Machinima-Movies
Ihr Benutzername: Besucher
Wer ist gerade online? - 10
aktive User.
Erstellt/bearbeitet: 10-Okt-2005/09-Jan-07
Systemzeit: Montag, 08.09.2008, 03:56:27.
Home : Film : Zukunft : Genres : Machinima
Übersicht
Als Machinima-Movies bezeichnet man Filme, die mit Hilfe der
Game-Engines von
Computerspielen erstellt wurden. Machinimas können in
Echtzeit generiert werden, häufiger werden jedoch vorproduzierte und
aufgezeichnete Filme als digitale Video-Dateien
zum Download angeboten.
Machinima wird von vielen Filmemachern als neue Chance wahrgenommen:
»Zum ersten Mal ist es für unabhängige Filmemacher möglich,
einen abendfüllenden blockbusterartigen Actionsfilm zu drehen [...].
Das ist eine Revolution, ein großer Schritt hin zum Film als
wirklich demokratisches Medium – so wie es sich Kinogrößen wie
Francis Ford Coppola schon seit Jahren wünschen« (Hugh
Hancock, zit. in: Koenig 2004: 34 [orthographische Fehler im
Original]).
Der Begriff »Machinima« ist ein Kunstwort aus
machine, cinema und animation. Die zuvor gebräuchliche Bezeichnung
Quake-Movies wurde 1998 von Anthony Bailey in Machinema geändert, eine Synthese aus
machine und cinema. Hugh Hancock von The Strange Company änderte den
Begriff aufgrund eines Schreibfehlers in einer E-Mail-Konversation
dann in Machinima. Nachträglich wurde argumentierte, Hancock habe
lediglich den Begriff
animation einbezogen.
Merkmale und Charakteristik
Machinimas werden im Gegensatz zu herkömmlichen
3D-Animationsfilmen
in Echtzeit berechnet. Der Film liegt in Form digitaler Daten wie Texturen,
3D-Modelle, Animationen und Sounds vor und wird immer wieder
neu berechnet.
»Klassische 3-D-Animation ist ein zeitraubender Prozess,
für den man teure Software braucht [...]. Machinima kann man mit
einem handelsüblichen Computergame in Echtzeit produzieren – das
bringt viel mehr Spaß!« (Rodrigo Olmos, zit. in: Koenig 2004:
34)
Allerdings gibt es mittlerweile die Möglichkeit, Machinimas auch als
Videodatei zu speichern und so computerunabhängig zu verbreiten.
Geschichte und Entwicklung
Ermöglicht wurden die ersten Machinima durch das Programm Little Movie Processing Centre
(LMPC) des Leipziger Physikers und
Programmierers Uwe Girlich. Dieser hatte im Jahr 1996 die Struktur der
Game-Engine von Quake analysiert. LMPC ermöglicht es einem Benutzer,
filmartige Szenarien zu erstellen oder zu verändern.
Als erster Machinima-Film gilt Diary of a Camper (1997) der Gruppe
The Rangers. Dieser Film war noch nicht vertont und besaß lediglich
Untertitel. Devil's Covenant von Clan Phantasm war der erste
mehrstündige Machinima-Film.
Zu den wohl bekanntesten Machinima zählt Apartment Huntin' (1999) von
Ill Clan ( www.illclan.com). Diese kurze Comedy-Episode zog eine ganze Serie von
Nachfolgern nach sich.
Software
Für Einsteiger gilt die Software Machinimation von Fountainhead
Entertainment als am besten geeignet; sie ist als Beigabe in Paul
Marinos Buch The Art of Machinima enthalten
- Paul Marino (AMAS): The Art of Machinima - das erste Buch über
Machinima,
book.machinima.org.
Für Forgeschrittene ist die Game-Engine von Unreal Tournament zu
empfehlen, die als stabil und flexibel gilt. Grafisch noch etwas
leistungsfähiger, aber auch schwerer zu erlernen sein soll die Game-Engine
von Half-Life 2.
Festivals
Das seit 2002 jährlich stattfindende Machinima Film Festival kürt
jeweils die besten Beiträge. Sie werden in der Folge auf DVD
veröffentlicht.
Seit 2003 richtet das Hamburger
Bitfilm-Festival für
digitale Filmkultur als erstes europäisches
Filmfestival einen eigenen Machinima-Wettbewerb aus.
Eine Liste mit aktuellen Festivals, in denen Machinima-Filme gezeigt
werden, ist im Machinima-Wiki zu finden:
wikienglisch.machinimadeutschland.de.
Sub-Genres
Eine besondere Art von Machinima sind Filme, bei denen die
Haupthandlung ausschließlich durch Autos, Flugzeuge etc. sowie die
Hintergrundkulisse getragen wird. Charaktere werden erst durch den
Dialog eingebracht - die Protagonisten sind damit die Piloten der
entsprechenden Fahrzeuge. Erstellt werden diese Machinima meist in
Flugsimulatoren, Autorennspielen oder ähnlicher Software. Da sich
Abläufe in Simulatoren nicht so gut skripten lassen, entsteht der fertige
Film meist in einem Videoschnittprogramm.
Ein gutes Beispiel für eine
sehr humorige Simulator-Machinima ist der Film Bensky & Mutch
mit Dialogen in französisch; es sind jedoch Untertitel-Dateien erhältlich
tapadiuno.free.fr.
Ein
weiteres Beispiel ist das aufwändig inszenierte 'Fliegerepos' I
Promise:
www.meyeuniverse.com).
Ein weiteres Sub-Genre der Machinimas sind Filme, die die spielerische
Überlegenheit von Clans in Multiplayer-Spielen illustrieren sollen,
beispielsweise um neue Mitglieder anzuwerben. Diese enthalten meist mit
reißerischer Musik unterlegte, schnell geschnittene Kampfszenen sowie
die Namen der Clanmitglieder. Als Beispiel für derartige Machinima seien
Filme genannt, die im MMPOG-Spiel Planetside erstellt wurden; sie
sind erhältlich unter:
www.planetsidemovies.com.
Das erste Machinima-Musikvideo, das auf MTV lief, war In
the Waiting Line der britischen Band Zero 7 (Koenig 2004:
35).
Bekannte Machinimas
Auswahl bekannter Machinimas:
- Apartment Huntin' (1999) von
Ill Clan (Game-Engine: Quake)
- Engine von Tomislav Bezmialinovic (Game-Engine: Doom 3)
- Larry & Lenny on the Campaign Trail von Ill Clan
Siehe auch
Literatur
Aaron Koenig: »Underground-Filmemacher: Wie Spielefans aus
PC-Games ihre eigenen Kurzfilme, genannt Machinima-Movies, herstellen«,
in: Cinema 08/2005, S. 34-35.
Karin Wehn: »Machinima - Was Ego-Shooter und Puppentheater gemeinsam
haben. Die Umkehrung des Dispositivs Computerspiel: Teil I; Das
Entstehen von Machinima aus dem transformativen Play mit Ego-Shootern:
Teil II«, in: Telepolis, 13.07.2004,
www.heise.de/tp/deutsch/special/game/17818/1.html [im Volltext
online].
Karin Wehn: »Die Produktion von Machinima-Filmen. Machinima
Teil III«, in: Telepolis, 26.07.2004,
www.heise.de/tp/r4/artikel/17/17915/1.html [im Volltext online].
Karin Wehn: »Machinima-Stile: Parodien, Live-Machinimas,
Ego-Shooter, Animationen. Machinima Teil IV«, in: Telepolis,
29.08.2004,
www.heise.de/tp/r4/artikel/18/18159/1.html [im Volltext online].
Karin Wehn: »Machinima versus Urheberrecht. Machinima Teil 5:
Rechtliche Aspekte«, in: Telepolis, 28.09.2004,
www.heise.de/tp/r4/artikel/18/18379/1.html [im Volltext online].
Netmarks
Machinima.com - internationale Machinima Community, mit über
1000 Filmen, Diskussionsforen, Artikeln und News,
www.machinima.com.
Machinima Deutschland - deutsche Machinima Community,
www.machinimadeutschland.de.
Heise Online: »'Machinima' - PC-Spieler machen Internet-Kino«
(News), von Tilman Streif (dpa), 15.08.2002 15:49,
www.heise.de/newsticker/meldung/29982
Machinimag.com - das erste Online-eZine zu Machinima mit
zahlreichen Tutorials und Reviews,
www.machinimag.com.
Machinima Wiki,
www.wikienglisch.machinimadeutschland.de/.
Internet Archive: Machinima-Sektion,
www.archive.org/movies/collection.php?collection=machinima.
Academy of Machinima Arts & Sciences (AMAS) - eine Lobbygruppe
für Machinima,
www.machinima.org.
The Machinima FAQ, maintained by the Academy of Machinima Arts and
Sciences,
www.machinima.org/faq.html.
ODP: Kategorie zu Machinima,
dmoz.org/Arts/Movies/Filmmaking/Film_Formats/Machinima.
Quelle und Lizenz
Anmerkungen
|