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Vergleich Analog v/s Digital

Equipment : Kameras : Vergleiche : Analog vs. Digital : Praktische Erfahrungen : Übersicht
25-Jul-2001/07-Feb-06


Praktische Erfahrungen

Bei der Fahrradtour nach Belgien (2001) verzichtete ich erstmals auf eine Spiegelreflexkamera; zu schlecht waren die Erfahrungen von der Fahrradtour durch die Bretagne (2000) gewesen; einige Anmerkungen zu Kompakt- v/s SLR-Kameras habe ich an anderer Stelle zusammengefaßt. Ausgestattet war ich mit einer analogen Kompaktkamera, der Yashica T5, und einer digitalen Kompaktkameras, der Canon Digital IXUS.

Die T5, auch als "das Adlerauge" bekannt, verfügt über ein exzellentes Objektiv mit 1:3,5/35 mm, ein Carl Zeiss Tessar T. Die Digital IXUS, seit Mitte 2001 nicht mehr lieferbar, erfreut mit einem optischen Zweifach-Zoom mit einer Brennweite von 5,4-10,8 mm, dessen Brennweite 35 mm bis 70 mm bei Kleinbild entspricht. Die Lichstärke ist vergleichbar mit einem Bereich von 2,8 bis 4,0.

Beide Kompaktkameras sind wirklich kompakt, d.h. ihre Größe entspricht etwa einer Packung Zigaretten. Beide Kameras stehen für den Typ von Fotoapparat, den man wirklich ständig bei sich tragen kann. Das relativ geringe Gewicht und die handliche Größe bewirken bei mir, daß jeweils eine der Kameras tatsächlich zu einem ständigen Begleiter wurde. Der typische Anwendungsbereich beider Kameras ist das "Point & Shoot", das "Knipsen" von Bildern ohne vorhergehendes Einstellen von Belichtungs- oder Schärfeparametern. Feinheiten wie eine Spotbelichtungsmessung kennen beide Kameras ohnehin nicht.

In beiden Fällen liegt die technische Ausfallquote bei unter 1%. Belichtungsmessung und Autofokus arbeiten, im Rahmen dessen, was eine preiswerte Kompaktkamera leisten kann und soll, zuverlässig. Vollkommen unbrauchbare Bilder (stark unterbelichtet oder unscharf) hatte ich bisher nahezu nicht. Defekte oder Funktionsstörungen sind bei mir bisher ebenfalls nicht aufgetreten.

Subjektiv habe ich den Eindruck, daß mit der Digital IXUS technisch gesehen bessere Bilder gelingen; generell wirken die Aufnahmen brillianter und schärfer. Das gilt allerdings nur vorbehaltlich der Einschränkung, daß die Digital IXUS sattes Licht braucht, die besten Ergebnisse gibt es bei Aufnahmen mit Blitz auf eine Distanz von ca. 3 Metern.

Der Autofokus der Digital IXUS kommt anscheinend meinen Fotografiergewohnheiten näher. Der TTL-Ai-Autofokus mit 3 Messfeldern stellt automatisch auch auf Hauptmotive scharf, die außerhalb der Bildmitte liegen; die übliche Zwischenspeicherung des AF-Messwertes entfällt. Das aktive AF-Messfeld wird zudem in die Belichtungsmessung einbezogen, die bei der Digital IXUS auf einer 64-Zonen-Mehrfeldmessung basiert.

Auch die T5 arbeitet mit einem aktiven 3-Strahl-Autofokussystem mit breitem Fokussierfeld, das dafür sorgen soll, daß auch auf Motive, die nicht genau in der Bildmitte liegen, automatisch richtig scharfgestellt wird. In der Praxis liegt die Schärfe nicht immer dort, wo sie sein sollte. Wie auch immer, der Canon-Algorithmus ist entweder wirklich leistungsfähiger, oder paßt besser zu meinen Gewohnheiten.

Bei näherer Betrachtung der Bildergebnisse stellt man dann aber fest, daß die Bildwirkung der Digital IXUS nur auf den ersten Blick brillianter ist als die der T5. Hier kann die T5 den großen Kleinbildvorteil ausspielen, die wesentlich höhere Auflösung und Schärfeleistung. Die maximale Auflösung von 1600 x 1200 Pixeln (entsprechend 2,11 Millionen Bildpunkten) reicht für die Ausbelichtung von guten Prints bis etwa 10 x 15, ab dem Format 13 x 18 wird eine Körnung erkennbar. Die T5 hat dagegen Spielraum bis etwa 18 x 24, der dann aber eher durch die Optik als durch den Film begrenzt wird, zumindest bei vergleichbaren Filmempfindlichkeiten im Bereich ISO 100 bis 200.

Ebenfalls für die T5 spricht die Arbeitsgeschwindigkeit; Einschalten und Auslösen ist eine fließende Bewegung, das Öffnen des Objektivschutzes erfolgt nahezu verzögerungsfrei. Die Geschwindigkeit der Digital IXUS bis zur Auslösebereitschaft gilt im Digitalbereich zwar als "flott", dennoch ergibt sich eine -- wenn auch vertretbare - Verzögerung von einigen Sekunden vor jeder Aufnahme. Daher würde ich die Digital IXUS nicht als wirklich "schnell" bezeichnen.

Während man die T5 lange, wirklich sehr lange, aufnahmebereit belassen kann, schaltet sich die Digital IXUS nach einiger Zeit automatisch ab, um Strom zu sparen; das kann u.U. durchaus ärgerlich sein.

Überhaup ist der Stromverbrauch von Digitalkameras ein heikles Thema: Der mitgelieferte Lithium-Ionen-Akku mit 680 mAh reicht unter realistioschen Aufnahmebedingungen für ca. 15 bis 20 Bilder, dand ist Schicht im Schacht und der Fotograf schaut in die Röhre, der gerade keinen geladenen Ersatzakku zur Hand hat. Hier gilt zusätzlich: die Kapazität wird durch die Baugröße beschränkt: kleine Kamera – kleiner Akku (Im Wiedergabemodus mit eingeschaltetem Display hält eine Akkuladung bis zu einer Stunde). Bei der T5 ist die Stromversorgung kein Thema; die handelsübliche Lithium-Batterie (CR-123A, 3V) zieht gnadenlos Dutzende von Filmen durch, selbst bei hohem Blitzanteil. Ein Batteriewechsel fällt nach ca. 15 bis 20 Filmen an. Akkus in dieser Bauform sind mir allerdings nicht bekannt.

Ein sehr grundlegender Unterschied zwischen Analog- und Digitalkameras stellt sich bei der Anzahl der verfügbaren Bilder und dem damit verbundenen Platzbedarf heraus; die mit der Digital IXUS mitgelieferte 8 MB CompactFlash-Karte (ca. 10 Bilder bei mittlerer Bildqualität) sollte man schnellstmöglich gegen eine Karte mit höherer Kapazität austauschen und höchstens als Notreserve mit sich führen. Bei einer 128 MB CompactFlash-Karte (z.B. von SanDisk) stehen dann schon satte 200 Aufnahmen zur Verfügung, und das bei einem Platzbedarf, der unter dem eines einzigen Kleinbildfilms liegt. Benötigt man beispielsweise auf einer längeren Reise wesentlich mehr "Filmreserve", kommt man allerdings nicht um kostspielige zusätzliche Speichermedien oder gar ein Notebook zur Datensicherung herum. Hier kippt das Verhältnis von Platzbedarf und Kosten im Vergleich zu Kleinbildfilmen rasch um.

Sinnvolle Vergleiche der Kosten von Analog- und Digitalfotografie lassen sich m.E. nicht treffen, zu sehr entscheiden hier die persönlichen Fotografiergewohnheiten und die bereits vorhandene und anderweitig genutzte Computertechnik zu Hause. Generell gilt:

  • Digitale Speichermedien kann man etliche Male wiederbeschreiben, aber man muß die Digitalfotos in irgendeiner Form archivieren, z.B. auf CD-R brennen;
  • Prints von von Digitalfotos sind erheblich teurer als Abzüge von Kleinbildfilmen;
  • Digitale Bilder kann man direkt nach der Aufnahme ansehen und ggf. sofort löschen.

Je nach Verwendungszweck ist zu bedenken:

  • Will man ein Fotoalbum mit vielen ausbelichteten oder ausgedruckten Digitalfotos erstellen, wird's teuer. Will man dagegen, wie ein Diafotograf, nur sehr wenige Aufnahmen als "Hardcopy" haben, sind Digitalfotos deutlich günstiger.
  • Muß man einen voll ausgestatteten PC mit Farbdrucker und CD-Brenner nur für das Handling der Digitalfotos angeschafft werden, ist der finanzielle Aufwand eher mit einem gut ausgestatteten Fotolabor vergleichbar. Ist die PC-Hard- und Software ohnehin vorhanden, gibt es kaum laufende Zusatzkosten, von Verbrauchsmaterialien wie Tinte für einen Farbdrucker einmal abgesehen.
  • Natürlich ist der Anschaffungspreis für CompactFlash-Karten zunächst erheblich höher (etwa Faktor 1 : 100, Stand: Mitte 2001) als der für eine entsprechende Anzahl von Kleinbildfilmen einschl. Entwicklung und Prints, aber die Kosten amortisieren sich, je nach fotografischer Aktivität, mehr oder minder rasch.
  • Sollen Kleinbildfotos auch digital weiterverarbeitet werden, beispielsweise für Montage, Retusche oder für die private Homepage, braucht man auch wieder einen leistungsfähigen Computer mit Flachbett- oder besser Negativ-/ Diascanner -- oder man läßt sich ständig Kodak Photo CDs erstellen, was nicht nur eine Menge Geld, sondern auch viel Zeit kostet.

Anmerkungen

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