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Erfahrungsbericht zum Zoomobjektiv Sigma 1:3,5-1:4,5/18-35 mm IF Aspherical

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Erstellt/bearbeitet: 10-Jul-2005/07-Feb-06
Systemzeit: Sonntag, 12.10.2008, 00:11:48.

Home : Fotografie : Erfahrung : Equipment : Objektive : Zoom : Sigma : 18-35


Übersicht

Das Sigma 1:3,5-1:4,5/18-35 mm IF Aspherical ist ein sehr leichtes und kompaktes Superweitwinkel-Zoomobjektiv mit rund zweifachem Brennweitenbereich.

Sigma AF 1:3,5-4,5/18-35 mmIch legte mir das Objektiv zu, um mein langjährig bewährtes, aber einfaches und optisch eher langweiliges Minolta AF 1:4,0/35-70 mm im Weitwinkelbereich zu ergänzen. Das Objektiv hatte in einigen Tests recht gut abgeschnitten (u.a. Stiftung Warentest 9/95 »gut« und FotoMagazin 11/94 »Super«), außerdem wurde das Sigma-Drehzoom damals für einen relativ günstigen Preis von unter tausend Mark angeboten. Zu einem Neupreis von damals rund 1.000 DM investierte ich recht kräftig in die – so zumindest meine Erwartung – deutlich erweiterten fotografischen Möglichkeiten.

Ergonomie

Für meinen Geschmack ist das 18-35 zu klein und viel zu leicht geraten, um bequem damit arbeit zu können; nur aufgrund des Durchmessers (an der Frontlinse ca. 8,5 cm, am Objektivtubus ca. 7 cm) kann ich das Objektiv überhaut bequem halten.

Das Weitwinkel-Zoom verfügt über Innenfokussierung (IF) und eine asphärischen Linse (Aspherical); die Baulänge des Objektivs ändert sich weder bei der Scharfeinstellung noch beim Zoomen; der Einsatz von Filtern und Aufnahmevorsätzen wird durch die nicht rotierende Frontfassung erleichtert. Leider ist eine hochwertige Filtersammlung für das Filtergewinde von 82 mm ziemlich unbezahlbar, sonst wäre das Sigma geradezu ideal für dramatische Filterexperimente.

Optik und Mechanik

Die optische Qualität ist brauchbar, mechanisch wirkt das Objektiv jedoch äußerst schwachbrüstig, es ist kaum zu glauben, daß überhaupt Metall- und Glaselemente verbaut worden sein sollen. Allerdings hatte ich in den vergangenen Jahren keine nennenswerten Probleme mit der mechanischen Verarbeitungsqualität. Der Zoomring hat kein Spiel und dreht sich auchnicht zu leicht.

Lieferumfang

Ein echter Vorteil von Sigma-Objektiven ist der mitgelieferte Objektivköcher – bei Minolta-Originalobjektiven muß man den ja noch dazukaufen. Die Sonnenblende ist eine einzige Zumutung; das Ding ist äußerst sperrig und verkantet sich leicht, außerdem ist sie bereits nach kurzer Zeit zerbrochen. Aber immerhin wird auch sie mitgeliefert.

Etwas besser gelungen ist der Objektivdeckel, der (im Gegensatz zu dem des 28-70 mm) immerhin hält; dennoch: kein Vergleich zu den soliden Objektivdeckeln der alten Minolta-Objektive.

Praktische Erfahrungen

Mein Fremdgehen zu Sigma wurde böse bestraft: Das Objektiv funktioniert weder an einer Minolta 9000, noch an einer Dynax 9xi, noch an einer Dynax 9 oder gar einer Dynax 7 Digital zuverlässig. Leider hielt ich die sporadischen Fehlfunktionen viel zu lange für »Bedienerfehler«, Probleme der Kameras oder eben seltene »Aussetzer«; erst nach ziemlich systematischen Tests konnte ich die Probleme reproduzieren: Mein 18-35er setzt zuverlässig bei direkter Sonneneinstrahlung – sprich: im Urlaub oder einem beliebigen anderen Außeneinsatz bei hohen Temperaturen – und bei niedrigen Temperaturen – noch einmal: im Urlaub oder einem beliebigen Außeneinsatz bei niedrigen Temperaturen – aus.

Welche Fehlfunktionen hat das Objektiv?

  • Die Kamera löst, sobald das Objektiv zu spinnen beginnt, etweder einfach nicht mehr aus, oder
  • klappt den Spiegel nach der Auslösung nicht mehr hoch, oder
  • schießt die Kameraelektronik komplett ab; eine Weiterbenutzung der Kamera ist dann ausschließlich nach physikalischem Trennen der Stromversorgung möglich.

Bei Filmkameras bedeutet jeder derartige Lockup etwa fünf Bilder Verlust, man verliert also nicht nur unwiederholbare Bilder, sondern das Miststück kostet auch noch laufend Geld, wenn man es benutzt. Auf Reisen in »exotische« Länder wie Griechenland oder Ägypten nehme ich das Obejektiv daher gar nicht mehr mit, ebenso bleibt das teure Stück im Winter bei Frost zu Hause.

Übrigens dokumentiert Sigma ja eine Fülle von Inkompatibilitäten mit allen möglichen Minolta- und Canon-Kameras der Dynax- und EOS-Modellreihen; das 18-35er ist allerdings nicht dabei. Der Sigma-Serive hält sich übrigens anscheinend für solche Probleme für nicht zuständig und beantwortet entsprechende Anfragen nach Upgrademöglichkeiten oder Reparaturkonditionen nicht.

Mein Sigma hört übrigens auf die Seriennummer 1030147l, falls es sich um einen Serienfehler handelt und ähnliche Probleme auch bei anderen Besitzern auftreten sollten.

Fazit

Nach dieser massiven Fehlinvestition beschloss ich, nie wieder Fremdobjektive zu kaufen, und ganz sicher keine mehr von Sigma. Lieber verzichte ich ganz auf eine Brennweite, als mir einen solchen Ärger noch einmal anzutun.

Sigma 1:3,5-1:4,5/18-35 mm und Dynax 7 Digital

An der Dynax 7 Digital funktioniert das 18-35er ebenso gut oder schlecht wie an der analogen Dynax 9xi oder der Dynax 9: Manchmal funktionier's, manchmal auch nicht.

Das Sigma 1:3,5-1:4,5/18-35 mm identifiziert sich gegenüber der D7D laut EXIF-Tags fälschlich als »Minolta 24 f2,8«; hat man zufällig noch ein echtes Minolta AF 1:2,8/28 mm im Einsatz, kann man sich aufgrund dieser Täuschung nicht auf die Angaben der EXIF-Tags verlassen; abgesehen sind die Angaben auch sonst in jeder Hinsicht Unisnn – es handelt sich schließlich weder um eine Festbrennweite, noch verfügt das Objektiv über eine Blende 1:2,8.

Laut Tim Jacksons Testchart weist mein 18-35er an der D7D im leichten Weitwinkelbereich (Stellung: 35 mm) ein deutliches Backfocus-Problem auf:

Im Superweitwinkelbereich (Stellung: 18 mm) ist zumindest kein offensichtliches Front- noch ein Backfocus-Problem erkennbar; die enorme Schärfentiefe mag dabei aber Probleme verdecken – die aber auch in der Praxis kaum eine Rolle spielen würden, eben aufgrund der besagten enormen Schärfentiefe:

An der D7D ist aufgrund des APS-C-Sensorformats noch eine »Brennweitenverlägerung« um den Faktor 1,5 zu beachten, man fotografiert also – wenn das 18-35er denn mal funktioniert – plötzlich mit einem Normal-Zoomobjektiv, das an einer Kleinbildkamera einen Brennweitenbereich von 27 bis 52,5 mm hätte; man verliert also den starken Weitwinkelbereich, deckt aber den Bereich bis zur Normalbrennweite ab.

Alternativen

Als naheliegende Alternative bietet sich das Minolta AF 1:3,5/17-35 mm an, das laut foMAG-Liste 2005/06 einen Gebrauchtpreis von etwa 650 Euro hat. Nach meinen gruseligen Erfahrungen mit dem 18-35er von Sigma ist der Mehrpreis eine ausgezeichnete Geldanlage – zumindest wenn man gerne fotografiert und die Objektive nicht nur im Schrank versauern lässt.

Netmarks

Sigma: Beratung und Service,
www.sigma-foto.de/cms/front_content.php?client=1&lang=1&idcat=69.

Sigma: Reparatur-Formular,
www.sigma-foto.de/cms/.../SIGMA_Reparaturformular.pdf (PDF-Datei).

Anmerkungen

Forum: Erfahrungen mit fotografischen Wechselobjektiven (Anmerkungen in diesem Forum: 4)

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1:3,5-1:4,5/18-35 mm

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