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Handling der Konica Minolta Dynax 7 Digital

Erfahrungsbericht zur Konica Minolta Dynax 7 Digital

Von Agon S. Buchholz für Kefk Network Fotografie, März 2005 ff.

Equipment : Kameras : Digital : Minolta : D7DHandling : Übersicht
22-Mar-2005/07-Feb-06 (Changelog)


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Die Handhabung (denglisch »Handling«) der Konica Minolta Dynax 7 Digital ist durchwachsen. Zum einen gibt es viele positive Merkmale, aber leider auch jede Menge Ärgernisse und gestalterische Dummheiten, insbesondere in den Details. Vergleich man die D7D mit der Minolta Dynax 9, stellt man ziemlich ernüchtert fest, dass sich Minoltas DSLR leider in einer ganz anderen Liga bewegt, nämlich in der der höherwertiger Klapperkameras... Das bedeutet nicht, dass die Verarbeitungsqualität durchgängig schlecht wäre, an allen Ecken und Kanten der D7D stolpert man jedoch über Kompromisse und Abstriche gegenüber optimalen Lösungen.

Verriegelungen und Sicherungen

Das Batteriefach ist nicht gesichert, wenn auch nicht ganz so lumpig gebaut wie das der Dimage 7Hi, bei dem mir mal im Schnee ein kompletter Akkusatz aus der Kamera fiel (den ich übrigens nie mehr wiederfand). Bei der D7D verschließt eine Plastiklemme das Batteriefach, die bereits durch eine leichte mechanische Außeneinwirkung aufspringen kann; vor dem Verlust des Akkus schützt dann nur noch ein winziger Plastikhebel. Schaut man sich das Batteriefach der Dynax 9 an, so findet man dort einen echten Verriegelungsmechanismus, der garantiert nicht versehentlich aufspringt. Die Verriegelungen der Dynax 9 sind intelligent konzipiert und exzellent ausgeführt, die der D7D billigste Massenfertigung.

Ähnliches gilt für die das Speicherkartenfach: Hier ist weder eine Verriegelung, noch die Spur einer Dichtung vorgesehen. In hektischen Aufnahmesituation kommt man beispielsweise beim raschen Objektivwechsel häufig an die Klappe des Speicherfachs, die sich dann öffnet; es ist definitiv nur eine Frage der Zeit und der Intensität der Kameranutzung, bis diese Klappe in einer solchen hektischen Situation abbricht. Die Zeit wird auch zeigen, was die Kamera von dem permanent in das Speicherkartenfach eindringenden Staub hält.

Geradzu lumpig ausgeführt ist die Schiebeklappe an der rechten Gehäuseseite, die USB-Anschluss bzw. Video-Ausgang schützen soll; sie steht bei mir quasi permanent offen ermöglicht das Eindringen von Staub und Feuchtigkeit in das Speicherkartenfach. Das liegt daran, dass die Abdeckung vorsteht und bei jeder minimalen Friktion auf- und zugeschoben wird; schlechter kann man ein funktionskritisches Gehäusedetail wohl kaum ausführen. Dass es auch anders geht, beweist ein Blick auf die linke  Gehäuseseite: Dort befindet sich der Anschluss für ein Fernauslösekabel, der durch eine fast identische Klappe geschützt wird; diese Klappe ist aber leicht versenkt, kann also praktisch nicht durch Friktionen geöffnet werden.

Die D7D ist meine erste Minolta-Kamera, bei der ich vor jeder Benutzung die Stellung sämtlicher Kontrollelemente prüfen muss; insbesondere verstellen sich folgende drei Einstellelemente häufig im Rucksack oder einfach beim Tragen der Kamera:

  • Antishake-Schalter (Rückseite rechts) — Wechsel zwischen Stellung »On« und »Off«;
  • Blitzbelichtungskorrektur (Oberseite links) — Verstellung um bis zu plus/minus 1 EV;
  • AF-Messfeld-Drehschalter (Rückseite rechts) — Verstellung zwischen großem Meßfeld, AF-Meßfeld-Wahl und Messfeld-Speicherung.

Obwohl das Bildfolge-Einstellrad identisch ausgeführt ist wie die Blitzbelichtungskorrektur verstellt sich dieses Element bei mir erstaunlicherweise nicht, das mag mit meiner Kamerahaltung zusammenhängen.

Vorbildlich gesichert durch einen Entriegelungsknopf sind dagegen die beiden Einstellräder auf der Kameraoberseite; weder Belichtungskorrektur noch Belichtungsmodus verstellen sich also unbeabsichtigt.

Verarbeitungsqualität

Der in das Kameragehäuse integrierte Blitz steht bei der D7D ein ganzes Stück über die untere Fassung über; hält oder trägt man die Kamera am Objektiv, klappt ständig das Blitzlich hoch. Potenziell ist das eine reine Sollbruchstelle, wenn man nicht auf die Verwendung größerer Objektive verzichtet.

Die Einstellräder sind sehr schwergängig und weisen, zumindest bei meiner D7D, unterschiedliche Widerstände auf; man muss sich daher bei angesetztem Funktionshandgriff auf vier sich unterschiedlich drehende Einstellräder einstellen. Hat man die Kamera am Auge oder wechselt zwischen Quer- und Hochformat, denkt man nicht immer daran, mit wie viel Druck man nun gerade das jeweilige Rädchen drehen mus, das Ergebnis ist eine umständliche Einstellung der Aufnahmeparameter, die man häufig nochmal korrigieren muss. Ich empfinde diese Varianzen als Ausdruck zu hoher Fertigungstoleranzen bzw. einer unzureichenden Fertigungsqualität.

Brauchbar ist dagegen die Einschaltzeit von ca. 1,3 Sekunden und die Auslöseverzögerung von weniger als 0,1 Sekunden.

Funktionshandgriff

Der Funktionshandgriff VC-7D ist allein auf Grund der alternativen Energieversorgung ein m.E. unverzichtbares Zubehör zur D7D. Auch die zusätzlichen Bedienelemente in Hochformathaltung halte ich für außerordentlich sinnvoll, und für Fotografen mit goßen Händen ist der Handgriff ohnehin die einzige Möglichkeit, Kameras wie die D7D längere Zeit ermüdungsfrei zu bedienen.

Im Vergleich zum Funktionshandgriff der Dynax 9 fällt zunächst auf, dass der VC-7D ein klappriges Plastikkästchen ist, das an die ansonsten recht anständig verarbeitete Kamera angeschraubt wird; der Handgriff der Kamera und der des VC-7D bestehen aus unterschiedlichen Materialien und fühlen sich daher haptisch auch unterschiedlich an; kein Beinbruch, aber ein unerfreuliches Detail. Der Funktionshandgriff der Dynax 9 ist dagegen eine homogene Erweiterung des Kameragehäuses, die Materialien fühlen sich ähnlich an, haben auch dieselbe Temperatur und etwa dieselbe Oberflächengestaltung. Der VC-9 ist ein integraler Bestandteil des Dynax 9, während der VC-7D ein mehr schlecht als recht an die Kamera angestückelter Fremdkörper ist.

Ebenfalls wenig durchdacht und allzusehr in Billigbauweise ausgeführt ist auch das Batteriefach: Wie auch an der Kamera gibt es hier keine echte Verriegelung, sondern nur einen Plastikhebel, der bereits bei mäßiger Friktion aufspringt. Das ist eine Art der Kamerakonstruktion, die ich von meinen Minolta-Kameras bisher nicht gewohnt war und deren Tücken in der Praxis ich lieber nicht kennenlernen würde. Ich rate dazu, den Verschluss der Batterieklappe mit einem gut haftenden Textilband zu überkleben, um ein versehentliche Herausfallen der Batterien bzw. Akkus zu vermeiden.

Leider haben die Ingenieure bei der Konstruktion des Handgriffs auch konzeptionell in übelster Weise geschlampt; solchen konzeptionellen Murks habe ich es bei Minolta-Handgriffen noch nie erlebt: Der normale Querformathandgriff hat gänzlich andere Abmessungen als der Hochformathandgriff, außerdem sind die einzelnen Bedienelemente haptisch anders ausgeführt und abweichend von ihren Entsprechungen beim Kamerahandgriff angeordnet!

Der Querformatgriff hat eine komfortable Auflagelänge für die Hand von über neun Zentimetern, der Querformathandgriff bietet der Hand dagegten nur acht Zentimeter Griffläche. Der fehlende Zentimeter Auflagefläche fehlt zumindest meiner Hand, weil hier normalerweise der kleine Finger die untere Gehäusehälfte stabilisiert. Durch die katastrophal mißlungene Gestaltung des VC-7D ist es für Fotografen mit großen Händen nicht möglich, mit der D7D ermüdungsfrei im Querformat zu arbeiten – man wird also geradezu gezwungen, überwiegend im Hochformat zu arbeiten.

Vergleicht man den VC-7D mit dem perfekt gelungenen Funktionshandgriff der Minolta Dynax 9, stellt man auch hier mit Entsetzen fest, dass dieser haptisch perfekt in der Hand liegt und im Querformat sogar eine Auflagefläche von beinahe zehn (!) Zentimetern bietet. Mittlerweile ist mir klar, dass dieses »Detail« bewirkte, dass ich mit der Dynax 9 trotz deren hohen Eigengewichte stundenlang ohne jegliche Probleme arbeiten konnte, während sich meine Hand und Schulter bei der D7D bereits nach etwa einer Stunde verkrampft. Dieses mißratene »Detail« am VC-7D stellt eine massive funktionale Einschränkung dar und bildet ein dauerhaftes Ärgernis. Es sei denn, man hat eine Kinderhand oder arbeitet ausschließlich mit aufs Stativ montierter Kamera.

Fazit

Auf den VC-7D kann man auf Grund des nützlichen Hochformathandgriffs und der alternativen Stromversorgungsmöglichkeit kaum verzichten; die Haltung der Kamera im Querformat wird jedoch durch den Funktionshandgriff nicht verbessert, sondern eher erschwert; das ist ein unerfreuliches Novum bei Funktionshandgriffen aus dem Hause Minolta.

Die Handhabung der D7D ist insgesamt recht intuitiv, die meisten Bedienelemente sind sinnvoll platziert und in vernünftiger Qualität ausgeführt. Einige mißratene Details – insbesondere der klapprige interne Blitz, das nicht gesicherte Batteriefach sowie zahlreiche fehlende Verriegelungen und Sicherungen wichtiger Kontrollelemente gegen versehentliches Verstellen – fallen daher umso stärker auf, da sie beinahe permanent nerven.

Siehe auch

Anmerkungen

Forum: Erfahrungen mit dem Handling der D7D (Anmerkungen in diesem Forum: 0)

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