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Digitaler Film
Zukunft : Digitaler Film
: Übersicht
07-Mar-2005/09-Jan-07
Übersicht
Als digitalen Film bezeichnet man in der
Digitalfotografie
allgemein ein elektronisches Speichermedium, das den
fotografischen Film
ersetzt; entsprechend spricht man auch im Bereich des Kinofilms von
digitalem Film, wenn die die fotochemische Aufzeichnung von Bewegtbildern
durch ein digitales Speichermedium ersetzt wird.
Versuch einer Arbeitsdefinition:
Als digitalen Film bezeichnet man Prozesse, Verfahren und
Produkte aus den Bereichen der Planung/Pre-Production,
Produktion/Postproduktion, Distribution, Präsentation und sonstigen
Verwertung von Bewegtbildfolgen, die durch Digitalisierung maßgeblich
beeinflusst wurden.
Diese »Vision« (Staden/Hundsdörfer 2003) kann entweder
- weiter gefasst sein, also den gesamten Planungs-,
Entstehungs- und Verwertungsprozeß von Film umfassen, oder
- begrenzt sein auf distinkte Teilbereiche wie die
Produktion (VFX/CGI) oder die digitale Projektion im Filmtheater (digitales
Kino mit gleicher oder besserer Qualität wie 35-mm-Film,
D-Cinema).
Somit bezeichnet digitaler Film eher einen modisches Schlagwort
oder allenfalls ein Konzept mit potenziellem Leitbildcharakter
als einen präzisen Fachterminus.
Viele Eigenschaften, die man derzeit in der Digitalfotografie beobachten
kann, sind auf die digitale Bewegtbildaufzeichnung übertragbar: Beispiele
sind der mehrstufige Prozeß der Bildwandlung, die höhere Schärfentiefe, der
gegenüber Negativmaterial eingeschränkte Kontrastumfang, die abweichende
Farbästhetik, das Handling des Equipments sowie nicht zuletzt die Abkehr vom
»Filmlook«.
Aufgrund der Unschärfe des Begriffes kann die Bezeichnung »digitaler
Film« auch die digitale Prä- und
Postproduktion, die digitale
Distribution sowie die digitale
Präsentation meinen; bei letzterem spricht man auch von
digitalem Kino. Die Begriffe sind
weitgehend bedeutungsgleich zu der angloamerikanischen Bezeichnung
D-Cinema.
Technisch ist der bisherige digitale Film ein »Bastard« aus Video- und
klassischer Filmtechnik, wobei vor allem die Videotechnik prägend auf
Workflow und Ästhetik wirkt.
Abgrenzung
Der digitale Film ist vor allem abzugrenzen vom Bereich der
Videotechnik, vom Heimkino (Home Cinema) sowie von der
digitalen Fotografie. Weitere Anknüpfungspunkte sind die
Computeranimation, das
Segment der Computer- und Videospiele
sowie der Bereich der
Virtuellen Realität.
- Die Techniken und Spezifikationen des Video- und Heimkinobereichs
sind auf die Erfordernisse des Fernsehens sowie der Endgeräte mit eng
begrenzter Auflösung (PAL/SECAM/NTSC bzw. SDTV/SDV oder allenfalls HDTV)
ausgerichtet.
- Die digitale Fotografie dient primär der Aufzeichnung von
Einzelbildern ohne Ton, ist der digitalen Filmaufzeichnunge jedoch enger
verwandt als die fotochemische Bewegtbildaufzeichnung auf 35-mm-Film.
- Computer- und Videospiele sind durch Interaktionsmöglichkeiten mit
dem Spieler und ein abweichendes Nutzungsverhalten charakterisiert.
- Die derzeit wohl größten Schnittmengen weist die Computeranimation
mit dem heutigen Film auf; sie bildet die Grundlagentechnik für viele
visuelle Effekte
(Visual Effects, VFX), insbesondere natürlich für
Computer Generated Imagery (CGI). Der bereich der Computeranimation
ist jedoch erheblich umfangreicher und umfasst auch vollkommen andere Anwendungen wie
beispielsweise die Visualisierung
medizinischer Prozesse.
- Die Virtuelle Realität (Virtual Reality, VR), eine
Vision aus den 1990er Jahren, basiert auf denselben Basistechniken wie
die Computeranimation:
Spätestens seit den 1990er Jahren verzahnen sich Computeranimation, CGI
sowie Computer- und Videospiele zunehmend; die digitalen Modelle für
Szenerien, Objekte und synthetische Akteure existieren längst für
computergenerierte visuelle Effekte (VFX) und können auch crossmedial
ausgetauscht werden.
Eine denkbare Zukunftsperspektive für das Kino des 21. Jahrhunderts
wäre die Integration dieser vorhandenen Elemente zu einem
Virtual-Reality-Kino; die VR-Techniken würden hier nicht mehr lediglich
Ideengeber für konventionelle Spielfilme sein, sondern könnten für ein
VR-Kinoerlebnis verwendet werden. Kinobesucher würden in virtuellen
Umgebungen (virtual environment) eine künstliche Realität (artificial
reality) erleben, mit anderen Kinobesuchern oder synthetischen
Darstellern interagieren.
Ebenfalls denkbar und erheblich einfacher zu implementieren wäre auch
eine einfache Variante mit VR-Filmen mit linearem Handlungsverlauf,
eingeschränkten Interaktionsmöglichkeiten und (semi-) permeablen
Sichtgeräten – jedoch mit dem hohen Grad der Immersion der virtuellen
Realität. Eine solche Vision für das digitale Kinoerlebnis der Zukunft
würde eine Fortsetzung der bisheriger teilimmer-siver Kinotechniken wie
Breitbild-Projektion (Cinerama), Riech-Kino (Smell-O-Rama), Fühl-Kino
(Sensurama) usw. bilden
Zu allen diesen verwandten Bereichen
bestehen enge Verbindungen sowie fließende Übergänge im Bereich der
grundlegenden Technologien, der Akteure bzw. Anbieter sowie der möglichen
Anwendungen.
Inhaltsübersicht
Produktion des digitalen Films.
Prä- und Postproduktion von Filmen.
Distribution des digitalen Films.
Distribution von Filmen über
Internet,
Kabelnetze oder
Satellit.
Präsentation des digitalen Films.
Digitale Projektion
von Film.
Rezeption des digitalen Films.
Literatur zur Zukunft des Films.
Siehe auch
- Silicon Film (e)film - ein Produkt, das bestimmte analoge
Spiegelreflexkameras in vollwertige Digitalkameras umwandeln sollte, das
jedoch nie Marktreife erlangt.
Anmerkungen
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