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APS-Logo (1974 Byte)Advanced Photo System

Technik : APS : Pro und Contra
14-Mar-1998/08-Jan-06


Pro und Contra

Wer vor der Wahl steht, sich eine neue Kompaktkamera zu kaufen, kann zwischen zwei verschiedenen Fotosystemen wählen. Einmal Kameras, die auf das herkömmliche 35-mm-Kleinbildformat (KB-Format) zurückgreifen, oder Geräte, die das 1996 eingeführten Advanced Photo System, kurz APS, unterstützen.

Der Unterschied zwischen den beiden Systemen tritt spätestens beim Einlegen der Filmpatrone zu Tage. Beim KB-Format muss erst manuell ein Stückchen Film aus der Patrone gezogen und in die Führung des Filmtransports eingefädelt werden. Ist der KB-Film in der Kamera verknippst, spult er sich, sofern die Kamera dies unterstützt, automatisch in die Patrone zurück. Will man den Film im Labor entwickeln lassen, bevor alle Bilder auf dem Film verschossen sind, kann man den Rückspulmechanismus auch manuell auslösen -- die nicht gemachten Bilder gehen dabei aber verloren.

Das Bildseitenverhältnis der Abzüge beim KB-Film beträgt 2:3, also z.B. die bekannten Bildgrößen 9 x 13 oder 10 x 15 cm.

Ganz anders sieht es beim APS aus. So fällt zum Beispiel sofort auf, dass die Patrone 25 Prozent kleiner ist, was auch kompaktere Kamerakonstruktionen zulässt. Auch muss man die Patrone nur noch in die Kamera einglegen, den Rest erledigt die APS-Kamera von selber. Umständliche Einfädelei entfällt damit. Ist der Film ausbelichtet, wird er vollständig in die Patrone zurückgespult.

Nachteile hat das kleine Format lediglich für Fotografen, die gerne große Bilder machen. Dadurch, dass das Bildnegativ kleiner ist als bei herkömmlichen 35-mm-Aufnahmen, muss man bei vergrößerten Abzügen mit Einbußen in der Bildqualität rechnen.

Auch nach der Entwicklung erhält der Fotograf den APS-Film wieder in der kleinen Patrone, zusammen mit einem Indexprint, also einem Fotoabzug, der sämtliche Bilder in Miniatur zeigt. Indexprint, Film und Patrone erhalten eine identische Nummer, weshalb man schnell die richtige Filmpatrone für Fotonachbestellungen zur Hand hat.

Eine Anzeige auf der Oberseite der Filmpatrone gibt Auskunft, ob der Film unbelichtet, belichtet, nur teilweise belichtet oder bereits entwickelt ist. Eine Verwechslung wie beim Kleinbildfilm ist damit so gut wie ausgeschlossen. Eine APS-Kamera erkennt automatisch, ob ein Film bereits entwickelt ist und verhindert somit die von Fotografen gefürchtete Doppelbelichtung.

Unterstützt die APS-Kamera das Wechseln teilweise belichteter Filme (MRC-Funktion), kann man diesen zu einem späteren Zeitpunkt wieder in die Kamera einlegen und fertig knippsen.

Auch beim Fotografieren selbst bietet das APS Vorteile. So kann der Fotograf vor jeder Aufnahme zwischen drei verschiedenen Bildformaten wählen. Zur Auswahl stehen das Classic-Format (C), das dem des KB-Films entspricht, ein Panorama-Format (P), mit dem Seitenverhältnis 1:3 sowie das High-Definition-Format (H), mit einem Seitenverhältnis von 9:16. Die gewünschte Option wird in einer speziellen Datenspur auf dem APS-Film gespeichert. Die Aufnahmen selbst speichert die APS-Kamera grundsätzlich im H-Format ab. Damit können die Bilder auch nachträglich, z.B. für Nachbestellungen, im Format geändert werden. Vor einem Format allerdings kapituliert der APS-Film bislang: Diafreunde bleiben auf das traditionelle Kleinbild angewiesen.

Übrigens finden sich auf der Rückseite der Bilder auch wieder die Identifikationsnummer des Filmes sowie Datum und Uhrzeit der Schnappschüsse. Je nach Kameratyp kann man den Bildern auch Titel oder andere Daten zuordnen.

Ob man sich nun letztendlich für das traditionelle 35-mm-Kleinbildformat oder das Advanced Photo System entschließt, entscheidet der eigene Anspruch: Für Aufnahmen in klassischer Schnappschussgröße kann man mit APS nichts falsch machen. Wer es größer mag, sollte vorerst der Tradition verhaftet bleiben. Nach wie vor gilt auf jeden Fall: Das Finden einer guten Bild-Idee bleibt Aufgabe des Fotografen!


APS - Pro und Contra

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