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Erfahrungsbericht zur Minolta Dynax 9xi

Von Agon S. Buchholz für Kefk Network Fotografie, März 2002 ff.

Erfahrungsberichte : Equipment : Kameras : Kleinbild : Minolta : Dynax 9xi : Übersicht
25-Mar-2002/07-Feb-06


Übersicht und Einführung

Die Minolta Dynax 9xi ist eine professionelle Kleinbild-Spiegelreflexkamera mit Autofokus, aber ohne integrierten Blitz. Die Dynax 9xi, die in den USA unter der Bezeichnung Maxxum 9xi vermarktet wird, löste Ende 1992 die Minolta 9000 (bzw. Maxxum 9000) als professionelles Spitzenmodell ab.

Folgende einführende Informationen sind verfügbar:

folder.gif (20x16 -- 898 bytes)  Minolta Dynax 9xi,
folder.gif (20x16 -- 898 bytes)  Minolta xi-Serie.

Auf den folgenden Seiten werde ich versuchen, meine Erfahrungen aus den vergangenen Jahren zusammenzufassen. Bitte beachten Sie auch ergänzend meine Erfahrungsberichte zu meinen beiden anderen Minolta- Spiegelreflexkameras, der Dynax 9 und der Minolta 9000, da diese wertvolle ergänzende Hinweise u.a. zur Minolta- »Philosophie« enthalten.

Eindrücke und Erfahrungen

Gegenüber der Minolta 9000 weist die Dynax 9xi einige Veränderungen auf:

  • verändertes, »modernisiertes« Bedienkonzept,
  • Stromversorgung standardmässig nur mit 2CR5- Primärzellen; Verwendung von Akkus erfordert das Battery Pack BP-9xi (4 x Mignon- Akkus, aber keine Carbon-Zink- oder Lithium- Zellen)
  • verändertes, m.E. weniger ergonomisches Design,
  • eingebauter Motor für den Filmtransport,
  • kürzeste Belichtungszeit: 1/12.000 Sekunde (Weltrekord!),
  • kürzere Blitzsynchronzeit,
  • Mehrfeldmessung als neuer Belichtungsmodus, ähnlich der Matrixmessung bei aktuellen Nikon- Kameras,
  • schnellerer und verbesserter Autofokus,
  • Erweiterbarkeit durch Chipkarten- System,
  • neuer und proprietärer Blitzfuss für Minolta Systemblitzgeräte.

Ausstattung

Die Ausstattung der Dynax 9xi ist relativ vollständig:

  • Abblendtaste,
  • Blitzsynchronanschluss vorhanden,
  • vollständige Palette an Belichtungsmessmethoden (Spot-, Integral- oder Mehrfeldmessung) und Aufnahmeprogrammen (P, A, S, M),
  • AF-Hilfslicht usw.

Was der Kamera fehlt, sind beispielsweise:

  • Belichtungsreihen,
  • Optionen für High Key oder Low Key- Aufnahmen, wie sie noch die Minolta 9000 hatte,
  • Motivprogramme (sofern man solchen Automatiken überhaupt traut; m.E. haben Motivprogramme in einer professionellen Kamera ohnehin nichts zu suchen).

All diese Funktionen können aber über Chipkarten nachgerüstet werden.

Verarbeitung und Gehäuse

Das Gehäuse der Dynax 9xi wirkt durch seine geschwungenen Linien elegant und modern; das ist zwar schön anzusehen, bringt funktional aber m.E. keine erkennbaren Vorteile gegenüber der klassischen Bauweise mit mehr »Ecken« und »Kanten«.

Gemessen an anderen Dynax- Modellen ist die 9xi relativ robust, sie wirkt auf mich jedoch fragiler als die Minolta 9000 oder gar die Dynax 9. Sie kombiniert das modernistische xi-Bedienkonzept mit einem stabilen Magnesium- Gehäuse, und an der Verarbeitungsqualität ist objektiv eigentlich nichts auszusetzen.

Bedienkonzept

Das Bedienkonzept einer Kamera ist sicherlich immer zu grossen Teilen Geschmackssache, ich konnte mich jedenfalls nie so recht mit der Bedinung der Dynax 9xi anfreunden. Während es bei der Minolta 9000 noch für nahezu jede wichtige Funktion einen Knopf oder einen Schalter gab, muss man bei der 9xi nahezu alle Funktionen über die »Func«- Taste in Verbindung mit zwei Einstellrädern auswählen:

  • Auswahl des Aufnahmeprogramms (P, A, S, M);
  • AF-Sensor,
  • Modus der Belichtungsmessung (Spot-, Integral- oder Mehrfeldmessung),
  • Korrekturfaktoren für die Belichtung.

Ich finde das fummelig und unübersichtlich. Die für mich lästige Benutzerführung führte dazu, dass ich zunehmend mit Standardeinstellungen fotografierte (Spot- Belichtungsmessung, Programmautomatik). Kurzum: Die Bedienung nervt und verleidet den Spass am kreativen Fotografieren -- und für eine bessere Knipskamera ist die 9xi einfach zu teuer.

Handling und Feeling

Für mich ist es ziemlich wichtig, dass meine Kamera gut und sicher in der Hand liegt; das war bei der Minolta 9000 nahezu optimal, und auch die Dynax 9 liegt sehr gut in der Hand -- die 9xi jedoch nicht: Die Ausbuchtung ist zu klein und die Hand hat nichts, was sie ohne zu verkrampfen festhalten könnte.

Chipkarten-System

Auch die Konfiguration von speziellen Einstellungen über Chipkarten halte ich für einen Irrweg. Zum einen ist das Wechseln der Karten lästig, die Katzen sind teuer und man muss sie ständig mit sich führen. Bei einigen Karten sind ausserdem zahlreiche Optionen implementiert, die sich kein Mensch ohne Anleitung merken kann.

Die einzige wichtige Chipkarte ist m.E. »Custom«, mit der diverse Feineinstellungen vorgenommen werden können. Die »Custom«- Karte verbleibt bei mir in der Kamera; mit einer auf die Karte aufgeklebten Kurzreferenz weiss ich auch nach ein paar Wochen noch, welche Option welche Einstellung bewirkt.

Zu den weiteren möglicherweise nützlichen Karten gehört beispielsweise »Bracket« für Belichtungsreihen; solche Funktionen gehören aber m.E. in die Kamera selbst und sollten nicht nachgerüstet werden müssen. Ausserdem kann man natürlich nur eine Karte gleichzeitig benutzen, also beispielsweise ein spezielles Aufnahmeprogramm oder Belichtungsreihen.

Belichtung

Gegenüber der Dynax 7xi ist die 9xi durch ihre kürzere Bleichtungszeit von einer 1/12.000 Sekunde »schneller«.

Blitzsystem

Die 9xi besitzt -- ganz in der Tradition professioneller Kleinbild- Spielgelreflexkameras -- keinen eingebauten Blitz, so dass beispielsweise die Möglichkeit der drahtlosen Blitzsteuerung nur über einen Aufsteckblitz oder ein Steuergerät realisiert werden kann.

Gegenüber der Minolta 9000 wurde der Blitzschuh verändert; Minolta verwendet einen neuen und proprietären Anschluss, der mehr »Intelligenz« im Blitz ermöglichen soll, aber auch alle älteren Blitzgeräte (Program Flash 2800AF, Program Flash 4000AF usw.) inkompatikel macht.

Kompatibilität

Abgesehen vom veränderten Blitzschuh sollte das meiste Minolta- Systemzubehör an der Dynax 9xi verwendet werden können.

Auch ältere Minolta- Objektive funktionieren an der 9xi einwandfrei; gravierende Inkompatibilitäten gibt es allerdings mit einigen Objektiven von Fremdherstellern (insbes. Teleobjektive von Sigma).

Zusammenfassung

Die Minolta Dynax 9xi ist eine solide Kamera mit einem »innovativen« Bedienkonzept, das jedoch nicht allein deshalb gut sein muss, weil es neuartig ist -- ich mag es jedenfalls nicht.

Technisch gesehen ist die 9xi im Vergleich zur Minolta 9000 die modernere und leistungsfähigere Kamera, bei der Benutzung und im fotografischen Alltag bildet sie jedoch einen Rückschritt, da die Bedienung zu umständlich ist und einem das kreative Fotografieren verleidet.

Die technische Ausstattung der Kamera ist umfangreich und einwandfrei, die Verarbeitung reicht aus für die alltägliche Nutzung und hält auch gewisse Belastungen aus; allerdings reagiert die 9xi empfindlicher auf niedere Temperaturen als vergleichbare Kameras (von einer Abdunkelung des Displays bis zur Auslösehemmung).

Hervorzuheben ist der im Vergleich zu älteren Minolta AF- Kameras deutlich schnellere Autofokus; dies wird allerdings erkauft mit einer ebenfalls deutlich schlechteren Ergonomie.

Allerdings ist Minolta anscheinend lernwillig und -fähig: Die meisten der genannten Mängel wurden im Nachfolgemodell, der Minolta Dynax 9, beseitigt.

Laut foMAG-Liste 2005/06 ist die Dynax 9 derzeit zu einem Gebrauchtpreis von etwa 230 Euro zu bekommen.

Weiterführende Informationen

Weitere Erfahrungsberichte

Weitere Erfahrungsberichte zu Kleinbildkameras von Minolta:

Anmerkungen

Forum: Erfahrungen mit der Minolta Dynax 9xi (Anmerkungen in diesem Forum: 2)

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Minolta Dynax 9xi

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