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DCI-Spezifikation für digitales Kino

Von Agon S. Buchholz für Kefk Network Film, November 2005 ff.

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Erstellt/bearbeitet: 27-Sep-2005/09-Jan-07
Systemzeit: Donnerstag, 16.10.2008, 01:17:48.

Home : Film : Technik : Bild : Formate : Kino : DCI


Übersicht

Die Digital Cinema Initiatives (DCI) hat sich im September 2004 in Version 1.0 ihrer 'unverbindlichen technischen Spezifikation' auf ein Speicher- und Transportformat für digitalen Film festgelegt und der SMPTE mitgeteilt. Die umfangreiche Spezifikation behandelt u.a. Themen wie Bild- und Tonaufzeichnung, Text-Rendering, Kompression, Distribution, Transport, Projektion, Sicherheit und Digital Rights Management. Die DCI hat das Standardisierungsverfahren offiziell abgeschlossen, erarbeitet aber weitere Details, u.a. zu zur Rechteverwaltung (DRM) und zu Watermarking. Zum grundlegenden organisatorischen Abschlaufschema vgl. Leitkonzept des D-Cinema

Eckdaten der DCI-Spezifikation

  • Bildauflösung. Die horizontale Master-Auflösung soll 4096 Pixel betragen, was also einer 4k-Bildauflösung entspricht. Die vertikale Auflösung leitet sich dann aus dem Bildseitenverhältnis ab; das Cinemascope-Format 2,35:1 hätte dann eine Auflösung von 4.096x1.714 Pixeln. Für die Projektion sind sowohl 2k- als auch 4k-Auflösungen zulässig, die Digitalprojektoren müssen jedoch die jeweilgen anderen Formate skalieren können.

Hinweis: Die Bezeichnungen 1k, 2k, 4k und 8k werden in der Literatur inkonsistent verwendet; teilweise ist die horizontale und teilweise die vertikale Auflösung gemeint, korrekt ist jedoch die horizontale Auflösung. Die Verwirrung leitet sich vermutlich aus der Gewohnheit im TV- und Videobereich ab, Auflösungen in Zeilen (vertikale Auflösung) anzugeben. Zu einer Übersicht vgl. Bildauflösungen des digitalen Films.

  • Bildwechselfrequenz. Ähnlich wie bei Rollfilm verbleibt die Bildwechselfrequenz standardmäßig bei 24 Bildern pro Sekunde (frames per second, fps); alternativ sind jedoch auch Frequenzen von 48 fps möglich, die eine deutlich verbesserte Bewegungswiedergabe ermöglichen, aber auch die Datenraten verdoppeln.
  • Kompression. Als Codec für D-Cinema spezifiziert die DCI Motion JPEG 2000 nach SMPTE DC-28 , also ein offenes Format; SMPTE DC 28 ist eine Arbeitsgruppe der SMPTE, die sich mit digitalem Film beschäftigt. Als alternative Codecs waren MPEG-2 und MPEG-4 sowie Microsofts Windows Media untersucht, aber letztlich abgelehnt worden.
  • Tonsystem. Vorgesehen sind 16 distinkte Tonkanäle, die mittels eines Channel Mapping in gängigen 5.1- und 7.1-Konfigurationen wiedergegeben werden können. Gespeichert werden die Ton-daten unkomprimiert im Wave Audio Format (BWF), heutige Surround-Systeme wie Dolby Digital oder dts werden also überflüssig.
  • Dateiformat. Die Bild- und Tondaten werden im Containerformat Material Exchange Format (MXF) zusammengeführt; ein MXF-Container kann beispielsweise auch alternative Sprachfassungen oder Untertitel enthalten.
  • Verschlüsselung. Bild-, Ton- und Untertiteldaten werden nach dem Advanced Encryption Standard (AES), ein symmetrischen Verfahren, mit 128 Bit langen Keys verschlüsselt; AES gilt derzeit als sicher.
  • Datenraten und -volumina. Die Datenraten liegen allein für Video bei bis zu 250 Mbit/s, zusammen mit den Audiodaten müssen die Speichersysteme bis zu 307 Mbit/s verarbeiten können. Gespeichert werden müssen bis zu 1,5 Terabyte an Daten.
  • Physikalische Sicherheit. Die verschiedenen Komponenten, die das DCP im Kino durchläuft, müs-sen bestimmten Sicherheitsstandards genügen; maßgeblich ist hierfür die US-amerikanische Richtlinie Federal Information Processing Standard 140-2 (FIPS), die u.a. die Möglichkeit von Wartungs-arbeiten durch nicht speziell berechtigtes Personal auf bestimmten Sicherheitsstufen unterbindet.

Kritik

Kritiker der DCI-Spezifikation weisen darauf hin, dass die Forderung nach Projektion in 2k und 4k den Marktzugang für finanziell schlechter ausgestattete Länder verhindere: Derartige High-End-Projektionstechnik sei insbesondere für Dritte-Welt-Länder unbezahlbar. Die DCI-Spezifikation wird daher als protektionistische Maßnahme der US-Majors kritisiert.

Netmarks

Digital Cinema Initiatives: Digital Cinema System Specification V1.0,
www.dcimovies.com/DCI_Digital_Cinema_System_Spec_v1.pdf (PDF-Datei).

Heise Online: Hollywood legt Spezifikationen für Digitalkino vor (News), 28.07.2005 17:12,
www.heise.de/newsticker/meldung/62235.

JPEG.org: JPEG2000-Format für Digitales Kino,
www.jpeg.org/public/DCINEMA-JPEG2000.ppt (Powerpoint-Präsentation, PPT-Format).

Film.de: Kinos künftig voll digitalisiert (01.09.2004),
www.film.de/newsitem.php/id/96/my/,/referrer/kinonews/pg/5.

Anmerkungen

Forum: Kinoformate des digitalen Films (Anmerkungen in diesem Forum: 0)

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