst auf die hochempfindlichen Filme zu. Die Farbabstimmung und die »Buntheit« ist von Marke zu Marke verschieden. AGFA-Filme z.B. geben die Farben neutral und natürlich wieder, während KODAK- oder FUJI-Filme zu krähigeren Farbwiedergabe neigen.

Es ist uns unmöglich, Ihnen den »richtigen« Film zu empfehlen. Letztendlich ist Ihr eigenes Farbempfinden derMaßstab IhrerWahl. Hilfreich sind Aussagen, die bei den Filmtests der bekannten Photo-ZeitschriRen gemacht werden.

Dia-Filme sind in verschiedenen Empfindlichkeitsstufen erhältlich. Die niedrigempfindlichen Filme haben das feinste Korn und die größte Schärfe. Beinahe ebenso gute Eigenschaben besitzen die Universal-Filme lum ISO 100/21°). Aber auch ein hochempfindlicher Film kann noch gut mithalten.

Es sind Dia-Filme für Tageslicht und für Kunstlicht erhältlich. Durch Verwendung von Konversionsfiltern IKB bzw. KR) können die Filme an die Farbtemperatur des Aufnahmelichtes angepaßt werden.

Alle Dia-Filme in unserem Lieferprogramm, mit Ausnahme der Kodachrome-Filme, können von Ihnen selbst entwickelt werden. Entwicklungssätze für den Prozeß E-6 finden Sie unter »Film-Entwickler Color«.

Alle durch uns lieferbaren Dia-Filme sind in der Beilage zum Katalog aufgeführt. Die Filmempfindlichkeit ergibt sich immer aus der Bezeichnung des Materials, z.B. Agfachrome RSX 100 = ISO 100/21°. Kunstlichnilme haben wir besonders gekennzeichnet. Wenn die Entwicklung und evtl. die Rahmung im Filmpreis eingeschlossen sind, finden Sie einen entsprechenden Hinweis.

Durch entsprechende Entwicklung ist es möglich, Color-Dia-Filme in der Empfindlichkeit zu verringern oder zu steigern. Eine Uberoder Unterbelichtung von 1 Blende ist ohne Qualitätseinbuße möglich, einige Materialien vertragen sogar eine Push-Entwicklung, die 2 Blenden ausgleicht.

Color-Dia-Spezial-Filme:

KODAK Dia-Duplikat-Film S0-366: Weich arbeitender Dia-Duplikat-Film, als Tageslicht-Material speziell auf Blitzbeleuchtung abgestimmt. Dieser Film benötigt eine Grundfilterung, die z.B. durch Kopierfilter vor dem Blitzgerät erreicht werden kann.

Der Film S0-366 ist nur als Kg-Film 135-36 lieferbar. Die Verarbeitung erfolgt im Prozeß E-6.

Quelle: PHOTOTEC


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