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High Definition Television (HDTV)
Formate : HDTV : Übersicht
16-Jan-2004/09-Jan-07
Übersicht
High Definition Television (HDTV, »hochauflösendes
Fernsehen«) ist ein Sammelbegriff, der eine Reihe von Fernsehnormen
bezeichnet, die sich gegenüber dem herkömmlichem Fernsehen durch eine
größere (sichtbare) Zeilenzahl, erhöhte Auflösung und ein verändertes
Bild-Seitenverhältnis (5:3 und 16:9) auszeichnen. HDTV kann mit den
bekannten Bildwechselraten 25/50 Vollbilder pro Sekunde/50 Halbbilder
pro Sekunde (EBU) und 24/30/60 Vollbilder pro Sekunde/60 Halbbilder pro
Sekunde (FCC/ATSC-System) arbeiten.
Die höhere Zeilenzahl ermöglicht einen geringeren Betrachtungsabstand
von etwa dem 1,2- bis 2-fachen der Bildbreite (SDTV: 3 bis 4,5-fach) und
damit einen eher dem breitwandigem Kinobild entsprechenden
Gesamtbildeindruck. Insgesamt bietet HDTV also wesentliche
Verbesserungen der Bildqualität gegenüber dem jetzigen SDTV.
Geschichte
Anfänge
Das erste Mal fiel der Begriff "High Definition Television" im November
1936. Allerdings bezeichnete man damit nicht HDTV im heutigen Sinne,
sondern Fernsehen mit 405 Zeilen-System vom Marconi/EMI, was verglichen
mit anderen damaligen Versuchen mit 240 Zeilen von Baird (ebenfalls
Großbritannien) und 180 Zeilen (Deutschland) viel war. Die Ausstrahlung
erfolgte vom Südost-Turm von Alexandra Palace (Wood Green/London). Eine
Tafel erinnert an dieses Ereignis.
Ende der 40er Jahre bis Anfang der 80er Jahre
Der Traum vom hochauflösenden Fernsehen ist genauso alt wie das
Fernsehen selbst. Schon bei der Festlegung der normalauflösenden
Fernsehnormen der Welt Ende der 40er Jahre (der 2. Weltkrieg hatte die
Entwicklungen Ende der 30er/Anfang der 40er Jahre ruhen lassen) musste
man sich bei der Festlegung der Zeilenanzahl und Videobreite gegenüber
dem Wünschenswerten deutlich einschränken, praktisch hatte man zur
Übertragung von Fernsehen 80 bis 90 MHz HF-Bandbreite. Beherrschbare und
bezahlbare Hochfrequenztechnik endete bei 200 bis 300 MHz. Hinzu kommt
noch, dass weder Aufnahme- noch Wiedergabetechnik der damaligen Zeit
selbst für ca. 500 Zeilen-Bilder in der Lage waren, ein die Technik auch
nur ansatzweise ausreizendes Bild zu liefern. Diesem Zustand näherte man
sich erst 25 Jahre später an.
Das Ergebnis waren damals unzählige nationale Fernsehnormen mit 405
(Großbritannien) bis 819 (Frankreich) Zeilen und Videobandbreiten von 3
MHz bis 10 MHz. Die Bildwiederholraten war zur Vermeidung von Flimmern
bei Kunstlicht an die Netzfrequenzen angepasst und betrugen 50 Hz und 60
Hz (USA, Japan, Mexiko, ...)
Den größten Einfallsreichtum hatte Frankreich, um sich vor Importen zu
schützen:
- es wird je nach Kanal oberes wie unteres Seitenband für die
Bildmodulation genutzt
- anderes Kanalraster
- andere Bild/Ton-Trägerabstand
- andere Tonmodulation
- andere Zeilenzahl
- andere Polarität der Bildmodulation
- bei Farbe: Entwicklung von SECAM
Ohne Farbe, Stereo oder gar Mehrkanalton gab es so damals zwölf
verschiedene Schwarzweißnormen.
Von diesen zwölf Fernsehnormen werden heute eine französische und
eine britische Norm nicht mehr verwendet. Im UHF-Bereich (470 bis 890
MHz) ist im Gegensatz zum älteren VHF-Bereich die Frequenzbelegung
international etwas vereinheitlicht worden. Heute gibt es nur noch zwei
Varianten, allerdings gibt es vielfältige Farbfernsehnormen (NTSC sowie
jeweils mehrere PAL- und SECAM-Versionen) und mehreren Methoden zur
Übertragung von Stereo/Zweikanal-Ton. Hinzu kommen noch zahlreiche
Videotext/Teletext-Versionen.
Unabhängig von dem Problem der verschiedenen Normen fanden die ersten
Versuche zu HDTV Ende der 70er bis Anfang der 80er Jahre statt.
Treibende Kraft war die IEEE und die SMPTE.
Die damaligen Versuche waren rein analog, obwohl schon damals
absehbar war, dass digitales Fernsehen realisierbar sein könnte.
Ergebnis der Untersuchungen
Mit HDTV wollte man damals zur Genüge bekannte Fehler des normalen
Fernsehens beheben, die da wären:
- Sichtbarkeit der Zeilenstruktur durch zu geringe Auflösung und
Zeilensprung, besonders auf großen Bildschirmen
- mäßige Detailauflösung, unbefriedigende Bildschärfe
- Flimmern größerer heller Flächen und von horizontalen
beziehungsweise fast horizontalen Linien im Bild
- Cross-Color-Störungen: Übersprechen von Helligkeitsinformation
in die Farbübertragung
- Cross-Luminance-Störungen: Übersprechen von Farbinformation in
die Helligkeitsübertragung
- Bildseitenverhältnis von 4:3, was nicht dem im normalen Kino
projizierten Bild entspricht
- deutlich sichtbares Rauschen im Bild
- Geisterbilder und andere durch die terrestrische Übertragung
auftretende Störungen
Die damaligen Ansätze liefen alle auf folgendes hinaus:
- Erhöhung der Zeilenzahl auf 1125 bis 1501 Zeilen (Farbe) oder
2125 Zeilen (Schwarzweiß)
- Seitenverhältnisänderung auf 5:3 bis 2:1
- Erhöhung der Halbbildfrequenz auf 60 Hz zur Reduzierung des
Flimmerns
- Option für die nahe Zukunft: Digitaltechnik zur weiteren
Erhöhung der Bildfrequenz durch mehrfaches Auslesen und Anzeigen
digitaler Bildspeicher
- Erhöhung der Videobandbreite für das Helligkeitssignal auf 20
bis 50 MHz
- Vom Helligkeitssignal getrennte Farbart-Übertragung mit
Bandbreiten zwischen 5,5 bis 12,5 MHz
- Frequenzmodulation statt Amplitudenmodulation der Videosignale
Ohne die heutzutage übliche Video-Irrelevanzkodierung (MPEG-2 und
MPEG-4) würde das jedoch eine utopisch und unrealistisch hohe notwendige
HF-Bandbreite bedeuten. Deshalb gab es folgende Überlegungen:
- die notwendige Bandbreite im Basisband beläuft sich auf 32 bis
63 MHz
- die notwendige HF-Bandbreite beläuft sich auf 100 MHz bis 250
MHz
- terrestrische On-Air-Ausstrahlung war nie beabsichtig worden
- Als Übertragungsmethoden wurde Satellit und Glasfaser in
Betracht gezogen beziehungsweise erprobt
- technisch wurden damals 60 Standard-Sender und 30 HDTV-Sender
pro Hot Spot beziehungsweise Glasfaser als völlig ausreichend
empfunden
Die gesamten Untersuchungen liefen im Zeitraum 1978 bis 1982. Wegen
der hohen Kosten, die HDTV damals mit sich gebracht hätte, wurde es
jedoch nicht eingeführt.
Ende der 80er bis Mitte der 90er
D2- und HD-MAC
Ende der 80er Jahre kam HDTV wieder in die Diskussion. Bei diesem
Vorstoß konzentrierte man sich im Gegensatz zu den Machbarkeitsstudien
zehn Jahre zuvor mehr auf einen gangbaren Upgrade-Pfad. HDTV sollte die
zweite Stufe einer Verbesserung sein, deren erste Stufe D2MAC hieß. Die
HDTV-Version hieß HDMAC. Das Kunstwort MAC ist die Abkürzung von
Multiplexed Analog Components.
D2-MAC benötigt mehr Bandbreite als normale Sender, die PAL benutzen.
Die grundlegenden Ideen waren:
- Helligkeits- und Farbartsignal werden nacheinander übertragen,
deshalb keine PAL-Artefakte bei durchgängiger Komponententechnik in
Produktion und Sendung (RGB-Qualität!)
- die Bildauflösung steigt auf 8,3 MHz, verglichen mit 5 MHz bei
den besten Standard-Fernsehgeräten mit PAL-Kamm-Filtern
- als Bildformat ist erstmals in Europa auch 16:9 möglich,
kompatibel zu HD-MAC-Aussendungen
- Es gibt keine Horizontalaustastlücken, das heißt, es wird die
gesamte Zeilenzeit von 64 µs für die Bildübertragung genutzt;
zukünftige Fernseher werden ohnehin das Bild digitalisieren, sodass
diese Veränderung kaum Mehraufwand bedeutet
- Der Ton wird in digitaler Qualität fast unkomprimiert
mehrkanalig übertragen (auch deshalb, wegen der damals neuen
mehrsprachigen Verbreitung, gab es EU-Fördergelder)
- Pay-TV-tauglich durch digital steuerbare Verschlüsselung (bis
2004 genutzt in Skandinavien!)
Die Probleme von D2-MAC waren:
- Der erste dafür geplante TV-Satellit fiel von Anfang an aus, der
zweite (TV-SAT2) hatte nur vier Programme (ARD-Eins plus, ZDF-3Sat,
RTL-plus und Sat 1) auf einer "exotischen" Orbit-Position weitab von
Astra 1A/B mit 27 Programmen -- somit war eine zweite
Satellitenschüssel sowie ein zirkular-polarisierter LNB nötig, um
diese zu empfangen.
- Bildunruhe durch Zeilensprung und 50 Hz bleibt, wenn keine 100
Hz-Display-Technik verwendet wird
- nur wenige Hersteller (z.B. Philips, Loewe-Opta, Telefunken)
bauten D2-MAC-fähige 16:9-Empfänger
- nicht zukunftsfähige Nischenlösung im Umbruchzeitalter zwischen
rein analogen und rein digitalen Lösungen
HD-MAC war ein sehr komplexes analog/digitales Hybrid-Signal, erzeugt
mit einem modifizierten D2-MAC-Encoder. Es übertrug 1250 Zeilen/50
Halbbilder im 16:9-Format und konnte mit einem
625-Zeilen-D2MAC-Empfänger in Normalauflösung dekodiert werden. Die
olympischen Spiele 1992 in Barcelona wurden teilweise in dieser Norm
übertragen und europaweit mit ca. 100 HD-MAC-Empfangsgeräten (zum Teil
große Rückprojektionsgeräte) an ausgewählten Standorten vorgeführt. Die
Produktion von hochwertigen Feature-Filmen in HDTV-Qualität und 16:9
wurde noch jahrelang durch die EU finanziell gefördert. Die vierfach
höhere Auflösung dieser Bilder macht sich bei hochqualitativer
PAL-Aussendung (z.B. SWR, BR, 3Sat) auch in guten PAL-Empfängern noch
bemerkbar.
PALplus
Ein letzter Anlauf einer Analogtechnik zur Qualitätsverbesserung war
Mitte der 90er Jahre PALplus. Das Prinzip ist einfach und verbessert die
vertikale Auflösung von Spielfilmen mit Seitenverhältnissen von 16:9 und
größer. Die Qualitätsunterschiede sind deutlich sichtbar -- fast
vergleichbar mit denen zwischen DVD anamorph abgespielt und nicht
anamorph abgespielt. Lediglich die Farbauflösung wird bei PALplus anders
als bei anamorphen DVDs im Vergleich zu Standard-PAL nicht erhöht.
PALplus hat sich nicht durchgesetzt, da nur einige öffentlich-rechtliche
Sender und Pro7 PALplus ausstrahlten, zudem waren die ersten
PALplus-Geräte viel zu teuer.
Volldigital
Heutige Verfahren basieren auf reiner Digitaltechnik zwischen dem
Sendestudio und dem Wohnzimmer. Bei rein digitalen Filmen wie zum
Beispiel »Toy Story« wird das Signal erst im Wohnzimmer des Zuschauers
zum ersten Mal in ein analoges Signal gewandelt.
Ende der 80er Jahre sind die ersten größeren Anstrengungen für eine
vollständig digitale Übertragung unternommen worden. Aufbauend auf den
Erfahrungen der Joint Photographic Experts Group (JPEG:
Standbildkompression) wurde die Moving Picture Experts Group (MPEG:
Bewegtbild + Audio) gegründet. Ziel war die Schaffung von weltweiten
Standards, die bei niedrigen Datenraten und bezahlbarer Elektronik eine
gute Bildqualität erlauben. Die in den frühen 80er Jahren angedachten
Verfahren (ADPCM) sind dafür vollständig ungeeignet, da sie kaum
Redundanzen des Bildes ausnutzen. Folgende Datenraten in Bit pro Pixel
sind heutzutage üblich:
- RGB 24: 24 bit
- YUV 420: 12 bit
- ADPCM: 5…6 bit
- M-JPEG: 2,4…3 bit (DV: 2,4 bit)
- MPEG-1: 0,4…0,8 bit (Video CD: 0,47 bit)
- MPEG-2: 0,3…0,6 bit (DVD: 0,4…0,8 bit)
- MPEG-4 (H.263): 0,2…0,4 bit
- MPEG-4 (H.264): 0,1…0,15 bit
Der angegebene Bereich ist etwa das, was für befriedigende bis gute
Wiedergabe notwendig ist. Moderne Lösungen sind mindestens eine
Größenordnung von ADPCM entfernt. Auf Grund dieser hohen Effizienz
entsteht die Situation, dass in einem Frequenzbereich, wo früher ein
analoger Kanal übertragen wurde, bei Satellit oder Kabel sechs, bzw.
tererstrisch drei bis vier digitale Programme übertragen werden können,
und das in deutlich besserer Qualität. Durch die flexible
Bitratenzuteilung ist es auch möglich mehr Kanäle zu übertragen,
allerdings auf Kosten der Bildqualität.
HDTV heute
Japan
In Japan fanden Voruntersuchungen zu HDTV seit 1964 statt. Seit 1989
werden Programme im MUSE-Format über Satellit ausgestrahlt. Die
Ausstrahlung ist inkompatibel zum normalen Fernsehen, die Sender müssen
daher zweimal ausgestrahlt werden, einmal im SDTV-Format mit 480 Zeilen,
einmal als HDTV mit 960 Zeilen.
MUSE überträgt Bilder analog, es ist allerdings eine digitale
Nachbearbeitung notwendig. Bilder werden vertikal wie horizontal 2:1
unterabgetastet, das Abtastraster wird aber von Bild zu Bild verändert.
Stationäre Bildelemente können daher wieder mit voller Auflösung
rekonstruiert werden (1600x960), bewegte Elemente nur mit halber
Auflösung (800x480).
USA
In den USA fingen die Voruntersuchungen im Jahre 1977 an.
In den 1990er Jahren wurde ein entscheidender Schritt für die
Einführung von HDTV vollzogen: Per Gesetz wurden alle landesweiten
Sender (ABC, CBS, NBC, Fox) verpflichtet, zukünftig mindestens 80
Prozent ihrer Sendungen in HD-Norm abzustrahlen. Hintergrund für dieses
Gesetz war wohl die begründete Befürchtung, dass es ohne klare
Rahmenbedingungen kaum Käufer für HDTV-Receiver und produzierende Sender
geben würde.
Durch die Zwangseinführung laufen seit der TV-Saison 2004/05
mindestens 90 % aller Sendungen parallel in HDTV. HDTV hat sich so beim
Verbraucher durchgesetzt, obwohl bisher noch weniger HDTV- als
SDTV-Geräte verkauft werden. Die verwendete Norm ist ATSC, meist in
1080i60 bzw. bei Kinofilmen 1080p24, seltener auch 720p30. Der
Mehrkanalton liegt im Dolby-AC3-Format vor.
In den USA wird HDTV oft fälschlicherweise mit 16:9 und digitalem
[terrestrischen] Fernsehen (DTV, DTTV) gleichgesetzt. Daneben wurden
auch die Akronyme PDTV (Pure Digital Television) und EDTV (Enhanced
Definition Television oder ~ Digital ~) geprägt, wobei letzteres meist
für 480p30 steht.
Europa
HDTV wird in Europa bislang nur spärlich genutzt. Als erster und
bislang einziger europäischer Sender ging am 1. Januar 2004 Euro1080
(später umbenannt in HD1) auf Sendung, der 200 Stunden Material in einer
Schleife wiederholt. Obwohl es in Australien bereits länger
25/50-Hz-HDTV im Regelbetrieb gibt, existieren hierzukontinent nur
wenige HDTV-fähige Endgeräte; dies sind bisher hauptsächlich Computer,
ein spezieller HD-DVB-Receiver sowie eine Hand voll Fernsehgeräte, die
an diesen HD-DVB-Receiver angeschlossen werden können. Dies führt dazu,
dass es außer einigen wenigen Neugierigen keine Kunden von HDTV-Technik
gibt.
Die in Europa verfügbaren HDTV-Geräte sind großteils technisch nicht
ausgereift: kein EPG oder für Bezahlfernsehen nötige CI-Schächte.
Alle derzeit angebotenen DVB-HDTV-Geräte arbeiten nach dem
MPEG-2-Standard. Es bestehen Planungen zum Umstieg auf MPEG-4
(AVC/H.264), was neue Geräte erfordern würde.
Mit 18 Mbit/s ist die Datenrate von HD1 für 1080i50 im
MPEG-2-Verfahren relativ niedrig (0,35 bit/px, enstpricht ca. 3,6 Mbit/s
für 576i50). Schon bei normalen Spielfilmen sind Artefakte bei dieser
Datenrate zu erkennen. 18 Mbit/s im HDTV-Verfahren entsprechen etwa 3,75
Mbit/s bei 1,85:1-DVD-Filmen beziehungsweise 3 Mbit/s bei
2,35:1-DVD-Filmen, wobei die Filme auf DVD den Vorteil einer dynamisch
anpassbaren Bitrate haben, die bei Sendungen nicht möglich ist.
Normalerweise wird für 1080i 27 Mbit/s empfohlen (0,52 bit/px, -> ca.
5,4 Mbit/s SDTV), bei geringeren Qualitätsanforderungen 22 Mbit/s (0,42
bit/px, -> 4,4 Mbit/s).
Weiterhin halten einige die 50 bzw. 25 Hz für eine Darstellung des
deutlich größeren dargestellten Bildes ((1920 × 1080) /(768 × 576) =
4,6875 bzw. (1280 × 720) /(768 × 576) = 2,08¯3) zu wenig, und
100-Hz-HDTV-Fernseher werden noch nicht angeboten. Auch die Nutzung von
60 Hz und die Übertragung von Kinofilmen mit p24 kam in Erwägung. Vor-
und Nachteile von 50 und 60 Hz:
50 Hz
- kompatibel zu CCIR-PAL,
- etwas geringere Datenrate,
- Kinofilme ohne Telecine darstellbar (ruckelärmere Bewegungen),
- Kinofilme nur mit Speedup darstellbar (laufen etwas zu schnell).
60 Hz
- kompatibel zu FCC/IAC-NTSC und dessen Nachfolger ATSC,
- Kinofilme ohne Speedup darstellbar (richtiges Tempo),
- Kinofilme nur mit Telecine darstellbar (ruckeligere Bewegungen),
- akzeptables Flimmern ohne Bildfrequenzverdopplung (die in den
ersten Jahren außer in Highend-Produkten nicht zu finden sein wird).
Zukunftsperspektiven
In Frankreich laufen Planungen bei TF-1, einen HDTV-Kanal zu starten -
erste Testsendungen unter dem Signet HD-Forum waren bereits auf Hotbird (13
Grad Ost) in MPEG2-HD zu empfangen. Die meisten etablierten TV-Sender in
Deutschland planen HDTV erst später zu nutzen. Der Bezahlsender Premiere hat
für den 1. November 2005 den Start von drei HDTV-Programmen angekündigt.
ProSieben und Sat.1 haben ebenfalls Interesse an HDTV gemeldet, wobei
ProSieben bereits am 14. Oktober 2004 den dokumentarischen Film „Pride - Das
Gesetz der Savanne“ und Sat.1 am 29. und 30. November „Die Nibelungen“ in
HDTV-Qualität ausstrahlten (siehe Weblinks).
Der Eurovision Song Contest 2003 wurde bereits in HDTV aufgezeichnet,
konnte aber live nirgends darin empfangen werden. Im Folgejahr wurde vom
türkischen Veranstalter nur in PAL gedreht.
Für die Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland wurde der technische
Dienstleister T-Systems verpflichtet, seine Übertragungswege aus den Stadien
zum IBC (Sendezentrum) in München auf HDTV umzurüsten. Es ist aber noch
nicht bekannt, in welchen Staaten die lizenzinnehabenden Sender dieses
Signal auch an die Endnutzer ausstrahlen werden. Der Sport-Broadcaster
TopVision hat für 2005 bei Sony den ersten deutschen HDTV-Übertragungswagen
bestellt.
Zur optimalen Ausnutzung von HDTV müssen Geräte mit einer Auflösung von
mindestens 1920 × 1080 Pixeln angeboten werden – gute Plasmabildschirme
stellen heute 1366 × 768 Pixel (16:9) dar, als HDTV-fähig beworbene LCD-TV
mit WXGA 1280 × 768 (15:9) gibt es ebenfalls im Handel. Da sie stets
Vollbilder anzeigen, wäre für diese Geräteklassen sowie für Videoprojektoren
ein progressives Format wie 720p, an dem sich die obigen Auflösungen
orientieren, sinnvoller, da dabei der rechenintensive und potentiell
bildqualitätsverschlechternde Schritt des Deinterlacings entfällt.
Für das digitale Kino wurde u.a. UHDV vorgeschlagen, was in Japan bei NHK
als Prototyp vorgeführt wurde. UHDV ist komplett digital und stellt das Bild
mit einer Auflösung von 7680 × 4320 Pixeln dar; bisher werden lediglich
maximal 4096 × 2160, eher 2048 × 1080 oder 1536 verwendet. Ein weiterer
Prototyp ist Stereo-3D-TV in HD-Auflösung, was bei Sony-Japan im Werk
besichtigt werden kann
Netmarks
www.ee.washington.edu/conselec/CE/kuhn/hdtv/95x5.htm.
graphics.cs.uni-sb.de/Courses/ws9900/cg-seminar/Ausarbeitung/Marco.Milch/atsc.html
HD aus Sicht von Panasonic (HD vs. Film - Dynamik - Tiefenschärfe),
www.mediaprofis.net/artikel-4.html.
SES-ASTRA HDTV-Forum,
www.hdtvforum.org.
Testdateien
WMV9:
MPEG2-TS:
XviD:
Siehe auch
- Digital Video Broadcasting (DVB).
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Stand: 21:24, 4. Jan 2005.
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