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Vactor (Virtual Actor)
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Erstellt/bearbeitet: 09-Okt-2005/09-Jan-07
Systemzeit: Sonntag, 07.09.2008, 06:52:48.
Home : Film : Computergrafik : Computeranimation : Vactor
Übersicht
Als Virtual Actor oder Vactor bezeichnet man einen »fotorealistisch
am Computer gezeugten Humanoiden«, also »digitale
Schauspieler, die sich lebensgetreu genug bewegen können, um für
tragende oder gar Hauptrollen in Frage zu kommen« (Freyermuth
2000: 208).
Ein weitgehend synonymer Begriff für einen virtuellen Akteur ist
Synthespian; dieser Begriff
wurde Ende der 1980er Jahre von Jeff Kleiser geprägt und als
Markenzeichen geschützt; die Bezeichnung geht auf den athener
Tragödiendichter und Schauspieler Thespis (* 6. Jahrhundert v.
Chr. in Ikaria, Attika) zurück, der nach der antiken Überlieferung das
Drama, insbesondere die Tragödie, erfunden haben soll (cf. zu Thespis:
Ziegler, Sontheimer, Gärtner (ed.): Artikel »Thespis« in: Der
Kleine Pauly, Bd. 5, München 1979: 755).
Tricktechnik-Vactors
Virtuelle Schauspieler müssen nicht notwendigerweise digital am
Computer erzeugt worden sein, vorstellbar sind auch solche Akteure, die
»von Hand« oder durch Motion Capture animiert wurden
(Freyermuth 2000: 208); durch Techniken der
Computeranimation und
der Virtuellen Realität
sind allerdings weitaus realistischere Akteure umsetzbar als mit den
konventionellen Tricktechniken des Films.
Digitale Akteure
In
Final
Fantasy: The Spirits Within (Final Fantasy - Die
Mächte in dir, USA/Japan 2001) von Square Pictures wurden erstmals in einem
abendfüllenden Spielfilm computergenerierte virtuelle
Hauptdarsteller eingesetzt.


Abbildungen: Der Vacor Aki Ross
aus dem computeranimierten Science-fiction-Film
Final
Fantasy: The Spirits Within (Final Fantasy - Die
Mächte in dir, USA/Japan 2001). Die erste Abbildung zeigt
eine Szene aus dem Film, darunter sind Detailstudien aus der Produktion
zu sehen, die den enormen Detailreichtum der virtuellen Darsteller
illustriert. Augen, Lippen und Haut sind bis in feinste Nuancen
modelliert und mit fotorealistischen Texturen überzogen. Quelle:
Promotionmaterial von
www.finalfantasy.com.
Final Fantasy führte die
CGI in eine neue qualitative Dimension; der abendfüllende Spielfilm
war vollständig am Computer generiert worden, allein die Stimmen
stammten noch von menschlichen Schauspielern.
Ausblick
Zum derzeitigen Stand der
Computertechnik ist es natürlich noch nicht möglich, die virtuellen
Akteure autonom operieren zu lassen; Drehbuch und Animation
werden in absehbarer Zeit noch von Menschen realisiert werden – Virtual
Humans bleiben bis auf weiteres Zukunftsvisionen, auch wenn die
zivile und militärische Forschung bereits an deren Implementierung
arbeitet. Erste Ansätze für solche interaktionsfähigen Akteure finden
sich bereits heute in einigen
Computer- und Videospielen sowie in Themenpark-Attraktionen;
Freyermuth (Freyermuth 2000: 209 f.) nennt als herausragende Beispiele:
- In Search of the Obelisk (1993, Arysh Fyzee und Douglsd
Trumbull)
- Jurassic Park - The Ride (1997)
- Star Trek: The Experience (1998, Mario Kamberg)
- T2 - 3D: Battle Across Time (1996, John Bruno und James Cameron)
Vertreter der Filmindustrie scheinen jedoch fest mit Erfolgen im
Bereich der Vactors zu rechnen und dabei auch die Ersetzung
menschlicher Schauspieler bereits einzuplanen:
»Ich kann mir vorstellen, dasss in Zukunft ein digitaler
Schauspieler für einen Oscar nominiert wird« (Tim Sarnoff,
Chef von Sonys Imageworks, zit in: Freyermuth 2000: 208).
Literatur
Das digitale Kino, m. DVD-Video
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Digitale Filmherstellung. Die Veränderungen in Kunst und Handwerk des
Filmemachens.
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Thomas H. Ohanian und Michael E. Phillips
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Erscheinungsdatum: 2001 ISBN: 3932972961
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3-89669-431-6
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Quellen
Gundolf S. Freyermuth: »Stars von der Stange. 'Natürliche'
Schauspieler - eine aussterbende Spezies?« (Report/Computeranimation),
in: c't 7/1997, S. 94 (ae).
Gundolf S. Freyermuth: »Synthetische Realitäten. Träume
werden wahr im Digitalen Kino« (Essay/Digitales Kino), in: c't
16/2000, S. 206 (bb).
Tom Sperlich: »Digitale Kreaturen. Charakteranimation auf dem
Weg zum 'virtuellen Menschen'« (Report: Computeranimation), in: c't
3/1995, S. 92 (ae).
Bernd Willim: »Homo digitalis. Virtuelle Menschen sollen den
Cyberspace erobern« (Report/Computeranimation), in c't 12/1996,
S. 114 (ae).
Bernd Willim: »Charaktere beleben. Körperanimation per Motion
Capture« (Report/Computeranimation), in: c't 11/1996, S. 138 (ae).
Bernd Willim: Leitfaden der Computer Grafik. Visuelle
Informationsdarstellung mit dem Computer. Grundlagen, Verfahren,
Einsatzbereiche. Berlin: Drei-R-Verlag 1989.
Siehe auch
Netmarks
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