Wie bereits im Abschnitt Feeling
erwähnt, liegt die D7Hi recht anständig in der Hand; sie ist aber für
meine Hände zu klein und fummelig, um schnell und fehlerfrei bedient
werden zu können. Zur Erhöhung der Griffigkeit, zur Verbesserung der
Energieversorgung sowie zur Erleichterung von Hochformataufnahmen fehlt
ein Hochformathandgriff.
Abbildung: Zum Vergleich -- so sieht eine griffige
Kamera aus;
Minolta Dynax 9 mit Hochformat- Handgriff.

Aufgrund des an analoge KB-SLR- Kameras angelehnten
Bedienkonzeptes bekommt man die
D7Hi rasch »in den Griff«; bereit snach wenigen Stunden des
Herumprobierens ist man mit allen wichtigen Kamerafunktionen vertraut
(und kann sich das meiste davon auch merken). Nur für die manuelle
Belichtungseinstellung und beispielsweise die Definition der
Grundeinstellungen, die ein Drücken auf die »P« (»Panik«- Taste)
bewirkt, muss ich regelmässig in der
Dokumentation nachschlagen.
Die Bedienung der Kamera ist recht intuitiv und vergleichsweise
schnell, viel schneller als dies mit einer reinen Menüsteuerung möglich
wäre. Die Einstellräder sind jedoch -- im Gegensatz zu denen der
Minolta Dynax
9 -- leider nicht fluoreszierend ausgelegt, daher ist die Benutzung
im Dunkeln mühselig bzw. fehlerträchtig oder womöglich sogar unmöglich.
Das zentrale Einstellrad hinter dem Auslöser ist m.E. falsch
positioniert; es ist zu dicht an das Gehäuse gequetscht und etwas nach
rechts versetzt; mein Zeigefinger sucht das Rad links oder vor dem
Auslöser, und nicht rechts dahinter. Die Bedienung wirkt dadurch hakelig
-- das Einstellrad befindet sich in der Mitte des Zeitefingers, wenn
dieser auf dem Auslöser liegt; ich muss die ganze Hand daher etwas
zurückziehen und die Kamera dabei leicht aus der Hand kippen lassen, um
mit der Spitze des Zeigefingers an das Einstellrad heranzukommen.
Wesentlich besser gelöst ist dies bei der
Minolta Dynax
9, wo sich das entsprechende Einstellrad vor dem Auslöser
befindet und dadurch viel besser bedient werden kann, da es sich dort
befindet, wo der Zeigefinger ohnehin liegt.
All diese missratenen Details sind der
Miniaturisierung des Gehäuses geschuldet und daher systemimmanent
bei Liliputaner- Kameras; ich muss einräumen, dass Minolta in Anbetracht
der Design- Vorgabe »so winzig wie möglich« wohl das bestmögliche
realisiert hat, ohne die Kamera signifikant zu vergrössern (was in
meinen Augen ein Vorteil wäre).
Ähnliches gilt für das Zoomobjektiv, das zwar sehr schnell und
vergleichsweise präzise manuell bedient werden kann, jedoch auch nur mit
den Fingerspitzen angefasst werden Will. Mit umgekehrt
aufgesetzter Sonnenblende (»in Ruhestellung«) kann man dann überhaupt
nicht mehr zoomen.
Eine Einhandbedienung der Kamera ist nicht möglich, das ist
einer der wenigen Nachteile des manuellen Zooms: Man benötigt immer
beide Hände, um die Kamera zu halten, zu zoomen und auszulösen.
Das Fehlen eines dreh- und schwenkbaren
Displays macht sich für mich -- wie
erwartet -- sehr störend bemerkbar; bereits bei meinen
ersten Aufnahmen vermissste ich
diese von der Nikon
Coolpix E-995 vertraute Möglichkeit. Die Option, über den Kopf
hinweg von einem erhöhten Aufnahmestandpunkt aus ca. 2,30 Metern Höhe zu
fotografieren ist bei der Dimage nicht gegeben.
Der EVF ist für mich als
Brilenträger kaum brauchbar; selbst ein hochwertiger Sucher, wie ihn
beispielsweise die
Minolta Dynax
9 bietet, ist nicht immer angenehm, den elektronischen Sucher der
Dimage vermeide ich jedoch, wann immer es möglich ist, und fotografiere
ausschliesslich mit dem Display auf
der Kamerarückseite.
Mit aufgesetztem Blitzgerät sieht die D7Hi nicht nur
kopflastig aus, sie verliert auch massiv an Griffigkeit; ich bin dann
versucht, die Kamera am Blitzgerät zu halten, und nicht am Objektiv.
Mein Vorschlag an Minolta: Eine etwas grössere, etwas massivere
Kamera bauen, den Filterdurchmesser des Objektivs vergrössern auf
beispielsweis 52 mm, und damit einen besseren Telezoombereich und/oder
eine höhere (durchgehende) Lichtstärke ermöglichen. Von mir aus darf
eine »Prosumer«- Kamera gerne 1 bis 1,5 kg wiegen, nur sollte sie halt
leichter bleiben als eine SLR mit Motor und Telezoom (ca. 3 kg).