Das Konzept des (e)film ist zunächst faszinierend, allerdings kommt
das Produkt - falls es denn überhaupt noch erscheint - viel zu spät auf
den Markt.
Hinzu kommen eine Reihe von konzeptionell bedingten Nachteilen, die
aus den technischen Daten des (e)film hervorgehen:
Geringe Auflösung.
1,3 Megapixel entsprechen derzeit dem, was digitale
Einsteigerkameras bieten (Stand: April 2001). Das Produkt zielt
jedoch auf Nutzer aus dem Bereich der engagierten Amateure bzw.
Semiprofis (siehe unterstützte Kameras;
SiliconFilm nennt folgende "Hauptkonkurrenten": die KodakKameras DCS
560, DCS 620 und DCS 315 sowie die Nikon D1). Für diese
anspruchsvolle Anwendergruppe ist die geringe Auflösung nicht
ausreichend.
Geringe Bildanzahl.
Bei einer Speicherkapazität von nicht erweiterbaren 64 MB können
auf einem (e)film nur 24 komprimierte Bilder gespeichert werden.
Anschliessend müssen die Bilddaten über den (e)port auf einen PC
bzw. in die (e)box ausgelesen werden. Für Bildintensive Situationen,
beispielsweise eine Portraitsitzung, müste ein zweiter (e)film
angeschafft werden.
Zu kleiner Bildausschnitt.
Der CMOS-Sensor deckt nur eine Fläche von ca. 30 Prozent des
KB-Bildausschnitts ab (ca. 10 mm x 7 mm). Damit verbunden ist die
starke Brennweitenverlängerung.
Starke Brennweitenverlängerung.
Die Brennweite wird durch den (e)film um den Faktor 2,6
verlängert.
Unzureichende Kompatibilität.
Der (e)film wird promotet als "digitale Filmpatrone", die
Kompatibilität zum Kleinbildfilm ist jedoch unzureichend. Während
ein normaler KB-Film in jeder KB-Kamera genutzt werden kann,
unterstützt der (e)film nur eine sehr begrenzte Anzahl von
Kameramodellen. Die professionellen
Minolta-Kameras
Dynax 9,
Dynax 9xi und
Minolta 9000 werden beispielsweise nicht unterstützt.
Zu hoher Preis.
Angesichts der angeführten Defizite würde der (e)film sicherlich
seine Käufer finden - als Low-End- Low-Cost-Lösung. Der angepeilte
Marktpreis liegt jedoch, je nach Quelle und Lieferumfang, zwischen
US-$ 1000,- und US-$ 649,-; damit dürfte es kaum noch Käufer geben.