Nikon LS-30 (Coolscan III)
Von Agon S. Buchholz
für Kefk Network Fotografie - Digital
Imaging, September 2003 ff.
Digital Imaging :
Scanner :
Anbieter : Nikon :
Coolscan III : Übersicht
10-Mar-2000/08-Jan-06
Übersicht
Der Nikon Coolscan III (aka LS-30) ist ein 35mm- Negativ- und
Discanner aus einer relativ frühen Generation; mit einem Strassenpreis
von rund DM 1.500,- im Jahr 2000 gehörte er zu den ersten bezahlbaren
Scannern dieser Art.
Ich nutze das Gerät zum hybriden Fotografieren, also um
Negativ- und Diastreifen von meinen analogen Kleinbildkameras (Minolta
Dynax 9, Minolta Dynax 9xi und Minolta 9000 sowie Yashica T5) zu
digitalisieren. Mittlerweile fotografiere ich wieder fast
ausschliesslich auf Diafilm, rahme die Dias aber nicht mehr, sondern
scanne sie nur noch; die Bildwirkung auf einem 21"- Monitor entspricht
zumindest einem guten Papierabzug im Format 30x40 cm, ausserdem habe ich
die Bilder dann gleich digital verfügbar zur Weiterverarbeitung, z.B. im
Kefk Network Webtravel.
Review
Der Nikon Coolscan III kann stehend oder liegend genutzt
werden:
Beim Scannen von gerahmten Dias sehe ich kein Problem, das Gerät
liegend zu betreiben, Negativstreifen werden in aufrechter Stellung
jedoch präziser eingezogen.
Was dem Scanner fehlt, ist eine manuelle Auswurftaste für
Filmstreifen; die recht unzuverlässige Scan- Software Nikon Scan stürzt
gelegentlich ab und spuckt den Filmstreifen nicht mehr aus; man muss
dann den Rechner neu starten oder einige Minuten warten, bis der
Coolscan III den Streifen von sich aus wieder freigibt. Bei gerahmten
Dias tritt das Problem naturgemäss nicht auf: Diese werden ohnehin mit
einem mechanischenAuswurfknopf freigegeben.
Ausserdem fehlt eine Möglichzeit zur Stapelverarbeitung, wie sie bei
Flachbettscannern oder Kopiergeräten verfügbar ist: Ich würde gerne
einen sortierten Stapel Filmstreiben in einen Einzugsschacht legen und
automatisch durchscannen lassen.
Die Bildqualität der Scans ist m.E. unbefriedigend; die
digitalisierten Bilder wirken flau und unscharf.
Scan-Software
Nikon Scan
Die Scan- Software Nikon Scan ist relativ benutzerfreundlich und
halbwegs komfortabl; wenn man nichts anderes kennt, kann man wohl damit
leben, auch wenn die Software partout nicht inder Lage ist, bestimmte
Bilder korrekt einzulesen.
Ein äussert ärgerliches Problem verursacht die mitgelieferte Scan-
Software Nikon Scan; auch in der aktuellen Version 3.1 erkennt die
Software die Bildgrenzen auf dem Negativ- oder Diastreifen nicht
zuverlässig und wählt fehlerhafte Bildausschnitte; wie das aussieht,
zeigen die Beispielscans. Zwei
wirklich ärgerliche Probleme ergeben sich dadurch:
- Bestimmte Bilder kann man mit der Software reproduzierbar nicht
scannen (siehe Beispielscans vom
Nikon Coolscan III);
- will man diese Bilder dennoch Digitalisieren, muss man ein
kostenpflichtiges Produkt zum Scannen von Drittanbietern erwerden
oder auf die Kodak Photo CD
bzw. vergleichbare Dienstleistungen ausweichen.
Ausserdem fehlen dem Programm Automatisierungsfunktionen,
Feineinstellungen und etlicher Komfort, den die Produkte von
Drittanbietern zur Verfügung stellen. Last but not least ist die
Software natürlich auch nur für Microsoft Windows verfügbar; GNU/Linux-
Anwender gehen, wie so oft, leer aus.
Vuescan
Die beste mir bekannte Alternative ist das kommerzielle Vuescan von
Hamrick Software. Dieses Programm scannt erstens erheblich schneller,
stellt erheblich mehr Feineinstellungen und Automatisierungsfunktionen
zur Verfügung -- und existiert in einer Linux- Portierung.
Weiterführende Informationen
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