Eine bizarre Fussnote in der
Geschichte der Digitalfotografie ist Diskussion um ein
Kamera-Verbot in Fußballstadien aus dem September 2002.Wie Heise
Online
meldete,
sorgte bei Fußballfans das angebliche Verbot von Digitalkameras in
Fußballstadien für Aufregung. Darüber gab es seit Anfang September in
einschlägigen Foren rege Diskussionen, wie zum Beispiel im St.-
Pauli-Forum,
das als eines der virtuellen Hauptsammelbecken der aktiven Fans gilt. Es
wurde sogar bereits über ein allgemeines Verbot jeglicher Kameras in
Stadien spekuliert, da den Ordnungskräften technischer Sachverstand zur
Unterscheidung von digitalen und herkömmlichen Kameras nicht zuzumuten
sei. Außerdem habe jemand mit der Deutschen Fußball Liga (DFL)
telefoniert, die entsprechende Anweisungen bestätigt haben soll.
Tom Bender von der DFL weiß von diesem angeblichen Telefonat. Doch
sagt er, keiner seiner Mitarbeiter habe solches oder Ähnliches auf
Anfrage von Fans geäußert. Vielmehr gebe es kein allgemeines Verbot, die
Fans könnten auch weiterhin ihre Digital- oder anderen Kameras
mitführen.
Zu den Forendiskussionen könnte ein Schreiben des DFL-Justiziars
Thomas Summerer vom 22. Juli geführt haben. Darin werden die Vereine der
Bundesligen auf die Rechtslage bei der Vermarktung von Bildern
hingewiesen. Daher könne es vorkommen, so Bender, dass professionelle
Fotografen, die ohne Erlaubnis Fotos auf der Tribüne von einem
Bundesligaspiel machen und diese zum Beispiel während des Spiel aus dem
Stadion übermitteln wollen, von Ordnungskräften daran gehindert werden.
Dies liege aber in der Zuständigkeit der jeweiligen Vereine. Die DFL
habe keine Handhabe, in die Hausordnungen der Stadien einzugreifen.
Heise Online schliesst: »Trotz aller Dementis, die Diskussion
über 'mobilen Content' aus Fußballstadien wird wohl spätestens mit Start
der nächsten Mobilfunkgeneration wieder aufleben. Vodafone hat sich
dafür vor kurzem Multimedia-Rechte an der Fußball-Bundesliga gesichert.
Wenn es also demnächst möglich sein soll, bewegte oder Standbilder vom
Geschehen auf dem grünen Rasen zu empfangen, werden die entsprechenden
Mobilfunkanbieter Interesse an der Alleinvermarktung haben. Schließlich
gelten die mobilen Übertragungsrechte an der Fußball-Bundesliga in der
TK-Branche als gute Ausgangsposition für die künftige Vermarktung von
kostenpflichtigen UMTS- Angeboten« (Quelle: Heise Online,
www.heise.de/newsticker/data/anw-17.09.02-001).