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DVD-Flatrates

Von Agon S. Buchholz für Kefk Network Film.

DVD-Flatrates : Übersicht
26-Dec-2004/09-Jan-07


Übersicht

Als DVD-Flatrate bezeichnet man Pauschaltarife für den Bezug von DVD-Medien; da Flatrates wirtschaftlich nur bei Immaterialgütern tragfähig sind, gibt es derartige Angebote derzeit nur bei digitalem Medienvertrieb sowie Videotheken; einige Online-Videotheken bieten solche so genannten DVD-Flatrates auch in Deutschland an.

Die meisten Verleihmodelle funktionieren nicht wirklich »flat«, es gibt Zeit- und Volumenbegrenzungen; genau genommen sind also alle so genannten DVD-Flatrates Mogelpackungen, da das Hauptmerkmal einer Flatrate – eben das Fehlen von Zeit- und Volumenbegrenzungen – nicht zutrifft. Die derezeit am Markt verfügbaren Flatrates begrenzen die Anzahl der gleichzeitig ausgeliehenen Filme, berechnen jedoch nicht die Nutzungsdauer; an letztere ist dann jedoch wiederum die Anzahl der maximal ausleihbaren Medien gekoppelt. Als weiterer Nachteil kommt hinzu, dass der Kunde bei allen Verleihmodellen nicht gezielt einen bestimmten Titel auswählen kann, sondern nur über eine so genannte »Wunschliste« mittelbar beeinflussen kann, welche Titel man irgendwann einmal zugesandt bekommt. Eine Garantie, alle Titel auf der Wunschliste innerhalb eines bestimmten Zeitraumes zugesandt zu bekommen existiert nicht; auch in diesem Aspekt unterscheiden sich die Anbieter nur geringfügig.

Gravierende Unterschiede gibt es allerdings beim Titelbestand sowie bei den Zusatzkosten. Im Regelfall verfügen alle derzeit aktiven Anbieter über mehrere tausend Titel, wobei von häufig nachgefragten Titeln auch mehrere Medien verfügbar sein können; bei einer derzeitigen internationalen Filmproduktion von weit über tausend Filmen in Spielfilmlänge pro Jahr – wobei die Produktion von Bollywood und Fernost noch nicht einmal eingerechnet ist – bieten die Online-Videotheken derzeit leider nicht die Vorteile, die zentrale Filmarchive bieten könnten: Der universale Filmbestand existiert nicht einmal ansatzweise. Wer gezielt nach Titeln aus der Filmproduktion der letzten Jahrzehnte sucht, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht fündig. Unsere Filmdatenbank CineDat verzeichnet bereits vor knapp zehn Jahren über 40.000 Titel (ohne TV-Serien, aber einschließlich einiger Videopromieren); davon ist in den Online-Videotheken nur ein verschwindend geringer Prozentsatz verfügbar.

Zusatzkosten fallen ggf. bei der Rücksendung der Medien an; Netleih.de ist derzeit der einzige Anbieter, bei dem eine kostenlose Rücksendung möglich ist. Bei den anderen Anbietern fallen also pro Verleihvorgang Rücksendekosten von mindestens 55 Cent an; das summiert sich bei intensiver Nutzung der »Flatrate« zu weiteren zehn bis fünfzehn Euro pro Monat; bei Preisvergleichen mit den Angeboten von Netleih.de sollte man diesen Faktor also ebenfalls berücksichtigen.

Ähnlich wie bei vielen Videotheken erhält man von den Online-Videotheken neutral verpackte Medien zugesandt; zum einen bekommt man weder das DVD-Cover, noch ein eventuelles Booklet zu Gesicht. Angaben über Inhalt, Besetzung sowie technische Daten und Hinweise auf eventuelle Abspielbehinderungsmaßnahmen muss man sich also anderweitig beschaffen, sofern dies überhaupt möglich ist: Die technische Ausgestaltung von Verleih-Medien stimmt nicht immer mit der von Kauf-Medien überein.

Zum anderen sind die Medien im Regelfall bis zur Unlesbarkeit zerkratzt. Bei Tests mit einer Handvoll DVD-Laufwerke unterschiedlicher Hersteller ließen sich die durchschnittlich abgenutzten Medien nur auf der Hälfte der Geräte problemlos abspielen bzw. auslesen. Ein Standalone-Player von Yamaha verweigerte das Abspielen einiger der ausgeliehenen Medien vollständig; wer nur einen DVD-Player besitzt muss damit rechnen, eine stattliche Anzahl der entliehenen Medien zu reklamieren. Die AGBs der meisten Anbieter sehen jedoch keinen Anspruch auf eine Ersatzlieferung oder Gutschrift vor, der Kunde ist also ggf. auf Kulanzleistungen angewiesen; Schadensersatzansprüche werden bei den so genannten »Flatrates« nur schwer durchzusetzen sein, auch wenn man nur die Hälfte der entliehenen Medien abspielen können sollte.

Software-DVD-Player am PC unter Microsoft Windows lieferten bei jedem zweiten Medium bereits bei Einlegen des Mediums in den Player E/A-Fehler oder stürzten während der Wiedergabe komplett ab; erstaunlich gute Ergebnisse lieferte dagegen die quelloffene Software VLC. Unter GNU/Linux stellt sich außerdem noch das altbekannte Problem, dass DVD-Medien mit dem Abspielschutz CSS versehen sein können; die rechtliche Stellung von DeCSS ist derzeit in Deutschland noch nicht abschließend geklärt, diese Problematik hat jedoch unmittelbar nichts mit den Online-Videotheken zu tun.

Anbieter

Anbieter Website Anmerkungen  
Amango.de www.amango.de Bestand: ca. 5.000 Titel mehr...
Amazon.de www.amazon.de Bestand: keine Angaben, es scheinen jedoch sämtliche DVDs aus dem gesamten deutschen  Amazon.de-Sortiment entleihbar zu sein, das wären weiter über 6.000 Titel... (Stand: November 2005) mehr...
Dividi.de www.dividi.de Bestand: mehrere 1.000 Titel, Preise zwischen rund 19 und 30 Euro. mehr...
InVDeo www.invdeo.de Preise zwischen rund 9 und 19 Euro pro Monat. mehr...
Netleih.de www.netleih.de Aufnahme der Geschäftstätigkeit: Ende 2002, erste Online-Videothek in Deutschland; einer der wenigen Anbieter, der Portokosten für Rücksendung übernimmt. mehr...

Sonstige Anbieter

Einige Online-Erotik-Videotheken bieten vergleichbare »Flatrate«-Angebote:

Siehe auch

Anmerkungen

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