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Erfahrungsbericht zum Tele-Zoomobjektiv Minolta AF Lens 1:2,8/80-200 mm APO

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Erstellt/bearbeitet: 10-Jul-2005/07-Feb-06
Systemzeit: Freitag, 10.10.2008, 21:05:22.

Home : Fotografie : Erfahrung : Equipment : Objektive : Zoom : Minolta : 80-200


Übersicht

Das Minolta AF 1:2,8/80-200 mm APO ist ein lichtstarkes und apochromatisch korrigiertes Telezoom; meine ältere schwarze Version fokussiert deutlich langsamer als die neuere weiße Version, die optische Leistung der beiden Varianten unterscheidet sich jedoch nicht erheblich. Für das Objektiv sprechen vor allem die ausgezeichnete optische Leistung sowie die robuste und zuverlässige mechanische Konstruktion; letztere hat allerdings den Nebeneffekt, dass das automatische Fokussieren ziemlich viel Lärm macht.

Das Telezoom fällt zunächst durch sein hohes Gewicht und seine stattlichen Abmessungen auf: Es ist schwer und undhandlich. Die Umgewöhnung von seinem Vorgänger – dem 1:4,0/70-210 mm – fiel mir so schwer wie nie zuvor bei einem Objektivwechsel: Der Brocken aus Glas und Metall überschreitet die Grenze dessen, was man gerne in der Hand hält – aber man kann sich daran gewöhnen. Nur unterwegs auf längeren Touren zu Fuß (siehe auch Webtravel) entscheidet das Gewicht doch noch manchmal gegen das Objektiv. Die Größe und vor allem die Auffälligkeit des Objektivs sehe ich als massiven Nachteil: Zum einen zieht sie die Aufmerksamkeit von Langfingern auf sich, zum anderen ist das Objektiv an sich einfach zu auffällig. Diese Merkmale sind jedoch prinzipbedingt und genauso bei entsprechenden Objektiven der Konkurrenz vorzufinden.

Drei massive Kritikpunkte sind darüber hinaus zu erwähnen:

  1. Die Stativschelle kann nicht abgenommen werden. Beim Minolta-Service kann man die Stativschelle wegschneiden lassen, dann verzichtet man aber dauerhaft auf die Möglichkeit, das Objektiv in Verbindung mit einem Stativ zu nutzen, es sei denn, man ist bereit, eine Verformung des Stativgewindes der Kamera zu riskieren.
  2. Die Frontlinse und damit auch das Filtergewinde drehen sich beim Fokussieren; das erschwert die Verwendung von Effekt- und Polfiltern insbesondere in Verbindung mit Autofokus.
  3. Der maximal zu erzielende Abbildungsmaßstab ist zu gering, es gibt keinen Makrobereich, wie ihn beispielsweise mein altes Tele-Zoom 1:4,0/70-210 mm mit 1:4 bot; zudem liegt die Nahgrenze be mehr als einem Meter, was die Verwendungsmöglichkeiten doch sehr einschränkt.

Die Fokussiergeschwindigkeit des Autofokus der älteren schwarzen Variante ist unbefriedigend, wurde jedoch erheblich in der neuen HS APO G Variante verbessert und in der neuesten SSM-Version noch einmal gesteigert. Zumindest mit der effektiven Arbeitsgeschwindigkeit meiner schwarzen Version bin ich nicht wirklich zufrieden: Man kann damit leben, Spaß macht das Arbeiten mit dem Objektiv jedoch nicht so recht. Ebenfalls im Gegensatz zu den neueren Objektivarianten kann bzw. sollte das schwarze 80-200er nicht mit einem Telekonverter kombiniert werden; die Option auf eine vergleichsweise preiswerte Brennweite von 1:4,0/280 mm bzw. ein 1:5,6/400 mm entfällt also leider.

Der Filterdurchmesser fällt mit 72 mm außergewähnlich klein aus; alle vergleichbaren Telezooms von Canon, Nikon, Pentax usw. nutzen einen Filterdurchmesser von 77 mm, ebenso die jüngeren HS- und SSM-Varianten von Minolta.

Ist der hohe Aufwand für eine Blende »mehr« gegenüber dem weitaus preiswerteren 1:4,0/70-210 mm wirklich gerechtfertigt? Ich meine: ja!

  • Bei einer Bremmweite von 200 mm braucht man einfach so viel Lichtstärke, um noch aus der Hand fotografieren zu können (Reziprokwert der Brennweite für längste Verschlusszeit aus der Hand!).
  • Außerdem macht es Spaß das Objektiv anzusetzen und ein helleres Sucherbild als mit einem Feld-Wald-und-Wiesen-Zoom zu haben.
  • Die Abbildungseigenschaften sind so gut, wie man es von einem APO-Objektiv erwartet; allerdings fällt der subjektiv wahrgenommene Unterschied zum 70-210er weniger deutlich aus, als ich erwartet hatte.
  • Die mechanische Stabilität ist vorbildlich: eine solide Metallfassung, mitgelieferte Gegenlichtblende aus Metall und eine stabile drehbare Stativschelle aus Metall.

Schlecht gelöst ist dagegen ist Möglichkeit der manuellen Fokussierung: Typisch für Objektive, die für einen Hochgeschwindigkeits-Autofokus konstruiert wurden, ist sie viel zu leichtgängig und hat einen extrem kurzen Einstellweg. Das Autofokus-System der Kamera mag das, ich dagegen nicht.

Einsatzgebiete: Gut geeignet für Portraits und Schnappschüsse. Tieraufnahmen sind möglich, wenn man nah genug an die Motive kommt oder die Tiere groß genug sind – scheue Tiere in freier Wildbahn benötigen oft Brennweiten von 400 mm oder mehr. Sport- und Actionfotografie kann man damit auch versuchen, m.E. dauert die Fokussierung jedoch zu lange.

Ich benutze es meist für Urlaubs-, Landschafts- und Stadtaufnahmen, wenn ich Ausschnitte und Details aufnehmen will. Zahlreiche meiner Aufnahmen von Menschen sind mit diesem Objektiv entstanden, da der Brennweitenbereich alle gängigen Portraitbrennweiten abdeckt und die größte Blende von 1:2,8 verschwimmende Hintergrunde ermöglicht. Auf meinen Porträtspezialisten, das 1:2,0/100 mm, möchte ich aber dennoch nicht mehr verzichten. Beseitigt hat das 80-200er auch nicht den Wunsch nach noch etwas mehr Lichtstärke in Form des 1:1,4/85 mm.

Laut foMAG-Liste 2005/06 ist das 80-200er derzeit zu einem Gebrauchtpreis von etwa 500 Euro zu bekommen.

Minolta AF 1:2,8/80-200 mm und Dynax 7 Digital

Das Minolta AF 1:2,8/80-200 mm funktioniert tadellos an einer Dynax 7 Digital und bringt alle Vor- und Nachteile mit: das relativ langsame Fokussieren, die relativ hohe Lichtstärke, aber auch die gute optische Qualität und die nicht vorhandene Makrofähigkeit bzw. die große Nahgrenze. Besonders erfreulich ist allerdings die Rückkehr der »Tiefenunschärfe«, also des diffus verschwimmenden Bildhintergrundes: Dieser Effekt lässt sich mit »einfachen« Digitalkameras wie der Minolta Dimage 7Hi kaum gezielt einsetzen; mit der D7D und lichtstarken Objektiven geht das aber recht gut.

Das von mir intensiv genutzte und bereits gebraucht gekaufte Objektiv weist interessanterweise nach Tim Jacksons Testchart in 80-mm-Stellung nur eine leichte Neigung zu Frontfocus auf; aufgrund der großen Nahgrenze war es jedoch nicht so recht möglich, den Testchart in exakt 45° auszurichten: So hoch lässt sich mein Stativ nicht ausziehen.

Auch in 200-mm-Stellung gibt es nur eine geringe Neigung zu Frontfocus.

An der D7D ist aufgrund des APS-C-Sensorformats noch eine »Brennweitenverlägerung« um den Faktor 1,5 zu beachten, man fotografiert also plötzlich mit einem Tele-Zoomobjektiv, das an einer Kleinbildkamera einen Brennweitenbereich von 105 bis 300 mm hätte, also schon etwas in den Supertelebereich vorstößt.

Hinweis

Das 1:2,8/80-200 mm APO existiert in mindestens drei Versionen:

  Minolta AF Lens 1:2,8/80-200 mm APO – Die älteste Version mit schwarzer Beschichtung; Gebrauchtpreis laut foMAG-Liste 2005/06: etwa 500 Euro.
80-200.gif (85265 Byte) Minolta AF Lens 1:2,8/80-200 mm HS APO G – Eine überarbeitete und geschwindigkeitsoptimierte (HS = High Speed) Version mit weißer Beschichtung und Zugehörigkeit zur G-Serie der Spitzenobjektive; Gebruachtpreis laut foMAG-Liste 2005/06: 650 Euro.
  Minolta AF Lens 1:2,8/80-200 mm APO G (D) SSM – Die neuste Version mit integriertem Motor (SSM), »Distance Integration« (D), AD-Glas und kreisrunder Blende (CIR); die foMAG-Liste 2005/06 weist für das SSM-Objektiv noch keinen Gebrauchtpreis aus.

Netmarks

Minolta AF APO Telezoom 80-200 mm (Abbildung und technische Daten).

Photo.net: 80-200/2.8 options for Minolta,
www.photo.net/bboard/q-and-a-fetch-msg?msg_id=000dy2.

Anmerkungen

Forum: Erfahrungen mit fotografischen Wechselobjektiven (Anmerkungen in diesem Forum: 4)

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Minolta AF 1,4/85 mmAntwort an christian@lobe.nameJun 12, 11:26
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AW: wirklich 80-200 SSM ?(anonymous)Jan 2, 16:52
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