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Agons Fotobiographie
Erfahrung :
Biographie : Agons Fotobiographie :
Der Weg nach Digitalien : Übersicht
11-Mar-1998/07-Feb-06/v0.2
Der Weg nach Digitalien
Mit der
Dynax 9xi konnte ich mich nie vollständig anfreunden; sie bot zwar
einen deutlich schnelleren Autofokus als die »9000«, aber das
Bedienkonzept leuchtet mir bis heute nicht ein. Meine
Erfahrungen mit der Dynax 9xi habe ich an anderer Stelle kurz
zusammengefasst. Ich war jedenfalls recht erfreut, als Minolta das
dritte professionelle Gehäuse, die
Minolta Dynax 9, vorstellte.
Die
Dynax 9 verfügte wieder über ein "analoges" Bedienkonzept mit
Einstellrädchen und Knöpfen, die ich auch haptisch "begreifen" konnte.
Die "9000" konnte ich blind bedienen, bei der 9 xi beherrschte ich das
nie; mit der Dynax 9 kann ich endlich wieder im Dunkeln arbeiten - ohne
illuminierende Maglite im Mund. Mit der Dynax 9 bereitete das
fotografieren wieder Lust. Meine
Erfahrungen mit der Dynax 9 habe ich an anderer Stelle
zusammengefasst.
Bald gesellte sich ein neues Objektiv zu meiner bisherigen
Ausrüstung: Das
Minolta AF 1:2,8/80-200 mm APO, das zu meinem Standard-Objektiv
avancierte. Ich erwarb das ältere Modell, zu erkennen an der schwarzen
Lackierung, gebraucht; wie sich bald herausstellte, war das ein Fehler,
den gesparten Mehrpreis hätte die deutlich höhere Geschwindigkeit der
neuen Version (HS APO G, erkennbar an der weissen Lackierung) sicherlich
wettgemacht. Dennoch würde ich auf das Objektiv mit der kontinuierlichen
Lichtstärke von 1:2,8 nicht mehr verzichten wollen. Der einzige massive
Nachteil gegenüber meinem alten Standardzoom, dem
Minolta AF 1:4,0/70-210 mm ist der viel zu geringe grösste
Abbildungsmasstab. Gewöhnt war ich an 1 : 4, das APO-Zoom bietet leider
nur 1 : 7; an Makroaufnahmen ist damit nicht mehr zu denken. Leider
drehen sich an beiden Objektiven die Frontlinsen, was u.a. den Einsatz
von Polfiltern
wenig praktikabel macht.
Ich bin zwar begeisterter Nutzer der
Kodak Photo CD, sie
bietet jedoch etwas sehr entscheidendes nicht: Spontanität. Jeder
Digitalisierungsauftrag dauert gut eine Woche, zu viel für unsere
ungeduldige Zeit. Nach einer gewissen (erfolglosen) Wartezeit auf den
eFilm erwarb ich einen
Filmscanner, den
Nikon Coolscan III. Endlich konnte ich entwickelte Filme sofort im
King-Size-Format von ca. 26 x 35 cm (die nutzbare Bildfläche meines
19"-Monitors) betrachten. Das war ein erheblicher Fortschritt, durch den
ich beispielsweise auch kleinere Auftragsarbeiten sehr rasch umsetzen
konnte (siehe
Erfahrungsbericht zum Coolscan III). Mein aktueller 21"-Monitor von
Sony verwöhnt mich übrigens mit dem Posterformat 30 x 40 cm (erwähnte
ich schon, dass mein Diaprojektor nur noch selten benutzt wird?).
Analog
fotografieren und teilweise digital weiterverarbeiten, diese
Hybridlösung nutzte ich beispielsweise bei einem
Akt-Projekt im Jahr 2000. An Stelle von Abzügen druckte ich die
schwarzweissen Negative nach dem Scannen auf einem 1200 dpi-Laserdrucker
aus. Im A4-Format war das natürlich nicht ausstellungsfähig, aber
durchaus zur ersten Beurteilung der Bildwirkung ausreichend.
Gleichzeitig konnte ich mich nicht so recht dazu durchringen, den
nächsten konsequenten Schritt zu tun - mir ein eigenes Fotolabor
zuzulegen, um endlich die gesamte analoge Verarbeitungskette jederzeit
praktizieren zu können. Der Aufwand, Filme sowohl in den
standardisierten Entwicklungen C-41 für Farbnegativfilme und E-6 für
Diafilme entwickeln und Abzüge zumindest im Format 40 x 50 sowohl in
Farbe als auch in Schwarzweiss, sowohl vom Negativ wie auch vom
Diapositiv anfertigen zu können erschien mir jedoch völlig
unverhältnismässig. Zeit- und Platzmangel -- auch ich nutzte die wohl
häufigsten Ausreden für: "Eigentlich habe ich darauf keine Lust".
Andererseits: Konsequent auf Digitaltechnik setzen? Ich verstand mich
immer als eher konservativer Fotograf, der Wert legt auf die
qualitativen Möglichkeiten eines Kleinbildnegativs (Vergrösserung,
Projektion, Palette an sverschiedensten Filmtypen usw.) und eines
komplexen
Kamerasystems (Wechselobjektive, Blitzgeräte und eine Fülle von
Zubehör). Zur Jahrtausendwende war bei
Digitalkameras noch
nicht an qualitativ ansprechende Ausbelichtungen jenseits des Formates
13 x 18 cm zu denken, und Systemkameras wie die damals aktuelle
Nikon
D1 waren preislich im fünfstelligen Bereich angesiedelt, so dass ich
einen Systemwechsel nie ernsthaft in Erwägung zog; vor allem der
Rattenschwanz an inkopatiblem Systemzubehör hielt mich vor derartigen
Überlegungen ab. "Digitalkameras? Sowas brauche ich nicht!"
verteidigte ich mein Beharren auf der analogen Fotografie. Ich arbeite
beruflich als Netzwerkadministrator und erledige so ziemlich alles, was
man mit Computern erledigen kann, vor einem Monitor oder einem Display;
keiner meiner Kollegen und Bekannten verstand mich. Ich mich irgendwann
auch nicht mehr.
Weiter: Die (fotografische) Wende.
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