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HD ready
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Erstellt/bearbeitet: 25-Aug-2005/09-Jan-07
Systemzeit: Mittwoch, 08.10.2008, 10:40:42.
Home : Film : Technik : Zertifikate : HD.ready
Übersicht
HD
ready ist ein von der Industrievereinigung EICTA (European
Information, Communications and Consumer Electronics Industry Technology
Association) Anfang 2005 geschaffenes Label (Bild) für Geräte, die
hochauflösendes Fernsehen (HDTV) wiedergeben können. Das „HD ready“-Logo
ist zur Zeit das einzige herstellerübergreifende Siegel in Europa, das
eine Mindestkonfiguration für HDTV-Equipment ausweist.
Anforderungen
Ein Hersteller darf ein Anzeigegerät mit dem „HD ready“-Logo versehen,
wenn es
- eine native 16:9-Auflösung von wenigstens 720 Zeilen hat,
- über (mindestens) einen analogen YUV-Komponenteneingang verfügt,
- (mindestens) einen HDCP-kopierschutzfähigen digitalen Eingang
(DVI-D/-I oder HDMI) besitzt und
- über beide Eingänge (jeweils bei 50 und 60 Hertz, beim digitalen
unverschlüsselt und verschlüsselt)
- Vollbilder von 1280 × 720 Pixeln (720p) und
- Halbbilder von 1920 × 540 Pixeln (1080i) annehmen können.
Das Empfangsteil bleibt dabei unberücksichtigt. Das HDTV-Signal kommt
also von einer externen Set-Top-Box (HD-STB) über die erwähnten
Eingänge, die als Anschlussbuchsen ausgeführt sind, zum Anzeigeteil. Auf
bisher in Europa nicht erhältliche Geräte, die in sich, wie beim
analogen Antennen- und Kabelfernsehen, Bildschirm und HDTV-Empfänger
vereinen, trifft das Siegel nur bedingt zu.
Hintergrund
Die genannten Anforderungen sollen den Käufer offenbar für alle
Eventualitäten rüsten, um das Vertrauen in die Technik zu stärken. Dafür
werden auch erhöhte Herstellungskosten in Kauf genommen.
Es ist nicht sicher, ob es in Europa weiterhin nur
50-Hertz-Ausstrahlungen und -Medien geben wird, und sowohl 720- als auch
1080-Zeilen-Formate können eingesetzt werden. Daher der Zwang zur
Unterstützung von vier Formaten (720p50/60, 1080i50/60). Das Logo wird
so bisher oft als HD-fähig beworbenen Anzeigegeräten verweigert, die
entweder
- nicht alle o. g. Formate akzeptieren, obwohl sie sie
physikalisch ausreichend darstellen könnten, oder
- zwar alle HD-Signale auswerten, aber sie auf ihre physikalische
16:9-Auflösung von weniger als 720 Zeilen herunterskalieren (siehe
EDTV).
Bestehende Quellen benutzen häufig analoge Schnittstellen zur
Übertragung, doch verstärkt finden digitale Verfahren Verwendung, die
die potentiell qualitätsmindernde Digital-Analog-Digital-Konvertierung
überflüssig machen, weswegen das Logo beide voraussetzt. Die kommenden
HD-STBs (DVB, HD-DVD, Spielkonsolen etc.) werden voraussichtlich für
nicht qualitätsreduzierte Bilder den Kopierschutz HDCP voraussetzen,
wenn entsprechende DRM-Steuerungsanweisungen im Datenstrom vorliegen (z.
.B Broadcast flag). HDCP funktioniert nur über digitale Schnittstellen.
Viele Anzeigegeräte mit DVI-Eingang wurden bisher u. a. aus
Kostengründen nicht mit solcher Kopierschutzunterstützung ausgerüstet,
aber „HD ready“ verlangt die Fähigkeit ausdrücklich. HDMI, das andere,
kleinere Stecker als DVI verwendet, aber protokollkompatibel zu diesem
ist, setzt hingegen stets HDCP voraus.
Kosten und Zertifizierungsprozess
Für jährlich 1000 Euro (im ersten Jahr 3000) erhält ein Lizenznehmer
das Recht, das Logo mit bis zu drei Marken verwenden zu dürfen. Nur der
Hersteller ist dafür verantwortlich, dass so gekennzeichnete Geräte die
Vorgaben tatsächlich einhalten. Eine Prüfung seitens der EICTA findet
nicht statt, aber Dritte (z. B. Fachzeitschriften) ziehen die Kriterien
für ihre Tests heran. Es sind bereits mehrfach Verstöße gegen die
Lizenzbedingungen bekanntgeworden, die allerdings keine Strafzahlungen
nach sich ziehen. Obwohl es bisher nicht gerichtlich geklärt worden ist,
steht anzunehmen, dass eine Nichterfüllung der mit dem Siegel
verbundenen Anforderungen den Kunden zum Rücktritt vom Kauf berechtigt.
Kritik
Kopierschutz
Kopierschutzkritiker werfen der EICTA vor, mit der Voraussetzung von
HDCP die Grundlage für dessen breite Einführung schaffen zu wollen, was
wiederum die Basis für Digital Rights Management (DRM) schafft.
Künftige Empfangs- und Abspielgeräte werden über andere Ausgänge
(analog oder ungeschützt digital) je nach DRM-Vorgaben keine oder nur
qualitativ verminderte Bilder (und Töne) ausgeben. Damit bekämen
bestehende Geräte ohne HDCP, die damit nicht zu „HD ready“ konform sind,
u. U. schlechtere Signale als sie eigentlich darstellen können oder im
Extremfall gar keine.
Inwieweit dies tatsächlich umgesetzt wird, ist zur Zeit noch nicht
bekannt. Die Fernsehsender fügen sich voraussichtlich den Vorgaben der
Rechteinhaber, wobei gerade von den Hollywood-Filmstudios eine eher
restriktive Politik erwartet wird.
Qualität
Die meisten zurzeit verkauften Geräte mit „HD ready“-Siegel sind
WXGA-Flüssigkristallbildschirme (LCD) mit Auflösungen von 1280 × 720
oder 1368±8 × 768 Pixeln bei 60 Vollbildern pro Sekunde, die Signale im
Zeilensprungverfahren erst umrechnen müssen.
Die Qualität von Deinterlacern (z. B. auf LCDs) wird von „HD ready“
nicht festgelegt. Neben 1080i kümmert es sich auch nicht um die
SDTV-Auflösungen 576i50 und 480i60. Einige Kritiker meinen, dass dies
hätte geschehen sollen, da viele Geräte hier Schwächen offenbaren.
Allerdings würde dies aufwendige und subjektive Testverfahren erfordern,
wohingegen alle anderen Kriterien entweder erfüllt werden oder nicht.
Manchmal wird auch bemängelt, dass konforme Geräte
1080-Zeilen-Auflösungen auf bis zu 720 Zeilen herunterskalieren dürfen.
Diese Kritiker wünschten sich eine native 16:9-Mindestauflösung von 1080
Zeilen, allerdings gab es zur Zeit der Spezifizierung und Vorstellung
der Logoanforderungen mit Ausnahme von Röhrenfernsehern (CRT) noch keine
Endverbrauchergeräte, die 1080 Zeilen tatsächlich darstellen konnten.
Die Unterstützung von Vollbildsignalen mit 1080 Zeilen (1080p) und
kinotypischen 24 Hz bzw. 25 Hz wird nicht explizit verlangt. Es
existiert mit progressive with segmented frames (psF) zwar ein zu 1080i
kompatibles Verfahren, um ein Vollbild als zwei Halbbilder mit
identischem Zeitindex zu übertragen, aber für die Verleihung des Logos
ist eine Erkennung dieses Verfahren, das auf progressiven Anzeigegeräten
nur die einfachste Form des Deinterlacings (Weaving) benötigt, ebenfalls
keine Voraussetzung, so dass einige konforme Geräte unnötig aufwendige
Interpolationen durchführen, die die Qualität mindern statt zu
verbessern.
Selbstzertifizierung
Es wird nicht geprüft, ob der Hersteller sich an die verlangten
Vorgaben hält. Es entspricht somit keinem unabhängigen Prüfsiegel,
sondern setzt auf Selbstkontrolle des Herstellers und des Kunden. Das
„HD ready“-Label hat keinen behördlichen oder gar gesetzlichen Status.
Es fallen momentan mehrere Hersteller und Märkte auf, die Geräte mit dem
„HD ready“-Logo versehen, welche den geforderten Mindestansprüchen nicht
genügen.
Siehe auch
- Flüssigkristallbildschirm
- Kopierschutz
Netmarks
EICTA: Conditions for High Definition Labelling of Display
Devices,
www.eicta.org/press.asp?level2=24&level1=6&level0=1&docid=398.
HDTV Forum: „HD-ready“-Seite SES-Astra,
www.hdtvforum.org/HDTV-Forum/siteSections/forum/label_update/(englisch)
Telepolis: Analog, Digital - sch…egal, Hauptsache TV-Gucken wird
illegal! von Wolf-Dieter Roth,
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19622/1.html.
HDTV: „HD ready“ kein Garant für perfekte Bildqualität,
www.net-tribune.de/article/190605-04.php.
Quelle und Lizenz
Anmerkungen
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