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High-bandwidth Digital Content Protection (HDCP)

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Erstellt/bearbeitet: 25-Aug-2005/09-Jan-07
Systemzeit: Donnerstag, 20.11.2008, 15:15:47.

Home : Film : Technik : Kopierschutz : Verfahren : HDCP


Übersicht

High-bandwidth Digital Content Protection (HDCP) ist das Verschlüsselungssystem, das für die Schnittstellen DVI und HDMI zur geschützten Übertragung von Audio- und Video-Daten vorgesehen ist. HDCP soll in Europa auch ein verbindlicher Standard für HDTV werden, daher wird man auf heutigen PCs kein HDTV sehen können. Abspielende Geräte, die mit dem »HD ready«-Logo gekennzeichntet sind, können mittels HDCP das Aufnehmen und/oder Kopieren von Filmen unterbinden; das Logo »HD ready« ist also eher als Warnhinweis aufzufassen.

Mit HDCP soll das Abgreifen des Video- und Audiomaterials innerhalb der Verbindung zwischen Sender und Empfänger verhindert werden. Fordert das abspielende Gerät (Sender, z. B. SAT-Receiver oder DVD-Player) eine HDCP-Verbindung, muss die wiedergebende Komponente (Empfänger, z. B. TV-Gerät, Beamer) ebenfalls HDCP unterstützen, um das Video darstellen zu können.

Im Unterschied zu den bisherigen Kopierschutztechniken können Geräte, von denen die zuständigen Gremien annehmen, dass sie »korrumpiert« wurden, still gelegt werden, indem die Schlüssel der entsprechenden HDCP-Chips gesperrt werden. Das HDCP-System ließe sich eventuell durch MOD-Chips knacken; ob sich jedoch jemals MOD-Chips oder Geräte mit MOD-Chips kaufen lassen werden, ist fraglich, da beispieleise der Hersteller Lik-Sang von den Firmen Sony, Nintendo und Microsoft im September 2002 verklagt wurde. Lik-Sang hatte so genannte MOD-Chips vertrieben, mit denen man diverse Kopierschutzmechanismen der Spielkonsolen dieser Hersteller aushebeln konnte.

Technik

Zum Aufbau einer verschlüsselten Verbindung tauschen beide Komponenten am Anfang der Verbindung ihre IDs aus und verständigen sich auf einen Einmalschlüssel. Fortan verläuft die restliche Verbindung per AES-Verschlüsselung.

Der eigentliche Kopierschutz kommt erst daher zustande, dass die Chiphersteller den Verkauf der passenden Decoderchips (für dem Empfänger) kontrollieren und nur an vertrauenswürdige Partner veräußern (siehe security through obscurity). Als Anforderung für vertrauenswürdige Decoder-Kunden gilt z. B., dass die hergestellten Abspielgeräte keine Punkte (auch innerhalb des Gerätes) zum Abgriff des unverschlüsselten Signals bieten dürfen. Ausserdem sollen die Abspielgeräte in Zukunft über Widerrufslisten (engl. Revocation List) verfügen, mit denen unzulässige Decoder-IDs abgelehnt werden sollen.

Für die HD-DVD ist derzeit eine zentrale Zulassungsstelle für HD-DVD-Medien im Gespräch, um zu garantieren, dass auf verkauften HD-DVDs immer die aktuelle Widerrufsliste gespeichert ist, die das Abspielgerät auslesen und an den HDCP-Encoder übergeben kann.

So soll verhindert werden, dass "missbräuchlich" in Umlauf gebrachte Decoder-Chips, deren IDs zurückverfolgt werden konnten, die Daten auch zukünftig abgespielt werden. Mittlerweile hat die Firma Spatz bereits zwei Decoder-Boxen in den Verkauf gebracht, die HDCP-verschlüsselte DVI-Signale in unverschlüsselte DVI-Signale oder in VGA wandeln (siehe [1] und [2]). Spatz hat nach Angaben der Computerzeitschrift c't die Oberflächen der Decoderchips abgeschliffen, um eine Rekonstruktion der Quelle für diese Chips zu verhindern. Trotzdem bleibt abzuwarten, ob diese früher oder später in einer Widerrufsliste der Content-Industrie stehen.

Im Grunde wäre es aber auch möglich, per Reverse-Engeneering das Protokoll zu entschlüsseln und Chips zu entwickeln, die nicht von den Hauptanbietern stammen und kontrolliert werden und somit beliebige IDs annehmen könnten. An dieser Stelle sollte auch erwähnt werden, dass ein ähnliches System schon bei der DVD zum Einsatz kam und nach kürzester Zeit geknackt wurde.

HDCP im Einsatz

Am 19. Januar 2005 verkündigte die Lobbyorganisation EICTA (European Industry Association for Information Systems) unter anderem HDCP als eine der vorausgesetzten Komponenten für das HD ready-Label. So soll für HDTV der Kopierschutz durchgesetzt werden.

Die Schnittstelle DVI ist auch im Computer-Bereich verbreitet, jedoch ohne HDCP-Schutz. Da die großen Filmstudios HDCP als einen guten Anfang ansehen ihre Filme vor Raubkopien zu schützen, werden Computer in naher Zukunft wohl kaum eine DVI-Schnittstelle mit HDCP-Unterstützung besitzen. Komponenten die HDCP-Unterstützung liefern, müssen Komponenten sein die eine weitere Verbreitung weitgehend ausschliessen, dazu gehört nicht der Computer.

Siehe auch

  • Digital Rights Management

Netmarks

Homepage der HDCP-Erfinder "Digital Content Protection LLC", betrieben von "Intel",
www.digital-cp.com.

Heise Online: Wettlauf zwischen HD DVD und Blu-ray Disc um den besseren Kopierschutz, IFA-News, 04.09.2005 17:34,
www.heise.de/newsticker/meldung/63577.

HDCP FAQ - Gute Erläuterung eines Online Anbieters,
www.digitalconnection.com/FAQ/HDTV_12.asp.

Quelle und Lizenz

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Stand: 03:31, 25. Aug 2005.
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