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Fotografie an der Berliner VHS
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03-Jun-2001/07-Feb-06
Übersicht
Ich besuchte an verschiedenen
Berliner Volkshochschulen
Kurse zur Fotografie, darunter an der
VHS Neukölln,
der VHS Kreuzberg
und der VHS Wedding.
Die Erfahrungen, die ich dabei gesammelt habe, sind sehr unterschiedlich
-- sowohl menschlich als auch fachlich. Natürlich stellte auch ich mir
die Frage, ob es sich überhaupt für einen ambitionierten Hobbyfotografen
lohnt, Kurse an einer Volkshochschule zu belegen. Auf den folgenden
Seiten werde ich von meinen Erwartungen, Hoffnungen, Erfahrungen und
Einschätzungen berichten.
Theaterfotografie
Den ersten Fotografie-Kurs belegte ich an der
VHS Neukölln im
Herbstsemester 1897. Das Veranstaltungsverzeichnis war mir zufällig
in einer Berliner Bibliothek die Hände gefallen, ich hatte es mäßig
interessiert durchgeblättert und war dann bei den Veranstaltungen zur
Fotografie hängengeblieben. Mich interessierte der
Kurs IV, der als Themenschwerpunkt »Theaterfotografie« nannte.
Ambitionen als Schauspieler habe ich nie gehabt, dafür hat es in meiner
Schulzeit ein Mädchen gegeben, das ich immer sehr geschätzt hatte: Eine
begeisterte Ballettänzerin, deren Leben sich zwischen den drei Polen
Ballett, Ballett und nochmals Ballett zu bewegen schien. Schon damals
hätte ich mir gewünscht, sie beim Üben zu fotografieren, jedoch durften
wir Kurskolleginnen und -kollegen nie beim Üben zuschauen, geschweide
den fotografieren. Der Wunsch, mich musischen Künstlern fotografisch zu
nähern, war jedoch über ein knappes Jahrzehnt erhalten geblieben, wurde
jedoch auch nie so präsent, daß ich konsequent nach einer Möglichkeit
dazu gesucht hätte.
Nun schien sich also die lang ersehnte Möglichkeit zu ergeben; ich
bearbeitet meinen Freund und Mitbewohner
Steffen, ebenfalls an
dem Kurs teilzunehmen. Als ich ihn dann schließlich soweit hatte, wollte
ich aus verschiedenen Gründen nicht mehr. Eine Rolle spielte auch der
Ruf des Stadtteils Neukölln sowie die recht langwierige Anfahrt von
Wedding (im Norden
Berlins) nach Neukölln (im Süden
Berlins).
Schließlich meldeten wir uns doch an und erfuhren bei der Gelegenheit,
daß man die Veranstaltung nur im Block mit einem weiteren
Fotokurs an der VHS
Neukölln buchen konnte. Ich entschied mich für eine Einführung in
die Schwarz-Weiß-Laborarbeit (Kurs
I), Steffen
belegte einen Kurs mit Schwerpunkt auf gestalterischen Aspekten (Kurs
II).
Der Kurs begann, gelinde gesagt, überraschend: der erste Termin, die
Vorbesprechung, bestand aus einer etwa zehnminütigen Plauderei zwischen
Steffen, einer
koreanischen Teilnehmerin, mir und dem Kursleiter,
Winfried. Alle anderen Teilnehmer kannten Winfried bereits aus
früheren Kursen und waren nicht erschienen. Immerhin erfuhren wir, daß
es um das Fotografieren bei Proben zur
Oper Carmen von Bizet gehen würde, daß das Stück im
Saalbau Neukölln aufgeführt werden würde und daß es von einem
Ensemble mit der Bezeichnung
Offenbach-Theater aufgeführt werden würde und daß das Ziel des
Kurses eine
Ausstellung sein würde. Eine Besprechung im Sinne einer Planung oder
Vorbereitung gab es nicht. Termine der Proben hatte Winfried auch noch
nicht, also vertagten wir uns um eine Woche.
Der ganze Ansatz erschien mir in meiner akademischen Arroganz
hochgradig suspekt; ich war es gewohnt, vor der Beschäftigung mit einem
Thema eine Bestandsaufnahme zu machen, mich also beispielsweise mit dem
Stück oder den Schauspielern bzw. Sängern zu befassen, Überlegungen zur
Zeitplanung anzustellen usw. Ich mußte erst über mich und meine
Vorstellungen reflektieren um schließlich festzustellen, daß Winfried
als Fotokünstler einen anderen, jedoch nicht minder legitimen Ansatz
verfolgte. Dennoch empfand ich es auch bei den nachfolgenden
Fotografier-Terminen bei den Proben als Manko, nur sehr wenig über die
Oper Carmen und noch weniger über die
Sänger zu wissen.
In den folgenden Wochen arbeiteten wir intensiv: Wir besuchten
zahlreiche Probentermine im
Saalbau Neukölln und verbrachten etliche Stunden im Fotolabor mit
dem Sichten und Vergrößern unserer Bilder; dankenswerterweise übernahm
Winfried das Entwickeln der Filme, so daß wir uns intensiv auf die
Ausstellung vorbereiten konnten. Bei den Besprechungen der vorliegenden
Kontaktabzüge stellten wir jedoch enttäuscht fest, daß sich die Bilder
kaum unterschieden; wir hatten alle ähnliche Situationen ausgewählt und
niemandem war es gelungen, das Charakteristische eines Sängers
fotografisch herauszuarbeiten oder die besondere Dynamik einer Situation
mit seiner persönlichen »Handschrift« einzufangen. Das bestätigte meine
Vermutung, daß wir uns mit dem Stück und seinen Konflikten, mit den
Sängern und ihrer Persönlichkeit auseinandersetzen müßten, um uns der
Inszenierung annähern zu können. Ich bemühte mich in den folgenden
Wochen, mehr über »Carmen«
zu erfahren und mit den Sängern in Kontakt zu treten. Ich besorgte mir
einige Carmen-Inszenierungen auf Video und wälzte etliche
Opern-Lexika; zumindest erwarb ich so einen groben Überblick über
das eigentliche Thema der Oper. Näher kennenlernen konnte ich die Sänger
jedoch nicht, das ergab sich erst bei der Premierenfeier, wo ich die
Sängerin der Micaëla,
Konstanze, kennenlernte.
Dann ergaben sich noch einige fotografische Probleme technischer Art:
Beleuchtung und Equipment waren nicht kompatibel. Kaum einer der
Teilnehmer des VHS-Kurses verfügte über lichtstarke Teleobjektive, und
mit Stativ konnten wir nicht arbeiten.
Sehr spannend wurde dann die Laborarbeit; ein absolutes Highlight war
das Anfertigen von Großvergrößerungen für die Ausstellung im Format von
ca. 100x75cm.
Wichtig ist vielleicht noch, daß die Ausstellung klappte; einige
Bilder von den Proben können hier in einer
virtuellen Ausstellung im Internet auch weiterhin besichtigt werden.
Schwarz-Weiß-Labor
Dieter Schulz,
VHS Neukölln
Oliver Scholten,
VHS Kreuzberg
VHS Wedding
Akt-Workshops
Akt-
Workshops.
Anmerkungen
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