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Erfahrungsbericht zum Zoomobjektiv Sigma 1:2,8/28-70 mm
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Erstellt/bearbeitet: 10-Jul-2005/07-Feb-06
Systemzeit: Freitag, 04.07.2008, 22:42:08.
Home : Fotografie : Erfahrung : Equipment : Objektive : Zoom : Sigma : 28-70
Übersicht
Das
Sigma 1:2,8/28-70 mm ist ein lichtstarkes und recht
preiswertes Zoomobjektiv für den Alltagsgebrauch.
Ich kaufte das 28-70er Anfang 1998 gebraucht
zusammen mit meiner
Minolta 9xi. Ein Argument für das
Komplettpaket waren neben der relativ hohen Lichtstärke des
Zooms (1:2,8 durchgängig) die zahllosen
Filter, die ich
passend für das 72 mm-Filtergewinde dazubekam: Neben einem Polfilter und
verschiedenen Schwarzweiß-Korrekturfiltern gab es eine Vierfach-Nahlinse
und einen Gitterfilter. Eine
Sonnenblende fehlte leider, angeblich soll sie aber integriert
sein. Auf dem Gebrauchtmarkt kann man das 28-70er derzeit
gelegentlich für etwa 200 Euro finden (Stand. Mitte 2005).
Ergonomie
Das 28-70 mm-Drehzoom liegt gut in meiner Hand; es ist gerade groß und
schwer genug um mir das Gefühl zu geben, etwas mehr als Plastik und
Pappmaché in den Händen zu halten; mein altes Normalzoom (Minolta
AF 35-70 mm) ist wesentlich kürzer und leichter, ich wußte
nie, was ich mit den restlichen Fingen meiner Hand
anfangen sollte. Das Sigma unterstützt dagegen durch seine
Bauart und seinen Durchmesser das Fixieren der Kamera.
Optik und Mechanik
Die Optik ist brauchbar,
die Mechanik wirkt jedoch instabil; der Zoomring hat
beispielsweise zu viel Spiel und ist zu leichtgängig. Die Länge
des Objektivtubus verändert sich sowohl beim Fokussieren als
auch beim Zoomen, das empfinde ich als äußerst lästig.
Dem Objektiv fehlt definitiv Innenfokussierung,
die Frontlinse dreht sich beim Fokussieren; das Verwenden von
Pol- oder Effektfiltern wird dadurch unnötig erschwert. In einer
durchschnittlichen Aufnahmesitiuation, in der ich nicht
unbegrenzt Zeit habe kann ich den den Polfilter faktisch nicht
benutzen: Fokussieren, Schärfe speichern oder AF ausklinken,
dann Polfilter einstellen... das macht keinen Spaß.
Unerfreulich ist auch der größte erreichbare
Abbildungsmaßstab von 1:5,9, was viel zu gering ist;
eine Nahlinse hilft zwar, verschlächtert aber auch sichtbar die
Abbildungsleistung. Selbst meine zehn Jahre alten Minolta-Zooms
(35-70 mm
und
70-210 mm) bieten im Makrobereich einen Abbildungsmaßstab
von 1:4 und auch Sigma hat einige Zooms im Programm, die bis zu
1:2 gehen (z.B. Sigma AF 1:3,5-5,6/28-80 Macro Aspherical).
Lieferumfang
Weniger dramatisch aber
nichtsdestotrotz ein ständiges Ärgernis ist der
Objektivdeckel, den Sigma mitliefert; das Ding hält
einfach nicht und fällt in der Tasche von selbst ab. Um die
Frontlinse vor Kratzern zu schützen muß ich also ständig einen
Filter aufgesetzt haben; ich verwende entweder einen leichten
Skylightfilter (Sky 1A LA+10) oder einen simplen UV-Sperrfilter.
Einen Objektivköcher liefert Sigma mit, meiner
paßte jedoch nicht für das 28-70: Der Objektivsarg ist viel zu
groß.
Kompatibilität
Das Objektiv funktioniert relativ problemos an der
Dynax 9xi und der
Dynax
9, soll aber inkompatibel sein zur (analogen)
Dynax
7; an
meiner (digitalen)
Dynax 7 Digital funktioniert das 28-70er dagegen ziemlich
einwandfrei.
Einsatzgebiete
Ich nutze das Sigma als Standard-Zoom für
den alltäglichen Gebrauch, wenn ich sonst keine Objektive mit
spazieren führen möchte. Dabei fehlt mir am meisten ein etwas
erweiterter Telebereich (85, 105 oder 135 mm); den würde ich
allerdings unter keinen Umständen gegen eine geringere
Lichtstärke eintauschen.
Die Seriennummer meines Objektivs lautet 1004245.
Sigma 1:2,8/28-70 mm und Dynax 7 Digital
Das Sigma 1:2,8/28-70 mm funktioniert anständig an der
D7D, identifiziert sich laut EXIF-Tags gegenüber der Kamera
fälschlich als »Minolta 35-70 f4,0 Macro«; hat man zufällig noch
ein echtes Minolta AF
1:4,0/35-70 mm im Einsatz, kann man sich aufgrund dieser Täuschung
nicht auf die Angaben der EXIF-Tags verlassen.
Laut Tim Jacksons Testchart weist mein 28-70er an der D7D im
Telebereich kein Backfocus- sondern ein leichtes Frontfocus-Problem
auf:

Im Weitwinkelbereich (Stellung: 28 mm) hat mein 28-70er weder ein
Front- noch ein Backfocus-Problem, sondern fokussiert tadellos:

An der D7D ist aufgrund des APS-C-Sensorformats noch eine
»Brennweitenverlägerung« um den Faktor 1,5 zu beachten, man fotografiert
also plötzlich mit einem Zoomobjektiv, das an einer Kleinbildkamera einen
Brennweitenbereich von 42 bis 105 mm hätte, also den
Weitwinkelbereich kaum noch mehr abdeckt, dafür aber in den mittleren
Telebereich vorstößt.
Abbildungen

Verbesserungswünsche
Mein Wunschzettel für den Gebrauch als
Standardzoom enthält folgende Punkte:
- Solidere Mechanik
- Innenfokussierung und nicht-rotierende Frontlinse
- Größter Abbildungsmaßstab von 1:4 oder besser 1:2
- Verlängerung der Brennweite im Telebereich (auf 85, 105
oder 135 mm)
- Vernünftiger, fest sitzender Objektivdeckel
Alternativen
Weder die optische Leistung noch die mechanische
Verarbeitungsqualität ist überwältigend, auch gibt es mittlerweile
zahlreiche qualitativ erheblich höherwertige Objektive; das wohl
wichtigste Argument, das für die Anschaffung des 28-70ers spricht, ist
der extrem günstige Gebrauchtpreis: Das Minolta 1:2,8/28-70 mm kostet in
der alten Ausführung gebraucht laut foMAG-Liste 2005/06 etwa 450 Euro,
die neuere Variante 1:2,8/28-70 mm G sogar 650 Euro, diese Objektive
bewegen sich also in ganz anderen Preisregionen.
Das Sigma 1:2,8/28-70 mm wurde bereits vor Jahren durch neuere
Modelle wie das Sigma EX 28-70/2.8 DF ersetzt, das auch eine bessere
optische Leistung aufweisen soll. Obwohl es an dem 28-70er m.E. nichts
Gravierendes auszusetzen gibt, würde ich es eher nicht wieder kaufen;
zum einen habe ich extrem schlechte Erfahrungen mit
anderen Sigma-Objektiven gemacht, zum
anderen könnte die optische Leistung und die mechanische
Verarbeitungsqualität doch etwas besser sein. Vermutlich würde ich mich
auf dem Gebruachtmarkt nach einem Minolta-Originalobjektiv umschauen.
Als Alternativen zum Sigma bieten sich auch an:
- Tokina AT-X PRO II 1:2,-2,8/28-70
Netmarks
Sigma: Beratung und Service,
www.sigma-foto.de/cms/front_content.php?idcat=69.
Sigma: Reparatur-Formular,
www.sigma-foto.de/cms/.../SIGMA_Reparaturformular.pdf (PDF-Datei).
Daniel Matuschek: Sigma 28-70/2.8,
www.matuschek.net/photo/reviews/sigma-28-70-28.de.html.
Anmerkungen
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